Studiengebühren NRW schafft Studiengebühren wieder ab

Schon zum Wintersemester 2011/2012 will Nordrhein-Westfalen keine Studiengebühren mehr erheben. Das entstehende Defizit der Hochschulen gleicht die Landeskasse aus.

Die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen setzt erste Akzente: Das Kabinett in Düsseldorf verabschiedete einen Gesetzentwurf, wonach Studenten schon ab Herbst 2011 keine Studiengebühren mehr zahlen müssen.

Als Ausgleich dafür sollen die Hochschulen Kompensationsmittel in Höhe von 249 Millionen Euro jährlich zusätzlich zum Landeszuschuss erhalten, den sie zweckgebunden für die Verbesserung der Studienqualität, etwa für zusätzliche Lehrkräfte , einsetzen sollen. Sie werden nach der jeweiligen Anzahl der Studierenden in der Regelstudienzeit auf die Hochschulen verteilt.

Anzeige

Mit der Abschaffung der Studiengebühren mache die Landesregierung ernst mit der Bildungsgerechtigkeit, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Gerade für Schulabgänger aus bildungsfernen Schichten und für beruflich Erfahrene, die sich wissenschaftlich weiter qualifizieren wollen, scheitere ein Studium oft an der Finanzierung und der Angst vor Verschuldung , erklärte Schulze.

Der Gesetzesentwurf wird nun in den Landtag eingebracht. Um die Gebühren zu kippen, braucht Rot-Grün die Stimmen der Linken.

Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte zum Wintersemester 2006/2007 den Hochschulen die Möglichkeit eingeräumt, Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester zu erheben. Davon hatten 31 der 36 der Universitäten und Fachhochschulen Gebrauch gemacht. Derzeit gibt es noch in fünf Bundesländern Studiengebühren.

 
Leser-Kommentare
  1. Richtig muss es heissen: "Das entstehende Defizit der Hochschulen gleicht die Landeskasse durch die Aufnahme neuer Kredite aus." Denn von einer Gegenfinanzierung ist nichts zu lesen.

  2. Nein, nicht schon, erst anderthalb Jahre nach ihrer Wahl!

  3. So ist es. "Erst in anderthalb Jahren" muss es richtig heißen. Wollte die neue Regierung, könnte sie diesen Schritt bereits zum Sommersemester 2011 durchführen, hätte sie bereits zuvor schneller gehandelt, hätte man die Studiengebühren sogar für das kommende Semester abschaffen können.

    Ob die Abschaffung der Studiengebühren aber der richtige Weg ist, bezweifle ich weiterhin. Es wird den Universitäten und Hochschulen nun wieder an gewissen Geldern fehlen. Ob das durch die Zuschüsse aus der Staatskasse kompensiert werden kann, bleibt offen. Bezüglich der Argumentation, Studiengebühren würden abschrecken, ist bisher nur bewiesen, dass sie diejenigen abschrecken, die das Studium beginnen wollen um Zeit zu schinden, weil sie noch nicht entschieden haben, was sie nach dem Abitur machen sollen.

    Wer wirklich studieren will und sich über seine Zukunft Gedanken macht, nimmt die knapp umgerechnet 120 Euro im Monat in Kauf. Denn mehr ist es nicht, was man an Studiengebühren und Sozialabgaben zahlen muss. Und ich bin bereit, dies aus eigener Tasche zu tun, um dafür ein besseres Studium und einen besser ausgestatteten Campus zu erhalten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    120 Euro im Semester - das war mein Semesterbeitrag als ich begonnen habe zu studieren.

    Ich bezahle jetzt konkret 680€ halbjährlich inklusive Studiengebühren. So sieht die Realität aus. Von den Studiengebühren selbst habe ich aufgrund der Organisation der Finanzierung selbst nur wenig Vorteile bekommen. Es wurden davon teilweise sehr viele teure Geräte angeschafft, die uns nur einmalig in einzelnen Praktika zugute gekommen sind. Ein großer Teil ist für Tutorien (Nachhilfestunden) gesetzlich vorgesehen geregelt, von denen ich auch nichts mehr hatte und die zumindest in meinem Studiengang auch nur bedingt sinnvoll sind. Bei uns erweckt es eher den Eindruck dass man eher nicht weiß wohin mit dem Geld. Es wäre also wichtig, dass die Verteilung besser geregelt wird.
    Die Einzigen, die wirklich deutlich von dem ganzen Geschäft profitieren sind die Landesbanken, bei denen ich zum Beispiel bereits jetzt für meinen Berufsanfang einen Schuldenberg von über 4000€ angesammelt habe. Meine Eltern können das nicht finanzieren. Für Bafög war das Einkommen dennoch zu hoch. Studiengebühren SIND sozial ungerecht, denn ich habe es eindeutig deutlich schwerer als die Kinder wohlhabender Eltern. Andere Länder haben diese soziale Ungerechtigkeit zwar auch - jedoch bleibt fraglich, ob man sich das zum Vorbild nehmen muss.

