Internationalität: TU Mailand lehrt nur noch auf Englisch
Das Polytechnikum Mailand lässt im weiterführenden Studium ausschließlich auf Englisch unterrichten. Professoren wehren sich und kritisieren eine "Sprach-Diktatur“.
Das Polytechnikum Mailand, eine der größten technischen Universitäten Italiens, lässt im weiterführenden Studium künftig ausschließlich auf Englisch unterrichten. Ab dem Jahr 2014 soll es keine italienischsprachigen Master- und PhD-Kurse mehr geben, kündigte laut "University World News" jetzt die Unileitung an. Die Zahl der internationalen Studierenden solle so deutlich gesteigert werden.
Professoren protestieren bereits gegen den Plan: Knapp 300 von ihnen haben eine Petition unterschrieben, die Verbannung des Italienischen zurückzunehmen. "Englisch wird den Studierenden in einer Art Sprach-Diktatur aufgezwungen", wird ein Professor zitiert. Der Unileitung sei wohl auch nicht klar, dass das durchaus notwendige "Konferenz-Englisch" kaum etwas mit dem sehr viel anspruchsvolleren "Unterrichts-Englisch" zu tun habe.
Das Polytechnikum wäre die erste Universität Italiens, die im weiterführenden Studium vollständig auf das Italienische verzichtet. Universitätsrektor Giovanni Azzone wies die Vorwürfe bereits zurück. Er halte an dem Plan fest. Studierende würden doppelt profitieren: Weil sich ihre Jobchancen so verbesserten und sie sich zudem mit "unterschiedlichen Kulturen" auseinandersetzen könnten, da immer mehr internationale Studierende nach Mailand gelockt würden. Dass die Umstellung für Dozenten einen "Extra-Aufwand" bedeute, sei ihm klar.
Für neue Dozenten und Gastprofessoren will die Universität 3,2 Millionen Euro ausgeben. Derzeit sind am Polytechnikum insgesamt 37.000 Studierende eingeschrieben. Zehn Prozent davon kommen bisher aus dem Ausland, die meisten davon aus Brasilien, Russland, Indien, China und Vietnam.









Trotzdem das ich die Sprachen (im Wort) fast gleichwertig behersche, denke (was nicht geht, aber sich so anfühlt) ich in "Deutsch". Einen komplexen Gedanken, gleich ob aus der Sozial- oder Naturwissenschaft, wenn er einmal in einer Sprache formuliert wird, in eine andere zu transformieren, ist (für mich) immer ein großes Problem.
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Es geht meist schneller, den in einer anderen Sprach neu zu denken und dann zu formulieren. Komisch dabei wird es dann, wenn bisher schlüssige Ergebnisse bei diesem "neudenken in anderer Sprache" dann gar nicht mehr stimmig erscheinen:-((
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Wenn sich die Naturwissenschaftler nur ein wenig mit Kommunikation beschäftigen wuerden, müsste ihen klar werden, das"mitteilen" in Fremdsprache noch geht, unterrichten schon schwierig wird und forschen.... Na,ja!
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Mathematiker sind da aussen vor:-))
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Gruss
Sikasuu
Ich finde es traurig, dass heutzutage nur noch versucht wird, Vielfältigkeit auszulöschen und unter dem Deckmantel einer "Internationalisierung" Zwänge aufgebaut werden, welche jeden Gedanken an Gemeinsamkeit auslöschen.
Ich meine dies so: Stellt die Universität ihren Lehrbetrieb auf die Englische Sprache um, verlangt sie sowohl von den Dozenten, als auch den Studierenden explizite Kenntnisse der Fachterminologie. Diese wiederum müssen dann in einer Art vorgetragen werden, die auch dieser Sprache würdig sind. Die Aussprache und das Verstehen bedingen sich in diesem Fall. Und ich bezweifle, dass es jemanden thematisch weiterbringt, wenn ein Dozent von seinem Skript in Englischer Sprache vorträgt, damit "internationales Flair" erzeugen will, jedoch vergisst, dass es bei einer Sprache immer auch auf die Aussprache ankommt und diese wiederum entscheidend für das Verständnis ist.
