Studieren im Netz erfordert mehr Disziplin
So verzeichnete die Universität in den vergangenen zwei Jahren gut 10 Millionen Downloads auf iTunes U, der Bildungsabteilung des Apple iTunes Store. Nach der Open University steht die LMU München damit in Europa auf dem zweiten Platz. "Wir nutzen die Plattform, um spannende Forschungsprojekte und aktuelle Ereignisse vorzustellen sowie um allgemeine Informationen über die Uni und ihre Lehrinhalte bereitzustellen", sagt Kathrin Bilgeri, Redakteurin für internationale Kommunikation an der LMU.
So lässt die Uni etwa Vorlesungen mitschneiden, die sie für das "Learning to go" kostenlos zum Download zur Verfügung stellt. "Vor allem im Bereich der Natur- und Sozialwissenschaften werden diese Beiträge in der Lehre eingesetzt und von Studierenden angefragt", sagt Bilgeri. Medizinstudenten können sich zum Beispiel Videos von Blutabnahme- oder Nahttechniken in der Chirurgie zu Hause ansehen. Und Physikstudenten können im Podcast Versuche in größerer Detailgenauigkeit beobachten als im Hörsaal.
"Unser Portal unterscheidet sich zudem von vielen anderen darin, dass wir neben Lehrfilmen und Podcasts zur Forschung auch das bunte Leben der Universität darstellen", sagt Bilgeri. So gibt es zum Beispiel monatlich den Podcast eines Poetry Slammers, der das Studentenleben unter die Lupe nimmt. Bei den Studenten komme das sehr gut an, sagt Bilgeri.
Mit ihren Ideen und der Präsenz in der Forschungsberichterstattung erreicht die LMU europaweit neue Zielgruppen. Natürlich geht es dabei um Marketing. "Die Hochschulen stehen zunehmend im Wettbewerb miteinander. Mit den richtigen Web-2.0-Angeboten, als Instrumente eines gezielten Hochschulmarketings, können sie auf sich aufmerksam machen und Studierende an sich binden", sagt Göcks. Schultz sieht das ähnlich: "Web 2.0 kommt nicht nur den Studierenden zugute, sondern kann auch dem Image der Hochschulen dienen."
Bloß eins lässt sich nicht von der Hand weisen: Das virtuelle Studium erfordert mehr Disziplin. "Studierende sind zwar zeitlich flexibler, müssen sich dann aber auch zusammenreißen, um nachts nach ihrem Kellnerjob noch etwas zu machen", sagt Schultz. Hinzu komme, dass es mitunter anstrengender ist, einem 45 Minuten langen Podcast zu folgen als vor Ort zu lernen. "Im Seminar lernt man intensiver, denn das Unmittelbare regt mehr an als ein Bildschirm", sagt Schultz.
So sperren sich Dozenten auch nicht selten dagegen, die Inhalte ihrer Vorlesungen online zu stellen, das sei aber nur natürlich. "Viele Professoren sind mit pädagogischen und didaktischen Konzepten aufgewachsen, die man nicht einfach über Bord werfen kann und auch nicht aufgeben sollte", sagt Göcks. Die traditionelle Lehre zu ersetzen, sei allerdings auch nicht die Aufgabe von Social Bookmarking und Wikis. "Mit ihnen soll die Lehre vielmehr angereichert und neue didaktische Szenarien ermöglicht werden."
Viele junge Lehrende setzen neue Techniken bereits selbstverständlich ein. Wer sich für neue Formen interessiere, kann meist Unterstützung von der Hochschule oder eigenen Serviceeinrichtungen bekommen. Doch welche Tools wahren Nutzen bringen, wird sich erst noch herausstellen. Indem die Unis, Dozenten und Studenten sie gemeinsam erproben.
- Datum 07.03.2011 - 13:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Web 2.0 kommt nicht nur den Studierenden zugute, sondern kann auch dem Image der Hochschulen dienen."
Für mich zeigt sich das Image einer Uni, wie gut die Kommunikation zwischen Studenten, Dozenten, Professoren, der Hochschulleitung, der Fachschaft und vielen weiteren Komponenten funktioniert. Web 2.0 ist ein Werkzeug, ein Baustein, was genau dies verbessern soll. Eine Uni mit guter Kommunikation ist eine mit einem guten Image.
Zur LMU:
Mit dem LSF, Uniworx und vielen selbstgekochten Vorlesungswebseiten steht den Studenten zu Beginn jedes Semesters eine Google-Orgie bevor. Der Raumplan besteht aus vielen >2MB pdf Dateien.
An einer so großen Uni ist die Organisation doch das A und O. Da helfen die (wirklich hervorragenden) Podcasts und Vorlesungsmitschnitte nichts, wenn man nur durch Zufall (für dieses oder jenes Fach) von ihnen erfährt oder sie durch aufwendiges Suchen findet.
Bei uns an der Uni gibt es einmal das HisLSF; Darin werden die Veranstaltungen gebucht, alles per Mausklick.
Es hat sich dennoch seit früher nicht verändert. Gewisse Zeiten sind sehr beliebt bei Studenten und so kommt es, dass es eher ein Zufall ist, inwieweit man seine Buchungen auch bekommt.
Auf der anderen Seite gibt es dann Semesterapparate sowie das ILIAS. Damit kann man z.B. Dateien zu den Veranstaltungen direkt bekommen. Das System ist bisher sehr vernünftig, nur wird es wenig genutzt. Es ist aber dennoch ausbaufähig, und die Übungen die angeboten werden sind alle immer von Top-Qualität.
