Studiumfinanzierung "Die Note spiegelt auch die Lebenssituation der Studenten wider"
Wer neben dem Studium arbeiten muss, steht unter hohem Druck, sagt Bettina Malter. Im Interview fordert die Bildungsautorin eine Reform des Bafög-Systems.
© Bettina Malter

Bettina Malter
ZEIT ONLINE: Sie sind nicht nur Mitarbeiterin von ZEIT ONLINE, sondern auch Mitherausgeberin des Buches Was bildet ihr uns ein?. Darin beschreiben Sie den Bildungsweg als Hürdenlauf. Was für Hürden sind Ihnen im Studium begegnet?
Bettina Malter: Ich hätte fast keinen Master bekommen, weil meine Noten nicht ausreichten. Ich habe meinen Bachelor mit 2,2 gemacht. Damit ist man heutzutage zu schlecht. Nun kann man sagen: Hätte sie sich halt mehr anstrengen müssen. Aber es wird oft vergessen, dass sich in der Note auch die Lebenssituation von Studierenden widerspiegelt. Viele Studierende müssen wie ich neben dem Studium arbeiten. Ich habe zwar Bafög bekommen, aber das reichte nicht, um alles zu finanzieren. Ich stand oft bis sieben Uhr morgens hinter der Bar. Dadurch hatte ich weniger Zeit, um mich auf mein Studium zu konzentrieren.
ZEIT ONLINE: Sind die Masterplätze denn so knapp?
Malter: Meistens erhalten nur die besten zehn Prozent einen Masterplatz. Das kann dazu führen, dass Bachelorabsolventen mit einen Durchschnitt von 1,6 abgelehnt werden. Das ist makaber und führt zu einem immensen Leistungsdruck. Viele versuchen inzwischen, nur noch so schnell und so gut wie möglich ihren Bachelorabschluss zu machen, ohne nach rechts oder links zu schauen. Hauptsache gute Noten.
ZEIT ONLINE: Dazu passt, dass viele Arbeitgeber über unsouveräne und schlecht ausgebildete Bachelor-Absolventen klagen.
Malter: Man muss sich grundsätzliche Fragen stellen: Soll es während des Studiums möglich sein, Dinge zu hinterfragen, sich sozial zu engagieren und über den Tellerrand des eigenen Faches zu blicken? Oder wollen wir Scheuklappen-Studierende? Es wird häufig nicht geschaut, wie sich Strukturen auf die Menschen auswirken, die darin lernen. Das ist ein Grundproblem unseres Bildungssystems.
ZEIT ONLINE: Sie sagen, Studenten brauchen mehr Zeit fürs Studium. Was ist die Lösung? Ein höherer Bafög-Satz, um nicht arbeiten zu müssen?
Malter: Ein höherer Bafög-Satz ist kein Allheilmittel, zumal nicht jeder den Höchstsatz bekommt. Ein Problem ist, dass man außerhalb der Regelstudienzeit kein Bafög mehr erhält. Durch die Doppelbelastung von Arbeit und Studium kann sich die Studienzeit verlängern. Auch Praktika zu machen ist für finanziell schlechter gestellte Studierende nahezu unmöglich, weil sie damit oft wenig oder gar kein Geld verdienen. 19 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium ab, weil sie es nicht mehr finanzieren können. Für dieses Problem muss es eine Lösung geben.

Bettina Malter ist 27 und macht derzeit ihren Master in Religion und Kultur an der Humboldt-Universität in Berlin. Gemeinsam mit Ali Hotait hat sie das Buch "Was bildet ihr uns ein? Eine Generation fordert die Bildungsrevolution" herausgeben. Darin kritisieren 32 junge Autoren Deutschlands Bildungssystem.
ZEIT ONLINE: In den USA ist es normal, sein Studium mit privaten Krediten zu finanzieren. Könnte das nicht auch in Deutschland funktionieren?
Malter: Studienkredite sind keine Lösung, um jungen Menschen die finanzielle Angst zu nehmen, ein Studium zu beginnen. Die Schulden bei einem Studienkredit sind wesentlich höher als beim Bafög. Diese finanzielle Belastung schreckt viele ab.
ZEIT ONLINE: Sie fordern mehr Geld vom Staat. Kann der das in Zeiten der Finanzkrise leisten?
Malter: Bildung darf nicht von der Konjunktur abhängen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gibt Deutschland im OECD-Vergleich einen unterdurchschnittlichen Betrag für Bildung aus. Gleichzeitig beschreiben Politiker Deutschland immer wieder als Bildungsnation. Das passt nicht zusammen.
- Datum 21.06.2012 - 19:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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kein Problem gehabt einen Masterplatz in Elektro- und Informationstechnik zu bekommen. Mein Bachelor-Studiengang war auch nicht zulassungsbeschränkt. Die meisten, die aufgehört haben, hatten weniger ein Geldroblem, als ein Motivations- oder Intelligenzproblem. Die Studienfinanzierung ist bei mir und vielen Kommilitonen relativ entspannt, da man als Hiwi an der Uni gutes Geld verdienen kann. Eine Job im Club oder Kneipe an der Baar, bis morgens 7 Uhr halte ich nur für bedingt geeignet während des Studiums. Ist allerdings sicherlich sehr viel spaßiger, als Sensorsignalverstärker zu entwerfen.
