Studienfinanzierung Bafög steigt auf maximal 670 Euro
Der monatelange Streit ist beendet: Bafögempfänger bekommen zwei Prozent mehr und es steigt die Altersgrenze, damit es auch beim Masterstudium noch Geld gibt.
Die Erhöhung der Ausbildungsbeihilfe Bafög ist beschlossen. Der Bundesrat stimmte dem Vorhaben am Donnerstag zu. Hunderttausende Schüler und Studenten erhalten damit rückwirkend zum 1. Oktober mehr Geld.
Im Durchschnitt steigt die Ausbildungsbeihilfe um zwei Prozent – das sind 13 Euro im Monat. Der Höchstsatz beträgt statt bisher 648 nun 670 Euro monatlich. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat den Weg dafür frei gemacht.
Die Anhebung kostet insgesamt rund 500 Millionen Euro. Davon wird der Bund wie bisher zwei Drittel tragen, die Länder übernehmen ein Drittel. Die finanziell gebeutelten Länder hatten um mehr Mittel gepokert . Bildungsministerin Annette Schavan war ihnen dann entgegengekommen. Die CDU-Politikerin sicherte den Universitäten zu, für deren Forschungsprojekte zusätzliches Geld in Höhe von jeweils 130 Millionen Euro pro Jahr bereitzustellen.
Die Bafög-Novelle sieht außerdem vor, dass die Elternfreibeträge um drei Prozent auf 1605 Euro steigen. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren wird auf 35 Jahre angehoben, wenn ein Masterstudiengang absolviert wird. Auf diese Weise sollen Bachelor-Absolventen auch dann staatliche Förderung bekommen, wenn sie nach längerer Berufserfahrung weiterstudieren. Schavan sagte, damit erweitere sich der Kreis der Bafög-Empfänger um 50.000 bis 60.000 Studenten. Im vergangenen Jahr erhielten rund 870.000 Schüler und Studenten Bafög.
Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie forderte den Bund auf, Länder und Kommunen stärker bei der Finanzierung von Bildungsaufgaben zu unterstützen. "Wir brauchen Klarheit über die künftige Bildungsfinanzierung in Deutschland", sagte er. Wenn das Ziel, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung auszugeben, ernst gemeint sein solle, müssten Länder und Kommunen finanziell besser ausgestattet werden. Denn die Länder seien in Zukunft verpflichtet, keine neuen Schulden mehr zu machen.
Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich unzufrieden mit dem Kompromiss zur Bafög-Erhöhung. Es sei nur eine "Scheinkompensation" für die Länder ausgehandelt worden, sagte sie am Rande der Bundesratssitzung.
- Datum 15.10.2010 - 12:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 6
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"Im Durchschnitt steigt die Ausbildungsbeihilfe um zwei Prozent – das sind 13 Euro im Monat. Der Höchstsatz beträgt statt bisher 648 nun 670 Euro monatlich."
13 EUR mehr als 648 sind 661 EUR - wie also kommt man auf 670 EUR als neuen Höchstsatz?
Liegt das an der künftigen Pauschalierung bei der Miete, bei dem der bislang nachweispflichtige Zuschlag für besonders hohe Wohnkosten automatisch einbezogen wird?
Fände es schön wenn zumindest DIE ZEIT Zahlen veröffentlichen würde, die sich auch mathematisch nachvollziehen lassen...
Der Durchschnittsempfänger erhält statistisch 13 € mehr als zuvor, das bedeutet nicht das jeder wirklich diesen Betrag mehr erhält. Mancher bekommt mehr, mancher dreht eine Nullrunde=statistisches Mittel 13€.
Daher ist dies auch unabhängig von der Anhebung des Spitzensatzes.
Der Durchschnittsempfänger erhält statistisch 13 € mehr als zuvor, das bedeutet nicht das jeder wirklich diesen Betrag mehr erhält. Mancher bekommt mehr, mancher dreht eine Nullrunde=statistisches Mittel 13€.
Daher ist dies auch unabhängig von der Anhebung des Spitzensatzes.
Wow 648 Euro...
Kenne keinen einzigen Studenten, der wirklich soviel Geld bekommt... das höchste der Gefühle ist 600 Euro (extrem selten) und davon gehen ca 60 Euro alleine für Krankenversicherung drauf. Wenn ich dann an den halbjährlichen Semesterbeitrag von über 200 Euro denke...
Aber immerhin gibt es endlich mal eine Erhöhung.
Der Durchschnittsempfänger erhält statistisch 13 € mehr als zuvor, das bedeutet nicht das jeder wirklich diesen Betrag mehr erhält. Mancher bekommt mehr, mancher dreht eine Nullrunde=statistisches Mittel 13€.
Daher ist dies auch unabhängig von der Anhebung des Spitzensatzes.
Hallo,
an den Zahlen im Bericht ist so einiges faul.
