Wo ist die Riege der Professoren und Gewerkschafter jetzt?
Die Leitfiguren des Bildungsstreiks, das sind im Übrigen nicht nur die Schüler und Studenten, sondern vor allem auch die Riege der Professoren und Gewerkschafter, die sich im vergangenen Jahr zum Teil ungefragt zu ihren Wortführern aufgeschwungen haben. Wo sind sie jetzt? Der Politikprofessor Peter Grottian von der Berliner Freien Universität immerhin hat sich in der Jungen Welt zu Wort gemeldet . Er glaubt, dass der Bildungsstreik "eine Denkpause" brauche. Das stimmt. Allerdings schiebt er die Verantwortung für das vorläufige Scheitern des Bildungsstreiks fast ausschließlich den studentischen Organisatoren zu. Nicht wirklich fair von einem, der die Diskussion über die Ziele der Streikenden von Anfang an mit geprägt hat.
Die von Grottian zu Recht geforderte Denkpause indes sollte genutzt werden, um zu definieren, wie ein Bildungssystem der Zukunft aussehen könnte, für das sich die Mehrheit der Schüler und Studenten gewinnen ließe. Dass die im Zweifel vor allem auf ihre eigenen, subjektiven Vorteile bedacht sind, zeigt sich jetzt gerade wieder: Wenn der Bildungsstreik 2010 stark ist, dann noch am ehesten dort, wo konkrete Kürzungen drohen: in Schleswig-Holstein und in Hessen .
Vielleicht ist es auch einfach so, dass die Mehrheit der Schüler und Studenten insgesamt doch ziemlich einverstanden und zufrieden ist mit den Bedingungen, unter denen sie lernen – solange bei ihnen persönlich nicht gespart wird. Man kann und man muss das bedauern. Fest steht, dass das, was da im vergangenen Jahr größtenteils an Plattitüden aus der bildungspolitischen Mottenkiste geholt wurde, von wegen gegen den "Neoliberalismus" im allgemeinen und für "Basisdemokratie" an den Hochschulen, kaum noch einen Angehörigen der sogenannten Generation Y vom Hocker reißt. Und erst recht nicht raus auf die Straße.
- Datum 10.06.2010 - 13:38 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 19
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Ja da hat es die Politik wieder geschafft erfolgreich Probleme zu verdrängen und die ganze Sache, wie so immer, auszusitzen. Respekt an unsere Fähigen Lobbyisten Politiker!
Im Jahr 2009 waren noch sehr viele Diplomstudenten unter den Protestierenden. Deren Anteil dürfte dieses Jahr schon weit geringer sein, so dass man vermuten könnte, dass Bachelorstudenten schlichtweg keine Zeit bzw. zu viel Druck haben um an Protestbewegungen teilzunehmen.
Ich arbeite an der Universität zu Lübeck und betreue dort Studenten. Unter dem äußeren Druck der drohenden Einsparungen beobachte ich an unserer Uni einen erfreulichen Effekt: Viele der Aktionen hier gegen die drohenden Einsparungen werden von den Studenten initiiert. Die Protestideen sind nicht immer furchbar orginell, aber doch von viel Elan geprägt. Ich reibe mir verwundert die Augen und erkenne unsere Studenten, die ich oft als unpolitisch und wenig eigenständig erlebt habe, kaum wieder. Natürlich kann man jetzt sagen, dass es sehr schade ist, dass es erst zu massiven Kürzungen an der eigenen Uni kommen muss, bis das Engagement zunimmt. Auf der anderen Seite ist es wunderbar zu sehen, wie unsere Studenten den Spirit in die ganze Stadt tragen. Ich denke nach den letzten Wochen, dass unsere Studenten sich im Durchschnitt vor viel höhere Erwartungen gestellt sehen, als das bei uns noch der Fall war. Natürlich hatten auch wir unseren Stress im Studium, wenn wir ehrgeizig waren und es in der Regelstudienzeit schaffen wollten. Nun aber soll auch der Durchschnittsstudent möglichst über diese Hürde springen. Das ist einerseits legititim, weil es um Steuergelder geht, die andere Arbeitnehmer zahlen müssen, die z.T. bereits seit Ihrem 16. Lebensjahr hart arbeiten. Andererseits führt es natürlich dazu, dass sie genau das tun, was von ihnen verlangt wird: viel Wissen in kurzer Zeit in sich hineinzubüffeln, ohne sich in sozialen Gremien zu engagieren.
Ich arbeite an der Universität zu Lübeck und betreue dort Studenten. Unter dem äußeren Druck der drohenden Einsparungen beobachte ich an unserer Uni einen erfreulichen Effekt: Viele der Aktionen hier gegen die drohenden Einsparungen werden von den Studenten initiiert. Die Protestideen sind nicht immer furchbar orginell, aber doch von viel Elan geprägt. Ich reibe mir verwundert die Augen und erkenne unsere Studenten, die ich oft als unpolitisch und wenig eigenständig erlebt habe, kaum wieder. Natürlich kann man jetzt sagen, dass es sehr schade ist, dass es erst zu massiven Kürzungen an der eigenen Uni kommen muss, bis das Engagement zunimmt. Auf der anderen Seite ist es wunderbar zu sehen, wie unsere Studenten den Spirit in die ganze Stadt tragen. Ich denke nach den letzten Wochen, dass unsere Studenten sich im Durchschnitt vor viel höhere Erwartungen gestellt sehen, als das bei uns noch der Fall war. Natürlich hatten auch wir unseren Stress im Studium, wenn wir ehrgeizig waren und es in der Regelstudienzeit schaffen wollten. Nun aber soll auch der Durchschnittsstudent möglichst über diese Hürde springen. Das ist einerseits legititim, weil es um Steuergelder geht, die andere Arbeitnehmer zahlen müssen, die z.T. bereits seit Ihrem 16. Lebensjahr hart arbeiten. Andererseits führt es natürlich dazu, dass sie genau das tun, was von ihnen verlangt wird: viel Wissen in kurzer Zeit in sich hineinzubüffeln, ohne sich in sozialen Gremien zu engagieren.
...dass die meisten Studenten gar nicht so unzufrieden sind und keine Lust haben, für dieses Gewäsch aus Kapitalismuskritik und dem Ruf nach mehr für sie und weniger für alle anderen auf die Straße zu gehen.
Tatsächlich ist es doch so, dass die meisten Demonstrierenden auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, jeden Anlass zum Dagegen-Sein nutzen und letztendlich verlangen, dass andere arbeiten und mit ihren Steuern das lockerflockige Studentenleben finanzieren, das viele sich wünschen. Allein, dass gegen Anwesenheitspflicht und Banken in einem Atemzug gewettert wird, sollte einen schon stutzig machen.
Und: bei den Demos letztes Jahr wurde ein Schaden in sechstelliger (!!!) Höhe verursacht - geld, dass ohne die Krawallmacher viel besser hätte investiert werden können. Sowas idiotisches. Und auch dieses Jahr wird wieder nur rumgebrüllt und gegrillt, anstatt mal wirklich konstruktive Vorschläge zu machen, denn zu verbessern gäbe es einiges.
Besonders Schade finde ich, dass die Demos von Parteinen ausgenutzt werden.
Trotzdem sollte das 3gliedrige System überarbeitet werden und dazu wäre es mir schon fast lieb, wenn die Antifa und SDAJ alleine Demos machen würden.
Aber nein, die ganze Sache sieht zwar links aus, man übersieht aber das diese linken Orgas einfach gewisse reale Missstände auszunutzen versuchen.(pop)
Lustig fand ich aber auch die Aktion von der FDP in Düsseldorf:
Rainer Matheisen und einige JuLi's verteilen Flyer mit Argumenten wie: "...denn schon in der DDR war Bildung unsonst!" oder "Denn jeder sollte Herzchirurg werden können!" usw. (Leider keine ernsthafte Auseinandersetzung)
Ich fand es aber gut das die Düsseldorfer BSV letztes Jahr sehr viel gemacht hat, sich die Schüler verschiedener Schulen austauschen konnten, es Podiumsdiskussionen gab, und Schüler und Studenten zusammen gearbeitet haben. Schade das dieses Jahr nicht.
UND TROTZdem werden die Demos auf lange Zeit nicht nur aus Antifa, MLPD uCO. bestehen.
Junge Leute dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn ich von den JuLi's mehr erwartet habe als: "Hurra! Wir Streiken!"