Bei all der Begeisterung für das Englische: was wird gewonnen? Ich denke nicht viel. Zwar müssen sich damit Studierende mehr mit einer anderen Sprache auseinandersetzen, aber es erscheint schon bedauerlich, dass man sich der Vielfalt enziehen will und bereits in Fachzeitschriften nur noch auf Englisch setzt. Wer es nicht tut, verliert, d.h. wird nicht gehört.
Wer wirklich was zu sagen hat, wird nicht ernst genommen, wer jedoch am Lautesten schreien kann, wird als Held gefeiert.
Der Universität und damit einer Verplichtung an Wissen und Wahrheit, wird damit jedoch nicht geholfen...
Also ich bitte Sie, stellen Sie sich vor jeder wuerde seine Erkenntnisse in nationaler Sprache verfassen, wie soll sich dann diese Erkenntnis ueber Landesgrenzen verbreiten? Oder muss ich jetzt als Wissenschaftler alle Sprachen verstehen? Und mit den Fachtermini fangen dann die Probleme erst richtig an. Meistens werden die doch heute sogar in nationale Sprache uebernommen, bspw. wie HIV/AIDS, oder leverage, dass hoert sich doch im deutschen eigentlich voellig bescheuert an, wenn diese dann eingedeutscht werden und man nicht so genau das Geschlecht des Wortes kennt. Und Auslaendern zumuten zu wollen Deutsch zu lernen, ist eigentlich ein Menschenrechtsverbrechen, es fehlt an jeder Konsistenz, an Regeln und stringenter Logik. Von der Rechtsschreibung will ich erst garnicht anfangen. Ich denke die Uni-Leitung hat eine lobenswerte Reform durchgesetzt und deren Feinde sind meist die international untaetigen Kollegen, die des Englischen nicht maechtig sind.
Also ich bitte Sie, stellen Sie sich vor jeder wuerde seine Erkenntnisse in nationaler Sprache verfassen, wie soll sich dann diese Erkenntnis ueber Landesgrenzen verbreiten? Oder muss ich jetzt als Wissenschaftler alle Sprachen verstehen? Und mit den Fachtermini fangen dann die Probleme erst richtig an. Meistens werden die doch heute sogar in nationale Sprache uebernommen, bspw. wie HIV/AIDS, oder leverage, dass hoert sich doch im deutschen eigentlich voellig bescheuert an, wenn diese dann eingedeutscht werden und man nicht so genau das Geschlecht des Wortes kennt. Und Auslaendern zumuten zu wollen Deutsch zu lernen, ist eigentlich ein Menschenrechtsverbrechen, es fehlt an jeder Konsistenz, an Regeln und stringenter Logik. Von der Rechtsschreibung will ich erst garnicht anfangen. Ich denke die Uni-Leitung hat eine lobenswerte Reform durchgesetzt und deren Feinde sind meist die international untaetigen Kollegen, die des Englischen nicht maechtig sind.
Zitat:....Ansonsten war mir noch nie klar, warum die Existenz von zigtausend Sprachen immer als erhaltenswert dargestellt wird.....
++++
Die "Muttersprache" wird fast ohne sich an ein Regelwerk zu halten gefühlsmässig durch Nachahmung im Kleinkindalter erlernt. Muttersprachler sprechen Sprach auch so. Es ist sehr viel einfacher, sich in der erlernten Erstsprache differenziert aus zu drücken als in einer später erlernten zweiten Sprache.
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Beispiel:
Ich bin gelaufen.
Ich bin geschwommen.
Ich bin müde.
Ich bin gefahren....
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Ich bin geklingelt!
Passt nicht!
