Wissenserwerb Studenten sind ohne Google aufgeschmissen
Ein Studium ohne Google ist nicht mehr denkbar, doch Unis müssen Studenten echtes wissenschaftliches Interesse vermitteln. Ein Dilemma, meint Professor Gerd Klöck.
Leider ist das keine Zukunftvision, sondern bereits Realität: Eine Gruppe junger Studenten steckt die Köpfe zusammen. Dicht gedrängt sitzen sie um einen kleinen Bistrotisch in der Mensa. Hier gibt es das beste WLAN, die schnellste Verbindung in die Cloud. Eine junge Frau mit schickem Kopftuch tippt mit rot lackierten Fingernägeln in den Laptop, auf den sich die kleine Gruppe konzentriert. Auf dem Bildschirm erscheinen Resultate einer Google-Bildersuche, man bereitet die Powerpointpräsentation für den Seminarvortrag vor.
Am Tisch nebenan starrt ein junger Mann konzentriert in sein Smartphone, mit Kopfhörern ist er direkt damit verkabelt. Er wirkt wie hypnotisiert und ein wenig ferngesteuert. Es scheint, als würde von den jungen Studenten ein Teil des Denkens an das Internet "outgesourct". Anscheinend glauben sie, dort über unbegrenztes Wissen verfügen zu können. Man müsse nur richtig die richtigen Seiten anpeilen und vor allem kreativ mit Powerpoint umgehen können, dann klappe das schon mit dem Studium.

Prof. Dr. Gerd Klöck ist Professor für Bioverfahrenstechnik an der Hochschule Bremen. Studium der Biologie und Chemie in Bonn, Habilitation als Biotechnologe am Biozentrum der Universität Würzburg, mehrjährige Forschungstätigkeit in der Industrie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu neuen Lehr- und Lernformen in den Naturwissenschaften.
Lange Zeit war klar, wie ein wissenschaftliches Studium aussehen sollte. Professor Hermann Jahrreiß, damals Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, formulierte es Ende 1959 in einem Spiegel-Gespräch so: "Die wissenschaftliche Methode, die nach unserer Auffassung die Methode der Hochschule zu sein hat, besteht darin, dass Forschende lehren, das heißt, junge Menschen an dem Forschen teilnehmen lassen und sie daran gewöhnen, den jeweils erreichten Stand des Wissens nie als ein Endgültiges anzusehen, sondern immer wieder erneut zu fragen, bei jeder Frage nach einer Fülle von Perspektiven zu suchen, sich nie zu begnügen und zu wissen, dass man nie ans Ende kommen kann. Wir sind überzeugt, dass diese Methode nicht nur kritisches Denken anregt und die Fähigkeit zum kritischen Denken fördert, sondern auch den Charakter nachhaltig bildet. Diese Methode brauchen wir auf alle Fälle, um künftige Forscher heranzuziehen."
Unter dieser Prämisse wurden an den Universitäten Generationen von jungen Leuten ausgebildet und erwarben dabei das Wissen, mit dem sie die heutige Gesellschaft und unsere moderne Technologie aufbauten.
Aber wie sieht das Studium heute aus? In Zeiten von Bachelor und Master scheint vielfach nicht die individuelle Bildung einer Wissenschaftlerpersönlichkeit im Mittelpunkt zu stehen. Im Gegenteil beobachten wir, wie Konrad-Paul Liessmann schrieb, eine zunehmende Industrialisierung des Lernens. Fachinhalte werden in gleichförmige, austauschbare Module verpackt, Leistungen werden anhand von Standards gemessen und bewertet, das ECTS-System ist zur Stechuhr des Studenten geworden. Diese industrialisierte Wissensvermittlung zielt auf standardisierte Produkte, Absolventenklone, ausgestattet mit zahlreichen nützlichen Kompetenzen in zertifizierter Qualität.
Nun sind unsere Studenten durchaus findig und ehrgeizig. Sie wollen zumeist den vom System (ein anderes kennen sie nicht) an sie gestellten Ansprüchen genügen. Also instrumentalisieren sie die aufgenommene Information: Sie wird eingesetzt, um Leistungen zu erfüllen, und nicht, um das eigene Denken zu erweitern oder zu verändern. Das gilt besonders für Fächer, die als schwierig gelten, die mit dem mühsamen Erwerb einer spezifischen Terminologie und der Erarbeitung komplexer Konzepte verbunden sind. Die vermittelte Information ist in den Augen der jungen Leute ja immer vorhanden, wichtig sei nur zu wissen, wo man diese wieder findet. Skripte stehen im Netz, Fachbücher kann man downloaden, und zur Not sagt Wikipedia ja auch noch etwas zum Thema. Die Folge ist eine zunehmende Copy-and-paste-Kultur ohne echte Aneignung des Inhalts.