Kurz um, meine Lebenswirklichkeit trifft dieser Artikel nicht. Für mich ist der Artikel ein Gejammer auf hohem niveau. Vor allem noch mehr Geld zu fordern. Man sollte sich mal fragen, was man der Gesellschaft nach 25 Jahren (fast) kostenloser Ausbildung zurückgegeben hat bzw. zurückgeben kann mit seinem Studium.
Auch diese Schwarzmalerei des Bachelors und Masters geht mir auf die Ketten. Ich konnte mich durch die Wahlfreit des Masters nach dem abschlossenen Bachelor viel besser spezialisieren, als es in einem Diplom-Studiengang je möglich gewesen wäre. Dazu die Lüge mit der Arbeitsbelastung. Ich hab mit vielen Kommilitonen an einer Studie teilgenommen (Zeitlast), die gezeigt hat, dass die meisten Studenten wesentlich weniger Zeit mit der Uni verbracht haben, als die Studienordnung vorschrieb. Tjaja wir Studenten haben es schon schwer... liest man ja auch so gerne ;)
Natürlich ist auch jedem Studenten ein Platz als Hiwi gesichert.
"Die meisten, die aufgehört haben, hatten weniger ein Geldroblem, als ein Motivations- oder Intelligenzproblem."
Schön, dass Sie das meinen. Sie sind ja nicht nur ein angehender Ingenieur, sondern auch noch ausgebildeter Psychologe, der sich ein- und ausgehend mit dem Intelligenzbegriff auseinander gesetzt und diesen statistisch bei seinen Kommilitonien gemessen hat.
"Kurz um, meine Lebenswirklichkeit trifft dieser Artikel nicht. Für mich ist der Artikel ein Gejammer auf hohem niveau."
Es ist komisch, subjektive Erfahrungswerte gegen Statistiken und deren Schlussfolgerungen zu stellen. Sie können nicht einfach Ihre Erfahrungen nehmen und lustig munter daraus schlussfolgern.
"Ich hab mit vielen Kommilitonen an einer Studie teilgenommen (Zeitlast), die gezeigt hat, dass die meisten Studenten wesentlich weniger Zeit mit der Uni verbracht haben, als die Studienordnung vorschrieb."
Dann können Sie Ihre nicht-genutzte Zeit ja in die Erforschung des Intelligenzbegriffs investieren, gar in höhere Bildung oder Ihre Ausbildung mit ein bisschen Persönlichkeit verzieren.
Ich denke, es gibt durchaus anspruchsvolle Fächer, bei denen man nicht mal so arbeiten gehen kann, wie z. B. Physik, Mathematik oder Philosophie (andere Fächer nicht ausgeschlossen).
Die Probleme die Frau Malter hat, treffen nicht auf mich und auch auf keiner meiner Kommilitonen zu. Ich bekomme 400 € Bafög und arbeite dazu wöchentlich 8 Stunden für einen 400€-Job . 8 Stunden, und mehr arbeiten auch meine Kommilitonen (keiner davon HiWi) nicht, sind MACHBAR. Keiner von uns hat ein Zeitproblem. Ich komme aus einem nicht-akademischen Elternhaus und bin letztes Jahr von Hessen nach München gezogen. Finanziell habe ich keine Schwierigkeiten. Ich kann nur aus der Perspektive eines Bachelor-Studiums an der LMU sprechen, aber Zeit, das Studentenleben zu genießen, mich sozial engagieren und meinen Horizont fachübergreifend zu erweitern habe ich wirklich genug. In den kommenden Semesterferien absolviere ich ein bezahltes Praktikum und mache meinen 8-stündigen Nebenjob weiter. Win Win! Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich überhaupt Abitur machen konnte und generell Zugang zu (höherer) Bildung habe. Meine Eltern, die in den 70ern aus Vietnam nach Deutschland gekommen sind, hatten solche Möglichkeiten nicht.
"19 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium ab, weil sie es nicht mehr finanzieren können." Das es so schlimm ist, war mir wirklich nicht bewusst. Ich habe bisher nur Leute getroffen die abgebrochen haben, weil es zu schwer war oder ihnen nicht getaugt hat. (Manchmal ist der Stoff halt zu schwer. Ob und wie das mit Intelligenz zusammenhängt weiß ich nicht.)
Die Studienfinanzierung ist bei mir und vielen Kommilitonen relativ entspannt, da man als Hiwi an der Uni gutes Geld verdienen kann.
Damit haben Sie sich einer der wichtigsten Fragen bei dieser Thematik überhaupt nicht gestellt. Wie kann man das Studium finanzieren? Die allermeisten Studenten können nicht als Hiwi arbeiten, weil gar nicht genug Stellen existieren. Die wenigen, die eine solche Stelle ergattern, können glücklich schätzen, dass sie dort arbeiten, wo sie studieren. Die anderen Tausenden bis Zehntausenden Studenten an der Hochschule oder Universität brauchen eine andere Lösung, die leider nicht so rosig aussieht.
