Online-LehreHasso-Plattner-Institut bietet kostenlose Informatikkurse im Netz an

Hochschulen in aller Welt tüfteln an neuen Online-Studienmodellen – das Potsdamer Informatikinstitut will dabei sein. Entstehen soll ein soziales Lernnetzwerk. von 

Screenshot der Lernplattform "openHPI.de" des Hasso-Plattner-Instituts

Screenshot der Lernplattform "openHPI.de" des Hasso-Plattner-Instituts  |  © Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) ruft eine Online-Bildungsplattform für Informatiker ins Leben. Jeder kann sich einschreiben und Zertifikate des Instituts erwerben, sagte Hans-Joachim Allgaier, Sprecher des Instituts, ZEIT ONLINE. Zulassungsvoraussetzungen gebe es nicht.

Der erste Kurs – gegeben von Gründer und Namensgeber Hasso Plattner – ist für Anfang September geplant. Interessenten könnten sich ab sofort unter openHPI.de dafür registrieren. Das HPI rechnet mit mehreren Tausend Nutzern des Angebots. Nach Abschluss des ersten Kurses soll die Plattform weiter ausgebaut werden.

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Studieninhalte, die speziell für das Internet aufbereitet sind, gibt es in Deutschland bislang kaum. Anders sieht es in den USA aus: Dort gehören die Massive Open Online Courses bereits zum Repertoire vieler Universitäten. Vor einigen Monaten hatten mehrere amerikanische Elite-Hochschulen, darunter Princeton und Stanford, ihre gemeinsame Lernplattform Coursera gegründet. Darüber hinaus riefen Harvard und das Massachusetts Institute of Technology mit der Plattform edX "die Zukunft der Online-Lehre" aus.

Online-Kurse wie ein richtiges Seminar

Experten zufolge werden die für jedermann zugänglichen Online-Kurse in den kommenden Jahren das Hochschulwesen weltweit umkrempeln. "Da kommt ein Tsunami auf uns zu", warnte der Präsident der Stanford-Universität John L. Hennessy vor Kurzem seine Kollegen.

Im Unterschied zu den Plattformen aus den USA will das HPI vor allem auf die sozialen Komponenten des Studiums setzen: "Wir wollen durch den engen Kontakt der Studenten untereinander Motivation und eine Art Erfolgsdruck erzeugen", sagt Institutsdirektor Christoph Meinel . Ziel sei es, über ein soziales Lernnetzwerk ein Klima wie in einem richtigen Seminar zu schaffen.

Das Prinzip des sozialen Lernnetzwerkes erklärt Meinel so: "Die Lernenden erarbeiten sich mit den etwa fünfzehnminütigen Lernvideos zunächst die Inhalte, diskutieren diese dann im Internet mit anderen Kursteilnehmern und überprüfen ihren Lernerfolg anhand von Selbsttests und Übungsaufgaben."

Leserkommentare
  1. ...und ob nun Zertifikate später Geld kosten oder nicht: einen potenziellen AG interessieren die Leistungen des AN in der Probezeit. Die Katze im Sack kauft heute eh niemand mehr.
    Somit brechen traumhafte Zeiten für ambitionierte Do-It-Yourself-Learner an :-)

    Also wach bleiben!

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  2. Sehr interessant. Was wichtig ist: ernst zu nehmende, offiziell anerkannte Zertifikate, eventuell gegen Bezahlung. Sonst bleibt alles unverbindlich.

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    Warum soll "bezahlt" seriös und ernst zu nehmend sein? Ich denke genau davon will man sich weg bewegen. Es sollen Leistungen und nicht Vermögen für den Erfolg sein entscheidend sein.

  3. Warum soll "bezahlt" seriös und ernst zu nehmend sein? Ich denke genau davon will man sich weg bewegen. Es sollen Leistungen und nicht Vermögen für den Erfolg sein entscheidend sein.

  4. helfen jedoch zunächst einmal die Vorauswahl bis zum Antritt der erhofften Vorstellung und der Probezeit zu überstehen.

  5. Ich begrüße die Entwicklung. Nutze schon länger Udacity und khanacademy. Diese Lernmöglichkeiten sind für alle die sich kein Studium finanziell u/o zeitlich leisten können, Wissen zu erlangen. Wissen muss für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Glauben und Stand, zugänglich sein.

    Kostenpflichtige Zertifikate sind nichts schlechtes. Sie dürfen nicht Missbraucht werden, um Absolventen zu selektieren. Heißt: Der Preis muss erschwinglich sein. Die Plattformen müssen irgendwie finanziert werden.

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    "Kostenpflichtige Zertifikate sind nichts schlechtes. Sie dürfen nicht Missbraucht werden, um Absolventen zu selektieren. Heißt: Der Preis muss erschwinglich sein. Die Plattformen müssen irgendwie finanziert werden."

    Man weiß genau, was man voll political correct nicht will und spätetens bei der Frage, wie man das finanzieren will, wird es ein Irgendwie.

