StudienfachwahlIrgendwas mit Menschen studieren

Oft beginnt die Studienfachwahl mit einer vagen Vorstellung. Wir stellen Alternativen zu Massenstudiengängen vor. Heute: Studiengänge mit Menschen

Außerschulische Bildung

Erziehungswissenschaft sowie Jugend- und Weiterbildung stehen hier auf dem Lehrplan. Die Einsatzmöglichkeiten der Absolventen reichen von der Arbeit im Jugendzentrum bis zum Führungskräftetraining.

Diakonik/Religionspädagogik

Auf die Gemeindearbeit in der katholischen und evangelischen Kirche bereiten diese Studiengänge vor – mit theologischen Inhalten wie Seelsorge oder Kirchengeschichte, aber auch mit Fächern wie Ethik und Verwaltungslehre.

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Elementarpädagogik

Bildung und Erziehung für die ganz Kleinen sind in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückt: Elementarpädagogen lernen, wie man Vorschulkinder fördert und sich auf solider wissenschaftlicher Basis als Erzieher in Krippen und Kindergärten um sie kümmert.

Ernähungswissenschaften

Was in Lebensmitteln steckt und wie viel Fett, Kohlenhydrate und Vitamine man zu sich nehmen sollte, steht bei diesem Studium im Mittelpunkt. Die Absolventen können Ernährungsberater werden oder zum Beispiel bei Krankenkassen und in der Lebensmittelindustrie arbeiten.

Freizeitwissenschaften

Für Freizeitwissenschaftler stehen neben psychologischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen auch Gästeführung oder Wellnessberatung auf dem Stundenplan. Absolventen dieses Fachs arbeiten bei Fremdenverkehrsämtern, in Kurzentren, in Freizeitparks oder bei Reiseveranstaltern.

Gerontologie

Auf die Herausforderungen einer Gesellschaft mit immer mehr alten und sehr alten Menschen will dieses Studienfach vorbereiten: Gerontologen beschäftigen sich nicht nur mit der medizinischen Betreuung älterer Menschen, sondern auch mit soziologischen, rechtlichen und ethischen Fragen.

Instructional Design

Hier lernen Studenten, wie man heute lernt: An der Schnittstelle von Pädagogik und Informatik entwickeln sie nach ihrem Abschluss zum Beispiel Lernprogramme für den PC oder Online-Lernplattformen.

Kosmetologie/Körperpflege

Die Theorie und Praxis der Körperpflege kann man nicht nur in einer Kosmetikschule lernen: Das Studium bereitet etwa auf die Arbeit in der Qualitätssicherung und im Marketing der Kosmetikbranche vor, aber auch auf die Leitung eines eigenen Kosmetiksalons oder auf das Unterrichten in Fachschulen.

Logopädie

Wenn jemand lispelt oder stottert, helfen Logopäden weiter. Sie lernen im Studium medizinische Grundlagen des Sprechens kennen, wissen, wie der Mensch sprechen lernt und wie man Stimm-, Sprach- oder Hörstörungen therapieren kann. Die Absolventen arbeiten in Kliniken oder eigenen Praxen, in Schulen und in Kindergärten.

Medizinpädagogik

In diesem Studium geht es um Anatomie, Psychologie und Erziehungswissenschaften. Medizinpädagogen sind in der Gesundheitsförderung, aber auch im Qualitätsmanagement von Kliniken beschäftigt und bilden angehende Krankenpfleger, Ergotherapeuten oder Hebammen aus.

Der ZEIT Studienführer 2011

Der ZEIT Studienführer 2011

Midwifery

Wer später als Hebamme arbeiten will, kann ergänzend zur Ausbildung diesen Studiengang belegen. Die Studenten beschäftigen sich neben der Patientenversorgung auch mit Qualitätsmanagement oder Personalentwicklung.

Rehabilitations- und Heilpädagogik

Studenten dieser Fachrichtung lernen, wie man Menschen mit Behinderungen, Verhaltensstörungen oder chronischen Erkrankungen betreut und fördert. Sie arbeiten nach dem Abschluss in Pflegeheimen, Kliniken oder Beratungsstellen.

