RüstungsforschungStudenten der Uni Frankfurt wollen Zivilklausel

An der Frankfurter Uni haben sich die Studenten mit großer Mehrheit gegen Rüstungsforschung an ihrer Hochschule ausgesprochen. Bindend ist der Beschluss allerdings nicht.

"Die Goethe-Universität Frankfurt ist eine Universität, an der Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen." In einer Urabstimmung haben sich über 76 Prozent der Studenten an der Uni Frankfurt dafür ausgesprochen, diesen Passus in die Grundordnung der Hochschule aufzunehmen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) war für eine solche Zivilklausel eingetreten, nachdem 2009 bekannt geworden war, dass die Uni Frankfurt "wehr- und sicherheitstechnische Forschungen" durchführt. Die hessische Landesregierung hatte dies laut AStA damals auf Anfrage bekannt gegeben.

Zwar ist das Ergebnis der Abstimmung nicht bindend. Aber für die Hochschulleitung sei es "ein ernstzunehmendes Votum", sagte Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn. Die Verankerung eines Auftrages für zivile Forschung in der Präambel des neuen Hochschulentwicklungsplans, der dort bereits vor der Abstimmung aufgenommen wurde, belege, dass "auch das Präsidium diesem Punkt Bedeutung zumisst." Der Uni-Leitung sei nicht bekannt, dass derzeit Forschung mit militärischem Hintergrund betrieben werde.

Anzeige

Die Universität Bremen hatte erst vor wenigen Tagen das Bekenntnis zu ihrer Zivilklausel von 1986 bekräftigt. Zuvor hatte es heftigen Streit um die Stiftungsprofessur eines Unternehmens gegeben, das die Bundeswehr mit Aufklärungssatelliten beliefert.

Zivilklauseln sind an vielen Universitäten ein Thema. Die Uni Tübingen etwa hat 2009 einen entsprechenden Passus in ihre Grundordnung aufgenommmen. Initiativen an anderen Hochschulen, etwa in Köln und Karlsruhe, waren bislang nicht erfolgreich, auch wenn sich in Abstimmungen an beiden Unis die Mehrheit der Studenten für eine solche Selbstverpflichtung ausgesprochen hatte.

Zur Startseite
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Bundeswehr | Forschung | Landesregierung | Student | Universität Bremen | Unternehmen
    Service