Bildungsfinanzierung 102 Hochschulen erhalten Geld für bessere Lehre
Weitere Hochschulen bekommen rund 400 Millionen Euro aus dem Qualitätspakt Lehre von Bundesministerin Schavan. Die Opposition kritisierte die Mittel als unzureichend.
Weitere 102 Hochschulen in ganz Deutschland erhalten Fördermittel des Bundes. Mit den insgesamt 400 Millionen Euro aus dem "Qualitätspakt Lehre" sollen die Studienbedingungen und die Lehrqualität verbessert werden. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und ihre rheinland-pfälzische Kollegin Doris Ahnen (SPD) gaben am Dienstag in Berlin die Juryentscheidung einer zweiten Auswahlrunde bekannt. Unter den jetzt ausgewählten Hochschulen sind 40 Universitäten, 43 Fachhochschulen sowie 19 Kunst- und Musikhochschulen.
Der Bund will bis 2020 insgesamt zwei Milliarden Euro in die Qualität der Hochschullehre investieren. Die Länder ergänzen die Bundeshilfe mit eigenen Programmen. Gefördert werden vor allem in den
Studieneingangsphasen Tutoren- und Mentorenprogramme, Brückenkurse für Erstsemester in Mathematik und Naturwissenschaften, die Fortbildung von Hochschullehrern in der Kunst guter Lehre sowie berufspraxisbezogene Veranstaltungen und die Begleitung von Hochschulabsolventen in den Beruf.
"Gute Lehre muss zur Identität einer Hochschule gehören", sagte Schavan. Ahnen lobte die Breitenwirkung des Programmes. "Wir fördern nicht nur einzelne ausgesuchte Leuchttürme, sondern eine Vielzahl von Hochschulen." In einer ersten Förderrunde hatten bereits 84 Hochschulen Geld bekommen. An dem Wettbewerb hatten sich 90 Prozent aller deutschen Hochschulen beteiligt.
Die Jury-Vorsitzende Karin Donhauser von der Humboldt-Universität Berlin sagte: "Mit dem Wettbewerb ist an vielen Hochschulen die Lehre zu einem Thema geworden." Bislang habe die Lehre zu häufig im Schatten der Forschung gestanden.
Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kai Gehring, sprach von einer Alibi- und PR-Veranstaltung Schavans. Angesichts milliardenschwerer Unterfinanzierung der Hochschulen ließen sich mit dem nun bereitgestellten Geld Lehrqualität und Studienbedingungen nicht flächendeckend verbessern. Auch der SPD-Hochschulpolitiker Swen Schulz bezeichnete das Programm als zu gering. Schulz verwies darauf, dass der Wissenschaftsrat eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr für die Lehre gefordert hatte.
- Datum 13.12.2011 - 16:57 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 17
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Die Unis machen da was falsch....
Sie sollten sich besser "Banken" nennen um den richtig fetten Geldregen zu bekommen.
Man sieht mal wieder die Prioritäten dieser Dilettanten-Regierung: Milliarden für Krieg und Banken,
600 Millionen Euro für das Berliner Stadtschloss aber nur 400 Millionen Euro für 102 Hochschulen...
...das Stadtschloss? Man sollte zu seinem zweifelhaften Geschmack an Kitsch und historischer Kittung auch in Berlin stehen dürfen, wenn es die Dresdener tun.
Danke für ihren Kommentar, dadurch wurde mir erst klar, wie wenig eigentlich bei uns für Bildung ausgegeben wird. Leider...
Sie haben aber noch die 4 Mrd. für Stuttgarts unterirdischen Bahnhof vergessen.
Was mag da alles auf uns zukommen, wenn die auf einmal auch noch ihren Flughafen unter die Erde verlegen wollen? ;-)
...das Stadtschloss? Man sollte zu seinem zweifelhaften Geschmack an Kitsch und historischer Kittung auch in Berlin stehen dürfen, wenn es die Dresdener tun.
Danke für ihren Kommentar, dadurch wurde mir erst klar, wie wenig eigentlich bei uns für Bildung ausgegeben wird. Leider...
Sie haben aber noch die 4 Mrd. für Stuttgarts unterirdischen Bahnhof vergessen.
Was mag da alles auf uns zukommen, wenn die auf einmal auch noch ihren Flughafen unter die Erde verlegen wollen? ;-)
4 Millionen pro Uni... Die deutsche Lehre wird damit ein ganz neues Gesicht gewinnen.
wird ausgegeben werden für "Qualitätsmanagemeng", sprich Verwaltungsangestellte, die während der Seminarstunden auszufüllende Fragebögen entwickeln, mit deren Hilfe die Qualität der Lehre überprüft wird. Die Lehrenden haben begleitende Berichte zu schreiben und sich gegenseitig zu beurteilen.
UM ES KLARZUSTELLEN: Ich bin für Evaluation. Aber wenn mir mein Sohn erzählt, dass mittlerweile in drei Sitzungen jeweils ein Drittel der Sitzungszeit dafür daraufgeht und die Verwaltung inzwischen die Zeit erfassen und verwalten lässt, die zwischen offizieller Abgabefrist einer Hausaufgabe und deren Korrektur verstreicht, ohne "Kästchen" dafür parat zu haben, wenn jemand früher abgibt, weil er aus irgendwelchen Gründen (z.B. Stipendienantrag) seine Note früher braucht, oder jemand aus zuzugestehenden Gründen verspätet abgibt...
BITTE steckt Geld in die LEHRE, nicht in die VERWALTIGUNG!
In einem verwaltungsinternen Papier einer deutschen Uni heißt es mittlerweile angeblich "Die Verwaltung ist der Motor von Forschung und Lehre."
Haben wir nicht schon wieder eine real existierende Planwirtschaft?
besonders stolz zu sein scheint
die zeit geht mitterweile eigentlich in allen sitzungen drauf. so leute wie der herr doktor, der nicht weiß ,dass dieser titel , der kein titel ist , gar nicht zum namen gehört, sind dann aber wieder gleich bei erbschafts- und vermögens umverteilungsphantasien dabei, denn da ist ein bisschen staatliche plannung ja nicht fehl am platze..
ad stipendien..lächerlich,ihr sohn..heute hat jeder 10. student ein stipendium..also keine leistung .vermutlich lehramtsstudent
Verzichten Sie auf persönlichen Anfeindungen und Polemik. Die Redaktion/mak
besonders stolz zu sein scheint
die zeit geht mitterweile eigentlich in allen sitzungen drauf. so leute wie der herr doktor, der nicht weiß ,dass dieser titel , der kein titel ist , gar nicht zum namen gehört, sind dann aber wieder gleich bei erbschafts- und vermögens umverteilungsphantasien dabei, denn da ist ein bisschen staatliche plannung ja nicht fehl am platze..
ad stipendien..lächerlich,ihr sohn..heute hat jeder 10. student ein stipendium..also keine leistung .vermutlich lehramtsstudent
Verzichten Sie auf persönlichen Anfeindungen und Polemik. Die Redaktion/mak
....sondern die Studenten Geld für Semestergebühren. So könnten sie schlechte Lehre abstrafen.
"Nicht die Unis sollten Geld bekommen für Lehre....
....sondern die Studenten Geld für Semestergebühren. So könnten sie schlechte Lehre abstrafen."
Sie unterstellen, dass die Lehrenden absichtlich die Qualität der Lehre schleifen lassen. Ich selbst bin derzeit Doktorand auf einer Projektstelle mit doppeltem Lehrdeputat und wende viel Zeit und Kraft für die Betreuung von Studierenden sowie die Vorbereitung von Veranstaltungsmaterialien auf. Doch ist es durchaus so, dass ich hier bewusst Ressourcen in die Lehre investiere, die mir bei meinem eigenen Vorankommen fehlen. Das unterfinanzierte und unterbesetzte deutsche Universitätswesen bringt Dozenten in die schwierige Situation zwischen der Zukunft Anderer und der eigenen Zukunft abzuwägen. Nahezu alle Dozenten die ich kenne nehmen sich trotzdem Zeit für ihre Studenten. Aber ein System, dass auf Verzicht auf eigene Interessen basiert ist wenig stabil.
