StudienfachwahlVor dem Einschreiben bitte zum Test

Die RWTH Aachen lässt alle Studienanfänger einen Selbsttest machen. Der soll zeigen, ob das gewählte Fach das passende ist, erklärt Professor Lutz Hornke im Interview.

ZEIT ONLINE: Die RWTH Aachen führt obligatorische Selbsttests für Studienanfänger ein, sogenannte Self-Assessments . Was wollen Sie damit bezwecken?

Lutz Hornke: Für Studienanfänger gibt es eine riesige Flut an Informationen über Studienfächer. Wir möchten erreichen, dass sich Interessenten mit dem jeweiligen Fach wirklich auseinandersetzen – bevor sie mit der Wahl des Faches eine weitreichende Lebensplanentscheidung treffen. Sie sollen sehen, wie vielfältig ein Studium ist und besser einschätzen, was auf sie zukommt, und ob sie dafür geeignet sind. Wir wollen so zum einen erreichen, dass mehr motivierte und kundige Studenten kommen, zum anderen möchten wir die immer noch hohen Abbrecherquoten senken helfen.

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ZEIT ONLINE:  Wie sehen die Self-Assesments aus?

Hornke:  Die Studienanfänger können alles online bearbeiten. Das dauert bis zu zwei Stunden. Das Ergebnis ist nur für den Studienanfänger selbst einsehbar. Es hat auch keine Auswirkung auf die Zulassung. Die Entscheidung, sich für das jeweilige Fach einzuschreiben, liegt weiterhin beim Studienanfänger. Die Bescheinigung, dass er ein Self-Assesment der RWTH gemacht hat, muss er bei der Einschreibung mitbringen. Einige klicken sich einfach nur durch, ohne sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Denen kann ich auch nicht helfen.

ZEIT ONLINE:  Sie haben die Self-Assesments vor zehn Jahren selbst entwickelt. Was war die damalige Idee?

Wer sich einfach nur durchklickt, dem kann ich auch nicht helfen

Lutz Hornke

Hornke: Entstanden ist das Projekt in der Informatik. Es ging damals vor allem um die allgemeine Studierfähigkeit der Bewerber. Es wurde aber schnell der Wunsch laut, dass es auch um inhaltliche Fragen und fachbezogene Kompetenzen gehen soll. Viele unterschätzen etwa den Mathe-Anteil in der Informatik , im Maschinenbau oder anderen Fächern. So entstanden für alle Fächergruppen Tests, in denen wir zum Beispiel anhand von kleinen Forschungsprojekten Aufgaben und Probleme aller Art vorstellen.

ZEIT ONLINE: Wann sollten Studienbewerber den Test idealerweise machen?

Leserkommentare
    • jagu
    • 25.08.2011 um 11:57 Uhr

    .. warum erst jetzt?

    Was sollen wir auch mit Ärzten, die nicht heilen können, mit Menschen nichts zu tun haben sondern lediglich Geld verdienen wollen?

    Was willen wir mit BWLern, die das Thema an sich gar nicht interessiert?

    Was wollen wir mit Psychologen, die sich mit dem Thema aus Selbstzweck angefreundet haben und vor lauter eigener Probleme nichts bewirken können?

    Es müsste auch zwischendurch immer wieder Tests durchgeführt werden, die in Sachen "Leidenschaft fürs Thema" aufklären und Alternativen aufzeigen.

    Was wollen wir mit Lehramtsanwärtern, die sagen: Das und den Beruf hatte ich mir ganz anders vorgestellt, aber was soll ich sonst machen?

    Eine Leserempfehlung
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    ist, dass sie eben nicht solche Antworten geben können wie: Wird xy ein guter Arzt?

    Stimme da voll und ganz Kommentar Nr3 zu, der mehr eigen Erfahrung hat als ich, was solche Test betrifft.

    Für den Studienerfolg ist der Abitursdurchschnitt der beste Prediktor, und ich glaube nicht, dass es zuverlässige Test gibt, die eine "Berufseignung" der Studienanfänger verlässlich nachweisen könnten.
    Diese durchlaufen ja auch noch einen Prozess im Studium, der nicht unterschätzt werden sollte.

