Hochschulen Länder halten Angebot an Masterplätzen für ausreichend

Ein Ortswechsel ist zwar oft nötig, um den Master zu machen, heißt es aus der Kultusministerkonferenz. Insgesamt seien derzeit aber genügend Plätze an den Unis vorhanden.

Studenten in einem Hörsaal der TU Berlin

Studenten in einem Hörsaal der TU Berlin

Die Bundesländer sehen derzeit keinen Mangel an Masterstudienplätzen. Meldungen über Engpässe und verschärfte Zulassungshürden seien übertrieben. Dies geht aus einem internen Bericht des Hochschulausschusses der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor.

Für Bachelor-Absolventen, die ihre wissenschaftliche Ausbildung nach dem ersten Abschluss fortsetzen wollten, sei das Masterangebot insgesamt ausreichend – wenn auch nicht an jeder Hochschule und an jedem Ort, heißt es in dem Bericht. Unter Umständen müssten die Studenten in eine andere Stadt umziehen, um das Masterstudium aufzunehmen. Wie die Situation in den nächsten Jahren aussehe, wenn es mehr Bachelor-Absolventen gebe, sei noch nicht vorhersehbar.

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Derzeit bestehe für 24 Prozent der 4713 Masterstudiengänge an Universitäten und Fachhochschulen ein örtlicher Numerus clausus (NC). Eine aktuelle Erhebung zum Wintersemester 2010/2011 habe aber ergeben, dass von den 32.135 Masterstudienplätzen mit Orts-NC nach Ende aller Nachrückverfahren immer noch 6258 nicht besetzt gewesen seien. Man habe den Andrang größer als erwartet eingeschätzt, folgern die Autoren des Berichts

Im vergangenen Herbst hatte es Klagen von Bachelor-Absolventen gegeben, die ihre Ausbildung in einem Masterstudiengang nicht fortsetzen konnten, weil nicht genug Plätze angeboten worden seien. Bund und Länder waren vor zehn Jahren übereingekommen, die bisherige deutsche Studienstruktur mit ihren Diplom- und Magisterstudiengängen dem internationalen System mit aufeinander aufbauenden Bachelor- und Masterabschlüssen anzupassen.

Nach Vorstellung der Kultusminister soll der Bachelor, der in der Regel nach sechs Semestern erworben werden kann, künftig der berufsqualifizierende Regelabschluss an den Hochschulen sein. Nach Modellrechnungen wird erwartet, dass zwischen 25 bis 50 Prozent der Bachelor-Absolventen anschließend ein wissenschaftlich weiterführendes Masterstudium aufnehmen. Allerdings gibt es nach wie vor in einigen Disziplinen Zweifel an den Arbeitsmarktchancen von Bachelor-Absolventen. Studien zeigen aber, dass in den allermeisten Fächern der Berufseinstieg mit dem Bachelor besser als erwartet gelingt.

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn es auf amerikanische Verhältnisse hinauslaufen soll dann gute Nacht deutsche Bildung.
    Es ist schon nahezu armselig, dass die ganze Bildung im Bachelor sich nur auf pures Fachwissen beschränkt, weder auf Methodik (die ja i.Ü. fast nur angeschnitten wird bzw. in Philo gelehrt wird, da in normalen Studiengängen die Studienlast schon so zu hoch ist) noch auf irgendwelche "Soft skills", die man später gebrauchen könnte.

    Ich habe z.B. eine psychologische/rhetorische Weiterqualifizierungsmaßnahme nicht anerkannt bekommen, da es sich schlichtweg nicht um Studiengangspezifisches handelt; Ergo durfte ich die Kosten alleine bezahlen und am Ende wurden mir dafür Fehlstunden angerechnet.

    Als wäre das nicht genug, gibt es schlichtweg für jeden Studiengang - wenn überhaupt - rund 1/3 der Bachelorplätze als Masterplätze. Meistens läuft es aber aufgrund der Kosten und der Verwaltung so, dass es weniger Plätze gibt.
    Abgesehen davon erwähnt man nicht, dass es bereits horizontale Ungleichheiten gibt; Nur weil z.B. an Uni A es einen Masterplatz gibt heißt das nicht, dass der in irgendeiner Form bedeutend ist; Bei Japanologie z.B. sind die Studiengänge grundlegend unterschiedlich aufgebaut; Bei einer Uni ist z.B. sogar ein Auslandsaufenthalt von 2 Semestern inbegriffen.

    Aber man kann sich ja alles zurechtbiegen wie man es möchte nicht wahr?

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    Und um auf den Abschluss hinauszukommen: Wer hat denn dann einen vernünftigen Job, der a) sozialversicherungspflichtig und b) eine vernünftige, angemessene Bezahlung beinhaltet?

    Aber viel Spaß beim Exportieren von Akademikern...Hat der Iran ja schon so gut geschafft.

