US-UniversitätMacbooks aus dem Automaten

Schokoriegel, Zigaretten, Kondome: Solche Dinge stecken gewöhnlich in Automaten. Eine Uni in Philadelphia hat einen Apparat mit Laptops aufgestellt. von 

Normalerweise wird aus Automaten verkauft, was der Mensch plötzlich dringend braucht. Getränke, Zigaretten oder Kondome zum Beispiel. In manchen Automaten stecken nun auch Apple-Laptops. Zumindest in der Bibliothek der Drexel University in Philadelphia. Auf Initiative des Vorsitzenden des Studentenparlaments wurde ein mannshohes Gerät aufgestellt, das per Knopfdruck eines von zwölf Macbooks ausspuckt.

Bisher mussten Studenten ihre eigenen Geräte nutzen und sie auch nachts, nach langer Lern-Session, durchs dunkle Philadelphia nach Hause tragen; die Unibibliothek hat immer geöffnet, sieben Tage die Woche 24 Stunden lang, da kommt das häufiger vor. Viele fürchteten, nachts überfallen zu werden. So jedenfalls argumentierte der Studentensprecher. Er forderte Leih-Laptops. Dass man diese am Automaten würde ziehen können, ahnte er wohl nicht. Doch zufällig war die Bibliothek gerade auf das Unternehmen Laptopsanytime aufmerksam geworden, das einen Apparat für genau diesen Zweck anbot. Problem gelöst.

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Die Laptop-Ausleihe funktioniert mit dem Studentenausweis und ist kostenlos. Zur Rückgabe steckt man es einfach wieder zurück in den Automaten – so wie in diesem Video über ein ähnliches Modell zu sehen:

Ein Laptop darf für fünf Stunden geliehen werden. Wer ihn länger behält, muss Strafgebühren zahlen. Schließlich soll jeder mal ein Leih-Gerät abbekommen. Schon bald sollte die Verfügbarkeit kein Problem mehr sein: Die Universität überlegt bereits, noch mehr Automaten in die Bibliothek und auf den Campus zu stellen. Geplant ist auch ein iPad-Automat.

Die Drexel University Philadelphia wird also bald üppig mit Apple-Produkten ausgestattet sein. Sollten sich die Automaten durchsetzen, wären sie für Hersteller sicher ein vielversprechender Marketing-Weg. Apple-Zwang besteht für die Automaten nicht: An der Universität in Utah steht ein vergleichbares Gerät mit Netbooks.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

  2. Habe einen ähnlichen Automaten letztens im Flughafen in Toronto gesehen. Unterschied: die iPads in dem Automaten wurden zum Kauf angeboten!

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    Das gibt es längst auch auf deutschen Flughäfen. Auf der Abflugebene des Flughafens Düsseldorf steht z.B. ein Automat einer Elektrokette ("Geiz ist armselig" heißt der Slogan, glaube ich), aus dem sich iPads, MacBooks sowie Zubehör ziehen lassen, bezahlt wird per Kreditkarte.

    • Laoyafo
    • 15. Januar 2013 17:40 Uhr

    Oder abgespeckte Studi-Pads entwickeln und mitnehmen, die nur das Nötigste enthalten und nicht so viel Begierden wecken wie ein kompletter Laptop.

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    • NiklasM
    • 15. Januar 2013 19:55 Uhr

    Das wird wohl kaum machbar sein, schließlich wird im Zweifelsfall auch das billigere Handy "abgezogen"...

  3. ...in einer Bildungseinrichtung zu verwenden... yeah.

    2 Leserempfehlungen
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    • noon44
    • 15. Januar 2013 19:22 Uhr

    @Ratteasd und andere Anhänger der großen Apple-Verblendungsthese:

    ...waren schon immer ein wichtiger Markt für Apple. Und stellen Sie sich vor, Studenten *kaufen* diese Produkte mitunter sogar freiwillig und sind damit zufrieden!

    • rws
    • 15. Januar 2013 20:05 Uhr

    waren schon normal, als Apple noch nicht "in" war sondern kurz vorm Abkratzen. Das ist sozusagen der Heimatmarkt - der jetzt aber zugunsten der teuren Lifestyle-Produkte vernachlässigt wird. Wo bleibt das EDU-Book?

    ...ist es mir erstmal egal, was Studenten selber kaufen. Mir gehts eher darum, dass in einer öffentlichen Bildungseinrichtung auch Zeichen in Richtung frei verfügbarer und frei verwendbarer Software gesetzt werden. Aber soweit zu denken wäre schon schwer, wenn man auch überteuerte und eingeschränkte Produkte kaufen kann, was?

    • noon44
    • 15. Januar 2013 19:22 Uhr

    @Ratteasd und andere Anhänger der großen Apple-Verblendungsthese:

    ...waren schon immer ein wichtiger Markt für Apple. Und stellen Sie sich vor, Studenten *kaufen* diese Produkte mitunter sogar freiwillig und sind damit zufrieden!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Apple..."
    • NiklasM
    • 15. Januar 2013 19:55 Uhr

    Das wird wohl kaum machbar sein, schließlich wird im Zweifelsfall auch das billigere Handy "abgezogen"...

    • birba
    • 15. Januar 2013 20:02 Uhr

    Ist doch gut!

    • rws
    • 15. Januar 2013 20:05 Uhr

    waren schon normal, als Apple noch nicht "in" war sondern kurz vorm Abkratzen. Das ist sozusagen der Heimatmarkt - der jetzt aber zugunsten der teuren Lifestyle-Produkte vernachlässigt wird. Wo bleibt das EDU-Book?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Apple..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE
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