Urteil zum Studium Gericht hält Wartesemester für verfassungswidrig

Übermäßige Wartezeit auf einen Medizin-Studienplatz ist nicht mit den Grundrechten vereinbar, besagt ein Urteil. Das könnte auch für andere Studiengänge gelten.

"Als Krankenpfleger erlebe ich tagtäglich, wie schön es ist, helfen zu können", sagt Yannik Blum. Er macht diese Erfahrung seit gut sechs Jahren. Ebenso lange wartet Blum aber auch schon auf einen Studienplatz in Medizin, um Arzt zu werden. "Dann kann und möchte ich noch mehr für die Patienten tun." Aus dem Traum ist bisher nichts geworden, weil Blum mit einem Abiturdurchschnitt von 3,5 so gut wie keine Aussichten auf einen Studienplatz in Medizin hat.

Diese Erfahrung machte er gerade wieder bei der Bewerbung zum beginnenden Wintersemester. Blums Chancenlosigkeit ist aber verfassungswidrig, entschied jetzt das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einer Eilentscheidung (Beschluss vom 29.9.2011, Aktenzeichen 6 L 942/11). Diese Instanz ist für alle Rechtsstreitigkeiten von Studienbewerbern mit der Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) zuständig. Die Richter erklärten: Die Wartezeit auf einen Studienplatz ist unzumutbar, wenn sie länger als die Regelstudienzeit dauert.

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"Einer Bildungsrepublik unwürdig"

Mit Blum hatten noch drei weitere Bewerber geklagt. Wenn der Gerichtsbeschluss trotz einer Beschwerde der SfH Bestand hat, können sie zum Wintersemester an ihrer Wunschhochschule oder einer anderen im Bundesgebiet mit dem Studium beginnen. Blums Anwalt Wilhelm Achelpöhler nennt den Richterspruch einen "Weckruf an die Politik, die vorhandenen Plätze besser zu verteilen". Manfred Scheer von der SfH hingegen sagt: "Wir selber können ja keine zusätzlichen Studienplätze schaffen. Also müssen dann Bewerber mit besserem Abi und entsprechend besserer Prognose für den Studienerfolg für die Platz machen, denen das Gericht Vorfahrt gibt." Diese unvermeidliche Konsequenz aus dem herrschenden Studienplatzmangel hält das Deutsche Studentenwerk für "eine Bildungsrepublik ganz unwürdig".

Infos im Netz

Ein Leitfaden zur Bewerbung bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) lässt sich als Broschüre
herunterladen.

Eine Fristenliste mit bundesweiten Bewerbungsterminen findet sich auf den Seiten des Hochschulkompass. (Von der Startseite www.hochschulkompass.de lässt sich ebenfalls einfach zu dem Überblick navigieren.)

Wo es in der Region einen Numerus clausus, Auswahlgespräche oder Tests gibt, darüber informieren Hochschulen in Berlin und Brandenburg auf einem eigenen Portal

(Tsp/tir)

Wie es überhaupt so weit kommen konnte, erläutert SfH-Sprecher Scheer mit Zahlen: Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Studienbewerber für Medizin verdoppelt. Zum Wintersemester waren es aktuell 44.000, fünf auf einen freien Platz. Laut Bundesverfassungsgericht kann aber niemand wirklich verlangen, dass der Staat ihm ein Wunschstudium gewährleistet. Wie viel Plätze er zur Verfügung stellt, ist vielmehr eine (gesundheits)politische Entscheidung. Seit Jahrzehnten ist das Angebot durch den Numerus Clausus begrenzt.

Leser-Kommentare
  1. ... warum nicht auch gleich Schule im eigentlichen Sinne abschaffen. Kann ja nicht sein, dass jemand mit mässigen bis schlechten Noten, nicht auch Arzt, Anwalt oder Astronaut werden kann. Jeder muss in diesem Land alles können und dürfen. Ob er das Zeug, Wissen, Fähigkeiten dafür hat ist doch in unserem Märchenland nebensächlich.

    Und da fragt man sich noch warum selbst viele Bäcker keine fähigen Lehrlinge mehr finden

    15 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Als ob ein Abiturient mit 1,2 ein besserer Arzt wird als der mit 1,7 oder 3,2. Das ist doch lächerlich. Nach dem ersten Semester, spätestens nach dem zweiten geht es nicht mehr darum, wie man in der Schule war, sondern wie durchsetzungsfähig und fleißig, neugierig und hartnäckig dran bleibt. Aus einem guten Schüler wird nicht gleich ein guter Student udn schon gar kein guter Arzt. Oder sollen wir das so aufteilen, dass alle 1er Abiturienten ab sofort Medizin, Psychologie oder sowas studieren und der Rest sich schon irgendwo aufteilt. Die mit 3,x können ja immer noch BWL, Soziologie oder Philosophie studieren. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

    Ich kenne ein paar Menshcen, die seit Jahren auf einen Studienplatz warten, die sich im Krankenhaus über Praktika und eine Ausbildung als überaus fähige Mitarbeiter im medizinischen Bereich erwiesen haben. Die wissen sehr genau, was sie wollen, warum sollen diese jungen Menschen denn vier und mehr Jahre warten? Weil sie im Deutsch-Kurs nicht so gut waren?

    "Kann ja nicht sein, dass jemand mit mässigen bis schlechten Noten, nicht auch Arzt, Anwalt oder Astronaut werden kann."

    Sie meinten den Satz ironisch, allerdings ist er richtig wie der da steht. Auch jemand mit schlechten Noten hat das Zeug, Arzt, Anwalt oder Astronaut zu werden. Weil Noten, die von irgendwelchen Lehrern vergeben werden, mitunter überhaupt nichts über die Fähigkeiten sagen können!

    Wer die Hochschulreife erlangt, sollte eine Chance auf sein Wunschstudium kriegen. Und bei gegebener Unfähigkeit dort rausfliegen, allerdings nicht schon vorher...

    • MeIkor
    • 30.09.2011 um 20:59 Uhr

    "Kann ja nicht sein, dass jemand mit mässigen bis schlechten Noten, nicht auch Arzt, Anwalt oder Astronaut werden kann."
    Mit dem Abitur ist die Berechtigung erlangt eine Hochschule zu besuchen. Auf der Hochschule wird (z.B. als Mediziner) die Berufszulassung erworben oder nicht! Sie haben also Recht: Mit schlechten (Hochschul-)Noten wird man in der Tat kein Arzt/Anwalt/Astronaut.