Also ich kann Ihnen nur zustimmen... Jammern auf hohem Niveau. Ich hoffe, dass den Studierenden bewusst ist, dass sie in Deutschland ihr Studium "geschenkt" bekommen! Ich studiere momentan berufsbegleitend, gehe 40h die Woche arbeiten und anschließend freitags und samstags an die FH und das nun seit 3 Jahren. Noch ein halbes Jahr und ich darf mich Bachelor nennen. Ich glaube, dass meine Noten eher die Lebenssituation widerspiegeln, aufgrund zeitmangels. Und so geht es allen Kommilitone in unserem Studiengang. So nach dem Motto, Hauptsache durch. Dabei würde ich mich vielmehr mit einzelnen Themen beschäftigen wollen. Aber das mache ich dann nach dem Studium, wenn ich nicht mehr den Druck habe. Jeder sollte einen Beitrag zum Studium leisten, in welcher Form auch immer, wenn man es schon fast "geschenkt" bekommt in Deutschland.
Übrigens bezahle ich dafür 300 Euro im Monat. Das finde ich auch gerecht.
ich war einer dieser schludri-studenten...wenig an der FH, viel freizeit, viel party...mein glück war, dass ich einigermaßen intelligent bin und mein diplom bis zum ende durchgezogen habe. eine quittung habe ich dennoch bekommen. studium zu ende und 20.000miese bei der kfw. im nachhinein wäre mehr möglich gewesen. bessere noten und ohne miese bzw. fremdfinanzierung. ich hätte nur meinen arsch mehr bewegen müssen.
…da man als Hiwi an der Uni gutes Geld verdienen kann. Eine Job im Club oder Kneipe an der Baar, bis morgens 7 Uhr halte ich nur für bedingt geeignet während des Studiums. Ist allerdings sicherlich sehr viel spaßiger, als Sensorsignalverstärker zu entwerfen
Über Ihre sonstigen Angaben möchte ich mich nicht auslassen, aber dieser Abschnitt ist…naja.
1. So wie Sie sich hier äußern, könnte man meinen, die Hiwi-Plätze würden auf Bäumen wachsen. Dem ist nicht so; in meinem Studium zumindest kam eine Stelle auf eine zweistellige Anzahl an Interessenten.
2. Ist es darüber hinaus einfach sinnvoller, einen Hiwi-Job anzunehmen. Man wird in der Regel nicht nur relativ gut bezahlt, sondern kriegt auch eine ordentliche Dosis Arbeitspraxis. Im CV machen sie sich auch ganz ausgezeichnet. Und, ganz ehrlich, wer einen Hiwi-Job seines Faches ablehnen würde, sollte sich überlegen, ob er auch das richtige studiert.
3. Haben Sie anscheinend vollkommen utopische Vorstellungen von Nebentätigkeiten in der Gastronomie. Die sind nämlich intellektuell nicht gerade stimulierend und darüber hinaus auch durchaus arbeitsintensiv.
Zumal man "auf Partys Getränke ausschenken" nicht mit "Party machen" verwechseln sollte. Die Thekenkräfte und Kellner haben auf irgendwelchen Festlichkeiten meist den geringsten Spaß.
Hätte ich damals die Wahl gehabt, hätte ich ohne zu Zögern einen Hiwi-Job angenommen, nur hatte ich die nicht. Und ich vermute, sehr vielen studierenden Kellnern geht es ähnlich.
Wer seinen Beitrag mit seiner Note beginnt, sollte diesen Absatz noch einmal lesen.
"Man muss sich grundsätzliche Fragen stellen: Soll es während des Studiums möglich sein, Dinge zu hinterfragen, sich sozial zu engagieren und über den Tellerrand des eigenen Faches zu blicken? Oder wollen wir Scheuklappen-Studierende? (...)"
Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass es durchaus Unterschiede zwischen Geistes- und Natur- bzw. Ingenieurwissenschaften gibt? Für Geisteswissenschaftler sind einfach nicht genug HiWi-Stellen da. Und auch was die Masterplätze angeht, macht es einen Unterschied wo und was man studiert. Die RWTH Aachen garantiert beispielsweise jedem ihrer Bachelorstudenten einen Masterplatz. Gleichzeitig wird es Studenten anderer Universitäten extrem schwer gemacht in Aachen einen Masterplatz zu bekommen, um eine Überfüllung des Masterstudiengangs zu vermeiden.
Also: Bevor man große Sprüche klopft, sollte man mal überlegen, dass es in anderen Studiengängen und an anderen Universitäten durchaus anders sein kann.
Geht es hier eigentlich bei der Mehrzahl der Beiträge um irgendetwas anderes, als sich selbst darzustellen, sein Schicksal oder seinen Triumph in die Welt zu schreien und daraus Behauptungen über das Allgemeine aufzustellen? Und gleichzeitig denjenigen, die eine entgegengesetzte Erfahrung gemacht haben einen Vorwurf oder eine Unterstellung entgegenzuschleudern? Was ist denn das für eine Diskussion?
Und was für eine Emotion? Warum bei diesem Thema? Seid Ihr alle so eng gestrickt, dass ihr euch die Nutzendiskurse, die Atomismusideologie ("ein Jeder ist seines Glückes Schmied, ergo: ich habe nur für mich selbst zu kämpfen und was mit anderen ist, ist deren Problem") und die Ideologie vom schlanken Staat ("nur ein schlanker Staat ist ein guter/gesunder Staat") ob bewußt oder Unbewusst so sehr aufzwingen lasst, dass ihr eure Köpfe gar nicht mehr aus diesen flachen Ansätzen der Handlungskritik herausziehen könnt?