 
Leserkommentare
  1. Einige der hier genannten "Studiengänge" sind eigentlich klassische Ausbildungen, z. B. Logopädie. Der Akademikerwahn treibt skurrile Blüten...

    Schön wäre es von der ZEIT gewesen, auch zu benennen, wo man diese Orchideenfächer denn studieren kann.

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    • primi
    • 11.01.2012 um 19:34 Uhr

    Ich studiere Logopädie, und ja, früher und auch jetzt noch wird man Logopäde, indem man eine Ausbildung absolviert (auch ich wurde klassisch ausgebildet, danach folgten Bachelor und Master). Allerdings gibt es immer mehr Logopädiestudiengänge, die entstehen. Dies ist wichtig, da es wissenschaftlich gesehen so viele neue Erkenntnisse gibt, dass eine reine Ausbildung schon allein zeitlich gesehen einfach nicht mehr ausreichend ist - von wegen Akademikerwahn!
    Genauso wichtig wie eine evidenzbasierte Medizin ist eine evidenzbasierte Sprachtherapie, Physiotherapie, usw. Dies ist meiner Meinung nach nur durch qualitativ hochwertige Studiengänge und die damit verbundene Forschung zu erreichen.
    @Koboldspruch: Wenn Sie wirklich Interesse daran haben, zu erfahren, wo man Logopädie studieren kann, werde ich Ihnen gerne Auskunft darüber geben.

    • primi
    • 11.01.2012 um 19:34 Uhr

    Ich studiere Logopädie, und ja, früher und auch jetzt noch wird man Logopäde, indem man eine Ausbildung absolviert (auch ich wurde klassisch ausgebildet, danach folgten Bachelor und Master). Allerdings gibt es immer mehr Logopädiestudiengänge, die entstehen. Dies ist wichtig, da es wissenschaftlich gesehen so viele neue Erkenntnisse gibt, dass eine reine Ausbildung schon allein zeitlich gesehen einfach nicht mehr ausreichend ist - von wegen Akademikerwahn!
    Genauso wichtig wie eine evidenzbasierte Medizin ist eine evidenzbasierte Sprachtherapie, Physiotherapie, usw. Dies ist meiner Meinung nach nur durch qualitativ hochwertige Studiengänge und die damit verbundene Forschung zu erreichen.
    @Koboldspruch: Wenn Sie wirklich Interesse daran haben, zu erfahren, wo man Logopädie studieren kann, werde ich Ihnen gerne Auskunft darüber geben.

  2. "Irgendwas mit X studieren", schon hört man im Geiste die Stimme der Besserwisser und Nein-Sager, die sich über die Schwammigkeit verschiedener Studiengänge, Studenten, der Geisteswissenschaften überhaupt, die "brotlosen Künste" und die sogennanten Orchideenfächer auslassen möchten. Und sogleich: Nur weil etwas seltener ist, heisst es nicht, dass dafür kein Bedarf in der Gesellschaft herrschte (nicht jede gesellschaftliche Funktion, ist auch unbedingt direkt eine Marktfunktion oder eine quantifizierbare). In der immer schneller sich wandelnden Arbeitswelt sind, daneben, auch und gerade sowohl Kenntnisse gefragt, die vor allem das Weiterlernen und die erhöhte Anpassungsfähigkeit ermöglichen (die Kritiker, das merkt man schnell, hängen oft einem längst vergangenen Modell der Arbeitsweltstruktur hinterher), als auch solche, die - gerade weil selten und nur von wenigen betrieben - langfrisitig Bestand haben und haben müssen: Spezialisten und Universalisten, kurzfrisitge Anpassung, langanhaltende Übersicht und überdauernde Fähigkeiten bedarf es gleichermassen. Die komplexe Welt lässt sich nicht wie ein statischer Algortihmus der Arbeitskraft angehen, sie ist dynamisch und braucht Vielfalt und aktiv-kooperative Gestaltung. Gerade hier läge ein Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil des deutschen Systems, die man im eigenen Interesse bewahren sollte.

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    • nouraa
    • 10.01.2012 um 20:16 Uhr

    Das gibt es doch nicht etwa wirklich? Wenn doch, dann ist das wirklich traurig. Nannte man das früher nich Friseur oder Make-up-Artist und lernte es nach der 9. Klasse als Ausbildung?

