Plagiatsvorwürfe Schavan steht zu "Flüchtigkeitsfehlern"
Trotz des Plagiatsverfahrens beharrt Bundesbildungsministerin Schavan darauf, nie getäuscht zu haben. Sie habe lediglich Flüchtigkeitsfehler gemacht.
© Marijan Murat/dpa

Bundesbildungsministerin Annette Schavan
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die nachgewiesenen Fehler in ihrer Doktorarbeit als "nicht peinlich" bezeichnet. "Flüchtigkeitsfehler sind mir nicht peinlich", sagte Schavan dem ZEITmagazin. Sie könne für sich zwar "nicht in Anspruch nehmen, keine Flüchtigkeitsfehler gemacht zu haben. Aber ich kann in Anspruch nehmen, nicht plagiiert oder gar getäuscht zu haben.
Zu der "grundsätzlichen Diskussion" gehöre, "nicht andauernd den Eindruck zu erwecken, dass Plagiate und Fehler auf der gleichen Ebene liegen." Vor 33 Jahren "gab es noch keine technischen Möglichkeiten, einen Text noch einmal zu überprüfen. Man konnte nur selbst genau lesen und auf die Prüfer vertrauen."
Die Universität Düsseldorf hat ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eröffnet. Schavan sagte, in der Diskussion um ihre Doktorarbeit gehe es ihr "nicht um einen Titel". Es gehe um Integrität.
Auf die Frage, ob die Wissenschaftsorganisationen, die sie in einer gemeinsamen Erklärung unterstützt haben, nicht abhängig von ihr als Wissenschaftsministerin seien, antwortete Schavan: "Wenn Wissenschaftler darauf drängen, dass es in solchen Fällen Regeln gibt, die eingehalten werden müssen, kann man sie dafür doch nicht beschimpfen. Die Souveränität der Wissenschaft ist ein hohes Gut."
- Datum 30.01.2013 - 11:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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"... nur auf die Prüfern vertrauen".
Will sie wirklich behaupten, Prüfer hätten zu der Zeit die Pflicht gehabt, sämtliche Literatur zum Thema wörtlich im Kopf zu haben, um Plagiate zu erkennen? Weil man ja schlampen darf?
wie Frau Dr. Schavan nun hier und anderswo so äussert zur Sache. Mir scheint, dass die Dame selbst anscheinend kräftig an ihrem politischem Grab arbeitet. Die Diss und deren Mängel treten dabei heute in den Hintergrund. Jetzt geht es eher doch primär darum, wie die Dame die Sache weiter behandelt. Es geht doch nicht mal so um Semantik oder Rhetorik dabei, es geht immer noch schlicht nur um den gedruckten Text ihrer Diss.
Ich kann mir nicht dem Eindruck entziehen, dass Frau Schavan halt nun fortan auf den vermeintlichen naiven Wähler baut, dem ein solches wissenschaftliches Dokument doch meist eher fremd ist.
Wie anders ist es zu erklären, wenn Dr. S. nun z.B. die Schublade mit diesen sogenannten "Flüchtigkeitfehlern" aufmacht. Sowas ist etwas zu dürftig, um die Fachkollegen noch zu beeindrücken.
Entscheidend wird es für ihr politisches Schicksal wahrscheinlich sein, wie sie nun mit der Sache weiter umgeht. Viele Politiker haben sich viel intelligenter aus weit grösseren Affären befreien können.
Die Zustimmung kürzlich in ihrem Wahlkreis als Bundestagskandidatin in 2013 tut ihr gut, ist aber sicherlich kein Massstab für ihr Ansehen in der Geisteswissenschaft (sie weiss es). Man darf vermuten, dass ihr dies es ziemlich egal ist. Die einzige Perspektive, die Frau Dr. S. heute noch hat, in der Politik zu bleiben. Wenn ihr Doktorgrad abhanden kommt, bleibt ja nur das Abitur als Qualifikation in ihrem Lebenslauf. Ob sie dann noch den Schneid hat, vor Kameras aufzutreten hat?
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