Ich weiß nicht… als wir die Schülervollversammliung in meiner Schule abgehalten haben, konnten wir schon durch Argumente punkten und nicht nur durch das Megafon (klar war letztes Jahr ziemlich spontan und reaktionär (angebrachtes Wort;-), aber nicht ausschließlich)
Es braucht gute ASta's SVen und das Thema ist noch lange nicht von Tisch.
@Red Kürzungen wären Zensur!
Besonders Schade finde ich, dass die Demos von Parteinen ausgenutzt werden.
Trotzdem sollte das 3gliedrige System überarbeitet werden und dazu wäre es mir schon fast lieb, wenn die Antifa und SDAJ alleine Demos machen würden.
Aber nein, die ganze Sache sieht zwar links aus, man übersieht aber das diese linken Orgas einfach gewisse reale Missstände auszunutzen versuchen.(pop)
Lustig fand ich aber auch die Aktion von der FDP in Düsseldorf:
Rainer Matheisen und einige JuLi's verteilen Flyer mit Argumenten wie: "...denn schon in der DDR war Bildung unsonst!" oder "Denn jeder sollte Herzchirurg werden können!" usw. (Leider keine ernsthafte Auseinandersetzung)
Ich fand es aber gut das die Düsseldorfer BSV letztes Jahr sehr viel gemacht hat, sich die Schüler verschiedener Schulen austauschen konnten, es Podiumsdiskussionen gab, und Schüler und Studenten zusammen gearbeitet haben. Schade das dieses Jahr nicht.
UND TROTZdem werden die Demos auf lange Zeit nicht nur aus Antifa, MLPD uCO. bestehen.
Junge Leute dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn ich von den JuLi's mehr erwartet habe als: "Hurra! Wir Streiken!"
Ich weiß nicht… als wir die Schülervollversammliung in meiner Schule abgehalten haben, konnten wir schon durch Argumente punkten und nicht nur durch das Megafon (klar war letztes Jahr ziemlich spontan und reaktionär (angebrachtes Wort;-), aber nicht ausschließlich)
Es braucht gute ASta's SVen und das Thema ist noch lange nicht von Tisch.
@Red Kürzungen wären Zensur!
Der BS dieses Jahr war alles andere als ein Erfolg. Um diese Tatsache sollte man nicht drumrumreden.
Wenn man jedoch davon redet der BS hätte sein Pulver zu früh verschossen hat man nicht verstanden worum es letztendlich geht. Als wenn eine Jugendbewegung mit militärischer Präzision gelenkt werden könnte!
Auch die Forderung nach mehr inhaltlicher konstruktiver Arbeit beruht mitunter auf einem falschen Verständnis des BS. In den Gruppen vor Ort findet soviel thematische Arbeit wie sonst nirgendwo statt. Selbstverständlich kann man die Ergebnisse dieser Diskussionen nicht einfach so fordern. Der BS soll schließlich eine weiterhin vielfältige Bewegung bleiben. Logischerweise macht es deshalb wenig Sinn die Forderungen kleinteiliger zu formulieren.
Dinge wie Schülerzeitungen, Vorträge u.ä., die von den Bündnissen organisiert werden, werden jedoch von Presse und Politik konsequent ignoriert. Das Interesse des BS ist es nicht ein von ihm festgelegtes System aufzubauen sondern, weitgehend konsensuale Forderungen dazu zu nutzen das Thema Bildung zum Hauptthema einer gesellschaftlichen Diskussion zu machen.
Das der DGB überall da mit den Fähnchen wedelt, wo er ein bisschen Potenzial für die Weltrevolution sieht, sollte einleuchten. Deswegen verdient er noch lange nicht den Ruf eines Hauptunterstützers.