    "Und da fragt man sich noch warum selbst viele Bäcker keine fähigen Lehrlinge mehr finden."

    - Bei so manchem Arzt wäre es definitiv besser gewesen, wenn er das Bäckerhandwerk gelernt hätte. Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz sowie Engagement für den Beruf werden im Abitur halt nicht mit Noten abgeprüft. - Soviel zur einseitigen Betrachtung von formell-bürokratische Kriterien.

    • SYD07
    • 30.09.2011 um 23:53 Uhr

    Ich bin 24 und warte seit 5 Jahren auf einen Studienplatz für die Humanmedizin.
    Mein Abitur habe ich im Sommer 2006 mit 2,4 abgelegt - also 'gut'.

    Es folgte ein freiwilliges soziales Jahr in einer Uniklinik, bei dem ich ausschließlich mit krebskranken Kindern arbeitete. Danach ein Jahr im Ausland.
    3 Monate Pflegepraktikum in zwei Kliniken, mehrere Wochen Hospitation in der Notaufnahme der hiesigen Uniklinik, ein Praktikum zur Pflege behinderter Kinder - bis dato 2 Jahre Ausbildung im OP zur operationstechnischen Assistentin, nebenher freizeitlich eine einjährige Ausbildung zum ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hospiz.. indem ich seit Zertifizierung ehrenamtlich ambulant&stationär arbeite..
    In meiner Schreibtischschublade stapeln sich von relevanter Stelle ungelesene Empfehlungsschreiben von zig Oberärzten usw. (keine verwandt oder familiär befreudet).

    So.
    .. und jetzt wollen Sie mir sagen ich hätte weniger Eignung für die Berufung des Arztes, als jemand, der mit 1.0 sein Abi in der Tasche hat?

    Meine nun doch jahrelange Klinikerfahrung zeigt charmante Widersprüche: über die Begabung entscheiden meist Wille und Herz - die spreche ich keinem Primus ab, aber ich kenne eben auch unsagbar kompetente Ärzte, die tatsächlich ihr Abitur mit 3.4 über die Bühne gebracht haben, dann aber für etwas Spezielles lernten, das sie tief faszinierte.

    Ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Arzt, der Ihre Frage nach seinem Schnitt nicht mit einer Zahl, sondern der richtigen Diagnose beantwortet.

    • der-k
    • 01.10.2011 um 1:31 Uhr

    Ich war in der Mittelstufe ein eher unterdurchschnittlicher Schüler, habe sogar in einer Mathe-Arbeit ein ungenügend kassiert. In der 9. Klasse repetiert, im zweiten Anlauf auch nur mit Mühe die Hürde genommen. Dann aus eigener Entscheidung (natürlich mit Zustimmung meiner Eltern) die 10. auf einer Realschule verbracht (Jahrgangsbester). Zurück auf mein altes Gymnasium (!), u.a. Mathe-LK (!), solides Abi mit 2.1er Schnitt. Heute verdiene ich meine Brötchen als Informatiker (Uni, Examensarbeit mit Auszeichnung, Schnitt aber nur 1.7). Und Sie wollen mir wirklich sagen, dass eine möglicherweise problematische Lebensphase (oder selbst temporäre Faulheit) über den lebenslangen Berufs-/Karriereweg entscheiden soll? Dann würde ich heute wohl bei Aldi die Regale auffüllen, statt als Projektleiter _große_ Töpfe zu verwalten, und dies seit vielen Jahren zur vollsten Zufriedenheit meiner Kunden.

    ... Ihr Kommentar hat mich seiner Ironie wegen zum Lachen gebracht. Sie wissen geschickt und gekonnt in ihrer Aussage eine geistige Beschränktheit, triviale Denkweise (Schule=Noten=Fähigkeiten) und (Studium=leicht=jeder) eine Ambivalenz in wenigen Zeilen aufzubauen. Ihre sarkastische Einlage ("Jeder muss in diesem Land alles können und dürfen.") - oder schlicht Faktenverkennung - setzt dem ganzen noch eine Krone auf. Wundervoll.

    Vielen Dank für diesen - im Gegensatz zum üblichen Kommentargeschehen - sehr erfrischenden und humorvollen Kommentar.

    • palmax
    • 01.10.2011 um 8:15 Uhr

    Jeder, der will, sollte die Möglichkeit haben, seine Potenzen auszuschöpfen. Ich habe noch nie begriffen, warum man aufgrund einer schlechten Schulgesamtnote auf ein bestimmtes Studium warten muss. Schlechte Noten in Politik, Musik oder Sport haben doch mit z.B. einem Medizinstudium inhaltlich nichts zu tun. Es geht beim NC rein um Kostenfaktoren: Es sind mehr Bewerber als Studienplätze, also muss ausgesiebt werden - anstatt mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen.

    Das würde dann ja als Essenz bedeuten, dass die Hochschulen durch einen Eignungstest feststellen müssten, wer für Medizin geeignet ist und wer nicht.
    Die Frage ist, wollen die Medizinstudenten einen Wissenschaftlichen Eignungstest?
    Ich fänd es gut, dann müsste ich vllt. nicht mehr völlig hirn- und sinnlose Antworten in den Chemie-Klausuren korrigieren. Beim ersten mal lacht man noch, aber irgendwann bleibt nur noch Fremdschämen für unsere angehenden Halbgötter in weiß...

    Ich kann die Hochschulen nur ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Problem wird nur sein, dass gewisse Kreise dann ihre Kinder nicht mehr durch ein teures Internat (und dadurch meist ein gutes Abi) zum Mediziner oder Juristen prügeln können...
    Diese Limitierung wird letztendlich zum Scheitern dieser Idee führen.

