Sind die laufenden Projekte zur Verbesserung der Lehre sicher?
Kunsthochschul-Kanzler Simons freut sich darauf, bald mit den Studenten darüber zu beraten, wie das Geld eingesetzt werden soll. Man wolle die Studenten in ähnlicher Weise einbinden, wie die Uni es tun müsste, wenn Gelder aus Studiengebühren zu verteilen wären. "Wir sind eine kleine Uni mit nur 330 Studenten. Uns fällt das nicht schwer."
Uni-Rektor Freimuth hat noch Bedenken, dass die erzielten Verbesserungen in der Lehre außer Gefahr sind. Zum einen wird seine Hochschule weniger Geld bekommen als zuvor aus den Studiengebühren. "Ich denke zwar nicht, dass das signifikant weniger sein wird. Aber natürlich wird den größten Unis jetzt auch das meiste Geld wieder abgezogen."
Mehr Sorgen bereitet ihm die Kapazitätsverordnung. Stellt eine Hochschule einen Professor mehr ein, muss sie auch eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Studienplätze bereitstellen. Zwar sieht der Gesetzentwurf vor, diese Regelung bei den Kompensationszahlungen auszusetzen. Aber Freimuth bleibt skeptisch. "Kommt das nicht so, ist uns mit dem Geld nicht geholfen. Dann können wir damit keine zusätzlichen Lehrkräfte bezahlen."
Vor Nordrhein-Westfalen haben bereits Hessen und das Saarland Studiengebühren wieder abgeschafft. In Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg ist das Studium weiterhin kostenpflichtig.
- Datum 03.09.2010 - 15:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Besonders in NRW haben Studierende trotz der hohen Gebühren ein umfassendes Mitbestimmungsrecht durch die Studiengebühren. An der RWTH Aachen kann beispielsweise kein Cent aus Studiengebühren ausgegeben werden, ohne dass ein entsprechendes Gremium zustimmt, in welchem die Studierenden die absolute Stimmmehrheit haben.
Es wäre wünschenswert, wenn auch in Zukunft die Gebühren über diese Gremien verteilt würden. Die Studierenden können nämlich am besten beurteilen, ob gewisse Maßnahmen wirklich der Verbesserung der Lehre dienen. Das spart letzlich jedem Steuerzahler Geld. Es gilt zu verhindern, dass die Universitäten das jetzt wieder selbst in die Hand nehmen und (mal wieder) selbstverständliche Leistungen wie Heizkosten über diese neuen Gelder abgewickelt werden.
Immerhin sind die Gelder laut Gesetzesentwurf ebenfalls zweckgebunden. Es bleibt zu hoffen, dass die Unis hier keine krumme Tour versuchen und die Mitbestimmung wieder abschaffen.
Das Problem ist einfach, dass die entsprechenden Politiker (CDU, FDP) es verpasst haben, die Argumente, die FÜR Studiengebühren sprechen, öffentl. einzubringen. Nun haben eben diejenigen die Debatte geführt, die am lautesten schreien. Wo waren die TV-Talkshows und Zeitungsberichte zum Thema Studiengebühren Argumente und Daten "pro & Contra?"
Falls valide Zahlen vorliegen, dass vor Einführung (und nach Abschaffung) der Studiengebühren mehr sog. Bildungsferne studieren, will ich der rot-grünen Regierung ihr Argument ja gerne glauben. Trotzdem wird es einfach frustrierend, wenn hier Finanzierung letztlich nur auf Pump betrieben werden sollte - war da nicht mal was mit Raus aus den Staatsschulden?
Das Problem an der schwarzweiß statt schwarzgrün geführten Debatte ist, dass sie sich kaum über den eigenen ideologischen Graben hinaus wagen brauchte. Dass Studierende zu ihrer Ausbildung einen Beitrag leisten, ist im Prinzip völlig angemessen und international die Regel.