Eine Erhöhung des Bafögs um durchschnittlich 13€ macht bei 870 000 Empfängern ca. 10 mio Mehrkosten aus dazu kommen noch die 50 000 mehr Empfänger mit maximal 670€ was nochmals ca. 33 mio ausmachen würde. Folgliche Kosten der Bafög-Erhöhung wären etwa 43 mio und nicht 500 mio.... kann mir das bitte jemand erklären? oder kosten die ganzen Sitzungen die diese Erhöhung beschlossen haben ca. das 10-Fache als die Erhöhung "wert" ist?
Was auch nicht stimmen kann: Durchschnittlich 2% mehr, das entspricht 13€. 2% des aktuellen höchstsatzes sind ca. 13 € ... folglich würden ALLE Bafög-Empfänger den Höchstsatz bekommen.
Ich bitte darum, dass Zahlen bei der Zeit etwas genauer überprüft werden. Ich lasse mich auch gerne als Nachrechner einstellen (Kontakt bitte per E-Mail)
viele Grüße
Martin
Hallo,
an den Zahlen im Bericht ist so einiges faul.
Eine Erhöhung des Bafögs um durchschnittlich 13€ macht bei 870 000 Empfängern ca. 10 mio Mehrkosten aus dazu kommen noch die 50 000 mehr Empfänger mit maximal 670€ was nochmals ca. 33 mio ausmachen würde. Folgliche Kosten der Bafög-Erhöhung wären etwa 43 mio und nicht 500 mio.... kann mir das bitte jemand erklären? oder kosten die ganzen Sitzungen die diese Erhöhung beschlossen haben ca. das 10-Fache als die Erhöhung "wert" ist?
Was auch nicht stimmen kann: Durchschnittlich 2% mehr, das entspricht 13€. 2% des aktuellen höchstsatzes sind ca. 13 € ... folglich würden ALLE Bafög-Empfänger den Höchstsatz bekommen.
Ich bitte darum, dass Zahlen bei der Zeit etwas genauer überprüft werden. Ich lasse mich auch gerne als Nachrechner einstellen (Kontakt bitte per E-Mail)
viele Grüße
Martin
Hallo,
an den Zahlen im Bericht ist so einiges faul.
Eine Erhöhung des Bafögs um durchschnittlich 13€ macht bei 870 000 Empfängern ca. 10 mio Mehrkosten aus dazu kommen noch die 50 000 mehr Empfänger mit maximal 670€ was nochmals ca. 33 mio ausmachen würde. Folgliche Kosten der Bafög-Erhöhung wären etwa 43 mio und nicht 500 mio.... kann mir das bitte jemand erklären? oder kosten die ganzen Sitzungen die diese Erhöhung beschlossen haben ca. das 10-Fache als die Erhöhung "wert" ist?
Was auch nicht stimmen kann: Durchschnittlich 2% mehr, das entspricht 13€. 2% des aktuellen höchstsatzes sind ca. 13 € ... folglich würden ALLE Bafög-Empfänger den Höchstsatz bekommen.
Ich bitte darum, dass Zahlen bei der Zeit etwas genauer überprüft werden. Ich lasse mich auch gerne als Nachrechner einstellen (Kontakt bitte per E-Mail)
viele Grüße
Martin
Erwähnt sei, dass bei Studenten die Hälfte nach dem Studium zurückgezahlt werden muss. Und um gleich zu kontern: Schlecht angelegt ist Geld in Bildung nie.
Was das eigentlich interessante am Bafög der neueren Zeit ist, mag die gleichzeitige Verbindung mit Vorgaben zu sein, wie das Studium geleistet werden muss. In das System vom Bachelor ist zugleich eine radikale Verschärfung der Studienbedingungen hinein gelegt worden. Dazu gehört mit am deutlichsten, dass sobald die vom Bafögamt in der bestimmten Zeit geforderten Leistungen/Arbeiten nicht erreicht wurden, das Geld erst einmal ausgesetzt wird!
Nun kann sich vielleicht nicht jeder vorstellen, was dass bedeuten kann. Aber der ein oder andere schon. Ist die Leistung nachgeholt, wird das Geld nach gezahlt. Von daher ist das Bafög mittlerweile keine Leistung mehr die Freiheit gibt zu studieren, sondern die exakte Vorgaben macht wie studiert werden soll. Mit mitunter verheerenden Auswirkungen.
Natürlich sind das alles Gründe weshalb für viele das Studium wie ein Aufenthalt in einer Zuchtanstalt erscheint. Mit von vom Bafögamt vorgegebenen Bedingungen. Realiter aber einen Geist an die Hochschulen trägt, der mit Freiheit nichts gemeinsam hat.
Es verstärkt den Stress und die ohnehin schon verbreitete Methode des irgendwie "Fertig werden", die einer sorgfältigen, ruhigen und mit der eigenen Persönlichkeit verbundenem Schriftstück ferne ist.
Ich habe noch gar nicht von der Situation der über 30jährigen gesprochen, die vom Baföganspruch mehrheitlich ausgeschlossen werden.
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