Konkordatslehrstühle: Kirche macht Uni
Laut Gesetz herrscht Freiheit der Wissenschaft. Doch in Bayern redet der Bischof bei 21 Lehrstühlen mit. Jetzt klagt eine Professorin vor dem Bundesverfassungsgericht.
Zu den höchsten Gütern der deutschen scientific community gehört die viel zitierte Freiheit in Wissenschaft, Forschung und Lehre – siehe Grundgesetz Artikel fünf, Absatz drei. Und damit diese Freiheit bei der universitären Stellenbesetzung gewahrt bleibt, sichert Artikel 33 zu, dass die Zulassung zu öffentlichen Ämtern "unabhängig vom religiösen Bekenntnis" zu geschehen habe: "Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen." Eine kleine aber intrikate Besonderheit an bayrischen Universitäten rückt diese Grundsätze nun ins Blickfeld des Bundesverfassungsgerichts: die sogenannten Konkordatslehrstühle. Es handelt sich um nicht theologische Lehrstühle an staatlichen Universitäten, bei deren Besetzung die katholische Kirche ein Mitsprache- beziehungsweise Vetorecht hat. Karlsruhe hat nun erstmals zu entscheiden, ob diese Konkordatslehrstühle verfassungsgemäß sind.
Doch von vorn: Im Jahr 2008 schreibt die Universität Erlangen-Nürnberg einen Konkordatslehrstuhl für Praktische Philosophie aus. Unter den Bewerbern: Ulla Wessels, derzeit Professorin an der Universität des Saarlandes. Wessels wird nicht zum Probevortrag eingeladen, stattdessen kommt ihr zu Ohren, dass einige andere Bewerber in einem Schreiben der Berufungskommission nach ihrer Konfession gefragt wurden. Sie wird misstrauisch: Nicht nur ist Wessels konfessionslos, sie ist auch im Vorstand der kirchenkritischen Giordano-Bruno-Stiftung engagiert, und ihre Dissertation befasste sich mit dem Recht auf Abtreibung. "Ich kann nicht ausschließen, dass diese Faktoren eine Rolle gespielt haben, mich nicht für die Stelle in Betracht zu ziehen", sagt Wessels – und klagt. Beim bayrischen Verwaltungsgericht unterliegt sie mehrfach, nun zieht sie vor das Bundesverfassungsgericht. Allmählich nimmt das Thema auch in den Medien Fahrt auf, doch ein leichtes Spiel erwartet Wessels nicht: "Es sind verdammt dicke Bretter, die wir bohren müssen", sagt sie, frustriert über den aus ihrer Sicht anachronistischen Einfluss des Vatikans auf staatliche Universitäten.
Das Konkordat – eine Art Staatsvertrag zwischen Bayern und dem Vatikan, der nur beidseitig auflösbar ist – datiert zurück auf das Jahr 1924, hat allerdings 1974 seine für heute relevante Erneuerung erfahren. Bayern hatte damals die bisherigen Konfessionsschulen zugunsten nicht kirchlicher Gemeinschaftsschulen abgeschafft. Gewissermaßen als Kompensation bekam die katholische Kirche eine bestimmte Anzahl an Konkordatslehrstühlen (derzeit sind es 21) in Erziehungs- und Politikwissenschaft sowie Philosophie zugesprochen. So hoffte die Kirche, sich insbesondere in der Lehrerausbildung Einfluss auf die Wertevermittlung sichern zu können. Ausschreibung und Berufungsverfahren halten sich nach offiziellen Verlautbarungen immer an das Prinzip der Bestenauslese – Konkordat hin oder her. Doch bevor der Ruf erteilt werden kann, hat die Berufungskommission ihren Vorschlag erst dem Erzbischof in Bamberg vorzulegen, der wiederum nach eigenem Ermessen Erkundigungen über den Bewerber einholen kann.
Wessels und ihre Unterstützer sind überzeugt, dass das an den Erzbischof gebundene Berufungsverfahren zwangsläufig in Konflikt mit dem Grundgesetz geraten muss: Wird die Berufungskommission nicht von vornherein einen durch das Konkordat gelenkten Blick auf die Bewerber haben? Spielen außerfachliche Kriterien wie die Konfession, öffentliche Homosexualität, eine Scheidung oder eben eine der katholischen Lehrmeinung widersprechende Haltung zu prekären Themen wie Abtreibung oder Präimplantationsdiagnostik nicht doch eine Rolle, wenn es einen Kandidaten auszuwählen gilt? Und, so will Wessels in Karlsruhe zudem mit Artikel 19 GG argumentieren, gleicht es nicht einem Gottesurteil, dass hinzunehmen sei, wenn der Erzbischof einem von der Kommission vorgeschlagenen Bewerber ein Veto erteile? Schließlich sei dieses vor Gericht nicht anfechtbar und damit der vom Grundgesetz zugesicherte Rechtsweg verstellt.







