Internationales HochschulrankingLMU München ist beste deutsche Universität

Das Magazin "Times Higher Education" veröffentlicht sein neues Hochschulranking. Harvard ist wieder auf Platz eins, Deutschland verbessert sich leicht.

Die LMU München

Auf Platz 42: Die LMU München  |  © LMU München

Die Harvard Universität ist auf Platz eins des Hochschulrankings des britischen Magazins Times Higher Education zurückgekehrt. Die amerikanische Top-Uni hatte ihren Spitzenplatz im vergangenen Jahr an das California Institute of Technology (Caltech) verloren und musste sich mit der Elite-Uni Stanford den zweiten Platz teilen. In der neuen Ausgabe des Rankings, für das über 17.500 Wissenschaftler und akademisches Personal, nicht aber Studenten befragt wurden, sieht die Spitze nun wieder aus wie gewohnt: Seit dem ersten Erscheinen des Rankings vor neun Jahren hatte Harvard stets den ersten Platz belegt.

Deutschland konnte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessern. Beste deutsche Universität ist nach dem Ranking weiterhin die Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie konnte sich um sechs Plätze von 48 auf 42 verbessern. Die Humboldt-Universität Berlin sowie die Technische Universität München liegen im Feld 61-70. Auch die Universität Heidelberg ist unter den Top 100: Sie liegt auf dem Feld 71-80. Zwar könne Deutschland trotz der Größe des Landes nur vier Universitäten im Ranking aufweisen, sagte Phil Baty, Herausgeber des Rankings. "Aber die Zeichen für die Zukunft sind gut. Wenn es wirkliche internationale Aufmerksamkeit für die deutsche Exzellenzinitiative gibt, können wir eine weitere Verbesserung erwarten."

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Wie üblich besteht auch 2012 die Führungsgruppe ausschließlich aus amerikanischen und britischen Universitäten. Außer Harvard und Stanford finden sich auf den vorderen Plätzen das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die kalifornische Universität Berkeley, die Princeton-Universität sowie die britischen Unis Oxford und Cambridge.

Die bestplatzierte Universität eines anderen Landes ist die Universität Tokio auf Platz 8. Die gute Platzierung zeigt stellvertretend einen neuen Trend auf: Das Ansehen asiatischer Universitäten wächst. Fünf Universitäten konnten sich seit dem vergangenen Jahr verbessern: Die chinesische Tsinghua Universität (von Platz 35 auf 30), die Universität Peking (von 43 auf 38), die Universität Hongkong (von 42 auf 39), die Nationale Universität Singapur (von 27 auf 23) und die Nationale Universität Taiwan (aus dem Feld 81-90 auf 61-70). "Unsere Daten beweisen klar, dass eine Machtverschiebung von Westen nach Osten stattfindet, wenn es um das Ansehen der Wissenschaft geht", sagte Baty.

Im Ranking geht es nicht um die Bedingungen für Studenten, sondern vielmehr um die Arbeitsbedingungen für akademisches Personal. Dazu gehören auch der Ruf der Hochschule und die Zahl der Zitierungen in wissenschaftlichen Publikationen. So werden die befragten Wissenschaftler etwa gebeten, bis zu 15 Institutionen zu nennen, die in ihrem Feld führend sind.

An den Methoden des Rankings war in der Vergangenheit Kritik laut geworden. 2010 hatte Herausgeber Baty zugegeben, dass die Ranglisten "schwerwiegende Mängel" aufweisen. In einem Gastbeitrag für DIE ZEIT hatte er Verbesserungen versprochen, unter anderem, die befragten Hochschullehrer sorgfältiger auszuwählen und nur noch nach der Einschätzung in ihrem eigenen Fach zu fragen.

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Leserkommentare
  1. Beste Lehre? Beste Forschung? Beste Was? In allem? Der Artikel hat keine Aussagekraft.

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    • J.S.
    • 15. März 2012 7:21 Uhr

    Lassen sie mich einfach den Artikel zitieren, den Sie vielleicht zu ende hätten lesen sollen:
    "Im Ranking geht es nicht um die Bedingungen für Studenten, sondern vielmehr um die Arbeitsbedingungen für akademisches Personal. Dazu gehören auch der Ruf der Hochschule und die Zahl der Zitierungen in wissenschaftlichen Publikationen. So werden die befragten Wissenschaftler etwa gebeten, bis zu 15 Institutionen zu nennen, die in ihrem Feld führend sind."

    • J.S.
    • 15. März 2012 7:17 Uhr
    2. Genau

    , dann soll einfach jeder, der mit der Schule fertig ist und die passende Note hat, in den Autobau gehen. Wir stützen einfach alles darauf!

    Von einer Branche auf alle zu schließen und im gleichen Atemzug zu behaupten, dass es reicht in einer dieser "Spitzenpersonal" (fürchterliches Wort) auszubilden, halte ich für zu kurz gegriffen.

