Indische Hochschulen sollen künftig besser für die Sicherheit von Frauen auf dem Campus sorgen. Dazu hat die oberste staatliche Unibehörde, die University Grants Commission die Unileitungen des Landes aufgefordert. Alle Hochschulen sollten umgehend eine Task Force einsetzen, die sich um Sicherheitsmaßnahmen kümmern, berichtet das Magazin University World News. Die Behörde will so auch auf die heftigen Proteste im Land reagieren, nachdem Ende Dezember eine Studentin in Neu-Delhi mehrfach vergewaltigt worden war und wenig später an den Folgen der Misshandlungen starb.

Jetzt heißt es, Wohnheime von Studentinnen sollten künftig besser geschützt werden. Weibliche Uni-Angestellte bräuchten insgesamt eine "sicherere Arbeitsumgebung". Hochschulen müssten die oft schlechte Beleuchtung auf ihren Campus verbessern und für regelmäßige Polizeipatrouillen sorgen.

Eine Studie der Frauenrechtsorganisation Jagori hatte ergeben, dass Frauen in Gebieten rund um Unis und Schulen besonders oft sexuellen Belästigungen ausgesetzt sind. Dort komme es fast so häufig zu Übergriffen wie in Bussen und Bahnen. Von den Studentinnen auf dem Nordcampus der Universität Delhi sagte demnach jede zweite, sie sei schon einmal sexuell belästigt worden. Drei Viertel der Vorfälle fanden tagsüber statt. Studentinnen seien besonders gefährdet, heißt es in der Studie: Weil sie jung seien, sie oft das erste Mal außerhalb ihrer Familie lebten und zudem Übergriffe in den männlich dominierten Hochschulen selten geahndet würden.

Eigentlich sind Unis bereits gesetzlich verpflichtet, Komitees gegen sexuelle Gewalt einzurichten. Diese bestünden aber meistens nur auf dem Papier, heißt es. Auch das solle sich jetzt ändern.

Erschienen im Tagesspiegel