    Als ob ein Abiturient mit 1,2 ein besserer Arzt wird als der mit 1,7 oder 3,2. Das ist doch lächerlich. Nach dem ersten Semester, spätestens nach dem zweiten geht es nicht mehr darum, wie man in der Schule war, sondern wie durchsetzungsfähig und fleißig, neugierig und hartnäckig dran bleibt. Aus einem guten Schüler wird nicht gleich ein guter Student udn schon gar kein guter Arzt. Oder sollen wir das so aufteilen, dass alle 1er Abiturienten ab sofort Medizin, Psychologie oder sowas studieren und der Rest sich schon irgendwo aufteilt. Die mit 3,x können ja immer noch BWL, Soziologie oder Philosophie studieren. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

    Ich kenne ein paar Menshcen, die seit Jahren auf einen Studienplatz warten, die sich im Krankenhaus über Praktika und eine Ausbildung als überaus fähige Mitarbeiter im medizinischen Bereich erwiesen haben. Die wissen sehr genau, was sie wollen, warum sollen diese jungen Menschen denn vier und mehr Jahre warten? Weil sie im Deutsch-Kurs nicht so gut waren?

    "Kann ja nicht sein, dass jemand mit mässigen bis schlechten Noten, nicht auch Arzt, Anwalt oder Astronaut werden kann."

    Sie meinten den Satz ironisch, allerdings ist er richtig wie der da steht. Auch jemand mit schlechten Noten hat das Zeug, Arzt, Anwalt oder Astronaut zu werden. Weil Noten, die von irgendwelchen Lehrern vergeben werden, mitunter überhaupt nichts über die Fähigkeiten sagen können!

    Wer die Hochschulreife erlangt, sollte eine Chance auf sein Wunschstudium kriegen. Und bei gegebener Unfähigkeit dort rausfliegen, allerdings nicht schon vorher...

    • MeIkor
    • 30.09.2011 um 20:59 Uhr

    "Kann ja nicht sein, dass jemand mit mässigen bis schlechten Noten, nicht auch Arzt, Anwalt oder Astronaut werden kann."
    Mit dem Abitur ist die Berechtigung erlangt eine Hochschule zu besuchen. Auf der Hochschule wird (z.B. als Mediziner) die Berufszulassung erworben oder nicht! Sie haben also Recht: Mit schlechten (Hochschul-)Noten wird man in der Tat kein Arzt/Anwalt/Astronaut.

    "Und da fragt man sich noch warum selbst viele Bäcker keine fähigen Lehrlinge mehr finden."

    - Bei so manchem Arzt wäre es definitiv besser gewesen, wenn er das Bäckerhandwerk gelernt hätte. Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz sowie Engagement für den Beruf werden im Abitur halt nicht mit Noten abgeprüft. - Soviel zur einseitigen Betrachtung von formell-bürokratische Kriterien.

    • SYD07
    • 30.09.2011 um 23:53 Uhr

    Ich bin 24 und warte seit 5 Jahren auf einen Studienplatz für die Humanmedizin.
    Mein Abitur habe ich im Sommer 2006 mit 2,4 abgelegt - also 'gut'.

    Es folgte ein freiwilliges soziales Jahr in einer Uniklinik, bei dem ich ausschließlich mit krebskranken Kindern arbeitete. Danach ein Jahr im Ausland.
    3 Monate Pflegepraktikum in zwei Kliniken, mehrere Wochen Hospitation in der Notaufnahme der hiesigen Uniklinik, ein Praktikum zur Pflege behinderter Kinder - bis dato 2 Jahre Ausbildung im OP zur operationstechnischen Assistentin, nebenher freizeitlich eine einjährige Ausbildung zum ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hospiz.. indem ich seit Zertifizierung ehrenamtlich ambulant&stationär arbeite..
    In meiner Schreibtischschublade stapeln sich von relevanter Stelle ungelesene Empfehlungsschreiben von zig Oberärzten usw. (keine verwandt oder familiär befreudet).

    So.
    .. und jetzt wollen Sie mir sagen ich hätte weniger Eignung für die Berufung des Arztes, als jemand, der mit 1.0 sein Abi in der Tasche hat?

    Meine nun doch jahrelange Klinikerfahrung zeigt charmante Widersprüche: über die Begabung entscheiden meist Wille und Herz - die spreche ich keinem Primus ab, aber ich kenne eben auch unsagbar kompetente Ärzte, die tatsächlich ihr Abitur mit 3.4 über die Bühne gebracht haben, dann aber für etwas Spezielles lernten, das sie tief faszinierte.

    Ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Arzt, der Ihre Frage nach seinem Schnitt nicht mit einer Zahl, sondern der richtigen Diagnose beantwortet.

    • der-k
    • 01.10.2011 um 1:31 Uhr

    Ich war in der Mittelstufe ein eher unterdurchschnittlicher Schüler, habe sogar in einer Mathe-Arbeit ein ungenügend kassiert. In der 9. Klasse repetiert, im zweiten Anlauf auch nur mit Mühe die Hürde genommen. Dann aus eigener Entscheidung (natürlich mit Zustimmung meiner Eltern) die 10. auf einer Realschule verbracht (Jahrgangsbester). Zurück auf mein altes Gymnasium (!), u.a. Mathe-LK (!), solides Abi mit 2.1er Schnitt. Heute verdiene ich meine Brötchen als Informatiker (Uni, Examensarbeit mit Auszeichnung, Schnitt aber nur 1.7). Und Sie wollen mir wirklich sagen, dass eine möglicherweise problematische Lebensphase (oder selbst temporäre Faulheit) über den lebenslangen Berufs-/Karriereweg entscheiden soll? Dann würde ich heute wohl bei Aldi die Regale auffüllen, statt als Projektleiter _große_ Töpfe zu verwalten, und dies seit vielen Jahren zur vollsten Zufriedenheit meiner Kunden.

    ... Ihr Kommentar hat mich seiner Ironie wegen zum Lachen gebracht. Sie wissen geschickt und gekonnt in ihrer Aussage eine geistige Beschränktheit, triviale Denkweise (Schule=Noten=Fähigkeiten) und (Studium=leicht=jeder) eine Ambivalenz in wenigen Zeilen aufzubauen. Ihre sarkastische Einlage ("Jeder muss in diesem Land alles können und dürfen.") - oder schlicht Faktenverkennung - setzt dem ganzen noch eine Krone auf. Wundervoll.

