Hochschulen Schavan will Andrang an den Hochschulen abfedern
Die Wehrreform wird viele zusätzliche Studenten an die Unis bringen. Bildungsministerin Schavan kündigte nun einen Vorschlag an, um das Kapazitätsproblem zu lösen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan will den Hochschulen helfen, den wegen der Bundeswehrreform erwarteten Studenten-Andrang zu bewältigen. "Wenn die Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 ausgesetzt wird, muss der Hochschulpakt weiterentwickelt werden. Wichtig ist, dass wir Studienbewerber nicht in die Warteschleife schicken", sagte die CDU-Politikerin der Süddeutschen Zeitung . Dazu wolle sie gemeinsam mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg einen Vorschlag machen.
Im Hochschulpakt haben Bund und Länder einen Ausbau der Hochschulen vereinbart. Bis 2015 sollen insgesamt 275.000 Studienplätze geschaffen werden. Dabei ist die Wehrreform bislang nicht berücksichtigt. Jetzt müsse überdacht werden, wie dieser schon abgeschlossene Pakt erweitert werde, sagte Schavan. Schon die bislang geplanten Studienplätze gelten als zu wenig. Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie prognostiziert, dass die Plätze des Hochschulpaktes den Bewerberzahlen nicht gerecht werden.
Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) forderte, der Bund solle nach dem Verursacherprinzip die Kosten für zusätzliche Studienplätze übernehmen. Hochschulen und Kultusminister rechnen mit einem Andrang von 40.000 bis 60.000 zusätzlichen Studienbewerbern im kommenden Jahr, wenn die Wehrpflicht und der Zivildienst entfallen. Je Student werden 26.000 Euro berechnet, die sich das Land und der Bund teilen. Heubisch verwies zudem darauf, dass im Jahr 2011 der Andrang an den Hochschulen auch wegen der verkürzten Gymnasialzeit besonders groß sein werde. In Bayern und Niedersachsen verlassen 2011 zwei Abiturjahrgänge die Schulen.
- Datum 24.11.2010 - 08:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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....Studienplätze. Da braucht man in die nachhaltig fallenden Geburtenjahrgänge keine Kapazitätsausweitung, zumal die Qualität des Studiums einer "auf die Schnelle" Lösung weder gegenüber den Studenten noch dem Steuerzahler fair wäre. Man braucht kleinere bessere Unis und nicht grössere aber schlechtere. Den vorübergehenden Engpass kann man ausgleichen indem man die Studenten ins Ausland schickt.
Sie wollen mehr Plätze schaffen aber gleichzeitig den Hochschulen Gelder streichen?
Das ergibt keinen Sinn....
Kann das mal wer erklären ?
BWL ist eine total überlaufene Studienrichtung mit eingebauten Schein fürs Taxifahren.
Soviele BWL er braucht kein Land. Aber es ist eines der einfachen Studien ohne besondere geistige Anforderungen.
Gruß
hthswa
Nach Lesen der Titelzeile war ich richtig gespannt. Ein Vorschlag von Schavan! Sollte sie tatsächlich endlich einmal etwas Tolles zu sagen haben?
Nun, der Artikel klärt mich dann auf. Nein, sie hat natürlich wieder keine Nachricht. Außer die politiküblichen Absichtsbekundungen, die als scheinbare Gebote formuliert werden.
Wieso aber dann eine Nachricht, ein Artikel dazu? Sind wir so entwöhnt, dass uns jetzt schon Absichtserklärungen - hier, dass sie einmal mit Guttenberg reden wolle (und ich verstehe nicht einmal, was der Verteidigungsminister noch dazu zu sagen hätte!) - genügen?
Es gibt immer noch die eine Nachricht, die aber in dieser Weise gerade nicht verbreitet wurde. Die Regierung beschloss etwas und nun wird es umgesetzt, ohne dass die Verantwortlichen an irgend welche Folgen dachten. Wo war denn Schavan, als sie ihre Kollegen hätte warnen müssen? Wo war ihr Einspruch bei den Haushaltsdebatten?
Absurd wird es, wenn dann noch den Menschen mit solchen Schlagzeilen weiß gemacht werden soll, dass die Politik irgend eine Lösung für ihr selbstgemachtes Problem bis Mitte nächsten Jahres finden könnte. Keine Warteschleife, ruft Schavan - und macht was? Leerstehende Grundschulen zu Universitäten umdeklarieren, Arbeitslose als 1-Euro-Jobber-Dozenten einstellen?
Lächerlich! Wie die gesamte Bildungspolitik seitdem ich sie kennen lernte.
fuer ein Land wie D. Ihre Politik ist verheerend, mehr Ignoranz, Fehlplanung und Inkompetenz findet man nur selten.In einem Land wie D, ohne Bodenschaetze, mit einer rapide sinkenden Bevoelkerung, muss der "Rohstoff" Mensch allerhoechste Prioritaet erhalten. Ausbildung und Weiterbildung muessen weit hoeher gefoerdert werden, will das Land den Wohlstand bewahren und ausbauen, braucht es die besten Koepfe. Wer sich die Unis und Schulen genau anschaut muss geschockt sein - unertraegliche Zustaende allerorten, so kann es nicht weitergehen. Die OECD Zahlen sprechen entgegen allen Beteuerungen eine klare Sprache, so um den Platz 25 wird D dort gehandelt, wenn es um die Investitionen in Bildung geht - ein Armutszeugnis. Frau Schavan kann es nicht, bitte schnell auswechseln. Ihr jetziger Vorschlag zeigt erneut wie ungeeignet sie ist.
Herr Kauder (CDU) sagte im Bundestag: "in allen Tageszeitungen können sie lesen ,wieviel in der Bildungspolitik geleistet wurde"!
Ja guter Mann, so macht man sich lächerlich, vorallem wenn man glaubt eine Tageszeitung hat immer Recht.
Wenn man bedenkt, dass die grundsätzlichen Strukturen (Gebäude, Labore, Bibliotheken, ...) bereits vorhanden sind, dann entsprechen 26.000 Euro pro Student ziemlich genau den Lohnkosten für einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter pro Student (siehe Tabellengehalt TVL E13, natürlich auf einer halben Stelle wie gemeinhin üblich).
hatte ja ursprünglich gefordert den Termin der Aussetzung der Wehrpflicht (01.07.2011) evtl. nach hinten zu verlegen da wegen dem doppelten Abiturienten-Jahrgang ohnehin ein verstärkter Andrang an den Unis und FHs zu erwarten sei.
Ja das ist kein Witz ! Auch wenn es beim näheren Hinschauen leicht als solcher entlarvt werden kann.
Ich habe diesen Vorschlag dahingehend interpretiert, dass die jungen Männer ruhig noch etwas länger den (auch von der Museums-Partei CDU mittlerweile als sinnlos betrachteten)Männer-Zwangsdienst leisten könnten, damit sichergestellt werden kann, dass 2 Jahrgänge weiblicher Abiturienten ohne Verzögerung ihr Studium beginnen können.
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