Laut Gesetz herrscht Freiheit der Wissenschaft. Doch (nicht nur) in Nordrhein-Westfalen redet der Hochschulrat bei weit mehr als 21 Lehrstühlen mit. Wann klagt endlich eine Professorin vor dem Bundesverfassungsgericht?
.....Hochschulrat, der, wie der Name schon sagt, eine fachliche und somit kompetente Instanz ist, mit einer bischoeflichen vergleichen? Meines erachtens, wohl kaum, denn waehrend es bei erster um Entscheidungen nach fachlicher Eignung der Kandidaten geht, geht es bei zweiter um eine ideologisch, politisch motivierte Entscheidung.
.....Hochschulrat, der, wie der Name schon sagt, eine fachliche und somit kompetente Instanz ist, mit einer bischoeflichen vergleichen? Meines erachtens, wohl kaum, denn waehrend es bei erster um Entscheidungen nach fachlicher Eignung der Kandidaten geht, geht es bei zweiter um eine ideologisch, politisch motivierte Entscheidung.
wird dieses Relikt aus längst vergangenen Zeiten angegangen. Die Konkordatslehrstühle sind ein Angriff auf die Freiheit der Wissenschaft und gehören abgeschafft. Ein anders lautendes Urteil aus Karlsruhe ist undenkbar.
Diese Klage kann nur der Anfang sein. Folgen müssen die Sonderregelungen im Arbeitsrecht für kirchlicher Einrichtungen, Aufnahmeregeln für Kinder und Schüler an kirchlichen Bildungsstätten (insofern man diese nicht gänzlich verbietet) und natürlich die Unsitte, dass Beamte das Eintreiben von Steuern für die Kirche übernehmen.
Wir müssen endlich eine demokratische Gesellschaft werden, in der Religion und Staat klar getrennt sind.
Dazu zählt übrigens auch ein Verbot von sich religiös identifizierenden Parteien und Gewerkschaften.
Religion ist AUSSCHLIESSLICH Privatsache und darf keinerlei Einfluss auf das öffentliche oder gar politische Leben haben.
...ob dann auch die religiösen Feiertage reine Privatsache werden sollen?
@Cherti: Sorry, aber Ihre Erwägungen zeugen eher von dumpfer Kirchenfeindlichkeit als von fundiertem Reflexionsniveau: Einerseits treten Sie für eine "demokratische Gesellschaft" ein, andererseits wollen sie jeglichen Einfluss der Kirchen auf das politische Leben fernhalten. Demokratie bedeutet bekanntlich "Herrschaft des Volkes". Wenn ein Teil des Volkes seinen Volkswillen aber (auch) auf religiöser Grundlage artikuliert (und das ist nun mal der Fall, auch heute noch), mit welchem Recht wollen Sie dann religiös ausgerichtete Parteien, Gewerkschaften oder Vereine verbieten? Damit schließen sie einen Teil des Volkes von der Volksherrschaft gerade aus. In dem Punkt, dass der Staat keine Kirchensteuern eintreiben oder Geistliche besolden sollte (schon gar nicht einseitig für bestimmte privilegierte Religionsgemeinschaften), gebe ich Ihnen aber Recht.
jede Religion und jede Weltanschaung ist reine Privatsache und hat im öffentlichen Leben nichts zu suchen und schon gar keinen Einfluß zu nehmen - hupps, dann müßten sie ja auch den Mund halten. Es dürfte sich keiner engagieren, keiner einem anderen helfen, unterrichteten,
Aber nein sie haben die Wahrheit (was ist das) ja mit Löffeln gefressen.
Die schlimmsten Ideologen sind die die keine zu haben vorgeben.
