Hochschulpolitik Magere Zeiten für Großbritanniens Unis
Tausende Dozenten sollen entlassen, Gelder drastisch gekürzt, die Studiengebühren verdoppelt werden. Nun regt sich Widerstand gegen den Sparkurs der britischen Regierung.
© Adrian Dennis/AFP/Getty Images

Der geplante Studienreform wirft ihre Schatten voraus. Allein am Londoner King's College sollen bis Ende 2010 rund 200 Akademiker ihre Stellen verlieren
In Großbritannien gibt es kein Bildungsministerium mehr, es wurde auf andere Ressorts verteilt. Die Hochschulpolitik wanderte im Juni 2009 zum Wirtschaftsministerium. Im zuständigen "Department for Business, Innovation and Skills" – einer Abteilung, in deren Namen sich keine klassischen Bildungsziele mehr finden – tüftelt man nun an den Zahlen der Zukunft. Es sind Kürzungssummen, denn derzeit beträgt das britische Haushaltsdefizit 12,6 Prozent. Die Briten müssen sparen, 57 Milliarden Pfund insgesamt. 950 Millionen Pfund, etwa 1,1 Milliarden Euro, soll allein bei den Hochschulen gestrichen werden. So klingt das Versprechen der regierenden Labour-Partei, 50 Prozent eines Jahrgangs künftig ein Studium zu ermöglichen, nun nach britischem Humor der schwärzesten Art.
"Man lässt eine ganze Generation im Stich", klagt Sally Hunt, Generalsekretärin der Universitätsgewerkschaft UCU. Ausgerechnet für das Herbstsemester erwartet die Insel so viele Studienbewerber wie noch nie, doch rund 300.000 von ihnen werden wohl abgelehnt. Wie Deutschland gibt Großbritannien rund ein Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Finanzierung der Hochschulen aus. Das ist weniger als der OECD-Durchschnitt, obwohl Tony Blair die Investitionen stark ausgebaut hatte.
Das tat nicht zuletzt den erst Anfang der 1990er Jahre aus Fachhochschulen entstandenen, so genannten "Neuen Universitäten" gut. Doch gerade diese, im buchstäblichen Sinne lehrreichen Einrichtungen mit vergleichsweise vielen Studenten und wenig Forschung, müssen nun leiden: Bis zu einem Viertel der Lehrenden soll entlassen, Forschungsgelder nur noch an einige wenige Schwerpunktinstitutionen vergeben und die Studiengebühren von derzeit rund 3600 Pfund im Jahr verdoppelt werden. Von der Universitätsgewerkschaft über Studentenverbände bis hin zur Russel Group, dem Verband der Spitzenuniversitäten wie Oxford und Cambridge, ist man sich einig: Es ist ein Albtraum.
Doch albtraumhaft muten den britischen Akademikern nicht nur die Finanzdefizite, sondern besonders Reformen an, mit denen das akademische Selbstverständnis und sämtliche Fakultätsstrukturen umgekrempelt werden könnten. Die Schlagworte der Stunde lauten: Fast-track und impact. Britische Universitäten müssten also "fast-track degrees" anbieten, Blitzabschlüsse. Bis zum Bachelor studiert man dann nur zwei, nicht mehr drei Jahre, die Trimesterstruktur müsste sich verändern: Bisher wird 21 bis 24 Wochen des Jahres unterrichtet. In der übrigen Zeit finden in den Seminarräumen Summer Schools und Sprachkurszentren statt. Damit verdienen die Unis sich etwas Geld hinzu.
"Doch mehr Blitzstudiengänge bedeuten vor allem zwangsläufig viel weniger Forschung", fassen es Kritiker des Wirtschaftsministers Peter Mandelson wie der Londoner Philosophieprofessor Jonathan Wolff zusammen. Auf die Frage, was genau sich denn hinter "impact" verberge, antwortet Wolff trocken: "Das ist das Problem. Keiner weiß es." Bislang ist dieses Zauberwort der Wissenschaftspolitik, im Deutschen vielleicht am ehesten als "Wirkungskraft" zu übersetzen, durch Fachzeitschriften geprägt. Wissenschaftler weltweit versuchen, in Medien mit hohem "Impact-Factor" zu veröffentlichen. So sammeln sie Punkte, die auf die Karriere angerechnet werden.