    Das Geld, welches für die Entwicklung dieses Tests und den bürokratischen Umbau und der Serverstruktur ausgegeben wurde, hätte man besser an anderer Stelle für eine bessere Lehre ausgeben sollen.

    ist, dass sie eben nicht solche Antworten geben können wie: Wird xy ein guter Arzt?

    Stimme da voll und ganz Kommentar Nr3 zu, der mehr eigen Erfahrung hat als ich, was solche Test betrifft.

    Für den Studienerfolg ist der Abitursdurchschnitt der beste Prediktor, und ich glaube nicht, dass es zuverlässige Test gibt, die eine "Berufseignung" der Studienanfänger verlässlich nachweisen könnten.
    Diese durchlaufen ja auch noch einen Prozess im Studium, der nicht unterschätzt werden sollte.

    Das Geld, welches für die Entwicklung dieses Tests und den bürokratischen Umbau und der Serverstruktur ausgegeben wurde, hätte man besser an anderer Stelle für eine bessere Lehre ausgeben sollen.

    • lufkin
    • 25.08.2011 um 12:18 Uhr

    So einen Test hätte ich gut gebrauchen können, als ich mich damals entschlossen habe VWL zu studieren... hätte mir ne Menge sinnlos vergeudete Zeit erspart.
    Habs dann aber doch noch gemerkt und gewechselt... an die RWTH, wo ich auch n paar Vorlesungen bei Prof. Hornke besucht hab (Psychologie Nebenfach), toller Prof. btw.

  1. Leider hatte schon drei Mal das zweifelhafte Vergnügen, an den Self-Assessment-Tests teilzunehmen.

    Meiner Freundin, die im übrigen ihr Informatikstudium schneller abgeschlossen hat als ich, hat ein absolut vernichtendes Ergebnis vor sieben Jahren bei der Einschreibung erhalten. Da mussten erstmal viele Tränen getrocknet und Selbstzweifel gegen die Empfehlung des SelfAssesments ausgeräumt werden. Jetzt ist sie Doktorandin.

    Für das kommende Semester habe ich mich für ein Zweitstudium (Philosophie/Politik, BA) eingeschrieben, was zwei dieser zeitraubenden Prozeduren mit weitgehend identischen Fragekatalogen erfordert. Und Überraschung: Ein Student, der im Nebenfach Philosophie studiert hat, ist überdurchschnittlich für das passende Hauptstudium geeignet.

    Dabei enthalten die Fragebögen so sinnvolle Fragen wie (sinngemäß): "Ich denke, dass ich gut für ein XYZ Studium vorbereitet bin", "Ich kann nicht gut einschätzen, ob ich die nötigen Fähigkeiten für das XYZ Studium mitbringe.", "Ich habe eine Ahnung, welche Ansprüche ein XYZ-Studium stellt." (zu beantworten auf einer "Trift zu/Trifft nicht zu"-4-Punkte-Skala.

    Wer durch solche fünfseitigen Fragekataloge kompetent durchklickt, hat sicher alle nötigen Qualifikationen.

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    • grrzt
    • 02.01.2012 um 17:46 Uhr

    lieber Herr Querulant2011.....;-) Ein Studieneignungstest ist eine (!) Möglichkeit für sich zu überpüfen, ob das Wunschstudium den eigenen Fähigkeiten entspricht. Es nimmt einem die Entscheidung nicht ab. Natürlich findet im Verlaufe des Studiums eine (Selbst-)Selektion statt, aber je länger dieser Prozess dauert, um so mehr Ressourcen (eigene und die der Eltern...) werden verschwendet. Ich halte es nicht für problematisch wenn Hochschulen z.B. einen Eignungstest durchführen; das könnte auch eine Art Chancengleichheit schaffen. In der Vergangenheit waren Abiturnoten ein guter Prädiktor für einen Studienerfolg; ich frage mich aber, ob diese Qualität erhalten bleibt, wenn ca. 30 - 40 % einen Altersjahrganges (nicht nur auf dem Gymnasium, sondern auch auf den Berufskollegs) die AHR erreichen.