Insbesondere die Kirchensteuer soll abgeschafft werden. Es gibt kein Land auf der Welt, das solche oder aehnliche Steuer erhebt. Inzwischen leben in Deutschland gut vier Millionen Moslems und wieder gut eine halbe Million Juden, die aber, seltsamerweise, nichts von diesen Geldern abbekommen. Natuerlich weiss ich, dass einem moslemischen oder juedischen Arbeitnehmer keine Kirchensteuer, die uebrigens an der Einkommensteuer geknoepft ist, abgezogen wird. Aber waere es nicht gerechter, wenn auch diese eine entsprechende Steuer, die dann deren Gemeinden zugute kommen kann, zahlen wuerden? Abschliessend moechte ich daran erinnern, dass der deutsche Staat sich immer noch weigert, der moslemischen Gemeinde Deutschlands den entsprechenden rechtlich oeffentlichen Status zu verleihen und sie somit Kirche und Synagoge gleichzustellen.
...ob dann auch die religiösen Feiertage reine Privatsache werden sollen?
@Cherti: Sorry, aber Ihre Erwägungen zeugen eher von dumpfer Kirchenfeindlichkeit als von fundiertem Reflexionsniveau: Einerseits treten Sie für eine "demokratische Gesellschaft" ein, andererseits wollen sie jeglichen Einfluss der Kirchen auf das politische Leben fernhalten. Demokratie bedeutet bekanntlich "Herrschaft des Volkes". Wenn ein Teil des Volkes seinen Volkswillen aber (auch) auf religiöser Grundlage artikuliert (und das ist nun mal der Fall, auch heute noch), mit welchem Recht wollen Sie dann religiös ausgerichtete Parteien, Gewerkschaften oder Vereine verbieten? Damit schließen sie einen Teil des Volkes von der Volksherrschaft gerade aus. In dem Punkt, dass der Staat keine Kirchensteuern eintreiben oder Geistliche besolden sollte (schon gar nicht einseitig für bestimmte privilegierte Religionsgemeinschaften), gebe ich Ihnen aber Recht.
jede Religion und jede Weltanschaung ist reine Privatsache und hat im öffentlichen Leben nichts zu suchen und schon gar keinen Einfluß zu nehmen - hupps, dann müßten sie ja auch den Mund halten. Es dürfte sich keiner engagieren, keiner einem anderen helfen, unterrichteten,
Aber nein sie haben die Wahrheit (was ist das) ja mit Löffeln gefressen.
Die schlimmsten Ideologen sind die die keine zu haben vorgeben.
Insbesondere die Kirchensteuer soll abgeschafft werden. Es gibt kein Land auf der Welt, das solche oder aehnliche Steuer erhebt. Inzwischen leben in Deutschland gut vier Millionen Moslems und wieder gut eine halbe Million Juden, die aber, seltsamerweise, nichts von diesen Geldern abbekommen. Natuerlich weiss ich, dass einem moslemischen oder juedischen Arbeitnehmer keine Kirchensteuer, die uebrigens an der Einkommensteuer geknoepft ist, abgezogen wird. Aber waere es nicht gerechter, wenn auch diese eine entsprechende Steuer, die dann deren Gemeinden zugute kommen kann, zahlen wuerden? Abschliessend moechte ich daran erinnern, dass der deutsche Staat sich immer noch weigert, der moslemischen Gemeinde Deutschlands den entsprechenden rechtlich oeffentlichen Status zu verleihen und sie somit Kirche und Synagoge gleichzustellen.
soll sich die Kirche doch endlich um die Seelen Ihrer Gläubigen kümmern, soll sie doch loslassen von weltlicher Macht ( hat das nicht neulich so ein Papst gefordert ).
Da scheint aber selbst ein Oberhaupt machtlos zu sein, wenn es um den Anspruch der Kirchen geht im politischen Leben mitzuwirken.
Jeder Freiheit musste bislang gegen diese Kirchen erstritten werden und so ist es immer noch, ich denlke nur an Rundfunk- und Fernsehrat, an Bezahlung der Bischöfe, an Steuereintreibung, an Kindergärten und Schulen, überwiegend von Steuergeldern bezahlt aber von Kirchen beherrscht.
Natürlich ist auch ein Konkordatsvertrag kündbar, dazu braucht es nur den Willen, soll doch der Vatikan dann vor dem Europäischen Gerichtshof klagen, das wäre sicherlich interessant.
...ob dann auch die religiösen Feiertage reine Privatsache werden sollen?