- Datum 29.03.2010 - 18:01 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ausgehend von der Vermutung, dass auch für die Briten wieder wirtschaftlich rosigere Zeiten kommen, soll sich qualifizierter Nachwuchs wirklich aus einer "fast-track" Generation generieren? Das scheint mir eine fatale Weichenstellung.
Und die Auflösung des Bildungsministeriums empfinde ich als puren Zynismus. Das ist in meinen Augen ein Schlüsselressorts und verdient so eine Behandlung nicht. Schade für ein Land, dass durchaus auszeichnete Forscher und Universitäten hat. Oder hatte?
In Großbritannien zahlen die Studenten jetzt schon das 4-8 an Studiengebühren wie in Deutschland. Und die deutschen Studenten regen sich auf!
Großbritannien muss sparen aber verbaut sich erstens die Forschung und damit den guten Ruf ihrer Unis und zweitens verstärkt es noch Mals das Klassendenken. Wer ausserhalb der Oberschicht kann sich dann wirklich noch ein Studium leisten. Wir reden ja nicht mehr 8000pfund sondern 20000pfund.
Zum Thema Studiengebühren: @B also 20000 Pfund sind eher aus der Luft gegriffen. Es gab kurzfristig Diskussionen vor allem unter den Unis der Russell Group die Studiengebühren in solche Höhen zu schrauben (vergleichbar mit den USA), diese Diskussion ist aber weitestgehend wieder vom Tisch (abgesehen von wenigen Zwischenrufen). Wen überhaupt eine Erhöhung der Studiengebühren kommt, dann wie richtig in dem Artikel wiedergegeben eine etwas mehr als Verdoppelung, auf rund 7200 Pfund pro Jahr.
Desweiteren bekommt in England jeder Student der aus dem Uk oder der Eu ist, einen Kredit für die volle Summe der Studiengebühren unabhängig vom Einkommen der Eltern, den man auch nur zurück bezahlen muss, wenn man (zur Zeit) über 15000 Pfund Jahreseinkommen hat. Die Rückzahlung ist über einen festgelegten geringen Prozentsatz des Einkommens geregelt, der niemand soviel des Einkommens kostet, dass er deutliche Einschnitt in sein Leben machen müsste. Falls die Studiengebühren nun drastisch erhöht werden würden, könnte dass natürlich so einige Abschrecken die nicht bereit sind den entsprechenden Kredit aufzunehmen, aber die zur Zeit gültigen Studiengebühren lassen sich so durchaus ertragen.
Zum Thema Studiengebühren: @B also 20000 Pfund sind eher aus der Luft gegriffen. Es gab kurzfristig Diskussionen vor allem unter den Unis der Russell Group die Studiengebühren in solche Höhen zu schrauben (vergleichbar mit den USA), diese Diskussion ist aber weitestgehend wieder vom Tisch (abgesehen von wenigen Zwischenrufen). Wen überhaupt eine Erhöhung der Studiengebühren kommt, dann wie richtig in dem Artikel wiedergegeben eine etwas mehr als Verdoppelung, auf rund 7200 Pfund pro Jahr.
Desweiteren bekommt in England jeder Student der aus dem Uk oder der Eu ist, einen Kredit für die volle Summe der Studiengebühren unabhängig vom Einkommen der Eltern, den man auch nur zurück bezahlen muss, wenn man (zur Zeit) über 15000 Pfund Jahreseinkommen hat. Die Rückzahlung ist über einen festgelegten geringen Prozentsatz des Einkommens geregelt, der niemand soviel des Einkommens kostet, dass er deutliche Einschnitt in sein Leben machen müsste. Falls die Studiengebühren nun drastisch erhöht werden würden, könnte dass natürlich so einige Abschrecken die nicht bereit sind den entsprechenden Kredit aufzunehmen, aber die zur Zeit gültigen Studiengebühren lassen sich so durchaus ertragen.
Deutschland abgeschaut haben. Ziel ist dort, wie wohl auch in D-land die vollkommene Zerstörung der akademischen Eliten. Naja die Angleichung Europas an die dritte Welt wird wohl noch zu meinen Lebzeiten gelingen.
Da kann man nur froh sein, in einem Land zu leben, welches Bildung noch als hohes Gut ansieht.
Was soll man dann von "Schnellstudiengängen" erwarten können? Die Politik wird sich später noch wundern was auf sie durch diese Einschnitte in der Bildungspolitik noch an Kosten zukommen wird.
