Forschungspolitik Deutsche Forschungsgemeinschaft in der Kritik
Namhafte Wissenschaftler werfen dem größten Wissenschaftsförderer undemokratische Selbstorganisation und undurchsichtige Förderentscheidungen vor.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vergibt am früheren Regierungssitz in Bonn alle Jahre wieder zweieinhalb Milliarden Euro Steuergelder an Hochschulen und verwandte Forschungsstätten. Sie ist damit mächtiger als alle anderen Wissenschaftsförderer zusammen. Der zweitgrößte, die Volkswagen Stiftung, hat gerade einmal zweieinhalb Milliarden Euro Gesamtvermögen und fördert jährlich mit rund 100 Millionen Euro neue Projekte.
Trotz des Fördergeschäfts im Staatsauftrag ist die DFG keine staatliche oder andere öffentliche Behörde, sondern ein privater Verein, so privat wie etwa die Bowlingfreunde Bonn e.V. So gut wie alle deutschen Hochschulen sind Mitglieder, aber keine einzelnen Wissenschaftler in Person. Sie müssen draußen bleiben. So können sie auch nicht selbst als Wahlbewerber für die Vereinsgremien kandidieren, sondern nur zur Kandidatur vorgeschlagen werden. Die Vorschläge machen in der Regel Fachverbände, die organisierte Interessen vertreten.
Kein Wunder also, dass die finanzielle und wissenschaftliche Monopolstellung ohne direkte demokratische Basis massive Kritik engagierter Wissenschaftler hervorruft. Der Heidelberger Germanist Roland Reuß und der Münchener Rechtsprofessor Volker Rieble schlugen jetzt unter der Überschrift "Die freie Wissenschaft ist bedroht" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom 17.10.2011) Alarm. Ihr Manifest bleibt allerdings nur etwas für ohnehin Eingeweihte, rein akademisch-abstrakt und ohne jedes konkrete Beispiel für Missstände. Dahinter steckt aber eine gute Absicht: Niemand soll die Systemkritik als Aufruhr um Einzelfälle abtun können.
Frust über die Praxis hat sich über Jahre angestaut
Dennoch wird erst am konkreten Konfliktfall glasklar, was im Streit genau auf dem Spiel steht. Und dabei zeigt sich, dass sich über Jahre reichlich Missmut zusammengebraut hat. So wunderte sich etwa der Siegener Chemie-Professor Harro Lentz, dass seine Förderanträge bei der DFG auf der Grundlage von Gutachten anderer Experten immer wieder abgelehnt wurden. Deshalb wollte er diese Gutachten sehen. "Ich bin kein Rechthaber", sagt Lentz, "aber ich möchte aus den negativen Voten fürs nächste Mal lernen." Daraus wurde und wird jedoch nichts.
Denn bei der DFG gilt das Gesetz des Schweigens. Sie beharrt darauf, weil Gutachter sonst nicht freimütig genug urteilen könnten. Der Pate bleibt immer im Dunkeln. Womöglich könnten sich die Gutachter sogar schon durch ihren Sprachstil verraten. Deshalb verfasst ein akademischer Sachbearbeiter der DFG den Ablehnungsbescheid mit eigenen Worten. Dieses Vorgehen ist in Ordnung, entschied das Amtsgericht Bonn Ende 2005 rechtskräftig.
- Datum 19.10.2011 - 17:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Warum sollte man den Transparenz zeigen, wenn man dann dadurch nicht mehr ganz gezielt die Wissenschaft beeinflussen kann?!
Dieser Artikel zeigt wieder einmal, wie korrupt und verflochten dieses ganze System doch ist. Und wir wahrscheinlich Wissenschaft nur im Sinner der Geldgeber vermittelt bekommen. Ob die dann allerdings immer der Wahrheit entspricht, wage ich zu bezweifeln!
Meinen Dank an den Verfasser des Artikels!
Transparenz bei der DFG.
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Ich kann die im Artikel geschilderte Problematik nicht bestätigen. Ich konnte die Gutachten aller abgelehnten Anträge teilweise oder komplett einsehen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Gutachten für Sachbeihilfen der DFG unabhägig davon, wie entschieden wurde, beigelegt sind. Dasist sogar häufig sehr hilfreich, weil die Gutachter mitunter konstruktive Kritik äußern.
Wenn man vernünftig argumentieren kann, dass ein negativ ausfallendes Gutachten z.B. Falschaussagen enthält, dann kann man sogar eine revidierte Fassung des Antrags einreichen und einen neuen Gutachter beantragen. Finde ich irgendwie ein sehr transparentes und faires Vorgehen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Gutachten für Sachbeihilfen der DFG unabhägig davon, wie entschieden wurde, beigelegt sind. Dasist sogar häufig sehr hilfreich, weil die Gutachter mitunter konstruktive Kritik äußern.
Wenn man vernünftig argumentieren kann, dass ein negativ ausfallendes Gutachten z.B. Falschaussagen enthält, dann kann man sogar eine revidierte Fassung des Antrags einreichen und einen neuen Gutachter beantragen. Finde ich irgendwie ein sehr transparentes und faires Vorgehen.
Es wäre sehr zu begrüßen, wenn an einer Schaltstelle der Erarbeitung unserer Erkenntnis mehr Transparenz herrschte. Ich fürchte jedoch, der Protest wird zur Unzeit von Fanatikern, Verrückten und Verschwörungstheoretikern geentert und damit diskreditiert (im Sinne von "Die verhindern, daß Schwangerschaft nach Mondzyklen und Stand der Sterne als wissenschaftlich anerkannt wird").
nach dem Mondzyklus, wahrscheinlich konnten sie wissenschaftlich überprüfen, das da nichts dran ist!
Seit wann war Wissenschaft demokratisch. Wissenschaft
dient meist nur denen, welche die Rahmenbedingungen bestimmen. Das zeigt schon die Verteilung der Forschungsgelder. Viele Wissenschaftler wissen schon warum sie mit einer persönlichen Meinungsaussage bis zu Ihrer Pensionierung warten
nach dem Mondzyklus, wahrscheinlich konnten sie wissenschaftlich überprüfen, das da nichts dran ist!
Seit wann war Wissenschaft demokratisch. Wissenschaft
dient meist nur denen, welche die Rahmenbedingungen bestimmen. Das zeigt schon die Verteilung der Forschungsgelder. Viele Wissenschaftler wissen schon warum sie mit einer persönlichen Meinungsaussage bis zu Ihrer Pensionierung warten
Was der Hintergrund der Kritik einiger Professoren an der DFG ist, sollte aber vielleicht nicht verschwiegen werden: http://www.perlentaucher....
Im Lichte dieser Vorgeschichte stellt sich vielleicht heraus, dass der Konflikt etwas komplizierter ist.
nach dem Mondzyklus, wahrscheinlich konnten sie wissenschaftlich überprüfen, das da nichts dran ist!
Seit wann war Wissenschaft demokratisch. Wissenschaft
dient meist nur denen, welche die Rahmenbedingungen bestimmen. Das zeigt schon die Verteilung der Forschungsgelder. Viele Wissenschaftler wissen schon warum sie mit einer persönlichen Meinungsaussage bis zu Ihrer Pensionierung warten
Ich verstehe Ihren Beitrag nicht. Ich verlange nicht, daß die Wissenschaft "demokratisch" abstimmt, was nun eine wissenschaftliche Erkenntnis ist. Ich fürchte nur, daß ein notwendiger Anstoß zur Entkrustung und Entfilzung versandet, weil sich noch der letzte "Spinner" dem anschließt und den Anstoß diskreditiert.
Ich verstehe Ihren Beitrag nicht. Ich verlange nicht, daß die Wissenschaft "demokratisch" abstimmt, was nun eine wissenschaftliche Erkenntnis ist. Ich fürchte nur, daß ein notwendiger Anstoß zur Entkrustung und Entfilzung versandet, weil sich noch der letzte "Spinner" dem anschließt und den Anstoß diskreditiert.
ist dieser Artikel. Und in der sachte teilweise falsch.
Man fragt sich, ob der Verfasser überhaupt die verschiedenen Förderungen durch die DFG kennt.
Die DFG fördert:
- Forschungsanträge einzelner Wissenschaftler (Einzelanträge).
- Forschergruppen (Sammelantrag mehrerer Wissenschaftler zu einem Thema).
Netzwerke:
- Sonderforschungsbereich (SFB, typisch bis zu zwanzig Anträge zu einem gemeinsamen Themenbereich an einem Standort).
- Schwerpunktprogramme (SPP, typisch bis zu zwanzig Anträge zu einem gemeinsamen Thema deutschlandweit)
- Exzellenz-Zentren (ein Standort, 2 bis 3 mal umfangreicher als ein SFB).
- Eliteuniversitäten.
In jedem einzelnen Bereich gibt es unterschiedliche Level von Transparenz.
Bei den Einzelanträgen gibt es in der Tat wenig Transparenz. Bei den Exzellenzentren und Elite-Uinversitäten hat man den Eindruck, dass politische Aspekte mit eine Rolle spielen.
Aber z.B. in den Netzwerken, SPP und SFB, werden die Verlängerungsanträge von Gutachtern geprüft, die der Antragsteller kennt. Die Gutachter reisen für eine 2-tägige Begutchtung an. Sie stellen öffentlich Fragen, wo jeder Antragsteller die Chance hat, noch bestehende Unklarheiten zu beseitigen.
In allen Fällen sind die Gutachter herausragende Fachleute.
Es ist mir unverständlich, wie ein so schlecht informierter Autor ein derart pauschales Urteil über die Begutachtungen der DFG schreiben kann.
Die DFG vergibt ihre Forschungsmittel vergleichsweise sehr effektiv und sachbezogen.
Die DFG vergibt offiziell die Fördermittel nicht nach Genderkriterien und weist diesbezüglich jede Kritik weit von sich.
Andererseits pfeifen alle Spatzen in und ausserhalb der DFG,
dass Gender ein neues K.O.-Kriterium bei der DFG ist.
Männliche Bewerber in den Lebenswissenschaften sehen angeblich sehr alt aus.
Wer weiß mehr?
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