Ich zitiere mich mal selbst:
"wegen mir können alle Feiertage abgeschafft werden, solange das mit zusätzlichen Urlaubstagen (religiöse Menschen können sich ja dann entsprechend frei nehmen) vergolten wird. Im Lohn sind die Feiertage nämlich eingerechnet und eine Abschaffung der Feiertage käme damit einer Lohnkürzung gleich."
http://www.zeit.de/politi...
Ich sehe das wie limdaepl (kommentar #9).
Gesetzliche Feiertage haben einen gewissen Nutzen (ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung hat gleichzeitig frei). Die aus historischen Gründen religiös motivierten Namen einiger gesetzlicher Feiertage könnte man gerne ändern und auch die Termine anders über's Jahr verteilen. Im Großen und Ganzen entsteht aber kein Aufwand, keine Ungleichbehandlung und kein erkennbarer Schaden, wenn man die Regelung so lässt, wie sie ist. Daher sehe ich dort einfach keinen so dringenden Handlungsbedarf wie bei Kirchensteuer oder Arbeitsrechtsprivilegien für "religiöse Unternehmen".
Natürlich sollten christliche Feiertage abgeschaft werden. Ich feire lieber einen Darwin Tag als die Auferstehung Christi. Denn das eine hat stattgefunden, das andere ist schlicht erfunden. Ein Mensch kann nicht auferstehen, so etwas ist unmöglich. Unglaublich das wir so einen Aberglauben bundesweit feiern müssen und allen ein Tanz- und Feierverbot aufgedrückt wird..
ich kenne nur gesetzliche Feiertage. Einige davon sind christliche Feste, die sich meist auf vorchristliche Bräuche zurückführen lassen.
Ich zitiere mich mal selbst:
"wegen mir können alle Feiertage abgeschafft werden, solange das mit zusätzlichen Urlaubstagen (religiöse Menschen können sich ja dann entsprechend frei nehmen) vergolten wird. Im Lohn sind die Feiertage nämlich eingerechnet und eine Abschaffung der Feiertage käme damit einer Lohnkürzung gleich."
http://www.zeit.de/politi...
Ich sehe das wie limdaepl (kommentar #9).
Gesetzliche Feiertage haben einen gewissen Nutzen (ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung hat gleichzeitig frei). Die aus historischen Gründen religiös motivierten Namen einiger gesetzlicher Feiertage könnte man gerne ändern und auch die Termine anders über's Jahr verteilen. Im Großen und Ganzen entsteht aber kein Aufwand, keine Ungleichbehandlung und kein erkennbarer Schaden, wenn man die Regelung so lässt, wie sie ist. Daher sehe ich dort einfach keinen so dringenden Handlungsbedarf wie bei Kirchensteuer oder Arbeitsrechtsprivilegien für "religiöse Unternehmen".
Natürlich sollten christliche Feiertage abgeschaft werden. Ich feire lieber einen Darwin Tag als die Auferstehung Christi. Denn das eine hat stattgefunden, das andere ist schlicht erfunden. Ein Mensch kann nicht auferstehen, so etwas ist unmöglich. Unglaublich das wir so einen Aberglauben bundesweit feiern müssen und allen ein Tanz- und Feierverbot aufgedrückt wird..
ich kenne nur gesetzliche Feiertage. Einige davon sind christliche Feste, die sich meist auf vorchristliche Bräuche zurückführen lassen.
Eine Kirchenkritikerin die für ihre Anliegen Publizität sucht....
@Cherti: Sorry, aber Ihre Erwägungen zeugen eher von dumpfer Kirchenfeindlichkeit als von fundiertem Reflexionsniveau: Einerseits treten Sie für eine "demokratische Gesellschaft" ein, andererseits wollen sie jeglichen Einfluss der Kirchen auf das politische Leben fernhalten. Demokratie bedeutet bekanntlich "Herrschaft des Volkes". Wenn ein Teil des Volkes seinen Volkswillen aber (auch) auf religiöser Grundlage artikuliert (und das ist nun mal der Fall, auch heute noch), mit welchem Recht wollen Sie dann religiös ausgerichtete Parteien, Gewerkschaften oder Vereine verbieten? Damit schließen sie einen Teil des Volkes von der Volksherrschaft gerade aus. In dem Punkt, dass der Staat keine Kirchensteuern eintreiben oder Geistliche besolden sollte (schon gar nicht einseitig für bestimmte privilegierte Religionsgemeinschaften), gebe ich Ihnen aber Recht.
