Hochschulranking 2011/2012Ranking bescheinigt Unis mangelnde Internationalität

Erstmals hat das CHE-Hochschulranking der ZEIT die internationale Ausrichtung von Studiengängen verglichen. Im Fach BWL liegen die Fachhochschulen deutlich vor den Unis. von 

Wer heute ein Studium beginnen möchte, hat nicht nur bei den Fächern die Qual der Wahl. Für viele Studienanfänger ist entscheidend, wie stark die Hochschule auch international ausgerichtet ist. Wie eng ist die Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen? Sind Auslandsaufenthalte im Studium integriert? Und wie gut kennen sich Dozenten und Professoren auch international in ihrem Fach aus?

Im neuen Hochschulranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) wurden erstmals Hochschulen genau auf diese Fragen untersucht. Dabei schneiden etwa Studiengänge wie Soziologie oder Politikwissenschaft nur schwach ab. Vor allem im Fach Betriebswirtschaftslehre (BWL) sind die Unterschiede zwischen Fachhochschulen und Universitäten deutlich: Während es 50 Prozent der Fachhochschulen bei der internationalen Ausrichtung in die Spitzengruppe schafften, sind es unter den Unis lediglich 35 Prozent.

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Teaserbild Hochschulranking Online 2011 2012

Wo bitte geht's zur Uni? 300 Hochschulen und 36 Fächer im Test. Klicken Sie auf das Bild, um zum Hochschulranking 2011 zu gelangen  |  © Maria Vaorin/photocase.de

Mit 36 Fächern und über 300 analysierten Hochschulen ist das Hochschulranking der größte und detaillierteste Hochschulvergleich in Deutschland. Jedes Jahr bewertet ZEIT ONLINE in Zusammenarbeit mit dem CHE ein Drittel der Fächer neu: Aktuell sind es die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie die Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften und Soziale Arbeit.

Studieninteressierte können die Ergebnisse des Rankings hier online durchforsten . Dabei unterscheidet das Hochschulranking nach mehreren Kriterien, den sogenannten Indikatoren. So kann jeder beim "Quick Ranking" beispielsweise selbst entscheiden, welche Faktoren für ihn bei der Wahl seines Faches wichtig sind. Denn die einen legen Wert auf eine gute Betreuung. Anderen sind die Forschungsleistungen der Hochschule wichtiger, da sie selbst eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchten. Der Vergleich zeigt allerdings nicht die schlechteste oder beste Hochschule, sondern nimmt eine Einteilung in Spitzen-, Mittel- und Schlussgruppe vor.

Neben den Fakten zu Studium, Lehre und Ausstattung der Hochschulen fließen auch die Urteile von über 250.000 Studenten über die Bedingungen an ihrer Hochschule in das Hochschulranking ein. Ergänzt werden die Studentenurteile durch die Empfehlungen von 15.000 Professoren zur Reputation der Fachbereiche.

Mit dem Hochschulranking kann jeder individuell nach seiner Hochschule und seinem Hochschulort suchen – und so seine ganz persönliche Entscheidung treffen. Dieses Jahr zeigt das Hochschulranking zudem ganz neu, wofür sich auch andere Nutzer interessieren. So können Studieninteressierte etwa verfolgen, an welcher Hochschule ihr favorisiertes Fach am häufigsten gesucht wurde.

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Leserkommentare
    • Chali
    • 02. Mai 2011 14:51 Uhr

    Da würden Sie den geheiligten Glauben an die Unbefleckte Empfängnis wohl auch so bezeichnen, wie?

    Antwort auf "CHE-Einstufung"
  1. Es ist allgemein bekannt, dass das CHE-Ranking politisch motiviert ist und eigentlich keine Bedeutung hat. Erst recht, wenn man die Hintergründe zur Datenerhebung ein wenig kennt.

  2. Die Stiftung CHE ist nicht besonders Vertrauenswürdig.

    Was ich studiere und was ich lerne liegt in meiner Verantwortug wenn ich finde was mir fehlt bring ich es mir bei und wenn mir mein Studienort nicht gefällt muss ich ihn wechseln. Punkte in einer Tabelle von einer Stiftung die evtl eigene interessen in ihre Rankings einfließen lässt helfen mir doch nicht weiter.

    Bertelsmann lässt also die FHs in den Rankings als "international 50% mehr ausgerichtet" darstellen. Nach welchen Maßstäben wurde das bewertet? Brauch jetzt jede FH Bib auch neue bücher?

  3. Nur weil die Studentenschaft und die Professorenschaft international ist , heißt dies noch lange nicht, dass die Qualität der Lehre und Forschung damit steigt.

    Wenn die Forschung und Lehre internationalisiert wird,dann entbrennt ein Kampf um die "besten" Professoren. Da die Deutschen Hochschulen aber wenig Geld bekommen, werden wir in diesem Internationalen Konzentert nur Internationale Professoren bekommen, die nicht in der "Oberliga" spielen.

    Daher sollte man sich darauf besinnen, eigenen Nachwuchs zu schulen und diesen dazu verleiten auch in der Heimat zubleiben.

    Zudem, was bringt es uns, wenn Hundertschaften von Asiaten hier Maschienenbau,Informatik usw. studieren, diese nach ihrem Diplom,Master,Dr. aber wieder zurück nach China,Indien und andere Länder gehen. Dann hat der Deutsche Staat für diese Menschen die Ausbildung fianziert und zum Dank,wandern dann die Forschungseinrichtungen nach Fernost.

  4. Meine eigenen Erfahrungen zeigen mir, dass es wohl daran liegen muss, dass "Internationale Betriebswirtschaftslehre" an den meisten FH's "International Business" heisst und von den Studenten häufigst mit "Internäschenel Bisinäss" beschrieben wird. Außerdem wird dann darüber gejankt, dass man Fächer wie "Descriptive Statistics" überstehen muss und ja alles so schwer ist. ( Wer Statistik hatte, der weiß wohl welch riesen Aufwand gerade mit diesem Bereich verbunden ist )

    Will aber auch keine Debatte über FH und Uni auslösen, es gibt sicherlich einige FH's die einiges an interessanten und internationalen Studiengängen zu bieten haben, ohne dabei überheblich zu wirken. Meine Erfahrungen zeigen allerdings ein anderes Bild.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    einige ausländische Studierende (vor allem aus Osteuropa), da ein Uni-Studium wegen zusätzlicher Sprachschwierigkeiten einfach zu schwer ist. Kann sein, dass CHE deshalb auf dieses eigenartige Ergebnis kommt.

  5. Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

  6. CHE sind doch die Bertelsmann-Neoliberalen. Da werde ich doch froh, wenn wir bei denen ganz schlecht abschneiden und diese Totengräber des Humboldtschen Bildungsgeistes vor der Tür bleiben. Zu CHE sage ich nee!

  7. ...der international Gehör findet? Welche Kriterien haben bei dem Ranking Anwendung gefunden? Wer arbeitet eigentlich bei CHE?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Fachhochschulen | Recht | Hochschulranking | Politikwissenschaft | Sozialwissenschaft | Soziologie
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