Da ist es nicht leicht, sich zu besinnen, was ein Studium eigentlich heißt: Die Freiheit, sich mit einem bestimmten Gegenstand so intensiv zu beschäftigen, wie man möchte. Und dadurch die Welt ein bisschen besser zu verstehen. Frei von Zwängen wie dem Lebenslauf oder Unternehmenserfolg. Das hat auch heute noch seine Berechtigung. Daran darf auch das Bologna-Teufelchen im Kopf nichts ändern.

Studieren heißt auch, seine Leidenschaften zu entdecken. Doch im Wettrennen um Credit-Points wird es immer schwerer, nach links und rechts zu schauen. Kaum jemand kommt mehr dazu, herauszufinden, was er wirklich will und womit er später einen Großteil seines Lebens verbringen möchte. Im Bologna-Zeitalter sind Studienabbrecher , Langzeitstudenten und Fachwechsler unerwünscht; schnell verschrien als Leute, die nicht wissen, was sie wollen, oder schlicht faul sind. Aber macht schneller Erfolg langfristig glücklich?

Weltbürger werden immer gebraucht

Wer sich diesen Lebensentwurf nicht aufdrücken lassen will, hat es nicht leicht. Die Bedingungen an der Uni werden eher auf Seiten angehender Facharbeiter als angehender Weltbürger sein. Da hilft nur eine Jetzt-erst-recht-Haltung. Oder wie ein Sprichwort sagt: Wenn dir das Leben Steine in den Weg legt, bau' was Schönes daraus.

Natürlich gibt es Situationen, da sind die Steine zu schwer, um sie auch nur anzuheben. Wer in so einem Fall den Mut hat, einen neuen Weg einzuschlagen, verdient Respekt. Keiner sollte deshalb Angst haben, als der vielzitierte Taxifahrer zu enden – außer, es ist das, was einen glücklich macht . Weltbürger werden nämlich immer gebraucht.