Denn diese Ansätze sagen nichts darüber, was eine Gesellschaft zu einer guten Gesellschaft macht und was sie dazu jedem ihrer Bürger ermöglichen sollte. Man nehme das GG mal wieder zur Hand.
Indem Ihr euch alles persönlich anlastet, Erfolg und Misserfolg, habt Ihr schon lange akzeptiert, dass so etwa wie eine Gesellschaft keine guten Strukturen bieten muss, damit ein jeder Chancen in Ihr hat.
Und das nennt sich die Elite unseres Landes? Ihr dreht euch fast alle nur um euch selbst.
auch nicht zu verachten:
http://www.spiegel.de/uni...
Natürlich ist auch jedem Studenten ein Platz als Hiwi gesichert.
"Die meisten, die aufgehört haben, hatten weniger ein Geldroblem, als ein Motivations- oder Intelligenzproblem."
Schön, dass Sie das meinen. Sie sind ja nicht nur ein angehender Ingenieur, sondern auch noch ausgebildeter Psychologe, der sich ein- und ausgehend mit dem Intelligenzbegriff auseinander gesetzt und diesen statistisch bei seinen Kommilitonien gemessen hat.
"Kurz um, meine Lebenswirklichkeit trifft dieser Artikel nicht. Für mich ist der Artikel ein Gejammer auf hohem niveau."
Es ist komisch, subjektive Erfahrungswerte gegen Statistiken und deren Schlussfolgerungen zu stellen. Sie können nicht einfach Ihre Erfahrungen nehmen und lustig munter daraus schlussfolgern.
"Ich hab mit vielen Kommilitonen an einer Studie teilgenommen (Zeitlast), die gezeigt hat, dass die meisten Studenten wesentlich weniger Zeit mit der Uni verbracht haben, als die Studienordnung vorschrieb."
Dann können Sie Ihre nicht-genutzte Zeit ja in die Erforschung des Intelligenzbegriffs investieren, gar in höhere Bildung oder Ihre Ausbildung mit ein bisschen Persönlichkeit verzieren.
Ich denke, es gibt durchaus anspruchsvolle Fächer, bei denen man nicht mal so arbeiten gehen kann, wie z. B. Physik, Mathematik oder Philosophie (andere Fächer nicht ausgeschlossen).
Die Probleme die Frau Malter hat, treffen nicht auf mich und auch auf keiner meiner Kommilitonen zu. Ich bekomme 400 € Bafög und arbeite dazu wöchentlich 8 Stunden für einen 400€-Job . 8 Stunden, und mehr arbeiten auch meine Kommilitonen (keiner davon HiWi) nicht, sind MACHBAR. Keiner von uns hat ein Zeitproblem. Ich komme aus einem nicht-akademischen Elternhaus und bin letztes Jahr von Hessen nach München gezogen. Finanziell habe ich keine Schwierigkeiten. Ich kann nur aus der Perspektive eines Bachelor-Studiums an der LMU sprechen, aber Zeit, das Studentenleben zu genießen, mich sozial engagieren und meinen Horizont fachübergreifend zu erweitern habe ich wirklich genug. In den kommenden Semesterferien absolviere ich ein bezahltes Praktikum und mache meinen 8-stündigen Nebenjob weiter. Win Win! Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich überhaupt Abitur machen konnte und generell Zugang zu (höherer) Bildung habe. Meine Eltern, die in den 70ern aus Vietnam nach Deutschland gekommen sind, hatten solche Möglichkeiten nicht.
"19 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium ab, weil sie es nicht mehr finanzieren können." Das es so schlimm ist, war mir wirklich nicht bewusst. Ich habe bisher nur Leute getroffen die abgebrochen haben, weil es zu schwer war oder ihnen nicht getaugt hat. (Manchmal ist der Stoff halt zu schwer. Ob und wie das mit Intelligenz zusammenhängt weiß ich nicht.)
Die Studienfinanzierung ist bei mir und vielen Kommilitonen relativ entspannt, da man als Hiwi an der Uni gutes Geld verdienen kann.
Damit haben Sie sich einer der wichtigsten Fragen bei dieser Thematik überhaupt nicht gestellt. Wie kann man das Studium finanzieren? Die allermeisten Studenten können nicht als Hiwi arbeiten, weil gar nicht genug Stellen existieren. Die wenigen, die eine solche Stelle ergattern, können glücklich schätzen, dass sie dort arbeiten, wo sie studieren. Die anderen Tausenden bis Zehntausenden Studenten an der Hochschule oder Universität brauchen eine andere Lösung, die leider nicht so rosig aussieht.
Also ich kann Ihnen nur zustimmen... Jammern auf hohem Niveau. Ich hoffe, dass den Studierenden bewusst ist, dass sie in Deutschland ihr Studium "geschenkt" bekommen! Ich studiere momentan berufsbegleitend, gehe 40h die Woche arbeiten und anschließend freitags und samstags an die FH und das nun seit 3 Jahren. Noch ein halbes Jahr und ich darf mich Bachelor nennen. Ich glaube, dass meine Noten eher die Lebenssituation widerspiegeln, aufgrund zeitmangels. Und so geht es allen Kommilitone in unserem Studiengang. So nach dem Motto, Hauptsache durch. Dabei würde ich mich vielmehr mit einzelnen Themen beschäftigen wollen. Aber das mache ich dann nach dem Studium, wenn ich nicht mehr den Druck habe. Jeder sollte einen Beitrag zum Studium leisten, in welcher Form auch immer, wenn man es schon fast "geschenkt" bekommt in Deutschland.