    120 Euro im Semester - das war mein Semesterbeitrag als ich begonnen habe zu studieren.

    Ich bezahle jetzt konkret 680€ halbjährlich inklusive Studiengebühren. So sieht die Realität aus. Von den Studiengebühren selbst habe ich aufgrund der Organisation der Finanzierung selbst nur wenig Vorteile bekommen. Es wurden davon teilweise sehr viele teure Geräte angeschafft, die uns nur einmalig in einzelnen Praktika zugute gekommen sind. Ein großer Teil ist für Tutorien (Nachhilfestunden) gesetzlich vorgesehen geregelt, von denen ich auch nichts mehr hatte und die zumindest in meinem Studiengang auch nur bedingt sinnvoll sind. Bei uns erweckt es eher den Eindruck dass man eher nicht weiß wohin mit dem Geld. Es wäre also wichtig, dass die Verteilung besser geregelt wird.
    Die Einzigen, die wirklich deutlich von dem ganzen Geschäft profitieren sind die Landesbanken, bei denen ich zum Beispiel bereits jetzt für meinen Berufsanfang einen Schuldenberg von über 4000€ angesammelt habe. Meine Eltern können das nicht finanzieren. Für Bafög war das Einkommen dennoch zu hoch. Studiengebühren SIND sozial ungerecht, denn ich habe es eindeutig deutlich schwerer als die Kinder wohlhabender Eltern. Andere Länder haben diese soziale Ungerechtigkeit zwar auch - jedoch bleibt fraglich, ob man sich das zum Vorbild nehmen muss.

  4. ... garantiert leider nicht mehr Bildungserfolge. Es garantiert aber mit Sicherheit mehr Schulden. Wenn man hier nicht genau hinsieht, (und das möchte die neue rot/grüne Regierung nicht) erliegt man nur seinen ideologisch motivierten Wunschvorstellungen. Studiengebühren in begrenztem Umfang machen für mich durchaus Sinn.

  5. ...waren zu 100% tauglich, vernünftig zu studieren. Der Studienerfolg hängt nunmal auch zu 99% vom Studenten selbst ab. Die Lernarbeit findet zu Hause statt.

    Ich kann das Märchen von den "besseren" Unis durch die Studiengebühren nicht mehr hören.

    Praktisch sieht es so aus, dass die Studenten aus den nicht so gut betuchten Familien es schwerer haben. Man sollte Lernwillige nicht durch Studiengebühren ausbremsen. Die Finanzierung eines Studiums muss sollteattraktiv gestaltet sein, dann muessen wir auch keine ausländischen Fachkräfte anwerben. Was ich allerdings für richtig halte sind Studiengebühren für AUsländer - wieso sollen wir Ausländern von unseren Steuern das Studium finanzieren?

    • cicada
    • 01.09.2010 um 9:48 Uhr

    Das klingt echt gut! Dann kann man sich wneigstensneu orientieren und vorallem ist es wirklich menschen ohne reichtum moeglich sich weiter zu entwickeln bzw. sich selbst zu foerden und den wunsch wahr zu machen. Ohne sich zu verschulden. Gut ! Das klingt alles so positiv, ich vermisse den Haken - soll es ihn wirklich nicht geben?!
    cicada

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und wenn das Land sich dafür verschuldet, ist das kein Problem?

    Und wenn das Land sich dafür verschuldet, ist das kein Problem?

  6. Ein kleiner Tipp an die Landesregierung in NRW. Sollte die Opposition sagen, dass man den Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren nicht doch noch mal überdenken sollte, dann auf jeden Fall überprüfen, ob das angegebene Datum auch stimmt. ;)

  7. @ salvation777

    niemand will mehr auf die services und angebote an den unis mit stud.gebühren verzichten.

    und es gibt kein land, das studiengebühren NUR von ausländern erhebt.

    aber:
    wieso lassen wir ausländer überhaupt zum studium in deutschland zu?
    sie könnten ja hierbleiben und ausländische fachkraft werden!!
    dann würden sie einem ECHTEN deutschen wie ihnen den arbeitsplatz weg nehmen!
    ne, das is ganz schlecht für die intelligenz hierzulande...

    *ironieoff*

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "niemand will mehr auf die services und angebote an den unis mit stud.gebühren verzichten."

    Wie kommen Sie dazu für alle anderen Studierenden die Meinung vorwegzunehmen? Welche "Services" sollen das denn sein? Es interessiert mich auch nicht wie das andere Länder machen - Studiengebühren bevorteilen Besserverdiener, egal wo.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf xenophobe Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    "niemand will mehr auf die services und angebote an den unis mit stud.gebühren verzichten."

    Wie kommen Sie dazu für alle anderen Studierenden die Meinung vorwegzunehmen? Welche "Services" sollen das denn sein? Es interessiert mich auch nicht wie das andere Länder machen - Studiengebühren bevorteilen Besserverdiener, egal wo.

    [...]

    Bitte verzichten Sie auf xenophobe Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service