Schlechte Lehre abzustrafen würde also nur jene treffen, die ohnehin zwischen den Fronten stehen. Einerseits wird einem die Zukunft vieler motivierter, freundlicher und junger Menschen auf die Schultern gelegt. Andererseits gilt: Publish or perish.
"Nicht die Unis sollten Geld bekommen für Lehre....
....sondern die Studenten Geld für Semestergebühren. So könnten sie schlechte Lehre abstrafen."
Sie unterstellen, dass die Lehrenden absichtlich die Qualität der Lehre schleifen lassen. Ich selbst bin derzeit Doktorand auf einer Projektstelle mit doppeltem Lehrdeputat und wende viel Zeit und Kraft für die Betreuung von Studierenden sowie die Vorbereitung von Veranstaltungsmaterialien auf. Doch ist es durchaus so, dass ich hier bewusst Ressourcen in die Lehre investiere, die mir bei meinem eigenen Vorankommen fehlen. Das unterfinanzierte und unterbesetzte deutsche Universitätswesen bringt Dozenten in die schwierige Situation zwischen der Zukunft Anderer und der eigenen Zukunft abzuwägen. Nahezu alle Dozenten die ich kenne nehmen sich trotzdem Zeit für ihre Studenten. Aber ein System, dass auf Verzicht auf eigene Interessen basiert ist wenig stabil.
Schlechte Lehre abzustrafen würde also nur jene treffen, die ohnehin zwischen den Fronten stehen. Einerseits wird einem die Zukunft vieler motivierter, freundlicher und junger Menschen auf die Schultern gelegt. Andererseits gilt: Publish or perish.
...das Stadtschloss? Man sollte zu seinem zweifelhaften Geschmack an Kitsch und historischer Kittung auch in Berlin stehen dürfen, wenn es die Dresdener tun.
"Nicht die Unis sollten Geld bekommen für Lehre....
....sondern die Studenten Geld für Semestergebühren. So könnten sie schlechte Lehre abstrafen."
Sie unterstellen, dass die Lehrenden absichtlich die Qualität der Lehre schleifen lassen. Ich selbst bin derzeit Doktorand auf einer Projektstelle mit doppeltem Lehrdeputat und wende viel Zeit und Kraft für die Betreuung von Studierenden sowie die Vorbereitung von Veranstaltungsmaterialien auf. Doch ist es durchaus so, dass ich hier bewusst Ressourcen in die Lehre investiere, die mir bei meinem eigenen Vorankommen fehlen. Das unterfinanzierte und unterbesetzte deutsche Universitätswesen bringt Dozenten in die schwierige Situation zwischen der Zukunft Anderer und der eigenen Zukunft abzuwägen. Nahezu alle Dozenten die ich kenne nehmen sich trotzdem Zeit für ihre Studenten. Aber ein System, dass auf Verzicht auf eigene Interessen basiert ist wenig stabil.
Schlechte Lehre abzustrafen würde also nur jene treffen, die ohnehin zwischen den Fronten stehen. Einerseits wird einem die Zukunft vieler motivierter, freundlicher und junger Menschen auf die Schultern gelegt. Andererseits gilt: Publish or perish.
....beschuldigt werden sollen. Es geht darum gute Lehre zu fördern. Das tut das jetzige System offenbar nicht sehr überzeugend. Das liegt an vielen Details, die jedoch wohl systemisch zu sein scheinen. So sollte man nicht mehr Geld in ein schlechtes System stecken. Man sollte das System ändern bzw in ein neues überführen.
....beschuldigt werden sollen. Es geht darum gute Lehre zu fördern. Das tut das jetzige System offenbar nicht sehr überzeugend. Das liegt an vielen Details, die jedoch wohl systemisch zu sein scheinen. So sollte man nicht mehr Geld in ein schlechtes System stecken. Man sollte das System ändern bzw in ein neues überführen.
besonders stolz zu sein scheint
die zeit geht mitterweile eigentlich in allen sitzungen drauf. so leute wie der herr doktor, der nicht weiß ,dass dieser titel , der kein titel ist , gar nicht zum namen gehört, sind dann aber wieder gleich bei erbschafts- und vermögens umverteilungsphantasien dabei, denn da ist ein bisschen staatliche plannung ja nicht fehl am platze..
ad stipendien..lächerlich,ihr sohn..heute hat jeder 10. student ein stipendium..also keine leistung .vermutlich lehramtsstudent
Verzichten Sie auf persönlichen Anfeindungen und Polemik. Die Redaktion/mak
....beschuldigt werden sollen. Es geht darum gute Lehre zu fördern. Das tut das jetzige System offenbar nicht sehr überzeugend. Das liegt an vielen Details, die jedoch wohl systemisch zu sein scheinen. So sollte man nicht mehr Geld in ein schlechtes System stecken. Man sollte das System ändern bzw in ein neues überführen.
Was schwebt Ihnen als Systemänderung so vor?
Reicht Ihnen nicht die zur Zeit betriebene Abkehr von der Freiheit von Forschung und Lehre hin zur Marktabergläubigkeit und dem Diktat einer vermeintlichen Wirtschaftlichkeit wie sie in den letzten Jahren so eifrig betrieben werden?
Wenn es etwas gibt, was die deutschen Forscher schon seit Jahrhunderten lernen, lehren und beherrschen, dann ist es der Wettbewerb um die besten Forschungsleistungen. Darauf beruht der gute Ruf der deutschen akademischen Ausbildung.
Keiner braucht diesen Marktaberglauben, wir brauchen aber vor allem Universitäten, die funktionieren- als Orte der akademischen AUSBILDUNG und FORSCHUNG- für jeden, der leistungsfähig & -willig ist.
Dazu gehört vor allem, daß es genügend Stellen im Mittelbau gibt, die Aufhebung der Befristungsregelung und eine faire Bezahlung von Doktoranden, Wissenschaftlern und Privatdozenten.
Wir sind gerade dabei, den international guten akademischen Ruf unseres Landes ohne Not zu verspielen und durch den Aberglauben an die vermeintliche Überlegenheit der Markt- und Wettbewerbssteuerung zu ersetzen.
Zur Vertiefung: Welche Art von "Wettbewerb", den der Bertelsmann Thinktank CHE dabei im Sinn hat, kann hier nachgelesen werden:
http://www.nachdenkseiten...
Was schwebt Ihnen als Systemänderung so vor?
Reicht Ihnen nicht die zur Zeit betriebene Abkehr von der Freiheit von Forschung und Lehre hin zur Marktabergläubigkeit und dem Diktat einer vermeintlichen Wirtschaftlichkeit wie sie in den letzten Jahren so eifrig betrieben werden?
Wenn es etwas gibt, was die deutschen Forscher schon seit Jahrhunderten lernen, lehren und beherrschen, dann ist es der Wettbewerb um die besten Forschungsleistungen. Darauf beruht der gute Ruf der deutschen akademischen Ausbildung.
Keiner braucht diesen Marktaberglauben, wir brauchen aber vor allem Universitäten, die funktionieren- als Orte der akademischen AUSBILDUNG und FORSCHUNG- für jeden, der leistungsfähig & -willig ist.
Dazu gehört vor allem, daß es genügend Stellen im Mittelbau gibt, die Aufhebung der Befristungsregelung und eine faire Bezahlung von Doktoranden, Wissenschaftlern und Privatdozenten.
Wir sind gerade dabei, den international guten akademischen Ruf unseres Landes ohne Not zu verspielen und durch den Aberglauben an die vermeintliche Überlegenheit der Markt- und Wettbewerbssteuerung zu ersetzen.
Zur Vertiefung: Welche Art von "Wettbewerb", den der Bertelsmann Thinktank CHE dabei im Sinn hat, kann hier nachgelesen werden:
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