    Vielen Dank für diesen - im Gegensatz zum üblichen Kommentargeschehen - sehr erfrischenden und humorvollen Kommentar.

    • palmax
    • 01.10.2011 um 8:15 Uhr

    Jeder, der will, sollte die Möglichkeit haben, seine Potenzen auszuschöpfen. Ich habe noch nie begriffen, warum man aufgrund einer schlechten Schulgesamtnote auf ein bestimmtes Studium warten muss. Schlechte Noten in Politik, Musik oder Sport haben doch mit z.B. einem Medizinstudium inhaltlich nichts zu tun. Es geht beim NC rein um Kostenfaktoren: Es sind mehr Bewerber als Studienplätze, also muss ausgesiebt werden - anstatt mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen.

    Das würde dann ja als Essenz bedeuten, dass die Hochschulen durch einen Eignungstest feststellen müssten, wer für Medizin geeignet ist und wer nicht.
    Die Frage ist, wollen die Medizinstudenten einen Wissenschaftlichen Eignungstest?
    Ich fänd es gut, dann müsste ich vllt. nicht mehr völlig hirn- und sinnlose Antworten in den Chemie-Klausuren korrigieren. Beim ersten mal lacht man noch, aber irgendwann bleibt nur noch Fremdschämen für unsere angehenden Halbgötter in weiß...

    Ich kann die Hochschulen nur ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Problem wird nur sein, dass gewisse Kreise dann ihre Kinder nicht mehr durch ein teures Internat (und dadurch meist ein gutes Abi) zum Mediziner oder Juristen prügeln können...
    Diese Limitierung wird letztendlich zum Scheitern dieser Idee führen.

  2. Das zugleich nachvollziehbar und auch dringend notwendig ist. Man hat nun mal das Recht auf Bildung, und das geht auch über die Hauptschule hinaus. Unsere Gesellschaft benötigt Ingenieure, Physiker, Astronomen, Mediziner, Chemiker, Architekten, Mathematiker, Juristen, Lehrer, ja auch Philosophen und Soziologen. All diese Berufe können nur über ein Studium erreicht werden. Wenn wir die Zulassungen von absurden NC's abhängig machen, blockieren wir viele viele Talente, die sich in der Schule schwer taten. Man kann das nun mal nicht vergleichen. In der Schule wird man gezwungen, vieles zu lernen, was einem gar keinen Spaß macht. Spielraum bleibt wenig. Im Studium lernt man nur das, was einen zumindest generell interessiert - und dadurch auch leichter.

    Ich hatte etwa ein Abi von 3,1, aber in meiner juristischen Zwischenprüfung ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis - was bei den extrem strengen Korrektoren im Fach Jura recht selten ist.

    Also bitte nicht vom NC auf den Studienerfolg schließen. Lieber zusätzliche Studienplätze schaffen. Das Geld dazu haben wir locker. Das heißt, wir hatten es. Mittlerweile ist es ja in Griechenland oder so.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben, dass es in der Schule viele Schüler gibt, die sich schwer tun, die nicht gerne das lernen, was sie nicht wollen....

    mal ehrlich: Geht uns das nicht allen so? Das, was uns Spaß macht, geht gut von der Hand, alles andere erfordert Arbeit.

    Fakt ist aber: Jemand mit einem besseren Abitur hat nun mal ein besseres Abitur. Für diesen galten die gleichen Rahmenbedingungen und wenn er sich ingesamt besser durchgebissen hat, hat er eben eine bessere Leistung hingelegt. Die NC´s kommen ja durch Auswertung der Studienwünsche und deren Noten zustande, sie sind keine feste Marke. Von daher finde ich es schon bedenklich, wenn man über den Klageweg das erreicht, was andere durch Arbeit in der Schulzeit selbt erreicht haben.

    Recht haben Sie allerdings auch, wenn Sie sagen, dass Abiturnote und Studienerfolg nicht unbedingt zusammenhängen. Aber grade bei den Medizinern gibt es auch Tests, die einen am NC vorbei führen. Nicht einfach, aber wer Talent hat, kann das schaffen.

    Insgesamt wäre natürlich ein viel differenzierteres Bewerbungsverfahren wünschenswert.

    Wer lesen kann ist besser dran:
    Das Geld ist nicht in Griechenland, sondern in den Banken und bei anderen Spekulanten - diese sind übrigens in nicht geringem Maß in Deutschland.

    Doppelposting. Die Redaktion/sc

    "Ich hatte etwa ein Abi von 3,1, aber in meiner juristischen Zwischenprüfung ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis - was bei den extrem strengen Korrektoren im Fach Jura recht selten ist."

    Zunächst einmal ist ein überdurchschnittliches Ergebnis nicht selten, schon rein mathematisch nicht.

    Was kann die Konsequenz daraus sein? Natürlich mag der eine oder andere im Studium besser sein als in der Schule. In der Regel korreliert aber die Abiturnote mit der Abschlussnote des Studiums. Damit hat sie auch eine gewisse Aussagekraft darüber, ob jemand ein Studium schaffen wird oder nicht. Schließlich zeigt das Abiturzeugnis einen Leistungsquerschnitt über die letzten 2 Jahre der Schulzeit und ist damit z. B. objektiver als jeder Test, der tagesformabhängig ist.
    Eine 3,5 im Abitur zeigt, dass der Schüler deutliche Lücken aufweist und den Andorderungen der Schule überhaupt nicht gewachsen war. Im Regelfall wird er auch im Studium erhebliche Probleme haben, insbesondere, wenn da der Stoff der Schule wieder gefragt ist. Bei Medizinern machen aber Naturwissenschaften einen erheblichen Teil des Studims aus.
    Da wird kaum ein schlechter Schüler sich erheblich verbessern.
    Es wird kaum möglich sein, so viele Studienplätze zu schaffen, dass Bewerber mit derart schlechten Noten alle einen Studienplatz bekommen. Es ist auch bei über 80% von ihnen pure Geldverschwendung, weil sie das Studium nicht schaffen werden.
    Konsequenz wäre also, die Wartezeit"qualifikation" insgesamt abzuschaffen.

    praktisch läuft das mit den Wunschfächern in der Uni trotzdem recht ähnlich wie in der Schule, in Medizin hat man dann so tolle Fächer wie Soziologie, Bioinformatik, Biochemie... Das sind auch alles Fächer, die einem nicht zwangsläufig Spaß machen und die mit meiner Tätigkeit wahrscheinlich später auch recht wenig zu tun haben...

    Wenn der Vater für einen Studenten für die Miete bürgt, also sagt er springe im Notfall ein. So ist das eine Sicherheitszusage, die aber erst in Kraft tritt, wenn der Student seine Miete nicht zahlen kann.

    So ist es auch mit Griechenland. Noch ist kein Geld real geflossen. Es ist eine sogenannte Bürgschaft. Also muss ich doch eher meinem Vorkommentator zustimmen.

    Das Geld befindet sich noch bei den hiesigen Banken und nicht wenig davon. Ob es bei diesen bleibt ist fraglich...sehen wir mal auf die Spekulationsblasen der Vergangenheit zurück. Dafür, dass das Geld anderweitig verz*ckt, Entschuldigung "ausgegeben" wird, dafür kann Griechenland nun mal wirklich nichts. Dabei hätte Griechenland reale Investitionen bitter nötig. Diese kommen aber nur verhalten ins Rollen. Auch sollten Griechenlands Millonäre, Milliardäre auch endlich steuerlich und abgabentechnisch endlich in die Pflicht genommen werden. Es kann ja nicht sein, dass der kleine Imbissverkäufer die Krise trägt und die feinen Damen und Herren keinen Finger krümmen und trotzdem noch die Zinsgewinne aus der Schweiz und anderswo einfahren... Das kann man beweinen. Aber nicht: Die Griechen haben "unser Geld."

    Beweinen kann man auch, dass diese beschriebene Bildungsmisere politisch gewollt ist. Elitenförderung nennt man so etwas. Den Vorstoss den NC aufzuweichen wurde nämlich gesetzlich nicht umgesetzt obwohl es auch aus den Reihen der Ärzteschaft befürwortet. Nun wird der Mangel an Hausärzten auf dem Land beweint. E.

    Sie schreiben, dass es in der Schule viele Schüler gibt, die sich schwer tun, die nicht gerne das lernen, was sie nicht wollen....

    mal ehrlich: Geht uns das nicht allen so? Das, was uns Spaß macht, geht gut von der Hand, alles andere erfordert Arbeit.

    Fakt ist aber: Jemand mit einem besseren Abitur hat nun mal ein besseres Abitur. Für diesen galten die gleichen Rahmenbedingungen und wenn er sich ingesamt besser durchgebissen hat, hat er eben eine bessere Leistung hingelegt. Die NC´s kommen ja durch Auswertung der Studienwünsche und deren Noten zustande, sie sind keine feste Marke. Von daher finde ich es schon bedenklich, wenn man über den Klageweg das erreicht, was andere durch Arbeit in der Schulzeit selbt erreicht haben.

    Recht haben Sie allerdings auch, wenn Sie sagen, dass Abiturnote und Studienerfolg nicht unbedingt zusammenhängen. Aber grade bei den Medizinern gibt es auch Tests, die einen am NC vorbei führen. Nicht einfach, aber wer Talent hat, kann das schaffen.

    Insgesamt wäre natürlich ein viel differenzierteres Bewerbungsverfahren wünschenswert.

    Wer lesen kann ist besser dran:
    Das Geld ist nicht in Griechenland, sondern in den Banken und bei anderen Spekulanten - diese sind übrigens in nicht geringem Maß in Deutschland.

    Doppelposting. Die Redaktion/sc

    "Ich hatte etwa ein Abi von 3,1, aber in meiner juristischen Zwischenprüfung ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis - was bei den extrem strengen Korrektoren im Fach Jura recht selten ist."

    Zunächst einmal ist ein überdurchschnittliches Ergebnis nicht selten, schon rein mathematisch nicht.

    Was kann die Konsequenz daraus sein? Natürlich mag der eine oder andere im Studium besser sein als in der Schule. In der Regel korreliert aber die Abiturnote mit der Abschlussnote des Studiums. Damit hat sie auch eine gewisse Aussagekraft darüber, ob jemand ein Studium schaffen wird oder nicht. Schließlich zeigt das Abiturzeugnis einen Leistungsquerschnitt über die letzten 2 Jahre der Schulzeit und ist damit z. B. objektiver als jeder Test, der tagesformabhängig ist.
    Eine 3,5 im Abitur zeigt, dass der Schüler deutliche Lücken aufweist und den Andorderungen der Schule überhaupt nicht gewachsen war. Im Regelfall wird er auch im Studium erhebliche Probleme haben, insbesondere, wenn da der Stoff der Schule wieder gefragt ist. Bei Medizinern machen aber Naturwissenschaften einen erheblichen Teil des Studims aus.
    Da wird kaum ein schlechter Schüler sich erheblich verbessern.
    Es wird kaum möglich sein, so viele Studienplätze zu schaffen, dass Bewerber mit derart schlechten Noten alle einen Studienplatz bekommen. Es ist auch bei über 80% von ihnen pure Geldverschwendung, weil sie das Studium nicht schaffen werden.
    Konsequenz wäre also, die Wartezeit"qualifikation" insgesamt abzuschaffen.

    praktisch läuft das mit den Wunschfächern in der Uni trotzdem recht ähnlich wie in der Schule, in Medizin hat man dann so tolle Fächer wie Soziologie, Bioinformatik, Biochemie... Das sind auch alles Fächer, die einem nicht zwangsläufig Spaß machen und die mit meiner Tätigkeit wahrscheinlich später auch recht wenig zu tun haben...

    Wenn der Vater für einen Studenten für die Miete bürgt, also sagt er springe im Notfall ein. So ist das eine Sicherheitszusage, die aber erst in Kraft tritt, wenn der Student seine Miete nicht zahlen kann.

    So ist es auch mit Griechenland. Noch ist kein Geld real geflossen. Es ist eine sogenannte Bürgschaft. Also muss ich doch eher meinem Vorkommentator zustimmen.

    Das Geld befindet sich noch bei den hiesigen Banken und nicht wenig davon. Ob es bei diesen bleibt ist fraglich...sehen wir mal auf die Spekulationsblasen der Vergangenheit zurück. Dafür, dass das Geld anderweitig verz*ckt, Entschuldigung "ausgegeben" wird, dafür kann Griechenland nun mal wirklich nichts. Dabei hätte Griechenland reale Investitionen bitter nötig. Diese kommen aber nur verhalten ins Rollen. Auch sollten Griechenlands Millonäre, Milliardäre auch endlich steuerlich und abgabentechnisch endlich in die Pflicht genommen werden. Es kann ja nicht sein, dass der kleine Imbissverkäufer die Krise trägt und die feinen Damen und Herren keinen Finger krümmen und trotzdem noch die Zinsgewinne aus der Schweiz und anderswo einfahren... Das kann man beweinen. Aber nicht: Die Griechen haben "unser Geld."

    Beweinen kann man auch, dass diese beschriebene Bildungsmisere politisch gewollt ist. Elitenförderung nennt man so etwas. Den Vorstoss den NC aufzuweichen wurde nämlich gesetzlich nicht umgesetzt obwohl es auch aus den Reihen der Ärzteschaft befürwortet. Nun wird der Mangel an Hausärzten auf dem Land beweint. E.

  3. gibt es beim NC, denn in weitem Rahmen ist die Abinote nicht so sehr entscheiden. Ob ein Bewerber nun 1,4 oder 2,2 hat, ist zweitrangig, die Kriterien sollten dort fachspezifischer sein. Zum Beispiel sollten Dinge wie Ausbildungen im Fach viel mehr zählen.

    Allerdings, es ist schon ein bisschen wie mein Vorredner sagt: Wenn man mit dem Grundsatz der Gleichheit argumentiert, kann man jedwede Bewertung gleich abschaffen. Und ein 3,5er Abi ist nun mal grade so eben geschafft.

    Da die Plätze begrenzt sind, wird das dazu führen, dass jemand mit einem besseren Abi eben leer ausgeht. Gerecht ist das nicht. Allerdings werden viele Unis aus Angst vor Klagen kuschen.

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    Eine Reform des Zulassungsrechts allein wird das Problem mit den Studienplätzen nicht dauerhaft lösen. Das VG hat nur bestätigt, was seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1979 gilt.
    Man sollte sich noch mal in Erinnerung rufen, das in Deutschland jede und jeder eine Berechtigung zu jedem gewünschten Studiengang hat, wer ein gerade noch den Anforderungen genügendes Abitur (Note 4) nachweist. Die knappen Studienplätze führen zunächst einmal nur, dass die besseren Abiturienten eben schneller zum Ziel kommen. Auf dauer wird man das Problem nur durch zwar teure, aber volkswirtschaftlich notwendige zusätzliche Studienplätze lösen können.

    Liebe Studienbewerberinnen und -bewerber, klagt bitte fleißig weiter. Die Behörden sind leider nicht in der Lage, ihren verfassungsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und euch den grundrechtlich garantierten Anspruch zu gewährleisten.

    Eine Reform des Zulassungsrechts allein wird das Problem mit den Studienplätzen nicht dauerhaft lösen. Das VG hat nur bestätigt, was seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1979 gilt.
    Man sollte sich noch mal in Erinnerung rufen, das in Deutschland jede und jeder eine Berechtigung zu jedem gewünschten Studiengang hat, wer ein gerade noch den Anforderungen genügendes Abitur (Note 4) nachweist. Die knappen Studienplätze führen zunächst einmal nur, dass die besseren Abiturienten eben schneller zum Ziel kommen. Auf dauer wird man das Problem nur durch zwar teure, aber volkswirtschaftlich notwendige zusätzliche Studienplätze lösen können.

    Liebe Studienbewerberinnen und -bewerber, klagt bitte fleißig weiter. Die Behörden sind leider nicht in der Lage, ihren verfassungsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und euch den grundrechtlich garantierten Anspruch zu gewährleisten.

  4. Man sollte den Medizinstudiengang privatisieren.

    Der gewöhnliche Kassen-Studienanwärter muss dann eben warten, der vermögende Gymnasium-Abgänger darf sofort anfangen, weil er erstmal selber zahlt.

    Weg mit dem Numerus Clausus, ab sofort gilt als Zugangsberechtigung die Höhe des eingeräumten Dispo-Kredits, welcome Numerus Zinsus!

    Die Wartedauer des gemeinen Studienanwärters richtet sich somit nach einer eindeutigen messbaren Größe.
    Wer nebenher jobbt, bekommt einen Zeitbonus eingeräumt, direkt proportional zum Füllstand des Kontos.

    Das klappt schon super bei Patienten was die Wartezeit im Wartezimmer angeht, also ist das auch eine gute Lösung für die angehenden Ärzte für ihr Studium.

    Wenn man dann noch ähnlich wie beim Verschreiben von Privatrezepten für völlig überteuerte Medikamente die Studienmaterialien und die ein oder andere Leiche zu astronomisch hohen Preisen selbst kaufen muss, entsteht nicht nur ein völlig neuer Wirtschaftszweig, nein, auch die Anzahl der überflüssigen Drängler, die in diesem Beruf gar nichts verloren haben, würde drastisch sinken.

    Unglaublich, dass das in diesem unseren Land nicht schon lange genauso läuft.

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    ...sehe ich hier an einem Medical College in den USA.

    Am Ende hat man zum Anfang des Berufslebens bereits eine viertel Million Dollar Schulden angehäuft- und das hier ist nicht die Havard Medical School...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    ...sehe ich hier an einem Medical College in den USA.

    Am Ende hat man zum Anfang des Berufslebens bereits eine viertel Million Dollar Schulden angehäuft- und das hier ist nicht die Havard Medical School...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen anderer User und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

  5. Also studieren wollte hatte ich einen Schnitt von 3,2.... da hat man nicht viel Auswahl! Das ich mehrfach umziehen musste, 7 mal die Klassen gewechselt hab, interessiert da keinen!

    Und wie sieht es jetzt aus. Hab mein Dipl. Ing. überdurchschnittlich abgeschlossen und nebenbei noch ein Zusatzstudium ebenfalls überdurchschnittlich absolviert... Ich war auch der erste Student aus der Fakultät Maschinenbau welcher seine Dipl. Note mit 1.0 bestanden hat und diese Arbeit in China absolvierte...

    Noten sind derart zweitrangig! .... Das haben die meisten aber noch nicht verstanden...

    Ich für meinen Teil finde, das viel mehr Einstellungstest gemacht werden sollten! Wenn ich mir anschaue, wer alles motiviert ist Medizin zu studieren und auch ein guter Arzt wäre... und im Gegenzug mir die zukünftigen Lehrer ansehe und darüber nachdenke warum die Lehramt studieren... kommt mir das große Grauen!

    .... Aber was sag ich da... Wir leben in einem Land was es nicht einmal schafft national ein einheitliches Abitur auf die Beine zu stellen.... lächerlich!

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    und im Gegenzug mir die zukünftigen Lehrer ansehe und darüber nachdenke warum die Lehramt studieren... kommt mir das große Grauen!

    Wie viele haben sie sich angeschaut und wie lange haben sie sich die angehenden Lehrer angeschaut?
    Ich fühle mich dabei immer als angehender Lehrer persönlich angesprochen, weil ich mich, wie die meisten meiner Kommilitonen, die ich kenne, in diesem Studium reingehängt habe, gerne Lehrer werden will und auch, sofern sich die jetzigen Eindrücke bestätigen, auch ein ordentlicher Lehrer werden werde. Es gibt überall schwarze Schafe.. Auch in den Ingenieurswissenschaften.. So manchmal..

    Meinen Vorrednern anhängend sind beide Seiten im Recht - zum einen ist die Berufswahlfreiheit mit der hier argumentiert wird im GG verankert und das Studium nunmal Bestandteil eben deren Realisierung, andererseits hat es was von Quotendenken, wenn nicht mehr die besten für ein fach in Frage kommen, sondern diese eben Plätze für andere räumen müssen.

    Ganz vergessen wird dabei allerdings, dass es schon lange usus ist, sich auf einen Studienplatz an der Wunschuni zu bewerben, auch wenn das Abi wohl nicht reicht, und dann nach dem Nachrückverfahren eine Klage auf Neuberechnung der Studienplätze einzureichen - so ist schon mancher BWLer mit einem NC von 3,6 ohne Wartesemester ins Studium gestartet...

    Die Unart sich seinen Weg einzuklagen ist scheinbar systemimmanent geworden, dem kann man eigentlich nur mit Auswahltest beikommen - wer trotz guten ABis den Test nicht schafft, darf sich eben neu umsehen.

    und im Gegenzug mir die zukünftigen Lehrer ansehe und darüber nachdenke warum die Lehramt studieren... kommt mir das große Grauen!

    Wie viele haben sie sich angeschaut und wie lange haben sie sich die angehenden Lehrer angeschaut?
    Ich fühle mich dabei immer als angehender Lehrer persönlich angesprochen, weil ich mich, wie die meisten meiner Kommilitonen, die ich kenne, in diesem Studium reingehängt habe, gerne Lehrer werden will und auch, sofern sich die jetzigen Eindrücke bestätigen, auch ein ordentlicher Lehrer werden werde. Es gibt überall schwarze Schafe.. Auch in den Ingenieurswissenschaften.. So manchmal..

    Meinen Vorrednern anhängend sind beide Seiten im Recht - zum einen ist die Berufswahlfreiheit mit der hier argumentiert wird im GG verankert und das Studium nunmal Bestandteil eben deren Realisierung, andererseits hat es was von Quotendenken, wenn nicht mehr die besten für ein fach in Frage kommen, sondern diese eben Plätze für andere räumen müssen.

    Ganz vergessen wird dabei allerdings, dass es schon lange usus ist, sich auf einen Studienplatz an der Wunschuni zu bewerben, auch wenn das Abi wohl nicht reicht, und dann nach dem Nachrückverfahren eine Klage auf Neuberechnung der Studienplätze einzureichen - so ist schon mancher BWLer mit einem NC von 3,6 ohne Wartesemester ins Studium gestartet...

    Die Unart sich seinen Weg einzuklagen ist scheinbar systemimmanent geworden, dem kann man eigentlich nur mit Auswahltest beikommen - wer trotz guten ABis den Test nicht schafft, darf sich eben neu umsehen.

  6. Sie schreiben, dass es in der Schule viele Schüler gibt, die sich schwer tun, die nicht gerne das lernen, was sie nicht wollen....

    mal ehrlich: Geht uns das nicht allen so? Das, was uns Spaß macht, geht gut von der Hand, alles andere erfordert Arbeit.

    Fakt ist aber: Jemand mit einem besseren Abitur hat nun mal ein besseres Abitur. Für diesen galten die gleichen Rahmenbedingungen und wenn er sich ingesamt besser durchgebissen hat, hat er eben eine bessere Leistung hingelegt. Die NC´s kommen ja durch Auswertung der Studienwünsche und deren Noten zustande, sie sind keine feste Marke. Von daher finde ich es schon bedenklich, wenn man über den Klageweg das erreicht, was andere durch Arbeit in der Schulzeit selbt erreicht haben.

    Recht haben Sie allerdings auch, wenn Sie sagen, dass Abiturnote und Studienerfolg nicht unbedingt zusammenhängen. Aber grade bei den Medizinern gibt es auch Tests, die einen am NC vorbei führen. Nicht einfach, aber wer Talent hat, kann das schaffen.

    Insgesamt wäre natürlich ein viel differenzierteres Bewerbungsverfahren wünschenswert.

    Antwort auf "Sehr schönes Urteil"
  7. Als ob ein Abiturient mit 1,2 ein besserer Arzt wird als der mit 1,7 oder 3,2. Das ist doch lächerlich. Nach dem ersten Semester, spätestens nach dem zweiten geht es nicht mehr darum, wie man in der Schule war, sondern wie durchsetzungsfähig und fleißig, neugierig und hartnäckig dran bleibt. Aus einem guten Schüler wird nicht gleich ein guter Student udn schon gar kein guter Arzt. Oder sollen wir das so aufteilen, dass alle 1er Abiturienten ab sofort Medizin, Psychologie oder sowas studieren und der Rest sich schon irgendwo aufteilt. Die mit 3,x können ja immer noch BWL, Soziologie oder Philosophie studieren. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

    Ich kenne ein paar Menshcen, die seit Jahren auf einen Studienplatz warten, die sich im Krankenhaus über Praktika und eine Ausbildung als überaus fähige Mitarbeiter im medizinischen Bereich erwiesen haben. Die wissen sehr genau, was sie wollen, warum sollen diese jungen Menschen denn vier und mehr Jahre warten? Weil sie im Deutsch-Kurs nicht so gut waren?