In GB ist es immer noch ein Ausdruck von Gebildetsein wenn man einen Studienabschluss vorweisen kann. Es ist dabei völlig egal ob man ein Fach studiert hat, das auch für den Job brauchbar ist, Hauptsache man hat studiert. Das ansich ist ja schon ein Armutszeugnis und die Qualität lässt auch überall zu wünschen übrig. Des weiteren lässt sich ein direkter Zusammenhang von geringer Bildung und Kriminalität nachweisen. Wenn es z. B. bald keine guten Lehrer/Dozenten mehr gibt, werden in GB bald wieder Zustände wie im Mittelalter herrschen, wenn man aus einem gehobenen Elternhaus kommt, hat man vielleicht noch mal Glück gehabt. Mit dem Status kann man vielleicht auch ohne Studienabschluss einen guten Posten ergattern für alle anderen gilt dann gleich nach der Schule den Antrag für Benefits ausfüllen.
Und Alle sehen sich dann wieder mal "gezwungen" alles auf Pump zu kaufen und wir sehen ja jetzt wohin uns das geführt hat. Das wird sich auch mit viel Aufklärung nicht ändern, so sind sie halt die Briten.
@Penny Prosperity: Ihre Aussage ist eine grobe Verallgemeinerung der Situation! Das Ausbildungsniveau ist nicht so schlecht wie sie das hier darstellen. So einige britische Universitäten gehören immer noch zur Spitze in Europa und der Welt!
Außerdem auch wenn es stimmt, dass der Arbeitsmarkt in GB was fachspezifische Forderungen an den Studienabschluss angeht, viel flexibler ist als z.B. Deutschland (was im Prinzip keine schlechte Sache ist), so ist dies bei weitem kein Armutszeugnis. Im Gegenteil es zeugt eher von einem – im englischen Selbstverständnis – Qualitätsmerkmal des Studiums in GB. Man geht davon aus, dass man im Studium Fach unabhängig, selbstständiges, kritisches und analytisches Denken und verarbeiten von Informationen erlernt, welches ein guter Student, dann auch auf andere Bereiche transferieren kann. Mit diesen geistigen Grundfertigkeiten werden den Bachelor Absolventen (Graduates) dann in Trainingsprogrammen innerhalb eines gewissen Zeitraums (6-24 Monate) alle nötigen Fachbezogen Fertigkeiten im Unternehmen selbst „on the job“ beigebracht. Und von meinen Gesprächen mit deutschen Personallern müssen auch deutsche Unternehmen nochmal eine bemerkenswerte Zeit einrechnen, um neue Uniabsolventen einzuarbeiten.
Desweiteren gibt es durchaus auch in England Fachgebunden Anforderungen, z.B. kann man viele technische Berufe nur ergreifen, wenn man ein entsprechendes Studium in Ingenieurswissenschaften, IT oder Naturwissenschaften (je nach Beruf) abgeschlossen hat.
Ich bin Mediengestalterin und habe hohe Ansprüche an meine Arbeit und wenn ich dann im Büro die Cousine vom Boss sehe die nicht mal ein Word Dokument formatieren kann oder aus Word ein PDF erzeugen kann, aber die Schwester ist und einen Abschluss in History oder sonst einem viel studierten aber im Arbeitsleben eher unnützen Wissen hat, dann fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Schauen Sie sich doch die Stellenbeschreibungen an, sogar ein "filing clerk" braucht einen Studienabschluss. Und dann diese stumpfsinnigen überalterten Tests denen sich jeder unterziehen muss um überhaupt wahrgenommen zu werden von Recruitment Agencies. Das ist einfach nur traurig.
Und zu der Ausbildung von Krankenschwestern und Ärzten möchte ich gar nichts sagen. Ich habe einmal versucht mit bei einem GP zu registrieren und traf nur auf Unverständnis als ich mein INTERNATIONALES Impfbuch vorgelegt habe und eine Tetanus Auffrischung haben wollte ... Das Gesundheitssystem ist ein Graus (wahrscheinlich weil da nur "Manager mit History Degree die Zeiten der Cholera wieder aufleben lassen wollen), Krankenschwestern werden aus Personalmangel keine Pflicht-Fortbildungen ermöglicht und somit wird GB ewig mit der höchsten MRSA Infektions- und Todesrate gebrandmarkt sein. Das stand neulich sogar in The Times. Dabei braucht es da nur Hygiene und Common sense. Ach und da war noch der Augenoptiker (hatte hübsche Zertifikate im Büro) der es geschafft hat meine Dioptrien Stärke 2x sehr falsch zu vermessen.