    • grrzt
    • 02.01.2012 um 17:46 Uhr

    lieber Herr Querulant2011.....;-) Ein Studieneignungstest ist eine (!) Möglichkeit für sich zu überpüfen, ob das Wunschstudium den eigenen Fähigkeiten entspricht. Es nimmt einem die Entscheidung nicht ab. Natürlich findet im Verlaufe des Studiums eine (Selbst-)Selektion statt, aber je länger dieser Prozess dauert, um so mehr Ressourcen (eigene und die der Eltern...) werden verschwendet. Ich halte es nicht für problematisch wenn Hochschulen z.B. einen Eignungstest durchführen; das könnte auch eine Art Chancengleichheit schaffen. In der Vergangenheit waren Abiturnoten ein guter Prädiktor für einen Studienerfolg; ich frage mich aber, ob diese Qualität erhalten bleibt, wenn ca. 30 - 40 % einen Altersjahrganges (nicht nur auf dem Gymnasium, sondern auch auf den Berufskollegs) die AHR erreichen.

  2. ist, dass sie eben nicht solche Antworten geben können wie: Wird xy ein guter Arzt?

    Stimme da voll und ganz Kommentar Nr3 zu, der mehr eigen Erfahrung hat als ich, was solche Test betrifft.

    Für den Studienerfolg ist der Abitursdurchschnitt der beste Prediktor, und ich glaube nicht, dass es zuverlässige Test gibt, die eine "Berufseignung" der Studienanfänger verlässlich nachweisen könnten.
    Diese durchlaufen ja auch noch einen Prozess im Studium, der nicht unterschätzt werden sollte.

    Das Geld, welches für die Entwicklung dieses Tests und den bürokratischen Umbau und der Serverstruktur ausgegeben wurde, hätte man besser an anderer Stelle für eine bessere Lehre ausgeben sollen.

    Antwort auf "Überfällig"
  3. Prinzipiell ist es mal eine sehr gute Idee, so etwas wie eine Verbindung zwischen Schule und Hochschule herzustellen.

    Je nach Kombination (Extremfall: Dorfgymnasium -> Eliteuni) ist das kalte Bad zu Studienbeginn so eisig, dass man sich kaum mehr davon erholt. Hat man schon mal so eine Art Vorgucker, kann das nur besser werden.

    • MeÖz
    • 31.08.2011 um 16:38 Uhr

    Meiner Meinung nach sollten zukünftige Studenten auf ihre Studienfähigkeit getestet werden, da die Qualität des Abiturs drastisch abgenommen hat ( Bsp: Wagners Ritt der Walküre wurde zur Filmmusik von StarWars oder 2 Werke aus der literarischen Epoche des Sturm und Drang zu nennen, geriet zu Katastrophe ).

    Ein Test wo folgendes getestet werden sollte.

    Allgmeinwissen, Rechtschreibungen, logisches und selbständiges Denken. Für Naturwissenschaftliche oder technische Fächer würde ich Mathe, Chemie oder Physik mithinzufügen. Außerdem sollten bereits einfache Frache zu dem Fach gestellt werden, in dem sie studieren wollen. Nix schweres aber allgemeines

    ( Für VWL wären das Sachen wie : Skizzieren sie einen einfachen Wirtschaftskreislauf. )

    Ich hoffe sas wird mal passieren, den wenn jeder der das Abitur hat studieren will, wird das auf kurz oder lang zu qualitätverlust an den Unis führen. Es ist schon Schlimm Genug, das manche Studenten wenig bzw. garnichts über politsche und wirtschaftliche abläufe wissen, aber in diesen Fächer studieren, weil sie glauben dort mache man schnelles Geld.

    • grrzt
    • 02.01.2012 um 17:46 Uhr

    lieber Herr Querulant2011.....;-) Ein Studieneignungstest ist eine (!) Möglichkeit für sich zu überpüfen, ob das Wunschstudium den eigenen Fähigkeiten entspricht. Es nimmt einem die Entscheidung nicht ab. Natürlich findet im Verlaufe des Studiums eine (Selbst-)Selektion statt, aber je länger dieser Prozess dauert, um so mehr Ressourcen (eigene und die der Eltern...) werden verschwendet. Ich halte es nicht für problematisch wenn Hochschulen z.B. einen Eignungstest durchführen; das könnte auch eine Art Chancengleichheit schaffen. In der Vergangenheit waren Abiturnoten ein guter Prädiktor für einen Studienerfolg; ich frage mich aber, ob diese Qualität erhalten bleibt, wenn ca. 30 - 40 % einen Altersjahrganges (nicht nur auf dem Gymnasium, sondern auch auf den Berufskollegs) die AHR erreichen.

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