Nationales Stipendienprogramm Hochschulen fordern Einsatz der Wirtschaft
Die Hochschulrektorenkonferenz appelliert an die Wirtschaft, sich am nationalen Stipendienprogramm zu beteiligen. Nur so könne es erfolgreich sein.
Die Hochschulrektorenkonferenz drängt auf eine Unterstützung der Wirtschaft für die Stipendien des Bundes. "Wenn das nationale Stipendienprogramm ein Erfolg werden soll, müssten die privaten Geldgeber ein deutliches Signal ihrer Bereitschaft zur Beteiligung senden", erklärte die Rektorin der Konferenz, Margret Wintermantel. Wenn sich der Staat zunehmend aus der Studienfinanzierung zurückziehe, "brauchen wir Unterstützung aus privater Hand".
Ein größeres zivilgesellschaftliches Engagement, wie es etwa in den USA zu finden sei, stärke die Autonomie der Hochschulen und trage dazu bei, die Studienbedingungen zu verbessern, sagte Wintermantel. Aber auch der Staat sei in der Pflicht. Deshalb solle die Bundesregierung die gemeinsame Anstrengung von Staat und Wirtschaft "stärker als bisher aktiv organisieren", forderte sie.
Das kürzlich vom Bundesrat beschlossene Stipendienprogramm sieht vor, dass die Förderung der Studenten jeweils zur Hälfte durch private Geldgeber und den Staat geleistet wird. Die Stipendien sollen monatlich 300 Euro betragen und einkommensunabhängig vergeben werden. Der Großteil der Länder hatte sich geweigert, den ursprünglich für sie vorgesehenen Anteil von 75 Euro zu tragen. Um die Zustimmung des Bundesrats zu erreichen, hatte sich die Bundesregierung daher kurzfristig bereit erklärt, den staatlichen Anteil des Programms komplett zu übernehmen .
Inzwischen hat das Bundesbildungsministerium eingeräumt, dass zunächst nur eine kleine Zahl von Studenten gefördert werden soll. Im nächsten Jahr sollen demnach nur 6000 Studenten in den Genuss eines neuen Stipendiums kommen, das sind 0,3 Prozent aller Studenten.
Der FDP-Bildungsexperte Patrick Meinhardt sagte, diese 0,3 Prozent könnten ein erster Schritt sein, da es ein vollkommen neues Projekt für die Universitäten und für die Hochschulen sei. "Aber in dem Tempo, jedes Jahr 0,3 Prozent, das kann nicht das Ziel sein", betonte er. Schließlich stehe im Gesetzestext, dass im Jahre 2013 eine Förderquote von zusätzlich vier Prozent erreicht werden solle. Bislang werden zwei Prozent der Studenten mit einem Stipendium gefördert. Meinhardt verwies darauf, dass die Bundesregierung langfristig eine Förderquote von insgesamt zehn Prozent erreichen wolle.
- Datum 29.07.2010 - 18:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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"Ein größeres zivilgesellschaftliches Engagement, wie es etwa in den USA zu finden sei, stärke die Autonomie der Hochschulen und trage dazu bei, die Studienbedingungen zu verbessern, sagte Wintermantel."
...und sorgt dafür, dass die Reichen, die kein Geld brauchen, noch reicher werden und die Armen, die es bräuchten, es trotzdem nicht bekommen. Juchu! Ein Lob auf die Regierung, in dem sie das Auseinanderdriften der sozialen Schichten löst, in dem sie es nur noch verstärkt.
Wer als Hochschulabsolvent keine Beamtenlaufbahn erstrebt, soll die Hälfte seiner Ausbildungskosten seinem Arbeitgeber in Rechnung stellen; wird er selbständig, hat er die Kosten ganz zu tragen.
Wenn die Stipendien allein nach Leistung vergeben werden, wird ein Großteil der aufgewendeten Mittel sinnlos verpuffen. Neben vielleicht 5% Überfliegern dürften nämlich die wohlhabenden Studenten in der Spitzengruppe deutlich überproportional vertreten sein. Schließlich können sich diese frei von materiellen Sorgen voll ins Studium knien und sind vermutlich von Kindesbeinen an schon von Eltern und sonstiger Familie gefördert worden. Welchen Nutzen sollen hier 300 € im Monat zusätzlich erbringen, die von Staat und Wirtschaft gerade so eben zusammengekrazt weren können? Weit sinnvoller ist dagegen eine weitere Stärkung und Ausbau des BAFÖGs.
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