Ich arbeite an der Universität zu Lübeck und betreue dort Studenten. Unter dem äußeren Druck der drohenden Einsparungen beobachte ich an unserer Uni einen erfreulichen Effekt: Viele der Aktionen hier gegen die drohenden Einsparungen werden von den Studenten initiiert. Die Protestideen sind nicht immer furchbar orginell, aber doch von viel Elan geprägt. Ich reibe mir verwundert die Augen und erkenne unsere Studenten, die ich oft als unpolitisch und wenig eigenständig erlebt habe, kaum wieder. Natürlich kann man jetzt sagen, dass es sehr schade ist, dass es erst zu massiven Kürzungen an der eigenen Uni kommen muss, bis das Engagement zunimmt. Auf der anderen Seite ist es wunderbar zu sehen, wie unsere Studenten den Spirit in die ganze Stadt tragen. Ich denke nach den letzten Wochen, dass unsere Studenten sich im Durchschnitt vor viel höhere Erwartungen gestellt sehen, als das bei uns noch der Fall war. Natürlich hatten auch wir unseren Stress im Studium, wenn wir ehrgeizig waren und es in der Regelstudienzeit schaffen wollten. Nun aber soll auch der Durchschnittsstudent möglichst über diese Hürde springen. Das ist einerseits legititim, weil es um Steuergelder geht, die andere Arbeitnehmer zahlen müssen, die z.T. bereits seit Ihrem 16. Lebensjahr hart arbeiten. Andererseits führt es natürlich dazu, dass sie genau das tun, was von ihnen verlangt wird: viel Wissen in kurzer Zeit in sich hineinzubüffeln, ohne sich in sozialen Gremien zu engagieren.
das studierende von heute wohl viel zutun haben steht außer frage. auch die organisatoren! das der großteil der studenten passiv (09 & 10), ja fast zukunftsängstlich erscheinen ist auch kein wunder. der zukünftigen generation von fachpersonal...letzendlich finanzierer der renten von menschen die uns momentan nicht besonders zur seite stehen wird jedoch viel vorgeworfen. warum nicht einen fachartikel publizieren der erste schritte zum gemeinschaftlichen lösen anregt. anstelle von kalt-rationalen beurteilungen könnte menschlichkeit schon einiges bezwecken, immerhin sind die leser dieser zeitung wenigstens bereit zu lesen.
Studenten müssen nicht mit Samthandschuhen angepackt werden, aber das man sie braucht sollte man zu verstehen geben. Es scheint oft als ob sich die Generationen nicht verstehen oder verstehen wollen. Wo bleibt die gemeinsame Sprache?
Besonders Schade finde ich, dass die Demos von Parteinen ausgenutzt werden.
Trotzdem sollte das 3gliedrige System überarbeitet werden und dazu wäre es mir schon fast lieb, wenn die Antifa und SDAJ alleine Demos machen würden.
Aber nein, die ganze Sache sieht zwar links aus, man übersieht aber das diese linken Orgas einfach gewisse reale Missstände auszunutzen versuchen.(pop)
Lustig fand ich aber auch die Aktion von der FDP in Düsseldorf:
Rainer Matheisen und einige JuLi's verteilen Flyer mit Argumenten wie: "...denn schon in der DDR war Bildung unsonst!" oder "Denn jeder sollte Herzchirurg werden können!" usw. (Leider keine ernsthafte Auseinandersetzung)
Ich fand es aber gut das die Düsseldorfer BSV letztes Jahr sehr viel gemacht hat, sich die Schüler verschiedener Schulen austauschen konnten, es Podiumsdiskussionen gab, und Schüler und Studenten zusammen gearbeitet haben. Schade das dieses Jahr nicht.
UND TROTZdem werden die Demos auf lange Zeit nicht nur aus Antifa, MLPD uCO. bestehen.
Junge Leute dürfen nicht unterschätzt werden, auch wenn ich von den JuLi's mehr erwartet habe als: "Hurra! Wir Streiken!"
Ich weiß nicht… als wir die Schülervollversammliung in meiner Schule abgehalten haben, konnten wir schon durch Argumente punkten und nicht nur durch das Megafon (klar war letztes Jahr ziemlich spontan und reaktionär (angebrachtes Wort;-), aber nicht ausschließlich)
Es braucht gute ASta's SVen und das Thema ist noch lange nicht von Tisch.
@Red Kürzungen wären Zensur!
Sie schreiben "Die von Grottian zu Recht geforderte Denkpause indes sollte genutzt werden, um zu definieren, wie ein Bildungssystem der Zukunft aussehen könnte, für das sich die Mehrheit der Schüler und Studenten gewinnen ließe."
Genau dies soll vom 16.-18. Juni an der Uni Hamburg in der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie & Bewegungswissenschaft geschehen. Hier ein Link zum Programm: http://webapp6.rrz.uni-ha...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren