Pure Rechthaberei ist offenbar ein zu aufwändiges Geschäft
Deneckes internationale Version wurde im Zentralblatt MATH und den Mathematical Reviews , den führenden Referateorganen, ohne jeden Betrugsverdacht angezeigt. Nur das Zentralblatt zeigt sich bereit, je nachdem durch einen Korrekturhinweis Klarheit in der breiten wissenschaftlichen Community zu schaffen. Gumms Verleger Norbert Heldermann fügt sich in die Umstände: "Die Sprache der Mathematik ist heute Englisch, Elementarbücher auf Deutsch werden höchstens zufällig zur Kenntnis genommen." Er sieht für sich daher auch keinen wirtschaftlichen Schaden durch Deneckes Buch und wird den Verlag in Singapur nicht wegen Urheberrechtsverletzung verklagen. Pure Rechthaberei ist offenbar ein zu aufwändiges Geschäft. Auch die Deutsche Mathematiker-Vereinigung hat "keine Gremien und Strukturen" für Plagiatsfälle, wie ihr Sprecher Thomas Vogt erklärt.
Also einfach wegsehen bei möglichem Schwindel? Gumm hatte zunächst den Ombudsmann für wissenschaftliches Fehlverhalten an seiner Hochschule konsultiert. Der aber erklärte, zuständig für die Vorwürfe sei Potsdam. Der dortige Ansprechpartner wusste aber von dem Fall noch nicht und hüllt sich wegen des Datenschutzes in Schweigen. Wenn er ermittelt und Missbrauch feststellt, muss sich anschließend noch eine Untersuchungskommission mit dem Fall befassen und dann der Uni-Präsidentin eine unverbindliche "Empfehlung" geben. Nach Beispielen aus Berlin und Darmstadt kommt dabei höchstens eine Rüge auf der Uni-Webseite heraus. Aber dort erklärt Gumm ja jetzt schon, was ihm am Herzen liegt und jeder sachverständige Leser selbst beurteilen soll.
Mit der Vorgehensweise Gumms können sich aber nicht alle anfreunden. Die Sprecherin des bundesweiten Ombudsgremiums bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ulrike Beisiegel, findet es "nach wie vor richtig, Plagiatsvorwürfe über das übliche Ombudsverfahren zu klären." Und sie fügt unmissverständlich hinzu: "Der vom Kollegen Gumm und seiner Uni eingeschlagenen Weg erscheint mir nicht glücklich und nicht nachahmenswert."
- Datum 14.05.2010 - 13:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ich persönlich halte das für eine gute methode um den betrügern die wahrheit schwarz auf weiss um die ohren zu hauen. des weiteren kann jeder ser sich dafür interessiert alles selbst nachslagen und dazu noch kostenlos. einfach klasse so etwas!!
mfg
Warum ist das geistige Eigentum für die Professoren nur so wichtig?
Geistiges Eigentum ist eben dies, Eigentum. Wer sich in mühseliger Arbeit einen Rosengarten anlegt dürfte auch nicht begeister sein, wenn der Nachbar eines Tages alle Rosen abschneidet (kurz bevor sie sowieso verwelken) und auf dem Markt verkauft. Oder einen Hobby-Fußballer dürfte aus auch stören, wenn er das Siegtor für seinen Verein geschossen hat und am Abend in der Kneipe hört er dann, dass ein Mitspieler das Tor für sich vereinnahmt hat. Die Arbeit von Professoren (und anderen) hat eben kaum physische Ergebnisse, aber dennoch kostet es Zeit und Mühen eine Theorie zu entwickeln oder zu beweisen oder einen guten Text zu schreiben. Wenn dies dann einfch von jemandem anderen (mühelos) "übernommen" wird, dann ist das mehr als ärgerlich. Oder wenn ein Architekt in langen Nächten ein Traumhaus entworfen hat und bei der nächsten Ausschreibung feststellen muss, dass ein Konkurrent eben diesen Entwurf eingereicht (und gewonnen) hat, dann ist das wohl auch wichtig.
Geistiges Eigentum ist eben dies, Eigentum. Wer sich in mühseliger Arbeit einen Rosengarten anlegt dürfte auch nicht begeister sein, wenn der Nachbar eines Tages alle Rosen abschneidet (kurz bevor sie sowieso verwelken) und auf dem Markt verkauft. Oder einen Hobby-Fußballer dürfte aus auch stören, wenn er das Siegtor für seinen Verein geschossen hat und am Abend in der Kneipe hört er dann, dass ein Mitspieler das Tor für sich vereinnahmt hat. Die Arbeit von Professoren (und anderen) hat eben kaum physische Ergebnisse, aber dennoch kostet es Zeit und Mühen eine Theorie zu entwickeln oder zu beweisen oder einen guten Text zu schreiben. Wenn dies dann einfch von jemandem anderen (mühelos) "übernommen" wird, dann ist das mehr als ärgerlich. Oder wenn ein Architekt in langen Nächten ein Traumhaus entworfen hat und bei der nächsten Ausschreibung feststellen muss, dass ein Konkurrent eben diesen Entwurf eingereicht (und gewonnen) hat, dann ist das wohl auch wichtig.
Geistiges Eigentum ist eben dies, Eigentum. Wer sich in mühseliger Arbeit einen Rosengarten anlegt dürfte auch nicht begeister sein, wenn der Nachbar eines Tages alle Rosen abschneidet (kurz bevor sie sowieso verwelken) und auf dem Markt verkauft. Oder einen Hobby-Fußballer dürfte aus auch stören, wenn er das Siegtor für seinen Verein geschossen hat und am Abend in der Kneipe hört er dann, dass ein Mitspieler das Tor für sich vereinnahmt hat. Die Arbeit von Professoren (und anderen) hat eben kaum physische Ergebnisse, aber dennoch kostet es Zeit und Mühen eine Theorie zu entwickeln oder zu beweisen oder einen guten Text zu schreiben. Wenn dies dann einfch von jemandem anderen (mühelos) "übernommen" wird, dann ist das mehr als ärgerlich. Oder wenn ein Architekt in langen Nächten ein Traumhaus entworfen hat und bei der nächsten Ausschreibung feststellen muss, dass ein Konkurrent eben diesen Entwurf eingereicht (und gewonnen) hat, dann ist das wohl auch wichtig.
Wenn die DFG und ganz allgemein die "scientific community" keine wirksamen Mittel gegen Plagiatoren hat, kann man das Vorgehen von Prof. Gumm nicht kritisieren. Die Darstellung auf seiner Homepage
http://www.mathematik.uni...
ist sachlich und praezise, man muss kein Experte sein, um sich zu ueberzeugen, dass Denecke/Wismath hier eindeutig seitenweise abgeschrieben haben. Es liegt ein klares wissenschaftliches Fehlverhalten vor, und das gehoert oeffentlich bekannt gemacht, denn die Reputation ist DAS Kapital eines Wissenschaftlers! Wie kann man denn bei der naechsten Publikation sicher sein, dass die Autoren sich nicht wieder frei woanders bedienen?
Prof. Gumm hat vollkommen recht, auch in seinem Vorgehen. Denecke hat in weiten Teilen schlicht das Buch von Gumm übersetzt und als sein Werk ausgegeben. Bleibt zu hoffen, dass das ganze für Denecke nicht ohne Konsequenzen bleibt; seine Professur sollte jedenfalls ausdrücklich von der Uni Potsdam in Frage gestellt werden. Wie sollen wir Studenten dazu erziehen sauber zu arbeiten und *selber* zu denken, wenn die Herren Professor Doktor Doktor es ihnen so vormachen wie Denecke? Der eigentliche Skandal wäre, wenn das ganze ungesühnt bliebe.
Keine Sorge, wenn diese Angelegenheit ungesühnt bleibt, wird eine Massenzeitung wie Die Zeit sie nicht erwähnen. Sie werden selbst recherchieren müssen.
Desweiteren sind mir solche Plagiatsverdächtigungen nicht unbekannt. Ich höre immer wieder, dass sich jemand betrogen, bestohlen fühlt. Mir selbst wird auch jedes Mal mulmig, wenn ich für eine Zeitschrift oder ein Sammelband veröffentliche, weil ich fürchte, dass die Redakteure, Lektoren oder Herausgeber schneller als ich sind.
Was könnte ich schon unternehmen, wenn der Herausgeber darauf beharrt, dass ich seine Idee adaptiert habe? Angenommen, er verfasst einen ähnlichen Beitrag in demselben Band?
Eine komplexe Theorie, die eventuell bannbrechend auf einem Gebiet sein könnte, ist nicht ein Open-Source-Schnippsel oder -Programm, das ich zur weiteren Entwicklung zur Verfügung stelle. Solange die Theorie nicht mit dem Namen Gumm öffentlich verbunden ist, hat Gumm zudem das Nachsehen. Das geht Informatikern kaum nicht anders. Jedoch sprechen wir hier von einer brisanten Theorie - und keinem Kommentar oder Schnippsel. Ich selbst hatte schon überlegt, ob ich nicht komplette Bände erst ins Internet, dann in den Verlag stelle.
Mich freut dabei, dass das Internet als Forum genutzt wird. Ich freue mich schon auf die zahlreichen Anschuldigungen und Angriffe, die auf diese Weise auf uns zukommen. Wenn hinreichend viele Professoren sich im Internet beschuldigen, haben wir eine interessante Nuss zu knacken.
Keine Sorge, wenn diese Angelegenheit ungesühnt bleibt, wird eine Massenzeitung wie Die Zeit sie nicht erwähnen. Sie werden selbst recherchieren müssen.
Desweiteren sind mir solche Plagiatsverdächtigungen nicht unbekannt. Ich höre immer wieder, dass sich jemand betrogen, bestohlen fühlt. Mir selbst wird auch jedes Mal mulmig, wenn ich für eine Zeitschrift oder ein Sammelband veröffentliche, weil ich fürchte, dass die Redakteure, Lektoren oder Herausgeber schneller als ich sind.
Was könnte ich schon unternehmen, wenn der Herausgeber darauf beharrt, dass ich seine Idee adaptiert habe? Angenommen, er verfasst einen ähnlichen Beitrag in demselben Band?
Eine komplexe Theorie, die eventuell bannbrechend auf einem Gebiet sein könnte, ist nicht ein Open-Source-Schnippsel oder -Programm, das ich zur weiteren Entwicklung zur Verfügung stelle. Solange die Theorie nicht mit dem Namen Gumm öffentlich verbunden ist, hat Gumm zudem das Nachsehen. Das geht Informatikern kaum nicht anders. Jedoch sprechen wir hier von einer brisanten Theorie - und keinem Kommentar oder Schnippsel. Ich selbst hatte schon überlegt, ob ich nicht komplette Bände erst ins Internet, dann in den Verlag stelle.
Mich freut dabei, dass das Internet als Forum genutzt wird. Ich freue mich schon auf die zahlreichen Anschuldigungen und Angriffe, die auf diese Weise auf uns zukommen. Wenn hinreichend viele Professoren sich im Internet beschuldigen, haben wir eine interessante Nuss zu knacken.
Keine Sorge, wenn diese Angelegenheit ungesühnt bleibt, wird eine Massenzeitung wie Die Zeit sie nicht erwähnen. Sie werden selbst recherchieren müssen.
Desweiteren sind mir solche Plagiatsverdächtigungen nicht unbekannt. Ich höre immer wieder, dass sich jemand betrogen, bestohlen fühlt. Mir selbst wird auch jedes Mal mulmig, wenn ich für eine Zeitschrift oder ein Sammelband veröffentliche, weil ich fürchte, dass die Redakteure, Lektoren oder Herausgeber schneller als ich sind.
Was könnte ich schon unternehmen, wenn der Herausgeber darauf beharrt, dass ich seine Idee adaptiert habe? Angenommen, er verfasst einen ähnlichen Beitrag in demselben Band?
Eine komplexe Theorie, die eventuell bannbrechend auf einem Gebiet sein könnte, ist nicht ein Open-Source-Schnippsel oder -Programm, das ich zur weiteren Entwicklung zur Verfügung stelle. Solange die Theorie nicht mit dem Namen Gumm öffentlich verbunden ist, hat Gumm zudem das Nachsehen. Das geht Informatikern kaum nicht anders. Jedoch sprechen wir hier von einer brisanten Theorie - und keinem Kommentar oder Schnippsel. Ich selbst hatte schon überlegt, ob ich nicht komplette Bände erst ins Internet, dann in den Verlag stelle.
Mich freut dabei, dass das Internet als Forum genutzt wird. Ich freue mich schon auf die zahlreichen Anschuldigungen und Angriffe, die auf diese Weise auf uns zukommen. Wenn hinreichend viele Professoren sich im Internet beschuldigen, haben wir eine interessante Nuss zu knacken.
Kommentator 6 befürchtet in seinem letzten Absatz anscheinend ein wildes Gemetzel unter rechthaberischen Professoren. Dabei gibt wie im vorliegenden Fall erst das Internet dem amtlichen Ombudsman den nötigen Anstoß, seinerseits ein Verfahren enzuleiten, zwar hinterverschlossenen Türen, aber unter Beobachtung der Öffentlichkeit.
Was ist wohl die Motivation der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), wenn sie Plagiatsvorwürfen nur nachgeht, wenn man zusagt, die Sache nicht an die Öffentlichkeit zu bringen?
Was soll eigentlich jemand machen, der einem intelligenteren Plagiator zum Opfer fällt, wo das Plagiat nicht so offensichtlich ist, dass selbst der dümmste es sofort sieht?
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