    Zum Teil gebe ich Ihnen recht. Mit dem amerikanischen Hochschulwesen hat es wenig zu tun. Dort findet man kaum dreijährige Bachelor-Studiengänge. Die Regel sind vier Jahre, teilweise (bspw. in Naturwissenschaften) auch fünf. Daher ist das Ansehen dieses Abschlusses, im Vergleich zum Associate-Abschluß, ein anderer. Hinzukommt, daß in Deutschland die Bachelor-Absolventen sich derzeit noch mit Diplomanden um Arbeitsplätze kämpfen -- da nehmen die Arbeitgeber im Zweifel natürlich lieber letztere. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren aber von selbst erledigen.

    Daß Methodik und Softskills gar nicht oder kaum gelehrt werden, kann ich -- trotz meines praxisorientierten Studienganges -- ganz und gar nicht unterstreichen. Die Aufregung ist in der Tat unberechtigt und kommt hauptsächlich von älteren Lehrenden, die auch nur Gewohnheitstiere sind -- oder Jungspunde, die Probleme herbeirufen, die nicht existieren, weil sie ihrer lauten Stimme mal wieder freien Lauf lassen möchten.

    Und um auf den Abschluss hinauszukommen: Wer hat denn dann einen vernünftigen Job, der a) sozialversicherungspflichtig und b) eine vernünftige, angemessene Bezahlung beinhaltet?

    Aber viel Spaß beim Exportieren von Akademikern...Hat der Iran ja schon so gut geschafft.

    Zum Teil gebe ich Ihnen recht. Mit dem amerikanischen Hochschulwesen hat es wenig zu tun. Dort findet man kaum dreijährige Bachelor-Studiengänge. Die Regel sind vier Jahre, teilweise (bspw. in Naturwissenschaften) auch fünf. Daher ist das Ansehen dieses Abschlusses, im Vergleich zum Associate-Abschluß, ein anderer. Hinzukommt, daß in Deutschland die Bachelor-Absolventen sich derzeit noch mit Diplomanden um Arbeitsplätze kämpfen -- da nehmen die Arbeitgeber im Zweifel natürlich lieber letztere. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren aber von selbst erledigen.

    Daß Methodik und Softskills gar nicht oder kaum gelehrt werden, kann ich -- trotz meines praxisorientierten Studienganges -- ganz und gar nicht unterstreichen. Die Aufregung ist in der Tat unberechtigt und kommt hauptsächlich von älteren Lehrenden, die auch nur Gewohnheitstiere sind -- oder Jungspunde, die Probleme herbeirufen, die nicht existieren, weil sie ihrer lauten Stimme mal wieder freien Lauf lassen möchten.

  2. Und um auf den Abschluss hinauszukommen: Wer hat denn dann einen vernünftigen Job, der a) sozialversicherungspflichtig und b) eine vernünftige, angemessene Bezahlung beinhaltet?

    Aber viel Spaß beim Exportieren von Akademikern...Hat der Iran ja schon so gut geschafft.

    Antwort auf "Bachelor-Hilfskraft"
  3. Zum Teil gebe ich Ihnen recht. Mit dem amerikanischen Hochschulwesen hat es wenig zu tun. Dort findet man kaum dreijährige Bachelor-Studiengänge. Die Regel sind vier Jahre, teilweise (bspw. in Naturwissenschaften) auch fünf. Daher ist das Ansehen dieses Abschlusses, im Vergleich zum Associate-Abschluß, ein anderer. Hinzukommt, daß in Deutschland die Bachelor-Absolventen sich derzeit noch mit Diplomanden um Arbeitsplätze kämpfen -- da nehmen die Arbeitgeber im Zweifel natürlich lieber letztere. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren aber von selbst erledigen.

    Daß Methodik und Softskills gar nicht oder kaum gelehrt werden, kann ich -- trotz meines praxisorientierten Studienganges -- ganz und gar nicht unterstreichen. Die Aufregung ist in der Tat unberechtigt und kommt hauptsächlich von älteren Lehrenden, die auch nur Gewohnheitstiere sind -- oder Jungspunde, die Probleme herbeirufen, die nicht existieren, weil sie ihrer lauten Stimme mal wieder freien Lauf lassen möchten.

    Antwort auf "Bachelor-Hilfskraft"
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    Das ist von Uni zur Uni unterschiedlich. Auf jedem Fall aber sind die vermeintlichen Vorteile der Umstellung schlichtweg nicht gegeben.
    Ich kann da hauptsächlich von Japanologie ausgehen, aber z.B. ist eine Vergleichbarkeit nicht gegeben; An unserer Uni ist auf Japanisch ein sehr hohes Niveau, an anderen Unis z.B. ist das Niveau ungleich niedriger; Ein Auslandssemester trifft im besten Fall vllt 1/16 eines Studiengangs pro Semester, übrigens nur auf einen Studiengang, die anderen nicht mitgezählt; Es bewerben sich ja auch welche aus anderen Semestern darauf.

    Und was ich vergessen habe zu sagen: Es sind in allen geisteswissenschaftlichen Fächern bis auf Logik und (vielleicht) Politikwissenschaften schlichtweg nur unzureichende Angebote für Rhetorik usw. vorhanden.
    Die einzige Möglichkeit dahingehend besteht im Wahl/Pflicht-Bereich, aber erstens möchte man ja eigentlich einmal auch andere Dinge ausprobieren und zweitens ist nicht unbedingt garantiert, dass man zugelassen wird, da diese Kurse den Juristen eher vorbehalten sind.

    Am Ende bleibt leider übrig: Tiefe Enttäuschung über die Umsetzung des Studiengangs an sich (übrigens: Nicht an sich am Studium, da ich gerne lerne und japanisch absolut super finde) und das Gefühl, dass man mit eigenem Aufwand weitaus besseres erreichen könnte als mit den Vorgaben der Universität. Das Problem ist nur, dass ein Abschluss weitaus mehr zählt als die eigene Mühe!

    Das ist von Uni zur Uni unterschiedlich. Auf jedem Fall aber sind die vermeintlichen Vorteile der Umstellung schlichtweg nicht gegeben.
    Ich kann da hauptsächlich von Japanologie ausgehen, aber z.B. ist eine Vergleichbarkeit nicht gegeben; An unserer Uni ist auf Japanisch ein sehr hohes Niveau, an anderen Unis z.B. ist das Niveau ungleich niedriger; Ein Auslandssemester trifft im besten Fall vllt 1/16 eines Studiengangs pro Semester, übrigens nur auf einen Studiengang, die anderen nicht mitgezählt; Es bewerben sich ja auch welche aus anderen Semestern darauf.

    Und was ich vergessen habe zu sagen: Es sind in allen geisteswissenschaftlichen Fächern bis auf Logik und (vielleicht) Politikwissenschaften schlichtweg nur unzureichende Angebote für Rhetorik usw. vorhanden.
    Die einzige Möglichkeit dahingehend besteht im Wahl/Pflicht-Bereich, aber erstens möchte man ja eigentlich einmal auch andere Dinge ausprobieren und zweitens ist nicht unbedingt garantiert, dass man zugelassen wird, da diese Kurse den Juristen eher vorbehalten sind.

    Am Ende bleibt leider übrig: Tiefe Enttäuschung über die Umsetzung des Studiengangs an sich (übrigens: Nicht an sich am Studium, da ich gerne lerne und japanisch absolut super finde) und das Gefühl, dass man mit eigenem Aufwand weitaus besseres erreichen könnte als mit den Vorgaben der Universität. Das Problem ist nur, dass ein Abschluss weitaus mehr zählt als die eigene Mühe!

  4. Na da ist der KMK ja mal wieder ein Meisterstück gelungen. Ich will gar nicht wissen, was das für nicht besetzte Masterstudienplätze sind. In vielen Masterstudiengängen wird wegen den formalen Vorgaben lieber auf ein NC verzichtet. Stattdessen gibt es dort mehr oder weniger transparente sogenannte Eignungsprüfungen.
    Der Artikel erwähnt leider nicht, dass nach aktuellen Studien derzeit nur etwa 22 % der Bachelorabsolventen in den Beruf starten. Bei FH-Absolventen ist die Quote etwas höher und bei Uni-Absolventen etwas niedriger. Mit einem FH-Master ist in einigen Bundesländern der Zugang zur Promotion verbaut. Da bleibt dann nicht mehr viel zur Auswahl für die Studis.

    Die KMK sollte sich endlich der Qualität der Ausbildung annehmen und zwar ernsthaft!

  5. Das ist von Uni zur Uni unterschiedlich. Auf jedem Fall aber sind die vermeintlichen Vorteile der Umstellung schlichtweg nicht gegeben.
    Ich kann da hauptsächlich von Japanologie ausgehen, aber z.B. ist eine Vergleichbarkeit nicht gegeben; An unserer Uni ist auf Japanisch ein sehr hohes Niveau, an anderen Unis z.B. ist das Niveau ungleich niedriger; Ein Auslandssemester trifft im besten Fall vllt 1/16 eines Studiengangs pro Semester, übrigens nur auf einen Studiengang, die anderen nicht mitgezählt; Es bewerben sich ja auch welche aus anderen Semestern darauf.

    Und was ich vergessen habe zu sagen: Es sind in allen geisteswissenschaftlichen Fächern bis auf Logik und (vielleicht) Politikwissenschaften schlichtweg nur unzureichende Angebote für Rhetorik usw. vorhanden.
    Die einzige Möglichkeit dahingehend besteht im Wahl/Pflicht-Bereich, aber erstens möchte man ja eigentlich einmal auch andere Dinge ausprobieren und zweitens ist nicht unbedingt garantiert, dass man zugelassen wird, da diese Kurse den Juristen eher vorbehalten sind.

    Am Ende bleibt leider übrig: Tiefe Enttäuschung über die Umsetzung des Studiengangs an sich (übrigens: Nicht an sich am Studium, da ich gerne lerne und japanisch absolut super finde) und das Gefühl, dass man mit eigenem Aufwand weitaus besseres erreichen könnte als mit den Vorgaben der Universität. Das Problem ist nur, dass ein Abschluss weitaus mehr zählt als die eigene Mühe!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Fachhochschulen | Hochschule | Bildungspolitik | Bildung | Bachelor
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