Zu kritisieren ist bei dieser Form des Studiums nicht die effiziente Form der Prüfungsvorbereitung oder die kreative Komposition von PowerPoint-Vorträgen aus dem Internet. Das Problem liegt tiefer, und es liegt auch auf der Seite der Lehrenden!
Das Internet ist heute ein dominierender Teil des Arbeits- wie des Privatlebens. Es wird die Art, wie wir arbeiten und leben auch zukünftig wesentlich beeinflussen und verändern. Wir können dies nicht mehr rückgängig machen oder einfach ignorieren.
- Datum 25.05.2011 - 10:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich hab das Gefühl, das Problem wird herbeigeredet. Natürlich beginnt man jede ernsthafte Recherche heutzutage mit Google und Wikipedia, auch im wissenschaftlichen Bereich. Bevor man Lehrbücher und Datenbanken durchwült und bevor man - wenn man besonders vertieft vorgehen möchte - Fachzeitschriftenaufsätze liest - verschafft man sich so einen generellen Überblick. Es gibt eine Stufenfolge der Vertiefung und die erste Stufe ist eben das Internet. Ich bin froh das es diese neue Stufe gibt, vieles wird dadurch erheblich einfacher. Wie jedes Werkzeug muss man beim Internet natürlich wissen, wie man es wirksam einsetzt, mit einem Hammer kann sich auf den Finger schlagen, in einer wissenschaftlichen Bibliothek die Übersicht verlieren und genauso kann man sich orientierungslos durchs Internet googlen. Aber diese Erkenntnis ist banal und rechtfertigt allein keine Fortschrittsskepsis.
Im die wissenschaftliche Orientierung zu erleichtern, sollten die einzelnen Fachbereiche hier ihr Angebot lieber ausbauen - und das richtet sich vor allem an Professoren - indem sie Internetenzyklopädien im Wikipedia-Stil erstellen. So wie das etwa hier im Bereich "Rechtsphilosophie" am Entstehen ist:
http://www.enzyklopaedie-...
Das soll irgendwann mal so aussehen:
http://plato.stanford.edu/
Diese Entwicklung ist ohnehin nicht aufzuhalten und dank dieser Entwicklung wird die Wissenschaft es mal viel leichter haben. Freut euch lieber darauf.
Sie haben Recht: jedes Werkzeug, seien es Bücher, Hämmer oder Google-Suchen, kann falsch benutzt werden. Sie übersehen aber die im Artikel vorgebrachten Hauptkritikpunkte.
Informationen abseits der von Ihnen angesprochenen kuratierten Datenbanken, Uni-Angebote usw. sind keiner nachvollziehbaren Qualitätsprüfung unterworfen. Das ist ein Hauptunterschied zu wissenschaftlichen Büchern, deren Inhalt zwangsläufig Standards erfüllen muss, um wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Studenten, die das Recherchieren beherrschen, erwächst daraus sicherlich kein Nachteil- Studienanfängern jedoch ein großer!
Die verfügbaren Informationen sind großenteils flach und unstrukturiert, und in der Regel fehlt ein Hinweis auf die Unvollständigkeit. Dadurch bekommen Studenten einen Eindruck vom Thema, und von scheinbar wichtigen und unwichtigen (weil nicht aufgeführten) Aspekten, der nicht umfassend genug ist.
Hier liegt das Kernproblem- diejenigen Informationen, die zuerst gefunden werden, haben oft den größten Einfluss auf die Erörterung eines Themas. (Und nutzt man Google, so wird man sich zwangsläufig dessen Rating-System zueigen machen, ohne zu wissen, warum gewisse Quellen vor anderen erscheinen.) Das bedeutet also für noch nicht Recherche-Sattelfeste, dass Informationen in erster Linie durch Verfügbarkeit gewichtet werden, und nicht durch überprüfte Qualität (das gilt insbesondere für Wikipedia).
Das Problem ist nicht herbeigeredet, und bedarf großer Aufmerksamkeit durch die Lehrenden.