    Genau wie das wohlfeile Gerede vom ewigen Lernen. Was denken Sie, was einer der 40 Jahre Berufsleben hinter sich hat, lebenslänglich getan hat und auch heute tut? Der hat gelernt, auch wenn es nicht unbedingt ein Studium war.
    Ihr Spruch mit der Ausrede ist dagegen die pure Frechheit, aber um das zu erkennen müssten Sie wohl ersnt noch reifen.

  6. zwanzig und nicht über 60. So habe ich mir das Studieren immer vorgestellt.
    Es gibt da ja so ein Wort, "bildungsfern". Das hat jetzt jeder selbst in der Hand. Es gibt keine Entschuldigung mehr und keinen Grund für Vorurteile gegenüber Gebildeten, wie ich sie in meinen jungen Jahren sehr stark erfahren habe. Jeder ist selber für seine Bildung verantwortlich: Das wird auf die nächsten Jahrzehnte auch starken Einfluss auf die sozialen Entwicklungen nehmen.

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    Es ist egal ob man 20, 40, 60 oder älter ist. Wenn sie etwas interessiert, sie noch etwas Studieren wollen, tun sie es. Es ist nie zu spät etwas Neues zu lernen. Sie werden es wahrscheinlich weniger zum Geld verdienen benötigen. Aber, so sehe ich es, Wissen sammeln und lernen macht man nicht für andere Menschen. Man macht es für sich selbst.

    Ohne jemanden beleidigen zu wollen, die Aussage "ich bin zu alt für xyz", empfinde ich als Ausrede um faul zu sein. Das Leben verändert sich ständig. Es gibt immer etwas neues. Wenn man in einen statischen Zustand verfällt ist man tot oder wartet auf diesen. Wenn man gesundheitlich in der Lage ist, immer ran. Es gibt so viel zu entdecken, dass es für mehrere Leben reicht.

    Ich lerne immer noch pausenlos. Aber ich kann damit keinen neuen beruflichen Anfang machen! Ich hätte mehr aus meinem Leben machen können, wenn ich gleich das Richtige hätte studieren können. Ich hielt meine Wahlmöglichkeiten für zu begrenzt, und das war so, weil es kein Internet gab.

  7. Die besten 10% des Kurses erhalten die Zertifikate kostenlos, der Rest darf sie dann zum üblichen Satz bezahlen. So kann das 'Fernstudium' noch immer kommerziell halbwegs erfolgreich sein, aber Zertifikate zu erwerben wäre so auch mit klammem Geldbeutel möglich. Aber gut, das alles sind Projekte im Aufbau, die werden sich noch ausprobieren.

    Es ist schön, dass eLearning inzwischen so viel Bedeutung beigemessen wird. Eventuell hat das auch auf die Professoren der Präsenzuniversitäten etwas Einfluss, die sich teils noch immer gegen 'moderne' eLearningkonzepte wehren.

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    Ih glaube nicht, dass kostenlose Kurse für die 10% Besten betriebswirtschaftlich sinnvoll ist für das private HPI. Die 10% Besten sind nämlich die relativ Besten in der Kursgruppe. Wenn die Kursteilnehmer schwach sind, dann sind auch die 10% Besten schwach. Wenn die Kursteilnehmer stark sind, dann sind die 10% Besten stark. Für einen Online-Kurs zählt aber Reputation. Über Leistungsstipendien lässt sich das nicht kontrollieren.

    Nun kann man sagen, das ist doch auch bei den Präsenzuniversitäten so. Das stimmt Aber bei Präsenzuniversitäten kann man sagen, dass Turbostudenten früher in den Arbeitsmarkt einsteigen und Steuern zahlen. D.h. der Fiskus macht trotzdem Plus, wenn man dem Turbostudenten die Studiengebühren erlässt. Das private HPI hat nichts davon, ihnen die Prüfungsgebühren zu erlassen.

    Die Reputationsverbesserung für das HPI entsteht nur, wenn die 10% Besten bereit wären zwei Prüfungen abzulegen. Das hauseigene des HPI und eine externe Prüfung einer Präsenzuniversität. Dann wäre es wieder sinvoll, den 10% Besten ein Stipendium zu geben, weil sie tatsächlich Mehrwert für das HPI geschaffen haben.

  8. Es ist egal ob man 20, 40, 60 oder älter ist. Wenn sie etwas interessiert, sie noch etwas Studieren wollen, tun sie es. Es ist nie zu spät etwas Neues zu lernen. Sie werden es wahrscheinlich weniger zum Geld verdienen benötigen. Aber, so sehe ich es, Wissen sammeln und lernen macht man nicht für andere Menschen. Man macht es für sich selbst.

    Ohne jemanden beleidigen zu wollen, die Aussage "ich bin zu alt für xyz", empfinde ich als Ausrede um faul zu sein. Das Leben verändert sich ständig. Es gibt immer etwas neues. Wenn man in einen statischen Zustand verfällt ist man tot oder wartet auf diesen. Wenn man gesundheitlich in der Lage ist, immer ran. Es gibt so viel zu entdecken, dass es für mehrere Leben reicht.

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    Antwort auf "Ach wäre ich doch"
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    z.B. "Sie" groß zu schreiben... :-)

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  • Schlagworte Hasso Plattner | Tsunami | USA | Princeton | Harvard | Washington D.C.
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