Falls Studiengebühren unsozial sind, wäre die logische Konsequenz nicht, sie einfach loszuwerden, sondern darüber nachzudenken, wie man sie sozialer machen kann. Warum soll sich der Beitrag z.B. nicht nach dem soz. Hintergrund richten? warum sollen alle Studiengänge gleich viel bezahlen? Die Ausbildung des Physikers ist teurer als die des Linguisten und eröffnet ihm zudem später mehr Verdienstmögilchkeiten.
Für diese Debatte war man wohl zu faul. Jetzt hat letztlich der Steuerzahler das Problem an der Backe.
Das suggeriert doch, dass das Land NRW mit den eingenommenen Steuergeldern die Ausgaben für Unis bezahlen könnte.
Tatsächlich werden diese Ausgaben natürlich durch neue Schulden finanziert. Das Land NRW hat bereits ca. 120 Milliarden Schulden.
Die 37 Milliarden Steuereinnahmen in 2010 werden bereits heute zu 75% für Verwaltung, Personal und Zinsen ausgegeben. Der Investitionsanteil von 5.5 Milliaren ist verschwindend gering (kleiner als die Nettokreditaufnahme). Das heißt die Kinder zahlen für den Konsum von heute, nicht für Güter, die ihnen morgen noch zur Verfügung stehen.
Die Nettokreditaufnahme beträgt ohne Studiengebühren bereits 6.6 Milliarden. Da kommt jetzt also noch eine Viertelmilliarde oben drauf.
Ich kann da nur alle Studierende vor falscher Freude bewahren. Sie dürfen das sobald sie arbeiten zurückzahlen. Progression und Zinsen werden dafür sorgen, dass sie am Ende wahrscheinlich wesentlich mehr für ihre Ausbildung bezahlen.
Strengen Sie sich an, wir brauchen ihre starken Schultern.
ausserhalb der vernünftigen Reihe.
Mit Speck fängt man Mäuse und wenn man viele viele hochqualifizierte Akedamiker haben möchte sollte man mit der Steuern- und Abgaben-"Wegelagerei" doch bitte bis nach dem erfolgreichen Studienabschluss und (erfolgreichem?) Berufseintritt warten. Und nicht schon versuchen während des Studiums die Studenten zu melken.
Solche Schüsse gehen bekanntlich immer nach hinten los.
ausserhalb der vernünftigen Reihe.
Mit Speck fängt man Mäuse und wenn man viele viele hochqualifizierte Akedamiker haben möchte sollte man mit der Steuern- und Abgaben-"Wegelagerei" doch bitte bis nach dem erfolgreichen Studienabschluss und (erfolgreichem?) Berufseintritt warten. Und nicht schon versuchen während des Studiums die Studenten zu melken.
Solche Schüsse gehen bekanntlich immer nach hinten los.
ausserhalb der vernünftigen Reihe.
Mit Speck fängt man Mäuse und wenn man viele viele hochqualifizierte Akedamiker haben möchte sollte man mit der Steuern- und Abgaben-"Wegelagerei" doch bitte bis nach dem erfolgreichen Studienabschluss und (erfolgreichem?) Berufseintritt warten. Und nicht schon versuchen während des Studiums die Studenten zu melken.
Solche Schüsse gehen bekanntlich immer nach hinten los.
Hallo Frank 12 13
Falls ich mich nicht im Land täusche, hatte dort vor kurzem die Regierung gewechselt.
Frau Kraft muss jetzt erst einmal ihre Wahlversprechen einhalten. Und da Bildung ganz oben stand, auf ihrer Liste, ist das eine klare Konsequenz, das kann man sogar verstehen.
Was machen da die leppischen, was schrieben Sie da 120 Mrd. , die fehlen?
Da kann man doch in allen Städten, wie in Düsseldorf, die Stadtwerke verkaufen.
Wenn sich dann alle wundern, warum es soviel Atomenergie gibt, ist zumindest das Studienproblem gelöst, oder verändert.
Sie verunsichern nur die Studenten, mit Ihren Zahlen.
Aber recht haben Sie natürlich.
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