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Erkäre das einmal einem Finnen, dessen Sprach sehr logisch aufgebaut ist.:))
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Daneben fehlen meist bei nachträglichem Spracherwerb die Feinheiten, Doppeldeutigkeiten, Nuancen der Sprache.
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Eine "literarische" Übersetzung deutsch>engl bzw. engl>deutsch ist fast immer eine "Nachdichtung". Übersetzte einfach einmal einen komplexen anspruchsvollen Text mit 2 Übersetzern von deutsch nach engl. und dann wieder zurück.
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Einmal mit einem engl. Muttersprachler und dann mit einem Deutschen. Du wirst Bauklötze staunen:-))
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Ausserdem ist das ENGLISCH das als Muttersprache gesprochen wird auch keine einheitliche Sprache.
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Its a evelator? No, its a lift! :-))
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Gruesse
Sikasuu
Sprache ist auch Denken und die deutsche Sprache ist durch ihren Nuancenreichtum auch sehr ausdruckstark. Man versuche nur einmal z.B. das Wort "Preisleistungsverhältnis" ins Englische zu übersetzen.
Sprache ist auch Denken und die deutsche Sprache ist durch ihren Nuancenreichtum auch sehr ausdruckstark. Man versuche nur einmal z.B. das Wort "Preisleistungsverhältnis" ins Englische zu übersetzen.
Dieser Humbug wurde auch schon in Südkorea mal von oben verordnet. Erst recht waren dort die Professoren völlig überfordert, ihr Wissen gleichwertig auf englisch verständlich zu machen.
Diese ach so fortschrittliche Maßnahme zur "Internationalisierung" hat nicht nur das Sprachdiktat zur Folge, sondern auch die Besetzung von Stellen nicht nach Fachkompetenz, sondern nach flüssigem Englischschaustellern. Wir haben dann jede Menge durchschnittlich begabte Wissenschaftler mit softem Britisch auf den Lippen in diversen Ländern am Hebel.
Weit verbreiteter Irrtum, lieber Neumannder: Es geht nicht um "Britisch", also das, was aus der Sprache William Shakespeares geworden ist. Zwar haben die Briten ihre Sprache dem Großteil der Welt "mit Feuer und Schwert" aufgedrückt, aber was die Halbgebildeten heutzutage selbst im exclusiv eigenen Kulturkreis um sich werfen, ist ein Radebrechen, das sie für cooles US-Amerikanisch halten. Selbst in Großbritannien setzt sich das (zumindest in der Werbung und in der Pop-Kultur) immer mehr durch.
Der Vorteil dieser "Sprache" ist zweifellos, dass sie auf dem dürftigen Niveau, auf das sie inzwischen abgerutscht ist, in der Tat relativ leicht "erlernt" werden kann. Aber die Sprache beeeinflusst auch das Denken. Und ob es die Welt weiterbringt, wenn sie sich in allen Bereichen dem neuen sprachlichen Niveau anbiedert, darf füglich bezweifelt werden.
Weit verbreiteter Irrtum, lieber Neumannder: Es geht nicht um "Britisch", also das, was aus der Sprache William Shakespeares geworden ist. Zwar haben die Briten ihre Sprache dem Großteil der Welt "mit Feuer und Schwert" aufgedrückt, aber was die Halbgebildeten heutzutage selbst im exclusiv eigenen Kulturkreis um sich werfen, ist ein Radebrechen, das sie für cooles US-Amerikanisch halten. Selbst in Großbritannien setzt sich das (zumindest in der Werbung und in der Pop-Kultur) immer mehr durch.
Der Vorteil dieser "Sprache" ist zweifellos, dass sie auf dem dürftigen Niveau, auf das sie inzwischen abgerutscht ist, in der Tat relativ leicht "erlernt" werden kann. Aber die Sprache beeeinflusst auch das Denken. Und ob es die Welt weiterbringt, wenn sie sich in allen Bereichen dem neuen sprachlichen Niveau anbiedert, darf füglich bezweifelt werden.
Liebe ZEIT-Redaktion:
könnten Sie bitte auch einen Link zur Petition der 300 Professoren veröffentlichen?
Ansonsten:
armes Italien, armes Mailand, dieses oberflächliche und schlechte Englisch, das weltweit im Gebrauch ist, habt Ihr nicht verdient! Mit den Feinheiten Eures Italienischen hat dieses Englisch nichts zu tun! Der Wissenschaft in Mailand kann das nur schaden.
"Es ist so etwas von irrelevant, ob ich in Sprache XZY den Sachverhalt ein wenig kürzer darstellen kann als in Sprache YZX. In jeder der Sprachen kann ich die Ideen transportieren."
Das ist eben nicht der Fall, denn verschiedene Sprachen umfassen verschiedene Ideen nicht.
Ich will jetzt gar nicht mal das berühmteste Beispiel des griechischen "logos" bemühen, für welches es kein Wort in unseren westlichen Sprachen gibt, welches die gleiche Idee bezeichnet.
Bleiben wir tatsächlich beim simplen Unterschied Deutsch-Englisch.
Im Deutschen gibt es das Wort "Angst", welches dem Englischen unbekannt ist. Wir Deutschen kennen die Idee der Angst. Englisch sprechende Menschen kennen maximal die Furcht, aber ihnen ist die Angst unbekannt.
Noch augenscheinlicher wird es, wenn man sich Redewendungen anschaut. Im Englischen ist die Verneinung von "must" ein "must not". Übertragen wir es auf das Deutsche:
"must" bedeutet im Deutschen "müssen". Also 'eine Handlung mit Zwang ausführen'. Die Verneinung im Deutschen ist 'eine Handlung ohne Zwang ausführen'.
Im Englischen ist die Verneinung dagegen 'eine Handlung mit Zwang nicht ausführen' und damit eine Sinnverschiebung gegenüber dem Deutschen.
Oder nehmen wir den Sinn der Idee selbst: wann sagt ein Engländer, er habe 'no idea' und wann sagt ein Deutscher, er habe 'keine Idee'.
Und nun die Gretchenfrage (Gödel wäre stolz auf das folgende): Wie lässt sich die deutsche Idee der Verneinung auf das Englische übertragen?
hat auf jeden Fall zur Folge, dass Englischmuttersprachler im Diskurs stets überlegen sind. Der brillanteste Professor aus Mailand, München oder Paris ist gegenüber einem Englischmuttersprachler schlicht ein radebrechender Tropf mit vergleichsweise schlichten Gedankengängen. Das ist moderne psychologische Kriegsführung, die Weiterführung des hundert Jahre währenden Krieges, mit dem sich das britische Weltreich gegen seinen Zerfall zu wehren sucht. Zwinge die Welt englisch zu sprechen und du könntest siegen. Niemand kann in einer fremden Sprache so gut denken und sprechen wie in seiner Muttersprache. Sonst wäre Latein im Wissenschaftsbetrieb nicht unter gegangen.
in Mailand. Da studieren Ingenieure und Naturwissenschaftler. Und die haben sich bei der Wissensvermittlung schon lange von komplizierter Sprache verabschiedet, um Sachverhalte zu beschreiben. Dafür gibt es die wissenschaftliche Abbildung: Kurven, Diagramme, Schemata. Und das es bestimmte Wörter und Redewendungen im Englischen nicht gibt, heisst noch lange nicht, dass Englisch als Unterrichtssprache ungeeignet ist. Dann kann man den Punkt halt mit den Mitteln der englischen Sprache klarmachen. Es geht eben nicht um Literatur sondern um Gebrauchssprache. Auch wenn das einigen selbsterklärten Schöngeistern zu profan ist. Die studieren dann aber vielleicht auch nicht am Polytechnikum...
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