Übrigens bezahle ich dafür 300 Euro im Monat. Das finde ich auch gerecht.
ich war einer dieser schludri-studenten...wenig an der FH, viel freizeit, viel party...mein glück war, dass ich einigermaßen intelligent bin und mein diplom bis zum ende durchgezogen habe. eine quittung habe ich dennoch bekommen. studium zu ende und 20.000miese bei der kfw. im nachhinein wäre mehr möglich gewesen. bessere noten und ohne miese bzw. fremdfinanzierung. ich hätte nur meinen arsch mehr bewegen müssen.
…da man als Hiwi an der Uni gutes Geld verdienen kann. Eine Job im Club oder Kneipe an der Baar, bis morgens 7 Uhr halte ich nur für bedingt geeignet während des Studiums. Ist allerdings sicherlich sehr viel spaßiger, als Sensorsignalverstärker zu entwerfen
Über Ihre sonstigen Angaben möchte ich mich nicht auslassen, aber dieser Abschnitt ist…naja.
1. So wie Sie sich hier äußern, könnte man meinen, die Hiwi-Plätze würden auf Bäumen wachsen. Dem ist nicht so; in meinem Studium zumindest kam eine Stelle auf eine zweistellige Anzahl an Interessenten.
2. Ist es darüber hinaus einfach sinnvoller, einen Hiwi-Job anzunehmen. Man wird in der Regel nicht nur relativ gut bezahlt, sondern kriegt auch eine ordentliche Dosis Arbeitspraxis. Im CV machen sie sich auch ganz ausgezeichnet. Und, ganz ehrlich, wer einen Hiwi-Job seines Faches ablehnen würde, sollte sich überlegen, ob er auch das richtige studiert.
3. Haben Sie anscheinend vollkommen utopische Vorstellungen von Nebentätigkeiten in der Gastronomie. Die sind nämlich intellektuell nicht gerade stimulierend und darüber hinaus auch durchaus arbeitsintensiv.
Zumal man "auf Partys Getränke ausschenken" nicht mit "Party machen" verwechseln sollte. Die Thekenkräfte und Kellner haben auf irgendwelchen Festlichkeiten meist den geringsten Spaß.
Hätte ich damals die Wahl gehabt, hätte ich ohne zu Zögern einen Hiwi-Job angenommen, nur hatte ich die nicht. Und ich vermute, sehr vielen studierenden Kellnern geht es ähnlich.
Wer seinen Beitrag mit seiner Note beginnt, sollte diesen Absatz noch einmal lesen.
"Man muss sich grundsätzliche Fragen stellen: Soll es während des Studiums möglich sein, Dinge zu hinterfragen, sich sozial zu engagieren und über den Tellerrand des eigenen Faches zu blicken? Oder wollen wir Scheuklappen-Studierende? (...)"
Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass es durchaus Unterschiede zwischen Geistes- und Natur- bzw. Ingenieurwissenschaften gibt? Für Geisteswissenschaftler sind einfach nicht genug HiWi-Stellen da. Und auch was die Masterplätze angeht, macht es einen Unterschied wo und was man studiert. Die RWTH Aachen garantiert beispielsweise jedem ihrer Bachelorstudenten einen Masterplatz. Gleichzeitig wird es Studenten anderer Universitäten extrem schwer gemacht in Aachen einen Masterplatz zu bekommen, um eine Überfüllung des Masterstudiengangs zu vermeiden.
Also: Bevor man große Sprüche klopft, sollte man mal überlegen, dass es in anderen Studiengängen und an anderen Universitäten durchaus anders sein kann.
Geht es hier eigentlich bei der Mehrzahl der Beiträge um irgendetwas anderes, als sich selbst darzustellen, sein Schicksal oder seinen Triumph in die Welt zu schreien und daraus Behauptungen über das Allgemeine aufzustellen? Und gleichzeitig denjenigen, die eine entgegengesetzte Erfahrung gemacht haben einen Vorwurf oder eine Unterstellung entgegenzuschleudern? Was ist denn das für eine Diskussion?
Und was für eine Emotion? Warum bei diesem Thema? Seid Ihr alle so eng gestrickt, dass ihr euch die Nutzendiskurse, die Atomismusideologie ("ein Jeder ist seines Glückes Schmied, ergo: ich habe nur für mich selbst zu kämpfen und was mit anderen ist, ist deren Problem") und die Ideologie vom schlanken Staat ("nur ein schlanker Staat ist ein guter/gesunder Staat") ob bewußt oder Unbewusst so sehr aufzwingen lasst, dass ihr eure Köpfe gar nicht mehr aus diesen flachen Ansätzen der Handlungskritik herausziehen könnt?
Denn diese Ansätze sagen nichts darüber, was eine Gesellschaft zu einer guten Gesellschaft macht und was sie dazu jedem ihrer Bürger ermöglichen sollte. Man nehme das GG mal wieder zur Hand.
Indem Ihr euch alles persönlich anlastet, Erfolg und Misserfolg, habt Ihr schon lange akzeptiert, dass so etwa wie eine Gesellschaft keine guten Strukturen bieten muss, damit ein jeder Chancen in Ihr hat.
Und das nennt sich die Elite unseres Landes? Ihr dreht euch fast alle nur um euch selbst.
auch nicht zu verachten:
http://www.spiegel.de/uni...
Ich frage mich gerade, auf welcher Datenlage die Behauptungen in diesem Artikel beruhen?
"Malter: Meistens erhalten nur die besten zehn Prozent einen Masterplatz."
Also erhalten die restlichen 90% meistens keinen Master? Folglich müsste es rein rechnerisch auf 100 Bachelorstudenten also ca. 10 Masterstudneten geben? Wo haben Sie denn diese Zahlen her?
"Ich habe zwar Bafög bekommen, aber das reichte nicht, um alles zu finanzieren. Ich stand oft bis sieben Uhr morgens hinter der Bar. Dadurch hatte ich weniger Zeit, um mich auf mein Studium zu konzentrieren."
Naja, das war bei mir genauso - aber nicht weil es in Deutschland keine andere Jobs für Studenten gibt, sondern weil ich das so gewählt habe - ich denke dass war bei Ihnen ähnlich, oder hat man Sie gezwungen nachts in einer Kneipe zu arbeiten? Es gibt eine menge Studienkompatibler Jobs in diesem Land. Wenn, dann in Deutschland (und der Schweiz)....
Ich widerspreche der Grundaussage dieses Artikels keinesfalls, denn ich habe nicht nur mein Studium sondern auch Teile meiner Promotion als Barkeeper finanziert und mir oft gedacht dass meine Noten besser sein könnten - aber ich weiß nicht ob Frau Malter unbedingt die besten Argumente ausgepackt hat.....
" Folglich müsste es rein rechnerisch auf 100 Bachelorstudenten also ca. 10 Masterstudneten geben?"
Diejenigen, die keinen Masterplatz an ihrer "Bachelor-Uni" bekommen haben, müssen "flexibel" sein und sich woanders bewerben; als Notlösung bliebe letztlich nur die Arbeit, wobei dafür der Umfang des Bachelors eher ungeeignet ist.
" Folglich müsste es rein rechnerisch auf 100 Bachelorstudenten also ca. 10 Masterstudneten geben?"
Diejenigen, die keinen Masterplatz an ihrer "Bachelor-Uni" bekommen haben, müssen "flexibel" sein und sich woanders bewerben; als Notlösung bliebe letztlich nur die Arbeit, wobei dafür der Umfang des Bachelors eher ungeeignet ist.
" Folglich müsste es rein rechnerisch auf 100 Bachelorstudenten also ca. 10 Masterstudneten geben?"
Diejenigen, die keinen Masterplatz an ihrer "Bachelor-Uni" bekommen haben, müssen "flexibel" sein und sich woanders bewerben; als Notlösung bliebe letztlich nur die Arbeit, wobei dafür der Umfang des Bachelors eher ungeeignet ist.
Frau Malter verbindet hier zwei unterschiedlich gelagerte Sachverhalte: Einmal die Studienfinanzierung, die tatsächlich etwas dürftig ist (vor allem die "Abstrafung" von Eltern mit mittlerem Einkommen) und dann die Zulassungsvoraussetzungen für den Master. Hier sehe ich das Problem, dass die Master-Jahrgänge typischerweise kleiner sind (auf keinen Fall aber nur 10%!) als die Bachelor-Jahrgänge und dann noch die Konkurrenz von FH- und BA-Studenten hinzukommt, die zahlenmäßig für eine extreme Mehrbelastung sorgen, da kaum ein Uni-Student einen FH-Master macht, für viele BAler/FHler ein Uni-Master aber sehr attraktiv ist. Die Notenschnitte, die dann bei den Masterbewerbungen nötig werden, sind echt pervers. Lösung wäre, für die Bachelor-Studenten der eigenen Uni Masterplätze zu garantieren, nur: Es soll ein Sparprogramm durchgedrückt werden, auf dem Rücken der Studenten.
"Hier sehe ich das Problem, dass die Master-Jahrgänge typischerweise kleiner sind (auf keinen Fall aber nur 10%!) als die Bachelor-Jahrgänge und dann noch die Konkurrenz von FH- und BA-Studenten hinzukommt, die zahlenmäßig für eine extreme Mehrbelastung sorgen, da kaum ein Uni-Student einen FH-Master macht, für viele BAler/FHler ein Uni-Master aber sehr attraktiv ist."
Da liegen Sie falsch, ich kann Ihnen sagen dass die Masterstudiengänge an der HS (hier die früheren FHs) mindestens so überlaufen sind wie die an der Uni. In meinem Studiengang lag der erforderliche Notendurchschnitt bei mindestens 2,0 und trotzdem waren es schließlich über 50 Studenten. Einen Studienplatz an einer Uni hätte ich (natürlich abhängig von der Uni) auch bis zum Notendurchschnitt von 2,5 haben können.
Aber genau da liegt auch der Hund begraben wer sich etwas umschaut kann auch mit einem Notendurchschnitt von 2,2 einen Master machen. Es gibt Stellen, wenn man nach Studiengängen sucht die vllt. nicht so überlaufen sind (einfach mal ein wenig umschauen, es gibt häufig ähnliche Studiengänge, die nicht so bekannt sind) oder wenn man sich nicht auf eine spezielle Uni fokusiert.
"Hier sehe ich das Problem, dass die Master-Jahrgänge typischerweise kleiner sind (auf keinen Fall aber nur 10%!) als die Bachelor-Jahrgänge und dann noch die Konkurrenz von FH- und BA-Studenten hinzukommt, die zahlenmäßig für eine extreme Mehrbelastung sorgen, da kaum ein Uni-Student einen FH-Master macht, für viele BAler/FHler ein Uni-Master aber sehr attraktiv ist."
Da liegen Sie falsch, ich kann Ihnen sagen dass die Masterstudiengänge an der HS (hier die früheren FHs) mindestens so überlaufen sind wie die an der Uni. In meinem Studiengang lag der erforderliche Notendurchschnitt bei mindestens 2,0 und trotzdem waren es schließlich über 50 Studenten. Einen Studienplatz an einer Uni hätte ich (natürlich abhängig von der Uni) auch bis zum Notendurchschnitt von 2,5 haben können.
Aber genau da liegt auch der Hund begraben wer sich etwas umschaut kann auch mit einem Notendurchschnitt von 2,2 einen Master machen. Es gibt Stellen, wenn man nach Studiengängen sucht die vllt. nicht so überlaufen sind (einfach mal ein wenig umschauen, es gibt häufig ähnliche Studiengänge, die nicht so bekannt sind) oder wenn man sich nicht auf eine spezielle Uni fokusiert.
Natürlich ist auch jedem Studenten ein Platz als Hiwi gesichert.
"Die meisten, die aufgehört haben, hatten weniger ein Geldroblem, als ein Motivations- oder Intelligenzproblem."
Schön, dass Sie das meinen. Sie sind ja nicht nur ein angehender Ingenieur, sondern auch noch ausgebildeter Psychologe, der sich ein- und ausgehend mit dem Intelligenzbegriff auseinander gesetzt und diesen statistisch bei seinen Kommilitonien gemessen hat.
"Kurz um, meine Lebenswirklichkeit trifft dieser Artikel nicht. Für mich ist der Artikel ein Gejammer auf hohem niveau."
Es ist komisch, subjektive Erfahrungswerte gegen Statistiken und deren Schlussfolgerungen zu stellen. Sie können nicht einfach Ihre Erfahrungen nehmen und lustig munter daraus schlussfolgern.
"Ich hab mit vielen Kommilitonen an einer Studie teilgenommen (Zeitlast), die gezeigt hat, dass die meisten Studenten wesentlich weniger Zeit mit der Uni verbracht haben, als die Studienordnung vorschrieb."
Dann können Sie Ihre nicht-genutzte Zeit ja in die Erforschung des Intelligenzbegriffs investieren, gar in höhere Bildung oder Ihre Ausbildung mit ein bisschen Persönlichkeit verzieren.
Ich denke, es gibt durchaus anspruchsvolle Fächer, bei denen man nicht mal so arbeiten gehen kann, wie z. B. Physik, Mathematik oder Philosophie (andere Fächer nicht ausgeschlossen).
"Sie sind ja nicht nur ein angehender Ingenieur, sondern auch noch ausgebildeter Psychologe..."
Es is leider so, dass etwa die Hälfte der Studenten fehl am Platz ist. Deswegen sind die Durchfallquoten so hoch. Daneben hab ich es selber gemerkt, als ich Seminarleiter war. Da gibt es Studenten die sofort alles verstehen und manche, denen man die Dinge 3 mal erklärt und die es trotzdem nicht verstehen und anwenden können. Dazu braucht man keine Psychologie studieren. Im Übrigen kann ich davon nur abraten. Meine Schwester (30) ist Psychologin (die kennt sich auch sehr gut mit dem Intelligenzbegriff aus) hat eine Doktorstelle an einer Universität und kriegt nur eine halbe Stelle bezahlt.
"Sie können nicht einfach Ihre Erfahrungen nehmen und lustig munter daraus schlussfolgern"
Ich hab Ihnen doch von der Studie erzählt, an der ich und andere Studenten an vielen Universitäten in DE teilgenommen habe und das Ergebnis ist eindeutig. Die Belastung ist normal!
"Dann können Sie Ihre nicht-genutzte Zeit ja in die Erforschung des Intelligenzbegriffs investieren..."
Warum werden Sie so persönlich? Vielleicht sollten Sie auch einfach mal anerkennen, dass die Intelligenz einer Gaussverteilung folgt und keiner Sprungfunktion ab schlau.
Man kann mit Bafög sehr gut studieren in DE, wenn man zu kompromissen bereit ist. Es gibt billige Standorte (Kleinstädte). Es gibt vielversprechende unbeschränkte Studiengänge.
"Sie sind ja nicht nur ein angehender Ingenieur, sondern auch noch ausgebildeter Psychologe..."
Es is leider so, dass etwa die Hälfte der Studenten fehl am Platz ist. Deswegen sind die Durchfallquoten so hoch. Daneben hab ich es selber gemerkt, als ich Seminarleiter war. Da gibt es Studenten die sofort alles verstehen und manche, denen man die Dinge 3 mal erklärt und die es trotzdem nicht verstehen und anwenden können. Dazu braucht man keine Psychologie studieren. Im Übrigen kann ich davon nur abraten. Meine Schwester (30) ist Psychologin (die kennt sich auch sehr gut mit dem Intelligenzbegriff aus) hat eine Doktorstelle an einer Universität und kriegt nur eine halbe Stelle bezahlt.
"Sie können nicht einfach Ihre Erfahrungen nehmen und lustig munter daraus schlussfolgern"
Ich hab Ihnen doch von der Studie erzählt, an der ich und andere Studenten an vielen Universitäten in DE teilgenommen habe und das Ergebnis ist eindeutig. Die Belastung ist normal!
"Dann können Sie Ihre nicht-genutzte Zeit ja in die Erforschung des Intelligenzbegriffs investieren..."
Warum werden Sie so persönlich? Vielleicht sollten Sie auch einfach mal anerkennen, dass die Intelligenz einer Gaussverteilung folgt und keiner Sprungfunktion ab schlau.
Man kann mit Bafög sehr gut studieren in DE, wenn man zu kompromissen bereit ist. Es gibt billige Standorte (Kleinstädte). Es gibt vielversprechende unbeschränkte Studiengänge.
1. Ja! Ein Studium in Deutschland ist für viele Studierende eine immense finanzielle Belastung. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeit ihren Kindern einen höheren Bildungsabschluss zu finanzieren. Des Weiteren sind die Kriterien, ob und in welcher Höhe BAFöG gewährt wird, nicht immer transparent. Schon mehrfach habe ich die Erfahrung gemacht, dass die richtige Entscheidung auch vom Bearbeiter abhängt. Natürlich kann ich einen Studienkredit in Anspruch nehmen. Für einen zukünftigen Ingenieur sicherlich eine leichtere Entscheidung, als für jemanden, der später im sozialen/kulturellen Bereich tätig ist.
2. Ich kann der Autorin des Artikels nur Recht geben, wenn sie sagt, dass man nicht die Möglichkeit hat, nach links und rechts über den Tellerrand zu schauen. Aufgrund des künstlich geschaffenen Zeitdrucks in den Bachelor-Studiengängen hangelt man sich von Semester zu Semester, Klausur zu Klausur und für denn eigentlichen Sinn, das Studieren, bleibt keine Zeit. Studieren ist mehr, als lernen und Klausuren schreiben...
3. Die Umstellung auf das Bachelor-Master-System hat nicht im geringsten Transparenz zwischen den Hochschulen geschaffen. Immer wieder werden Module nur zum Teil oder gar nicht angerechnet und wenn ich meinen Master an einer anderen Hochschule absolvieren möchte, muss ich Fächer wiederholen oder gänzlich neu belegen.
4. Die Sorgen und Ängste, die durch solche Umstände geschaffen werden, spiegeln sich automatisch in den Noten des Studiums wider.
Die von mir genannten Punkte sind nur einige Tatsachen, die das Studieren in Deutschland nicht unbedingt leichter machen. Der Name, ob Bachelor, Master, oder Dipl., spielt dabei keine Rolle. Es kommt nicht auf den Namen an, sondern auf die Inhalte. Und um die steht es nicht gerade zum Besten.
Gezielt zu #1:
- Mich wundert es immer wieder, wie schlecht das Deutsch einiger Hochschulabsolventen ist. Ich denke, dass liegt an der Ausbildung zum Fachidioten, die wohl ein jeder in diesem System durchmacht.
- Keine Hochschule kann genug Jobs als HiWi bereit stellen, um eine gerechte Verteilung unter den Studierenden zu ermöglichen. Von fairer Bezahlung ist auch in den seltensten Fällen die Rede.
- Die Frage, was ich "meinem" Land für meine Ausbildung zurück gebe, stellt sich auf keinen Fall. Ich gehe nicht für "mein" Land studieren, sondern für mich. Der deutsche Staat profitiert schon durch die späteren, höheren Steuereinnahmen und kann nur an einer möglichst gut gebildeten, breit aufgestellten Bevölkerung interessiert sein, um über lang oder kurz nicht im internationalen Wettbewerb den kürzeren zu ziehen.
- Wenn ich nicht in einem Diplomstudiengang studiert habe, kann ich mir keine Aussage über die Chancen/Möglichkeiten erlauben.
... dass es alleine in der Bildungsauffassung des Staates liegt, welche Art von Ausbildung er vollständig finanziert. Im Moment geht dies nur bis zur allg. Hochschulreife.
Ein gerne schwammig formuliertes Prinzip des "Rechts auf Bildung" kann nicht greifen, wenn die Grenzen nicht eindeutig formuliert sind. Wie man aus der aktuellen Situation erkennen lässt, ist diese Grenze eben nicht nach dem Hochschulstudium, sondern dem regulären Abitur. Ein Hochschulstudium wird lediglich subventioniert, allerdings nicht vollständig.
Ob diese Gepflogenheit im Sinne unserer Gesellschaft ist, bleibt zu diskutieren. Ein Recht auf Hochschulbildung kann allerdings nicht aus der Tatsache hergeleitet werden, dass jeder 3,8- er Abiturient studieren will, weil ihm sonst nix Besseres einfällt.
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