Sie haben Recht: jedes Werkzeug, seien es Bücher, Hämmer oder Google-Suchen, kann falsch benutzt werden. Sie übersehen aber die im Artikel vorgebrachten Hauptkritikpunkte.
Informationen abseits der von Ihnen angesprochenen kuratierten Datenbanken, Uni-Angebote usw. sind keiner nachvollziehbaren Qualitätsprüfung unterworfen. Das ist ein Hauptunterschied zu wissenschaftlichen Büchern, deren Inhalt zwangsläufig Standards erfüllen muss, um wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Studenten, die das Recherchieren beherrschen, erwächst daraus sicherlich kein Nachteil- Studienanfängern jedoch ein großer!
Die verfügbaren Informationen sind großenteils flach und unstrukturiert, und in der Regel fehlt ein Hinweis auf die Unvollständigkeit. Dadurch bekommen Studenten einen Eindruck vom Thema, und von scheinbar wichtigen und unwichtigen (weil nicht aufgeführten) Aspekten, der nicht umfassend genug ist.
Hier liegt das Kernproblem- diejenigen Informationen, die zuerst gefunden werden, haben oft den größten Einfluss auf die Erörterung eines Themas. (Und nutzt man Google, so wird man sich zwangsläufig dessen Rating-System zueigen machen, ohne zu wissen, warum gewisse Quellen vor anderen erscheinen.) Das bedeutet also für noch nicht Recherche-Sattelfeste, dass Informationen in erster Linie durch Verfügbarkeit gewichtet werden, und nicht durch überprüfte Qualität (das gilt insbesondere für Wikipedia).
Das Problem ist nicht herbeigeredet, und bedarf großer Aufmerksamkeit durch die Lehrenden.
Ich habe den Artikel mit Interesse und Erstaunen gelesen. Ich selber studiere VWL im Master und kenne im Kreis meiner Kommilitonen niemanden, dessen Studium von Google stark profitiert hätte. Informationen für Klausuren sind im Internet nicht detailliert oder spezifisch genug, für Seminararbeiten taugen die meisten Internet-Quellen nichts, da sie keinem akademischen Anspruch genügen und von den meisten Professoren auch nicht akzeptiert werden.
Anders verhält es sich mit den großen Datenbanken für akademische Paper. Diese sind auch ohne Google bekannt und beherbergen den gleichen Inhalt, wie eine gut sortierte wissenschaftliche Bibliothek. Nur sind sie schneller, einfacher und immer erreichbar. Hierdurch ist wissenschaftliches Arbeiten sehr gut möglich und erspart einen großen Zeitaufwand für die Suche.
Hat das Internet das Studium vereinfacht? Ja!
Hat Google etwas damit zu tun? Kaum!
Leidet unter all dem der wissenschaftliche Anspruch? Wenn, dann nur sehr gering.
Und mal ehrlich: wer eine seiner Powerpoint-Präsentationen mit Bildchen vollpflastert, der hinterlässt schnell einen unseriösen Eindruck.
Eine andere Seite ist diejenige der PErsönlichkeitsentwicklung. Hier gab es früher sicherlich bessere Rahmenbedingungen, die ich heute auch noch gerne hätte. Doch kommt es auch darauf an, was ein jeder aus seiner Studienzeit macht. Ich habe mich in diesem Lebensabschnitt außerordentlich weiterentwickelt und mich gerne vom studentischen und akademischen Leben prägen lassen.
Das Thema wird hier im dem Artikel als bedrohlich gekennzeichnet, und schießt somit komplett an der Realität vorbei!
KEINER verlässt sich bei seinem Referat, bei seinen Recherchen NUR auf Google. Das ginge auch gar nicht, weil man hier keine wissenschaftlichen Quellen findet. Google(Books) macht Sinn um sich Inhaltsverzeichnisse von Büchern anzuschauen, oder die PPT mit Bildern zu füttern, aber ich bitte Sie: das ist doch keine Gefahr, sondern viel mehr eine Chance.
Sie kritisieren hier, dass kein Student mehr ohne Powerpoint ein Referat machen will? - Ja wäre auch blöd wenn nicht! PPT hat klare Stärken durch Visualisierung, das kann man auch anders hinbekommen, ist aber durch PPT "schöner". Die Technologisierung an den Unis bietet also defintiv mehr Chancen als Risiken!
Ich fände ich als Studentin sehr bedenklich, wenn sich ihre Beobachtung als real erweist.
Es ist in Tat richtig, dass wir heute von Informationen geradezu überflutet werden.
An meiner Universität bemüht man sich allerdings sehr, Studenten entsprechendes Handwerkszeug zu vermitteln. Es gibt einen einwöchigen Blockkurs in dem ausschließlich zielführende Recherche, systematisches Arbeiten, korrektes Zitieren und die Standards wissenschaftlicher Texte vermittelt werden. Weiterhin haben wir in der Bibliothek fachliche Ansprechpartner für verschiedene Bereiche, um ein paar Beispiele aus vielen Angeboten zu geben.
Andererseits erwartet man von den Studenten auch entsprechend fundierte Arbeit.
Was die austauschbaren Module angeht: Es handelt sich schlicht um einen Maßstab, um Leistungen an unterschiedlichen Universitäten besser vergleichen zu können, das hat nichts mit den Inhalten zu tun.
Übrigens beginne ich Recherchen normalerweise damit, einschlägige Vorlesungen - soweit nötig - zu wiederholen, eben um über einen 'ordnenden Rahmen' zu verfügen und arbeite danach mit OPAC, Journaldatenbanken, Datenbanken einschlägiger Institutionen und ja, auch Google, sofern ein Ergebnis zitierfähig ist.
Bilder aus der Googlesuche sind für gute Vorträge übrigens oft schlicht ungeeignet und die Quellenangabe meist schwierig.
In den Naturwissenschaften muss/darf man irgendwann ins Labor und dann hilft einem Google überhaupt nichts mehr.
Spätestens dann hat sich das Problem in den Naturwissenschaften von selbst gelöst.
In BWL / Jura etc. ist das anders und da würde ich dem Autor uneingeschränkt zustimmen.
Gerade BWL und Jura haben überhaupt nichts von Google. Wir haben einschlägige Fachdatenbanken, wie oben bereits geschrieben wurde (wenngleich nur auf die Volkswirte bezogen). Die Fachdatenbanken halten zum großen Teil Informationen vor, die man auch auf Papier finden würde, sie vereinfachen daher das recherchieren - ebenso wie ein OPAC die reine Buchsuche vereinfacht. Google nützt nur dann etwas, wenn man genau das haben will, was im Internet steht, also zum Beispiel Eindrücke aus Laiensphäre, Online-Zeitschriften oder ähnliches.
Das Problem ist tatsächlich das Studium. Insbesondere die Bachelors verlieren ihren Anspruch wissenschaftlich zu arbeiten, weil jede Arbeit unter einem Bewertungshorizont steht, jedes Wissen das erworben werden soll unter einem Zeitlimit. Die Regelstudienzeit liegt bei Geisteswissenschaft wie Philosophie bei sechs Semestern. In dieser Zeit müssen unzählige Klausuren, ein Praktikumssemester und auch noch eine Anzahl Hausarbeiten und Essays geschrieben werden. Ich bezweifle dass sich aus dieser Zucht ein Kant oder Hegel entwickelt.
Also auch im Labor benutzt man google und auch andere präzisierendere Datenbanksuchtools (web of science zbsp) um etwas nachzuschlagen. Fakt ist, es ist ein sehr mächtiges Tool wenn man weiß wie man zbsp. google scholar benutzen kann.
Meiner Meinung nach bringt das Internet und auch google einen wichtigen Beitrag zu allen Wissenschaften, nämlich schnellerer Informationsaustausch ergo Forschen am aktuellen Wissensstand.
Wie kommen sie darauf zu behaupten, dass Naturwissenschaften methodisch "sauberer" arbeiten als andere Fächer.
Meine Freundin beispielsweise studiert Chemie und muss dort auch ins Labor. Trotzdem nutzt sie (neben gedruckter Fachliteratur!!!) u.a. auch Google zur Recherche.
Ich dagegen studiere Soziologie und Geschichte und komme bei weitem nicht mit Google allein aus. Sicherlich nutze ich auch gerne mal Google oder Wikipedia um mir selbst (!) schnell einen Zusammenhang zu verdeutlichen. Für Hausarbeiten oder Referate (oder einfach ein insgesamt tiefergehendes Verständnis für das Fach) reicht das aber bei weitem nicht aus!
Und auch die im Hauptartikel suggerierte "Copy and Paste Kultur" und die angebliche "Angst vor Vorträgen ohne PowerPoint" schiessen zum Glück (meiner Unialltagserfahrung nach) weit an der Realität vorbei.
Wie schon in manch anderem Kommentar hier erwähnt, sollte man das Internet nicht nur als den Dämon betrachten, der die Methodik der Wissenschaften heimsucht, sondern auch als Chance begreifen!
Gerade BWL und Jura haben überhaupt nichts von Google. Wir haben einschlägige Fachdatenbanken, wie oben bereits geschrieben wurde (wenngleich nur auf die Volkswirte bezogen). Die Fachdatenbanken halten zum großen Teil Informationen vor, die man auch auf Papier finden würde, sie vereinfachen daher das recherchieren - ebenso wie ein OPAC die reine Buchsuche vereinfacht. Google nützt nur dann etwas, wenn man genau das haben will, was im Internet steht, also zum Beispiel Eindrücke aus Laiensphäre, Online-Zeitschriften oder ähnliches.
Das Problem ist tatsächlich das Studium. Insbesondere die Bachelors verlieren ihren Anspruch wissenschaftlich zu arbeiten, weil jede Arbeit unter einem Bewertungshorizont steht, jedes Wissen das erworben werden soll unter einem Zeitlimit. Die Regelstudienzeit liegt bei Geisteswissenschaft wie Philosophie bei sechs Semestern. In dieser Zeit müssen unzählige Klausuren, ein Praktikumssemester und auch noch eine Anzahl Hausarbeiten und Essays geschrieben werden. Ich bezweifle dass sich aus dieser Zucht ein Kant oder Hegel entwickelt.
Also auch im Labor benutzt man google und auch andere präzisierendere Datenbanksuchtools (web of science zbsp) um etwas nachzuschlagen. Fakt ist, es ist ein sehr mächtiges Tool wenn man weiß wie man zbsp. google scholar benutzen kann.
Meiner Meinung nach bringt das Internet und auch google einen wichtigen Beitrag zu allen Wissenschaften, nämlich schnellerer Informationsaustausch ergo Forschen am aktuellen Wissensstand.
Wie kommen sie darauf zu behaupten, dass Naturwissenschaften methodisch "sauberer" arbeiten als andere Fächer.
Meine Freundin beispielsweise studiert Chemie und muss dort auch ins Labor. Trotzdem nutzt sie (neben gedruckter Fachliteratur!!!) u.a. auch Google zur Recherche.
Ich dagegen studiere Soziologie und Geschichte und komme bei weitem nicht mit Google allein aus. Sicherlich nutze ich auch gerne mal Google oder Wikipedia um mir selbst (!) schnell einen Zusammenhang zu verdeutlichen. Für Hausarbeiten oder Referate (oder einfach ein insgesamt tiefergehendes Verständnis für das Fach) reicht das aber bei weitem nicht aus!
Und auch die im Hauptartikel suggerierte "Copy and Paste Kultur" und die angebliche "Angst vor Vorträgen ohne PowerPoint" schiessen zum Glück (meiner Unialltagserfahrung nach) weit an der Realität vorbei.
Wie schon in manch anderem Kommentar hier erwähnt, sollte man das Internet nicht nur als den Dämon betrachten, der die Methodik der Wissenschaften heimsucht, sondern auch als Chance begreifen!
Merkwürdig finde ich die Aussage, dass es für Studenten eine Horrorvorstellung ist, einen Vortrag ohne PPP zu halten.
Natürlich erleichtert eine PPP einen Vortrag, aber inhaltlich nimmt sie doch keinerlei Arbeit ab (und das behauptet ja der Artikel). Schlussendlich kommt es auf die Qualität an - und diese zu beurteilen ist Aufgabe des Dozenten. Wenn dieser entweder "google" Qualität akzeptiert oder keinen Unterschied erkennen kann, dann können die Studenten dafür natürlich weniger. Im zweifelsfalle kann man ja eifnach mehr ECTS für den Kurs anrechnen und dann auch die Anforderungen erhöhen.
Und wenn man die Studenten individueller bilden will, muss man halt mehr Dozenten einstellen. Inwiefern das finanzierba ist, ist bei 30% Studierenden natürlich fraglich...
dem buchdrucker trafen sich die menschen an sogenannten ting plätzen um sich auszutauschen-dann kamen die bücher, die wurden verteufelt-bis hin zum dritten reich, da wurden sie verbrannt-im moment haben wir die internetinformation-mal schauen was dann kommt-allem neuen gegenüber offen sein und für nostalgiefans gibt es ja auch noch immer bücher und auch möglichkeiten sich die zu leihen-jedem das seine im studium-hauptsache zum schluß reichte die information um in seiner dann studierten wissenschaft mit erfolg und spaß rechnen zu können und eine motivation zum betrug beim späteren doktor (huch, wieder gutenberg :-))kommt nicht aus dem internet
...im dritten Reich wurden nicht verbrannt, weil sie Bücher waren, sondern wegen des Inhaltes!
sie, das dürfte wohl jedem klar sein oder haben sie da bedenken hinsichtlich des durchschnittswissen der leser hier?
...im dritten Reich wurden nicht verbrannt, weil sie Bücher waren, sondern wegen des Inhaltes!
sie, das dürfte wohl jedem klar sein oder haben sie da bedenken hinsichtlich des durchschnittswissen der leser hier?
Eine miserable Präsentation liegt in keinster Weise an Powerpoint. Powerpoint ist lediglich ein Werkzeug zur Visualisierung mit dem Schwerpunkt Präsentation.
Ob nun Overheadfolien jongliert werden, oder eine Taste geklickt wird, ist unerheblich. Da kann Powerpoint sogar professioneller rüberkommen, weil man die Visualisierung viel flüssiger in das Gesprochene einflechten kann.
Wenn so viel Unfug mit Powerpoint gemacht wird, liegt es an den Lehrenden. Sie haben nicht die Medienkompetenz, um den Einsatz von PP zu vermitteln.
Mein Vorschlag:
Legt Regeln fest.
- Schriftart
- Anzahl der Farben
- Keine oder reduzierte Nutzng von Animationen
- Anzahl der Zeilen, Wörter je Folie
- Anzahl der Folien
Ihr werdet staunen welche tollen Präsentationen zustande kommen.
Desweiteren hat es den unglaublich lehrreichen Effekt, dass die Studierenden knallhart lernen sich zuj reduzieren und auf den Kern der Aussage zu beschränken.
Es ist alles eine Frage der Methode!
eher erscheint mir Ihr Kommentar symptomatisch für die Generation Powerpoint: Es wird ziemlich viel über die Form, wenig über den Inhalt nachgedacht (vgl. diverse Management-Bücher, die hauptsächlich aus niedlichen Kästchen bestehen).
Das Problem ist, dass meiner Erfahrung nach sich das gesamte Referat den Struktur-Vorgaben der PP-Präsentation anpasst und daher selten in die Tiefe gehen, sondern allein aus Definitionen und Übersichten besteht - sowohl schriftlich als auch im verbalen Vortrag. Häufig fehlt dann ein roter Faden, eine Diskussion von einzelnen Aspekten: Das Referat ähnelt dann eher einer Anhäufung von Wissen, weniger einer Auseinandersetzung mit dem Thema. (40 Seiten PPP für 20 min Referat? Ist wohl was schiefgelaufen...)
Nicht falsch verstehen: Ich mag PP, es kann auch durchaus einen Vortrag unterstützen. Als Regel ist aber zu beachten, dass der Vortrag selbst auch ohne die PP-Unterstützung auskommen würde, sagte ehedem mein Prof., der schlaue.
eher erscheint mir Ihr Kommentar symptomatisch für die Generation Powerpoint: Es wird ziemlich viel über die Form, wenig über den Inhalt nachgedacht (vgl. diverse Management-Bücher, die hauptsächlich aus niedlichen Kästchen bestehen).
Das Problem ist, dass meiner Erfahrung nach sich das gesamte Referat den Struktur-Vorgaben der PP-Präsentation anpasst und daher selten in die Tiefe gehen, sondern allein aus Definitionen und Übersichten besteht - sowohl schriftlich als auch im verbalen Vortrag. Häufig fehlt dann ein roter Faden, eine Diskussion von einzelnen Aspekten: Das Referat ähnelt dann eher einer Anhäufung von Wissen, weniger einer Auseinandersetzung mit dem Thema. (40 Seiten PPP für 20 min Referat? Ist wohl was schiefgelaufen...)
Nicht falsch verstehen: Ich mag PP, es kann auch durchaus einen Vortrag unterstützen. Als Regel ist aber zu beachten, dass der Vortrag selbst auch ohne die PP-Unterstützung auskommen würde, sagte ehedem mein Prof., der schlaue.
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