  3. Sobald dieses Wort auftaucht, sollte man sich überlegen, ob man wirklich studieren will.
    Was im Artikel aufgelistet wurde hat doch an einer Hochschule nichts verloren, da wäre jeder mit eine klassischen Ausbildung besser bedient. Praxis und Berufsschule.

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  4. ist die Lieblingsvorsilbe der Ahnungslosen. Gerne wird auch "einfach" oder "warum wird eigentlich nicht ..." gebraucht.

    Wer mit Menschen arbeiten möchte, hat auch im Bereich betrieblicher Ausbildungen schöne Alternativen: Frisör, Masseur, Altenpfleger.

    Akademisch ist mittlerweile auch der Polizeidienst (jedenfalls in Hessen).

    • primi
    • 11.01.2012 um 19:34 Uhr

    Ich studiere Logopädie, und ja, früher und auch jetzt noch wird man Logopäde, indem man eine Ausbildung absolviert (auch ich wurde klassisch ausgebildet, danach folgten Bachelor und Master). Allerdings gibt es immer mehr Logopädiestudiengänge, die entstehen. Dies ist wichtig, da es wissenschaftlich gesehen so viele neue Erkenntnisse gibt, dass eine reine Ausbildung schon allein zeitlich gesehen einfach nicht mehr ausreichend ist - von wegen Akademikerwahn!
    Genauso wichtig wie eine evidenzbasierte Medizin ist eine evidenzbasierte Sprachtherapie, Physiotherapie, usw. Dies ist meiner Meinung nach nur durch qualitativ hochwertige Studiengänge und die damit verbundene Forschung zu erreichen.
    @Koboldspruch: Wenn Sie wirklich Interesse daran haben, zu erfahren, wo man Logopädie studieren kann, werde ich Ihnen gerne Auskunft darüber geben.

    • Saciel
    • 12.01.2012 um 15:55 Uhr

    die Stange für die "irgendwas"ler brechen.

    Es ist überhaupt nicht schlimm am Anfang nicht zu wissen -was- man genau machen möchte, solange man eine grobe Richtung kennt.
    Wichtig ist, sich vorher über den Studiengang in den man sich einschreibt zu informieren damit man nicht völlig falsch liegt.

    Aber wer weiß im ersten Semester schon was er am Ende wird? V.a. in geisteswissenschaftlichen Fächern gibt es doch keinen spezifischen Beruf und selbst mit einem Biologiestudium endet man seltenst als "Biologe".

    Man muss nur innerhalb des Studiums den Arsch hoch kriegen und sich einen Fokus setzen. Wer mit dem Bachelor noch nicht weiß was er will, hat da eher ein Problem, aber als Erstsemester finde ich das vollkommen legitim.

    Ich bin auch eine "Ja warum eigentlich nicht..." Studentin. Ich wusste, dass ich Religionswissenschaft studieren wollte, aber was dazu? Meine Mutter hing über irgendeinem Reisebericht über China und meinte "Studier' doch Chinesisch, ist eh' gerade im Kommen." Und ich dachte mir: Siehe oben.
    Jetzt bin ich sehr glücklich mit meinem Studium und weiß genau wo ich hin will.

  5. ... dass es diese Fächer (mittlerweile) als Studiengang gibt. Meine Kunden sind auch immer wieder erstaunt, was alles geht. Aus der Sicht des Karrierecoaches für junge Menschen macht es Sinn, die individuellen Schwerpunkte eines Schülers herauszuarbeiten und eben solche Nischen aufzuzeigen. Würde es nicht immer neue Varianten geben, dann hätten wir seit Erfindung der Hochschulen keinen Wissenschaftszuwachs. Und nur die Wahl zwischen Theologie, Astronomie, Medizin und Jura... und dafür ist weiß Gott nicht jeder geschaffen.

    Als Religionspädagogin (siehe oben) muss ich aus eigener Erfahrung hinzufügen: Viele neue Studienabschlüsse brauchen Zeit, bis sich der Arbeitsmarkt auf sie einstellt. Hier müssen Absolventen oft Pionierarbeit leisten. Das sollte man bei der Newby-Fach-Wahl mit bedenken.

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