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    Natürlich bedeutet es nicht automatisch, dass ein Abiturient mit 1,0 ein besserer Arzt wird als einer mit 4,0. Aber: wenn nicht genug Studienplätze für alle da sind, muss ausgwählt werden. Eignungstest wären wesentlich besser, sind aber bei den Studentenzahlen nur schwer zu realisieren. Und ich habe bei meinem Studien einige Mediziner kennengelernt, die sich schon in der Schule sehr schwer taten beim Lernen, die hatten im Studium erst recht Probleme. Gerade ein Medizinstudium besteht nun einmal besonders am Anfang auf Faktenwissen. Wenn man da schon in der Schule Probleme hatte, wird man beim Studium eher dran scheitern als diejenigen, denen Lernen viel leichter fällt. Und ein Abi-Notenunterschied mit 3 oder mit 1 ist in dieser Hinsicht durchaus ein ernstzunehmender Hinweis.. natürlich nicht IMMER, aber im Durchschnitt, wenn ich mir die Leute aus meinem Jahrgang damals anschaue, trotzdem richtig.

    Natürlich bedeutet es nicht automatisch, dass ein Abiturient mit 1,0 ein besserer Arzt wird als einer mit 4,0. Aber: wenn nicht genug Studienplätze für alle da sind, muss ausgwählt werden. Eignungstest wären wesentlich besser, sind aber bei den Studentenzahlen nur schwer zu realisieren. Und ich habe bei meinem Studien einige Mediziner kennengelernt, die sich schon in der Schule sehr schwer taten beim Lernen, die hatten im Studium erst recht Probleme. Gerade ein Medizinstudium besteht nun einmal besonders am Anfang auf Faktenwissen. Wenn man da schon in der Schule Probleme hatte, wird man beim Studium eher dran scheitern als diejenigen, denen Lernen viel leichter fällt. Und ein Abi-Notenunterschied mit 3 oder mit 1 ist in dieser Hinsicht durchaus ein ernstzunehmender Hinweis.. natürlich nicht IMMER, aber im Durchschnitt, wenn ich mir die Leute aus meinem Jahrgang damals anschaue, trotzdem richtig.

    • hlarry
    • 30.09.2011 um 19:35 Uhr

    per se davon zu sprechen, dass Noten nicht dazu dienen sollten, bei der Auswahl geeigneter Kandidaten für ein Studium zu helfen, halte ich für nicht zielführend. Genauso macht es keinen Sinn, Wartende einfach nach einer bestimmten Zeit, eben nur weil die eben rum ist, fürs Studium zuzulassen. Letztlich sollten die Rangfolge der Zulassung an der Eignung bzw. dem Talent festgemacht werden. Dass Abitur-Noten nur begrenzt leisten können, ist wohl ohne Zweifel. Vielmehr ist es die einfachste und billigste Methode auszusieben. Fertig.

    Wollte man wirklich nach Eignung filtern, dann müssten meiner Meinung nach Eignungsprüfungen gemacht werden, von jedem(!), unabhängig von Noten/Alter/Geschlecht/Geldbeutel/und was nicht sonst für Kriterien erfunden werden könnten. Doch das kostet viel Geld - wenn man sich der heute zur Verfügung stehenden Technik bedient. Sprich, man könnte vieles dieses Auswahlprozesses sicher in die virtuelle Welt verlagern. Unternehmen machen dies ja schließlich auch; sogar Skype-Interviews gibt es mittlerweile.

    Also, Auswahl ist unbedingt notwendig! Sonst könnte ja jeder kommen. Nur die richtige Methode muss gewählt werden. Abi-Noten sind und waren schon immer ein Kompromiss. So schlecht sind wir damit nicht gefahren, aber es gibt sicher besseres. Nur die Konsequenzen, die jetzt in dieses Gerichtsurteil hineininterpretiert werden, scheinen mir wieder einmal in die Leere zu führen. Wartende einfach per Dekret zu Studenten zu machen ist wohl keine so tolle Idee.

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    • BinJip
    • 30.09.2011 um 19:47 Uhr

    Ein solches System besteht bereits seit einigen Jahren in Österreich. Seit jeher war es dort entscheidend, dass man die Matura (= dt. Abitur) hat und nicht die Note. Denn um einen Studienplatz zu bekommen, muss man an einem Eignungstest für das jeweilige Fach teilnehmen und dieser Test ist das einzige Auswahlkriterium.

    1998 hat man für das Medizinstudium den Medizinertest deutschlandweit abgeschafft, nur um ihn 2007 in Baden-Württemberg wieder einzuführen. Seither wurde er auch an anderen Unis als Auswahlkriterium wieder eingeführt, wobei das Ergebniss des TMS meist mit der Abiturnote verrechnet wird.

    Eventuell sollte man sich mal überlegen, ob ein Eignungstest als zusätzliches Auswahlkriterium nicht ganz verkehrt ist.

    • BinJip
    • 30.09.2011 um 19:47 Uhr

    Ein solches System besteht bereits seit einigen Jahren in Österreich. Seit jeher war es dort entscheidend, dass man die Matura (= dt. Abitur) hat und nicht die Note. Denn um einen Studienplatz zu bekommen, muss man an einem Eignungstest für das jeweilige Fach teilnehmen und dieser Test ist das einzige Auswahlkriterium.

    1998 hat man für das Medizinstudium den Medizinertest deutschlandweit abgeschafft, nur um ihn 2007 in Baden-Württemberg wieder einzuführen. Seither wurde er auch an anderen Unis als Auswahlkriterium wieder eingeführt, wobei das Ergebniss des TMS meist mit der Abiturnote verrechnet wird.

    Eventuell sollte man sich mal überlegen, ob ein Eignungstest als zusätzliches Auswahlkriterium nicht ganz verkehrt ist.

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