Diese Herrschaft äußert sich in der Gesetzgebung. Wenn in diese Gesetzgebung aber Aspekte eines speziellen Glaubens einfließen sollen, also Glaubenssätze, die für einen anderen Teil des Volkes keine Rolle spielen, dann hat sich die Kirche einer Einflussnahme eigentlich zu enthalten. Dann ist mit anderen Worten der entsprechende Raum rechtsfrei zu halten.
In diesem Sinne ist/war das Wirken der Kirche etwa bei der PID unverzeihlich. Sie hätte stattdessen, das wäre (auch nach dem Selbstverständnis der Kirche) der korrekte Dienstweg gewesen, beim heiligen Geist um Unterstützung bitten dürfen, den Gesetzgeber zu erleuchten.
So aber werden, mit einer gewissen intellektuellen Gnadenlosigkeit, Staatsbürger einem weltanschaulich (besser: kirchlich) motivierten Gesetz unterworfen, im Gegenstz zur weltanschaulichen Neutralität des Staates.
Ist das nun "dumpf"? Ist Kirchenfeindlichkeit automatisch dumpf?
Toleranz gegenüber der Kirche bedeutet nicht, dass man ihr auf intellektueller Augenhöhe begegnen muss. Man darf sie intellektuell verachten und kann operationell dennoch eine kultivierte Form der Toleranz leben.
Herzlichst Crest
Was haben Sie dagegen, wenn in die Gesetzgebung "Aspekte eines speziellen Glaubens einfließen"? Solange ein entsprechender Anteil des Volkes dahintersteht, ist das ja wohl nur demokratisch. Und die Vorstellungen der Gegenseite (Atheisten, Agnostiker, persische Feueranbeter - was auch immer) fließen ja genau so ein. Letztlich bildet sich eine Synthese im Sinne Hegels - oder eben die klassische "volonté generale" im Sinne Rousseaus.
Den Heiligen Geist bitten, den Gesetzgeber bei der Präimplantationsdiagnostik zu erleuchten? Gott handelt in der Welt durch den Menschen. Wer die Hände in den Schoß legt und darauf vertraut, dass es der liebe Gott schon richten wird, dem wird er häufig etwas husten. Schon klar, dass kirchenfeindliche Kreise es gerne hätten, dass die Katholiken gefälligst das Maul halten - und damit letztlich ihnen selbst das Feld überlassen. Mit Verlaub, diesen Gefallen können und werden sie ihnen nicht tun.
Nein, Kirchenfeindlichkeit ist nicht automatisch dumpf. "Dumpf" wird hier als synthetisches, nicht als analytisches Adjektiv verwendet. Dumpf ist die Kirchenfeindlichkeit derer, die keine echten Argumente bringen, sondern sich auf platte Phrasen wie "Die Kirchen soll sich gefälligst raushalten" (oder vermeintlich intellektueller: Staat und Kirche gehören getrennt) zurückziehen.
SIE wollen die Kirche "intellektuell verachten"? Angesichts der Qualität Ihres "Beitrags" mutet das doch recht vermessen und grotesk an.
Das Argument an sich geht total an der Realität vorbei:
In Deutschland sind gerade etwas mehr als 30% der Bevölkerung katholisch. Etwas weniger als 30% sind evangelisch, aber:
Die Auffassungen von z.B. Feiertagen und vielen anderen Dingen sind grundsätzlich unterschiedlich wobei die Katholiken immer klar bevorzugt werden obwohl sie in Deutschland selbst nur eine religiöse Minderheit sind!
Wer zahlt denn die Besuche des Papstes der ja nur die katholische Kirche vertritt und die evangelische Kirche ablehnt?
Demokratie ist immer Mehrheitswille. Und wenn wir noch beachten, dass der größte Teil der deutschen Bevölkerung konfessionslos ist, dann wird das Argument noch brüchiger.
Mit anderen Worten also: Es gibt absolut keinen Grund, die Kirche in irgendeiner Form durch eine so unverschämte Besteuerung zu besteuern. Ich stimme zwar damit überein, dass die Bauten aufgrund ihrer historischen Geschichte aufrecht erhalten gehören, aber das rechtfertigt ein solches Verhalten nicht!
Diese Herrschaft äußert sich in der Gesetzgebung. Wenn in diese Gesetzgebung aber Aspekte eines speziellen Glaubens einfließen sollen, also Glaubenssätze, die für einen anderen Teil des Volkes keine Rolle spielen, dann hat sich die Kirche einer Einflussnahme eigentlich zu enthalten. Dann ist mit anderen Worten der entsprechende Raum rechtsfrei zu halten.
In diesem Sinne ist/war das Wirken der Kirche etwa bei der PID unverzeihlich. Sie hätte stattdessen, das wäre (auch nach dem Selbstverständnis der Kirche) der korrekte Dienstweg gewesen, beim heiligen Geist um Unterstützung bitten dürfen, den Gesetzgeber zu erleuchten.
So aber werden, mit einer gewissen intellektuellen Gnadenlosigkeit, Staatsbürger einem weltanschaulich (besser: kirchlich) motivierten Gesetz unterworfen, im Gegenstz zur weltanschaulichen Neutralität des Staates.
Ist das nun "dumpf"? Ist Kirchenfeindlichkeit automatisch dumpf?
Toleranz gegenüber der Kirche bedeutet nicht, dass man ihr auf intellektueller Augenhöhe begegnen muss. Man darf sie intellektuell verachten und kann operationell dennoch eine kultivierte Form der Toleranz leben.
Herzlichst Crest
Was haben Sie dagegen, wenn in die Gesetzgebung "Aspekte eines speziellen Glaubens einfließen"? Solange ein entsprechender Anteil des Volkes dahintersteht, ist das ja wohl nur demokratisch. Und die Vorstellungen der Gegenseite (Atheisten, Agnostiker, persische Feueranbeter - was auch immer) fließen ja genau so ein. Letztlich bildet sich eine Synthese im Sinne Hegels - oder eben die klassische "volonté generale" im Sinne Rousseaus.
Den Heiligen Geist bitten, den Gesetzgeber bei der Präimplantationsdiagnostik zu erleuchten? Gott handelt in der Welt durch den Menschen. Wer die Hände in den Schoß legt und darauf vertraut, dass es der liebe Gott schon richten wird, dem wird er häufig etwas husten. Schon klar, dass kirchenfeindliche Kreise es gerne hätten, dass die Katholiken gefälligst das Maul halten - und damit letztlich ihnen selbst das Feld überlassen. Mit Verlaub, diesen Gefallen können und werden sie ihnen nicht tun.
Nein, Kirchenfeindlichkeit ist nicht automatisch dumpf. "Dumpf" wird hier als synthetisches, nicht als analytisches Adjektiv verwendet. Dumpf ist die Kirchenfeindlichkeit derer, die keine echten Argumente bringen, sondern sich auf platte Phrasen wie "Die Kirchen soll sich gefälligst raushalten" (oder vermeintlich intellektueller: Staat und Kirche gehören getrennt) zurückziehen.
SIE wollen die Kirche "intellektuell verachten"? Angesichts der Qualität Ihres "Beitrags" mutet das doch recht vermessen und grotesk an.
Das Argument an sich geht total an der Realität vorbei:
In Deutschland sind gerade etwas mehr als 30% der Bevölkerung katholisch. Etwas weniger als 30% sind evangelisch, aber:
Die Auffassungen von z.B. Feiertagen und vielen anderen Dingen sind grundsätzlich unterschiedlich wobei die Katholiken immer klar bevorzugt werden obwohl sie in Deutschland selbst nur eine religiöse Minderheit sind!
Wer zahlt denn die Besuche des Papstes der ja nur die katholische Kirche vertritt und die evangelische Kirche ablehnt?
Demokratie ist immer Mehrheitswille. Und wenn wir noch beachten, dass der größte Teil der deutschen Bevölkerung konfessionslos ist, dann wird das Argument noch brüchiger.
Mit anderen Worten also: Es gibt absolut keinen Grund, die Kirche in irgendeiner Form durch eine so unverschämte Besteuerung zu besteuern. Ich stimme zwar damit überein, dass die Bauten aufgrund ihrer historischen Geschichte aufrecht erhalten gehören, aber das rechtfertigt ein solches Verhalten nicht!
>>>Doch sei ein Konkordat eben ein Staatsvertrag, den man "nicht einfach so zerreißen kann".
Steht ein solcher über dem Grundgesetz? Ich bin gespannt, zu welchem Ergebnis man in Karlsruhe kommen wird.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren