Doktorandenförderung Die neuen Gesichter des Islam

Junge Talente promovieren jetzt in einem Graduiertenkolleg für bekenntnisgebundene "Islamische Studien". Sie gehen auf Distanz zu Tradition und Alltag ihrer Religion.

Die Doktorandinnen und Doktoranden des ersten Jahrgang des Graduiertenkollegs Islamische Theologie

Die Doktorandinnen und Doktoranden des ersten Jahrgang des Graduiertenkollegs Islamische Theologie

an vier Universitäten gestiftet, um Millionen Muslimen in Deutschland auch eine akademische Heimat zu bieten. Dabei wurde die Doktorandenförderung aber einfach vergessen. Jetzt unterstützt die Stiftung Mercator vier Frauen und drei Männer mit Promotionsstellen an ihren Heimatunis in Hamburg, Paderborn, Münster, Frankfurt und Erlangen und außerdem in gemeinsamen Summer Schools.

"Unsere Stipendiaten sind die jungen Gesichter des Islam in Deutschland, der Nachwuchs für die neuen theologischen Lehrstühle", sagt Bernhard Lorentz von der Stiftung Mercator. Die Lehrstühle hatte die Bundesregierung im Vorjahr zunächst

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Die Kollegiaten sind zwischen Zwanzig und Anfang Dreißig, sie stammen also aus der Generation des Mesut Özil, der derzeit dem deutschen Fußball ein neues Gesicht gibt. Wie der Sportler kommen die akademischen Hoffnungsträger aus Zuwandererfamilien. Sie haben bereits ein Erststudium in Religions- oder Islamwissenschaften, Orientalistik, Philosophie, Geschichte oder Pädagogik hinter sich. Eine von ihnen ist Grundschullehrerin, eine andere Wirtschaftsingenieurin, ein Dritter ehrenamtlicher Imam (Vorbeter).

Sie alle seien "Grenzgänger, Anstifter zur Veränderung in der Theologie", sagt Harry Harun Behr, Professor für Islamische Religionslehre in Erlangen und Sprecher des Graduiertenkollegs. Ihr geistiges Abenteuer können wohl erst Eingeweihte voll ermessen. So untersuchen die Doktoranden historisch-kritisch alte Handschriften des Koran und frühe Kommentarliteratur oder suchen nach feministischen Deutungsmöglichkeiten der Heiligen Schrift und im islamischen Recht. Oder sie bearbeiten das Spannungsverhältnis von göttlicher Offenbarung und menschlicher Vernunft. Die Themen klingen nicht viel anders als in den christlichen Theologien: Es geht im Wesentlichen um moderne Lesarten der Überlieferung, um mit gesellschaftlichen Veränderungen wie beispielsweise der Emanzipation der Frau theologisch Schritt zu halten.

Schavan erwartet theologisch fundierte Ausbildung

Dabei macht beispielsweise Ufuk Topkara, bereits hochdekorierter Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der amerikanischen Fulbright-Kommission, sich und anderen keine Illusionen: "Mit unseren Interpretationsversuchen erreichen wir natürlich nicht mehr die erste und zweite Zuwanderergeneration etwa aus Anatolien. Die haben ganz andere religiöse Bedürfnisse." Mouhanad Khorchide, Professor für Religionspädagogik in Münster, sagt: "Wir machen Eltern und Kindern einer hiesigen Mittelschicht ein Werte-Angebot ohne jeden Missionseifer." Jede Mittelschicht ist aber als solche ja schon der beste Beweis für soziale Integration. Wo die noch nicht gelungen ist, da kann sich staatliche Integrationspolitk auch von islamischen Hochschultheologen offenbar nicht viel erhoffen.

Von den neuen Lehrstühlen erwartet Bundesbildungsministerin Annette Schavan eine theologisch fundierte Ausbildung für Religionslehrer in den Schulen und Prediger in den Moscheegemeinden. Bislang gibt es aber nur in Franken und Niedersachsen amtliche Schulversuche für einen islamischen Religionsunterricht, als Erweiterungsfach für fertige Lehramtskandidaten an Grund- und Hauptschulen. Nordrhein-Westfalen, das Bundesland mit den meisten Muslimen, oder auch Hessen sind aus staatsrechtlichen Gründen längst nicht so weit.

Im Übrigen lehnt etwa der Frankfurter Theologieprofessor Ömer Özsoy eine Imam-Ausbildung an den Universitäten strikt ab. Das sei allein Aufgabe der Moscheevereine und ihrer Verbände, erklärte er gerade unwidersprochen auf einem Mercator-Forum. Andernfalls wäre eine Verwicklung der Hochschullehre in konfessionelle und Verbands-Streitigkeiten unvermeidbar. Genau genommen, werden zwar auch die christlichen Geistlichen an kirchlichen Seminaren ausgebildet, allerdings nicht ohne entsprechendes Uni-Studium.

Weil die Berufsperspektiven im geistlichen Dienst unzureichend sind, sprechen Professoren und Schüler der Islamischen Studien umso lieber von zweckfreier "Grundlagenforschung." Um dabei Boden unter die eigenen Füße im neuen Fach zu bekommen, sehen sie sich einer doppelten Herausforderung ausgesetzt. So mahnt etwa Özsoy, selbst ein ausgewiesener Experte historischer Textkritik: "Um im Konzert der Wissenschaften mitspielen zu können, müssen wir unbedingt die fachlichen Erwartungen von Philologen, Historikern, Literaturtheoretikern in unseren Nachdisziplinen erfüllen, zumal der traditionellen Islamwissenschaften."

Islamische Theologie lässt sich nicht lösen von der islamischen Welt

Den Neuen muss es also darum gehen, nicht den Verdacht zu geraten, akademisch undisziplinierte Schmuddelkinder zu sein. Gleichzeitig wendet die Hamburger Hochschullehrerin Katajun Amirpur den Blick auch nach Sarajevo, Ankara und anderen traditionellen Bildungsstätten: "Eine islamische Theologie kann sich nicht hier (in Deutschland) losgelöst von der islamischen Welt entwickeln. Sonst stünden wir auf verlorenem Posten und würden international nur belächelt." Das ist offenbar die hohe Kunst. Mit dem Gesicht nach Europa, aber trotzdem nicht mit dem Rücken zum Orient forschen.

In dieser wissenschaftlichen Zwickmühle haben die Doktoranden schon genug zu tun, ohne an weitergehende Erwartungen von Politik und Gesellschaft zu denken. Was ist die gesellschaftliche Relevanz ihrer Forschungen, lautet eine vielleicht allzu naive Frage. "Eine gute Doktorarbeit zu veröffentlichen", sagt Nachwuchsmann Topkara ohne große Versprechungen, aber auch ohne falsche Bescheidenheit.

 
Leser-Kommentare
  1. Guten Tag,

    das Foto zeigt meines Erachtens die Widersprüchlichkeit von Absicht und Realität. Die Frauen sind verhüllt, wohingegen die Männer offenbar nicht Bekleidungszwängen unterworfen zu sein scheinen. Welche Veränderung in der Auslegung des Korans und der islamischen Theologie wird da angestrebt?

    Grüße

    RL

    46 Leser-Empfehlungen
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    diese Gedanken kamen mir bei dem Bild. Archaische Kleidung und moderne Auslegung..
    Alles Thneorie ohne Praxis...
    Jedenfalls bin ich aufgrund der Abbildung nicht besonders beindruckt von der Reformierung der islam. Texte...

    - vom Kopftuch auf den Inhalt des Kopfes zu schließen. So meint ja auch Herr Sarrazin, mit der Bezeichnung "Kopftuchmädchen" sei das Wesentliche gesagt. Tatsächlich ist es aber so, dass viele Kopftuchträgerinnen ganz und gar nicht dem Klischee der an den Herd gebundenen Frau, die nichts zu sagen hat, entsprechen. Ich wette fast, dass es bei den abgebildeten Frauen auch der Fall ist. Übrigens, in diesem Jahr hat ein "Kopftuchmädchen" den Friedensnobelpreis bekommen - für ihr politisches und ganz und gar nicht an die im Jemen herrschenden Verhältnisse angepasstes Engagement.

    Wenn man unvoreingenommen den Blick über einen deutschen Nordseestrand streufen lässt, stellt man auch fest, dass die Männer alle oben ohne herumlaufen dürfen, die Frauen aber nocht. Die unterliegen Bekleidungszwängen und müssen sich verhüllen. Das zeigt das perfide Geschlechterbild des Christentums, das jeder Emanzipation widerspricht. Eine Veränderung in der Auslegung der Bibel ist vonnöten! Erst wenn alle Christinnen erkannt haben, dass sie unterdrückt werden und nur noch in Badehose herumlaufen, ist die Emanzipation erreicht.

    • Kyriae
    • 21.11.2011 um 19:57 Uhr

    Jetzt einer Muslima zu unterstellen, nur weil sie Kopftuch trängt, einen alten Islam zu huldigen, zeigt wie dumm diese Leute sind, die dies behaupten. Keine Ahnung vom Koran.

    Im Koran steht drin, dass Mohammed die Frauen BAT, dass sie das Kopftuch tragen um sie von den Ungläubigen unterscheiden zu können. Das ist eine Sache, die übrigens auch im Judentum und im Christentum gibt nur mit der Unterscheidung, dass die Frauen dort tragen MÜSSEN.

    Willst du die Einstellung einer Muslima (oder auch eines Moslems) "testen", dann frag sie warum sie ein Kopftuch trägt ODER schick sie auf eine öffentliche Schule.

    Eine Universität ist zwar öffentlich, aber hat nicht diese Strenge wie sie sonstige öffentliche Einrichtungen hat (außer in Bayern, da werden in öffentlichen Schulen ja auch alle anderen Religionen außer das Christentum beleidigt).

    Das Moderne daran ist, dass die Frauen hier selbst entscheiden, dass sie einen Kopftuch tragen.

    Altgebacken ist immer dann, wenn der Mann der Frau vorschreibt, wie sie sich anzuziehen hat. Egal ob in Afghanistan (alles anziehen!), in Brasilien (alles ausziehen!), hier zuhause (je nach Männerlaune, gefälligst?), etc.

    Eine Frau, die bereits eine Doktorarbeit schreibt, wird sich wohl von keinem Mann ihre Kleiderordnung vorschreiben lassen!

    Also, Herr Leoncavallo, bei allen schönen Opern, die Sie hervorgebracht haben... aber die Logik ist ganz eindeutig nicht Ihre Stärke ;)

    • zorc
    • 21.11.2011 um 21:18 Uhr

    Ruggero Leoncavallo fällt prompt auf's vermutlich mit Bedacht gewählte Titelbild herein und jammert rum: "Die Frauen sind verhüllt, wohingegen die Männer offenbar nicht Bekleidungszwängen unterworfen zu sein scheinen. Welche Veränderung in der Auslegung des Korans und der islamischen Theologie wird da angestrebt?"

    Ja, Kleidervorschriften sind schon 'ne schlimme Sache. Zum Beispiel so wie diese hier:

    http://images.zeit.de/pol...

    Die Männer haben alle einen Strick um den Hals, während die Frau die Bluse ganz locker offenstehen lassen darf und nur einen weichen Schal darumlegt. Welche Veränderung in der Praxis sozialer Zwänge im deutschen Alltag und in den Geschlechterrollen wird da angestrebt?

    Wenigstens hat man als Kind des allerchristlichsten Abendlandes irgendwann mal das schöne Bild vom Splitter im Auge des anderen und vom Balken im eigenen kennengelernt. Jetzt müsste man's nur noch anwenden.

    Selbst wenn wir uns darauf einigen, dass es allüberall Balken sind, wäre schon was gewonnen. Aber wer glaubt, der eigene Balken sei die Landschaft da draußen, der hat damit vermutlich Probleme.

    diese Gedanken kamen mir bei dem Bild. Archaische Kleidung und moderne Auslegung..
    Alles Thneorie ohne Praxis...
    Jedenfalls bin ich aufgrund der Abbildung nicht besonders beindruckt von der Reformierung der islam. Texte...

    - vom Kopftuch auf den Inhalt des Kopfes zu schließen. So meint ja auch Herr Sarrazin, mit der Bezeichnung "Kopftuchmädchen" sei das Wesentliche gesagt. Tatsächlich ist es aber so, dass viele Kopftuchträgerinnen ganz und gar nicht dem Klischee der an den Herd gebundenen Frau, die nichts zu sagen hat, entsprechen. Ich wette fast, dass es bei den abgebildeten Frauen auch der Fall ist. Übrigens, in diesem Jahr hat ein "Kopftuchmädchen" den Friedensnobelpreis bekommen - für ihr politisches und ganz und gar nicht an die im Jemen herrschenden Verhältnisse angepasstes Engagement.

    Wenn man unvoreingenommen den Blick über einen deutschen Nordseestrand streufen lässt, stellt man auch fest, dass die Männer alle oben ohne herumlaufen dürfen, die Frauen aber nocht. Die unterliegen Bekleidungszwängen und müssen sich verhüllen. Das zeigt das perfide Geschlechterbild des Christentums, das jeder Emanzipation widerspricht. Eine Veränderung in der Auslegung der Bibel ist vonnöten! Erst wenn alle Christinnen erkannt haben, dass sie unterdrückt werden und nur noch in Badehose herumlaufen, ist die Emanzipation erreicht.

    • Kyriae
    • 21.11.2011 um 19:57 Uhr

    Jetzt einer Muslima zu unterstellen, nur weil sie Kopftuch trängt, einen alten Islam zu huldigen, zeigt wie dumm diese Leute sind, die dies behaupten. Keine Ahnung vom Koran.

    Im Koran steht drin, dass Mohammed die Frauen BAT, dass sie das Kopftuch tragen um sie von den Ungläubigen unterscheiden zu können. Das ist eine Sache, die übrigens auch im Judentum und im Christentum gibt nur mit der Unterscheidung, dass die Frauen dort tragen MÜSSEN.

    Willst du die Einstellung einer Muslima (oder auch eines Moslems) "testen", dann frag sie warum sie ein Kopftuch trägt ODER schick sie auf eine öffentliche Schule.

    Eine Universität ist zwar öffentlich, aber hat nicht diese Strenge wie sie sonstige öffentliche Einrichtungen hat (außer in Bayern, da werden in öffentlichen Schulen ja auch alle anderen Religionen außer das Christentum beleidigt).

    Das Moderne daran ist, dass die Frauen hier selbst entscheiden, dass sie einen Kopftuch tragen.

    Altgebacken ist immer dann, wenn der Mann der Frau vorschreibt, wie sie sich anzuziehen hat. Egal ob in Afghanistan (alles anziehen!), in Brasilien (alles ausziehen!), hier zuhause (je nach Männerlaune, gefälligst?), etc.

    Eine Frau, die bereits eine Doktorarbeit schreibt, wird sich wohl von keinem Mann ihre Kleiderordnung vorschreiben lassen!

    Also, Herr Leoncavallo, bei allen schönen Opern, die Sie hervorgebracht haben... aber die Logik ist ganz eindeutig nicht Ihre Stärke ;)

    • zorc
    • 21.11.2011 um 21:18 Uhr

    Ruggero Leoncavallo fällt prompt auf's vermutlich mit Bedacht gewählte Titelbild herein und jammert rum: "Die Frauen sind verhüllt, wohingegen die Männer offenbar nicht Bekleidungszwängen unterworfen zu sein scheinen. Welche Veränderung in der Auslegung des Korans und der islamischen Theologie wird da angestrebt?"

    Ja, Kleidervorschriften sind schon 'ne schlimme Sache. Zum Beispiel so wie diese hier:

    http://images.zeit.de/pol...

    Die Männer haben alle einen Strick um den Hals, während die Frau die Bluse ganz locker offenstehen lassen darf und nur einen weichen Schal darumlegt. Welche Veränderung in der Praxis sozialer Zwänge im deutschen Alltag und in den Geschlechterrollen wird da angestrebt?

    Wenigstens hat man als Kind des allerchristlichsten Abendlandes irgendwann mal das schöne Bild vom Splitter im Auge des anderen und vom Balken im eigenen kennengelernt. Jetzt müsste man's nur noch anwenden.

    Selbst wenn wir uns darauf einigen, dass es allüberall Balken sind, wäre schon was gewonnen. Aber wer glaubt, der eigene Balken sei die Landschaft da draußen, der hat damit vermutlich Probleme.

  2. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/lv

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    Entfernt. Der Originalkommentar wurde inzwischen entfernt. Die Redaktion/lv

    Entfernt. Der Originalkommentar wurde inzwischen entfernt. Die Redaktion/lv

  3. 3. Genau

    diese Gedanken kamen mir bei dem Bild. Archaische Kleidung und moderne Auslegung..
    Alles Thneorie ohne Praxis...
    Jedenfalls bin ich aufgrund der Abbildung nicht besonders beindruckt von der Reformierung der islam. Texte...

    27 Leser-Empfehlungen
    • serins
    • 21.11.2011 um 14:22 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und verzichten Sie auf überzogene Polemik und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/lv

  4. Zitat:

    "Bislang gibt es aber nur in Franken und Niedersachsen amtliche Schulversuche für einen islamischen Religionsunterricht, als Erweiterungsfach für fertige Lehramtskandidaten an Grund- und Hauptschulen. Nordrhein-Westfalen, das Bundesland mit den meisten Muslimen, oder auch Hessen sind aus staatsrechtlichen Gründen längst nicht so weit."

    Während u.a. in Berlin der Religionsunterricht als Pfichtfach zugunsten des Faches Ethik abgeschafft wurde - es gibt ihn nur bei ausreichend Anmeldungen als Zusatzfach - wird hier unterschwellig beklagt, dass es zu wenige Schulversuche mit Islamunterricht gebe. Wie geht das zusammen?
    Meiner Meinung nach sollte der Religionsunterricht aus den Schulen herausgehalten werden. Stattdessen Ethikunterricht in dem u. a. über alle großen Weltreligionen informiert wird.

    28 Leser-Empfehlungen
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    Nein, Religionsunterricht gehört an die Schulen, zumindest als Teil des Ethikunterrichts, damit die Kinder lernen , woher sie (und die Gesellschaft, in der sie leben) kommen. Das ist Teil der Allgemeinbildung, die Eltern müssen sonst privaten Zusatzunterricht suchen/bezahlen.

    Hier ist das französische Beispiel eher abschreckend: Im privaten Religionsunterricht kann jeder katholische Hardliner und jeder Islamist sich in aller Ruhe völlig unkontrolliert seiner "Schäfchen" annehmen. - Frage einer kleinen Katholikin nach dem "Cathé" an ihre Mutter: "Mama, stimmt das, dass der (evangelische) Papa in die Hölle kommen muss?"

    Nein, Religionsunterricht gehört an die Schulen, zumindest als Teil des Ethikunterrichts, damit die Kinder lernen , woher sie (und die Gesellschaft, in der sie leben) kommen. Das ist Teil der Allgemeinbildung, die Eltern müssen sonst privaten Zusatzunterricht suchen/bezahlen.

    Hier ist das französische Beispiel eher abschreckend: Im privaten Religionsunterricht kann jeder katholische Hardliner und jeder Islamist sich in aller Ruhe völlig unkontrolliert seiner "Schäfchen" annehmen. - Frage einer kleinen Katholikin nach dem "Cathé" an ihre Mutter: "Mama, stimmt das, dass der (evangelische) Papa in die Hölle kommen muss?"

  5. was erwarte ich eigentlich überhaupt von Religionsunterricht unabhängig davon zu welcher Religion?

    Grundlage ist ein Glaubenssystem, dass sich weitgehen gegen wissenschaftliche Erkenntnisse und Logik verschließt. Ich meine jetzt vor allem den konfessionell christilichen Unterricht, den ich kenne.

    Dieser Unterricht gehört aus der Schule verbannt. Leider ist er in den Verfassungen teilweise gut verankert und es ist unpopulär etwas gegen Religion zu haben.

    Wie kann es aber staatliches Bildungsziel sein, Kinder mit dem Glauben an ein höheres Wesen (oder Prinzip) zu erziehen, statt (oder parall zu) Erkenntnistheorie und wissenschaftlicher Methodik?

    Ich habe in der Schule viel mehr über die Bergpredikt gehört (und wieso viel eigentlich das ganze alte Testament so kurz aus?) als über Ockham's Razor.

    Ich habe 13 Jahre Gymnasium mit guten Leistungen über mich ergehen lassen ohne auch nur ansatzweise auf wissenschaftliches Arbeiten vorbereitet worden zu sein. In den normalen Fächern auswendig lernen für Klausuren und dazu in Religion die Phantasien einiger Sektierer vor 2000 Jahren - und das (außer dem Hinweis, dass das alte Testament irgendwie aus dem Judentum kommt) ohne die Entstehung dieser Geschichten über Jahrhunderte in der Region bis Ägypten und Indien.

    Wer auf die Idee kommt, Religionen theologisch (statt z.B. psychologisch oder historisch) zu studieren, ist mir suspekt - vollkommen egal um welche Religion es sich handelt.

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  6. in diesem Forum. Darüber sollten wir sprechen.

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    Ich spüre wohl eher eine gewisse Feindseligkeit, die sich hier in meiner Heimat (Deutschland) entwickelt.

    Menschen gehen sich aus dem Weg, statt zu versuchen, sich zu verstehen - weil ersterer viel leichter ist.

    Ich spüre wohl eher eine gewisse Feindseligkeit, die sich hier in meiner Heimat (Deutschland) entwickelt.

    Menschen gehen sich aus dem Weg, statt zu versuchen, sich zu verstehen - weil ersterer viel leichter ist.

    • Zyklo
    • 21.11.2011 um 15:05 Uhr

    sehr treffend das Ganze!

    27 Leser-Empfehlungen
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