Soziale Verantwortung Wie die Unis helfen lernen

Lehre und Forschung sind Alltag an den Unis. Das Für- und Miteinander kommt dabei häufig zu kurz. Ein Wettbewerb zeichnete nun Unis für Projekte im sozialen Bereich aus.

"Dank der Vereinten Nationen gibt es ein Recht auf kindgemäße Information", sagt Oliver Emde, Lehramtsstudent an der Universität Kassel. "Das wollen wir in unserer Stadt durchsetzen." Deshalb betreut er mit einem Team von angehenden Pädagogen ehrenamtlich ein Medienprojekt von und für Gymnasiasten. Mittelstufenschüler entwickeln als "Kinderreporter" (oder hochtrabender: Bürger-Journalisten) eine Internetplattform, die den Jüngeren politische Themen aus ihrer Umgebung vor Ort näher bringen soll.

"Wir interviewen beispielsweise alle Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im März", sagt Emde. Mit den Erfahrungen aus der Praxis schreibt er jetzt auch seine Examensarbeit. Im kommenden Sommersemester soll parallel ein interdisziplinäres Seminar für angehende Sozialarbeiter stattfinden, in dem die Teilnehmer für ihren Bachelor-Abschluss punkten können. Das bisherige Ehrenamt wird so ins normale Studium eingebunden.

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Für dieses und ähnliche Projekte erhält die Uni für die nächsten zwei Jahre vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und der Mercator Stiftung die satte Hilfe von 190.000 Euro. Kassel gehört zu insgesamt sechs Siegern im Wettbewerb Mehr als Forschung und Lehre, an dem bundesweit 78 Hochschulen teilnahmen. "Wir wollen fördern, was Professoren und Studierende außer exzellenten Forschungsergebnissen und ausgezeichneter Lehre sonst noch bieten können und sollten", sagt Gunter Friedrich von der Mercator Stiftung, "nämlich gemeinnütziges Engagement im konkreten gesellschaftlichen Umfeld".

Neben Kassel und mit dem gleichen Förderbetrag werden Musterbeispiele der Unis in Augsburg, Duisburg-Essen und Friedrichshafen, der Fachhochschule Dortmund und ein Verbund der FH München mit den örtlichen Unis ausgezeichnet.

Der soziale Grundgedanke fällt bei der FH Dortmund besonders ins Auge. In der Nordstadt, einem sozialen Brennpunkt mit vielen Zuwanderfamilien, werben die Studierenden Jugendliche für die Hochschulbildung. Sie gehen dafür in Schulen und betreiben ein eigenes Stadtteilbüro. Damit schließt die FH an gute Vorbilder von außen an. So lädt die Zeit-Stiftung seit Jahren in mehreren Großstädten zum Schülercampus ein, um den begabten Nachwuchs aus Zuwandererfamilien speziell für den Lehrerberuf zu gewinnen.

Leser-Kommentare
  1. Selber schuld, wer den Kapitalismus nicht versteht. Damit wird alles nur noch schlimmer.

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  2. Freier Autor

    Zu Kmmentar 1: Es geht hier eben nicht um soziales Engagement außerhalb der Hochschule, sondern im Lehrangebot selbst.
    Dass bürgerliches Engagement, Philanthropie vielmehr eine zweckmäßige und sinnvolle Ergänzung der "eigennützigen" Privatwirtschaft ist, haben schon vor mehr als hundert Jahren US-Unternehmer ("Kapitalisten") mit ihrem Stiftungen erkannt; zum Service Learning siehe jetzt etwa die Pres. Carter-Stiftung http://www.c2pf.org/.

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  3. Lassen Sie uns doch bitte mit Ihren unqualifizierten Ergüssen in Ruhe. Außer destruktivem Geschreibsel habe ich noch nichts Erhellendes von Ihnen .

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