@Penny Prosperity: Ihre Aussage ist eine grobe Verallgemeinerung der Situation! Das Ausbildungsniveau ist nicht so schlecht wie sie das hier darstellen. So einige britische Universitäten gehören immer noch zur Spitze in Europa und der Welt!
Außerdem auch wenn es stimmt, dass der Arbeitsmarkt in GB was fachspezifische Forderungen an den Studienabschluss angeht, viel flexibler ist als z.B. Deutschland (was im Prinzip keine schlechte Sache ist), so ist dies bei weitem kein Armutszeugnis. Im Gegenteil es zeugt eher von einem – im englischen Selbstverständnis – Qualitätsmerkmal des Studiums in GB. Man geht davon aus, dass man im Studium Fach unabhängig, selbstständiges, kritisches und analytisches Denken und verarbeiten von Informationen erlernt, welches ein guter Student, dann auch auf andere Bereiche transferieren kann. Mit diesen geistigen Grundfertigkeiten werden den Bachelor Absolventen (Graduates) dann in Trainingsprogrammen innerhalb eines gewissen Zeitraums (6-24 Monate) alle nötigen Fachbezogen Fertigkeiten im Unternehmen selbst „on the job“ beigebracht. Und von meinen Gesprächen mit deutschen Personallern müssen auch deutsche Unternehmen nochmal eine bemerkenswerte Zeit einrechnen, um neue Uniabsolventen einzuarbeiten.
Desweiteren gibt es durchaus auch in England Fachgebunden Anforderungen, z.B. kann man viele technische Berufe nur ergreifen, wenn man ein entsprechendes Studium in Ingenieurswissenschaften, IT oder Naturwissenschaften (je nach Beruf) abgeschlossen hat.
Ich bin Mediengestalterin und habe hohe Ansprüche an meine Arbeit und wenn ich dann im Büro die Cousine vom Boss sehe die nicht mal ein Word Dokument formatieren kann oder aus Word ein PDF erzeugen kann, aber die Schwester ist und einen Abschluss in History oder sonst einem viel studierten aber im Arbeitsleben eher unnützen Wissen hat, dann fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Schauen Sie sich doch die Stellenbeschreibungen an, sogar ein "filing clerk" braucht einen Studienabschluss. Und dann diese stumpfsinnigen überalterten Tests denen sich jeder unterziehen muss um überhaupt wahrgenommen zu werden von Recruitment Agencies. Das ist einfach nur traurig.
Und zu der Ausbildung von Krankenschwestern und Ärzten möchte ich gar nichts sagen. Ich habe einmal versucht mit bei einem GP zu registrieren und traf nur auf Unverständnis als ich mein INTERNATIONALES Impfbuch vorgelegt habe und eine Tetanus Auffrischung haben wollte ... Das Gesundheitssystem ist ein Graus (wahrscheinlich weil da nur "Manager mit History Degree die Zeiten der Cholera wieder aufleben lassen wollen), Krankenschwestern werden aus Personalmangel keine Pflicht-Fortbildungen ermöglicht und somit wird GB ewig mit der höchsten MRSA Infektions- und Todesrate gebrandmarkt sein. Das stand neulich sogar in The Times. Dabei braucht es da nur Hygiene und Common sense. Ach und da war noch der Augenoptiker (hatte hübsche Zertifikate im Büro) der es geschafft hat meine Dioptrien Stärke 2x sehr falsch zu vermessen.
Hier wird nach amerikanischem Vorbild staatlich geförderte Volksverdummung betrieben. Seit geraumer Zeit gibt es in der englischen Sprache eine neue Bevölkerungsgruppe, nämlich die "chavs", zu denen es seit kurzer Zeit auch ein deutschsprachiges Pendant gibt - die "Hartzer". Da diese Gruppe wohl in absehbarer Zeit den Großteil der Bevölkerung stellen wird, ist es verständlich, daß in einer solchen Gesellschaft als höchstes Bildungsniveau Abschlüsse in "Fast Food Franchise Management" oder "Job Centre Administration" benötigt werden. Rein akademische Fächer wie englische Literatur, Kunstgeschichte oder Philosophie sind unnötig und könne gleich ganz abgeschafft werden. Ähnlich bei der Forschung - wozu mit viel Aufwand und für teures Geld wirksame Krebsmedikamente entwickeln, wenn es viel profitabler ist, Nachfolger für Viagra und Botox auf den Markt zu werfen?
Brave new world....
viereggtext - Wie so oft könnte Jobsharing oder Notstudium viele qualifizierte Leute vorm Absaufen retten, aber das Hauptproblem ist, dass die Ausbildung der Studenten wohl gar nicht mehr gesichert ist. 300.000 weniger Studenten heißt auch 300.000 weniger Bewerber für die guten Jobs, weniger Fachkräfte in 5 bis 10 Jahren, unsere westliche Downstairsspirale ist dort immer noch am Drehen.
Wo liegt der Unterschied zu GB ? Nun gut, die Studiengebühren in D können mit GB noch nicht mithalten. Ich will nicht bestreiten, dass auch an der Uni manchmal einfach "gepaukt" werden muss, weil es ohne Basiswissen und ein paar methodische Grundfertigkeiten nicht geht. Und ich halte es auch für sinnvoll, dass ein Student nicht erst 6 - 8 Semester studiert, um festzustellen, dass er das Examen/Bachelor nicht schafft. Frühzeitige Tests sind also sinnvoll.
Was aber z.B. in den Wirtschaftswissenschaften läuft, ist einfach nur unterirdisch: eine Fülle von Lernstoff, die einige an den Rand der physischen Belastbarkeit treibt. Schlechtere Leistungen in einem Fach können wie auf einem Tauschmarkt mit Punkten (Credits) aus völlig anderem Lernstoff kompensiert werden. Ein vollgestopfter Wochenplan mit Vorlesungen, Tutorien und dgl. macht eine Orientierung, ein "Schauen über den Tellerrand" praktisch unmöglich: Fachenglisch ? Keine Zeit ! Erfahrungsausstausch mit älteren Semestern über Schwerpunkte, Praktika, Auslandserfahrungen usw. Fehlanzeige ! "Hineinriechen" in Seminare aus Nachbardisziplinen (Geschichte, Psychologie usw.) unmöglich!
Im Namen einer europäischen Harmonisierung (die de facto gar nicht stattfindet) werden stur anglo-amerikanische Denkmodelle übernommen und als Internationalisierung und Effienzsteigerung verkauft.
Was Sie da bescheiben, ist wirklich kein Studieren,
sondern die Erreichzng eines völlig abstrakt vorgegebenen Zieles theoetischer Art und hat mit Wirtschaft nur wenig,
mit dem Lernen von Ideolgien aber viel zu tun. Das ganze komt wohl aus den "tollen" USA!
Mein Planungsstudium vor 20 Jahren war zum Glück nicht so verschult!
Was Sie da bescheiben, ist wirklich kein Studieren,
sondern die Erreichzng eines völlig abstrakt vorgegebenen Zieles theoetischer Art und hat mit Wirtschaft nur wenig,
mit dem Lernen von Ideolgien aber viel zu tun. Das ganze komt wohl aus den "tollen" USA!
Mein Planungsstudium vor 20 Jahren war zum Glück nicht so verschult!
Die britische Presse stellt den Sachverhalt etwas anders dar. Das Problem ist, das die Nachfrage nach Studienplätzen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten beträchtlich gestiegen ist. Die britische Regierung steht also vor der Frage, wer soll all das finanzieren. So erklären sich auch die Budget Cuts, da das Hochschulsystem mittlerweile aufgebläht sei.
Die 2-jährigen Studienangebote sollen auch nicht das Budget-Problem von GB lösen, sondern sie richten sich an eine bestimmte Klientel, die damit besser bedient ist, als mit einem 3-jährigen Studiengang. Und das sind z.B. ältere Studierende oder Menschen, die sonst nicht auf die Idee kämen zu studieren, weil es zu teuer ist und weil es, bis man wieder arbeiten kann, zu lange dauert (das ist in der Regel die Arbeiterschicht).
Erhöhung der Tuition Fees steht ebenso zur Debatte, allerdings steht gleich daneben die Frage, wie man trotzdem eine Gleichberechtigung aufrechterhalten kann.
Die Briten sehen die Sache eher nüchtern, im Prinzip verliert niemand, wenn weniger Leute studieren dürfen. Man muss nur sicherstellen, dass es die richtigen Leute sind, die zum Studium zugelassen werden. Dann lässt sich sogar das Niveau anheben, welches ebenso in Kritik steht, nachdem mittlerweile fast jeder an die Uni darf.
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