    Antwort auf
    • J.S.
    • 15. März 2012 7:21 Uhr

    Lassen sie mich einfach den Artikel zitieren, den Sie vielleicht zu ende hätten lesen sollen:
    "Im Ranking geht es nicht um die Bedingungen für Studenten, sondern vielmehr um die Arbeitsbedingungen für akademisches Personal. Dazu gehören auch der Ruf der Hochschule und die Zahl der Zitierungen in wissenschaftlichen Publikationen. So werden die befragten Wissenschaftler etwa gebeten, bis zu 15 Institutionen zu nennen, die in ihrem Feld führend sind."

    • AceKi
    • 15. März 2012 7:23 Uhr

    ...oder wie muss ich das Ranking nun verstehen? Viele Publikationen und mit wem arbeite ich gerade an einem Projekt...Das es in dem Osten Unmengen an Wissenschaftlern gibt und sie deswegen ebenfalls Unmengen an Output produzieren, ist doch irgendwie verständlich.
    Aber dass die Qualität dadurch steigt, wage ich zu bezweifeln.
    Interessanter fände ich ein Ranking in dem dargestellt wird, was aus den ehemaligen Studenten geworden ist und natürlich deren Erfahrungen.
    Ist das alles nicht letztendlich höchst Subjektiv?

    • Chios
    • 15. März 2012 7:27 Uhr

    Die besten Universitäten sind für Familien mit durchschnittlichem Einkommen nicht bezahlbar.

    Beste hin, Beste her.

  2. Es ist leider so, dass die Universitaeten in Deutschland nicht das halten was sie versprechen. Zudem sind sie nicht studierfreundlich fuer Auslaender! Hier gibt es noch so viel Nachholbedarf, dass man hier definitiv nicht sagen kann, dass die LMU spitze ist. Hoechstens spitze im Traum! Das ist mehr Traeumerei und Spielerei als Realitaet und man nur das Budget ansehen und man sieht, dass die Universitaeten weder Hauswirtschaften noch irgendeine Hoeherstufung verdient haben.

  3. Man sollte auch beachten,dass an US-Elite-Unis Studiengebühren von 40.000$/Jahr keine Seltenheit sind. Dementsprechend ist deren Budget auch etwas besser ;)
    Wenn man als Studemt keinen Millionär als Vater hat, hat man allerdings Pech gehabt...
    Von dahet ist es fraglich ob man das überhaupt alles so miteinander vergleichen kann.

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    • cvnde
    • 15. März 2012 9:13 Uhr

    wird erwartet, dass sich der "erfolgreiche Student", nach seinem Abschluss "dankbar" gegenüber der Universität zeigt.

    Man kann dort ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass es sich bei diesen Spenden nicht um wenige Dollar p. a. an einen Förderverein handelt, sondern, das sind Beträge im fünstelligen Bereich und mehr, jährlich, steuerabzugsfähig, natürlich.

    Diese Beträge gehen direkt ins Stiftungskapital und sind anlegbar.

    Dazu mal der Vergleich zu Privat-Unis in Deutschland, die pfeifern alle mehr oder minder ....

    Außer Wirtschaftsunis, die aber auch Gebühren verlangen, die fasst an Oxford und Cambridge rankommen.

  4. "Wie üblich besteht auch 2012 die Führungsgruppe ausschließlich aus amerikanischen und britischen Universitäten."

    In den USA sind Universitäten meist privat, d.h. gewinnorientierte Unternehmen. Für die ist es existenziell, zahlkräftige Studenten anzuziehen, und damit haben sie ein sehr große Interesse daran, in Rankings gut abzuschneiden. Dementsprechende viel investieren sie in gezielte PR, um in diesen Rankings aufzusteigen. Man weiß, wie diese Rankings erstellt werden, und kann das für sich nutzen.

    In GB waren die Studiengebühren bis vor kurzem für Einheimische nicht so hoch, für nicht EU-Bürger aber schon. Für die britischen Unis sind asiatische, indische etc. Studenten mit wohlhabenden Eltern seit langem eine lukrative Einnahmequelle - und die lesen natürlich die Rankings. Das kann ich aus meinem persönlichen Umfeld bestätigen.
    Damit haben auch britische Unis eine starke ökonomische Motivation, den spezifischen Rankingkriterien zu entsprechen.

    In Deutschland ist es zwar nett in einem Ranking oben zu sein, aber nicht wirklich wichtig. Natürlich versucht jeder, die Lehre stetig zu verbessern... aber nicht gezielt mit Blick auf Rankingkriterien.

    Natürlich sind Harvard und Stanford "besser" als jede Deutsche Uni, alleine wegen des erheblich höheren Budgets zur Ausstattung. Aber die allgemeine Domianz von US und GB in solchen Rankings hat denke ich viel mit der Finanzierung des Bildungssystems zu tun.

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    "In den USA sind Universitäten meist privat, d.h. gewinnorientierte Unternehmen."

    Bloedsinn.

    Ihnen ist der Unterschied zwischen "privat" und "gewinnorientiert" offensichtlich nicht klar. Keine einzige der amerikanischen Unis in der Liste ist gewinnorientiert, sie sind alle entweder oeffentlich oder gemeinnuetzig (not for profit).

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte München | Universität | Hochschule | Exzellenzinitiative | Harvard University | Hochschullehrer
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