Die einzigen Schwächen beim HisLSF: Bei zu viele Studis bricht es schnell zusammen, außerdem ist eine Übersicht nicht gegeben. Die Studienordnungen sind immer noch extrem unübersichtlich so dass es sich dann meistens erst in der ersten Semesterwoche entscheidet welche Veranstaltungen alle verpflichtend sind.
Nur zur Klarstellung: Die Universität der Bundeswehr München stellt mir keinen Blog bereit; das ist mein privater Blog, den ich schon seit mehr als fünf Jahren unabhängig von irgendeiner Insitution betreibe. Ich habe an der Uni Augsburg damit begonnen, und der Blog wandert quasi mit mir auch bei einem Uniwechsel ;-). Darüber hinaus möchte ich anmerken: Man muss unterscheiden zwischen der Nutzung von Web 2.0 in der Wissenschaft und in der Lehre. Zwar gibt es freilich auch da Überlappungen (immerhin wollen wir - ja trotz Bologna! - auch noch das Ideal einer "Bildung durch Wissenschaft" verfolgen), aber die Ziele und Möglichkeiten sind jeweils ganz verschieden. In dem Artikel geht mir da einiges schon sehr durcheinander. Aber gut: Schön, dass es überhaupt ein Thema ist!
Gabi
Das größte Problem wurde schon angesprochen:
Was suchen denn die Studenten?
Genau: die Lehrmaterialien und die sind erstmal so stark versteckt, dass es einfach nur grausam ist.
http://xkcd.com/773/
... ermöglicht es seinen Studenten bereits seit einigen Jahren unter umfassenden Benutzung von Skype, Emails, Online-Kalendern und ePortfolios, etc. ihr Abitur übers Internet zu machen. Doch auch hier merkt man: ohne persönlichen Kontakt ist es schwierig. Regelmäßig finden deshalb physische Kurse statt, nach taditionnellem
Muster, nur mit interaktiven Projektoren und Leinwänden, statt mit Kreide und Tafel. Hingehen muss man nicht, bis auf die Klassenarbeiten (ca 70% der Endnote), ist die Beteiligung freiwillig. Die Kurse und Daten kann man jederzeit online einsehen und zeitgleich hat man nicht nur das Internet als Wissensquelle sondern auch kostenlose Wörterbücher und Lexikone (von Larousse bis Duden ist fast alles vertreten). Das Wissen soll hier unter Einbeziehung aller Quellen erarbeitet werden. Und wenn mal etwas nicht klar ist, macht man Skype- oder RL-Termine aus. Super für Berufstätige und Familienmenschen, wenn gleich nicht jeder für die Selbstständigkeit geschaffen ist. Web 2.0 wird hier bereits in hohem Maße genutzt und ich finde es ist ein passendes, illustratives Beispiel zu diesem
Artikel. Und wie es der Autor auch vermittelt, es geht noch mehr. Nie zuvor gab es soviele Gelegenheiten, wissen an alle gleichermaßen anzubieten. Aufpasen muss man nur auf Zweierlei: den Kontakt zu realen Personen nicht verlieren und Privates und Schule nicht zu sehr (wie es bei Facebook der Fall sein kann) zu vermischen.
via ZEIT ONLINE plus App
Die FH in Jena nutzt das Web 2.0 schon seit Jahren wirklich als Web 2.0. Hier schreiben Studenten im Rahmen eines Seminars Wikipedia-Artikel um oder neu. Prof. Thomas Sauer ist hier der Initiator und Betreuer.
Wie viele dieser Berichte krankt dieser mal wieder daran, dass nur eine einzige Uni vorgestellt wird. Schon alleine bei ITunes U sind seit Beginn 4 verschiedene Unis und inzwischen sogar noch einige mehr beteiligt.
Auch ist die Forschung, was das Verbinden von Lerninhalten und Web 2.0 angeht schon seit einigen Jahren aktiv und es gibt verschiedene Ansätze dafür. Immerhin sind gerdae Videoaufzeichnungen doch schon eine Weile möglich. Vielleicht schauen sie sich mal tele-TASK (http://www.tele-task.de/) an. Dort finden sich mehrere tausend Videoaufzeichungen aus dme Gebiet der Informatik. An anderen Unis gibt es andere ähnliche Archive, gerade in Amerika sind sie da inzwischen sehr weit. Bei iTunes U kann man inzwischen aus Amerika zu jeden Thema Videos finden (wenn denn die Suche gut genug funktionieren würde, aber das ist ein Problem von Apple, nicht von den Unis)
Was das Web 2.0 angeht, so ist nicht die Tehnologie, sondern die Motivation das Hauptproblem, das es zu lösen gibt. Communities funktionieren super in der Freizeit, aber nur selten in der Arbeits- oder Lernwelt.
Es ist nicht so, dass die Einführung von "Web 2.0" (was man darunter auch verstehen mag) offiziell seitens der Hochschule bzw. der Professoren erfolgen muss. An der FH Flensburg haben Studenten der Medieninformatik in Eigenregie ein Wiki (http://www.studium-inform...) aufgebaut, welches von den Studenten selbstständig gepflegt und auch intensivst genutzt wird.
Daran sieht man, dass solche Angebote auch genutzt werden, sofern sie angeboten werden. Das müssen die Hochschulen noch verstehen, wenn sie ihren Studenten echte Mehrwerte bieten wollen.
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