Plagiatsaffären: Der Doktortitel als Versuchung
Schavan wird nicht der letzte Plagiatsfall sein. Ein Blick auf die amerikanische Ph.D.-Praxis zeigt, woran das deutsche Promotionswesen krankt. Von Josef Joffe
Annette Schavan wird nicht die letzte sein, die in die Plagiatsfalle gerät. In künftigen Fällen wird die betroffene Universität hoffentlich verantwortungsbewusster vorgehen, als es die Düsseldorfer getan hat. Es war ein langer Prozess hinter verschlossenen Türen. Am Anfang stand ein anonymer Tipp. Von Anklage und Ermittlungsergebnis hat Schavan aus der Presse gehört. Der Doktorvater wurde nicht befragt, die Delinquentin auch nicht. Dies ist der eigentliche Skandal, wie Kurt Biedenkopf in der Welt moniert.
Biedenkopf stellt zudem die richtige Frage: Ob der Doktorvater bereit gewesen wäre, die "Verantwortung für die mangelhafte Anwendung der Regeln selber zu übernehmen, da ihre gewissenhafte Überprüfung doch als Teil (seiner) Aufgabe verstanden werden müsse". Just diese Frage gilt auch den Betreuern anderer Abgeurteilten: von Margarita Mathiopoulos (FDP) bis Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Die Polizei, die untätig vor der Tür steht, macht sich mitschuldig am Einbruch.
Doch geht das Problem – ein kulturelles, kein juristisches – tiefer. Der Vergleich zwischen Deutschland und den USA mag es erhellen. Hierzulande werden rund doppelt so viele Doktortitel pro 100.000 Einwohner verliehen wie in den Vereinigten Staaten. Sind die Deutschen klüger und fleißiger? Das ist nicht anzunehmen. Richtig ist vielmehr zweierlei: Ein Ph.D. ist schwerer zu erringen als ein Dr. phil., und dennoch zählt der Titel in Amerika weniger als hier.
Deutschland braucht höhere Anforderungen für Dissertationen
Niemand wird dort mit "Mr. Doctor" angesprochen und kein Professor käme auf die Idee, seine Briefe mit "Dr." zu unterschreiben. "Doctor" bleibt ein Etikett für Ärzte. Mit anderen Worten: Dieser Titel ist kein Rang- und Ehrenabzeichen wie in Deutschland, wo sich ein aufsteigendes Bürgertum mit dem "Dr." gegenüber der Aristokratie selber zu adeln versuchte. Herzöge und Grafen gab es in Amerika nicht; folglich suchten die Aufsteiger ihren Status mit anderen Mitteln zu markieren.
In Deutschland macht "Herr oder Frau Doktor" noch immer was her, weshalb die Ambitionierten einige Kraft (gelegentlich auch List) einsetzen, um das Sahnehäubchen zu ergattern. Hinzu kommt die gewaltige Expansion der deutschen Universität in den Siebzigern, die zwei üble Folgen hatte. Zum einen wurden Lehrer in das System gespült, die mit den Größen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts nicht mithalten konnten. Zum anderen blähte sich das Student-Professor-Verhältnis gewaltig auf. Folglich sank die Betreuungs-Kapazität; schnell schlug und schlägt sorgfältig. Die eigentliche wissenschaftliche Befähigung blieb der Habilitation vorbehalten.
Anders in Amerika. Dort ist der Ph.D. was hier die Habilitation ist: er belegt die Lehr- und Forschungsreife, die Dissertation muss einen originellen Beitrag zum Wissensstand liefern. Folglich sind die Anforderungen höher; eine Doktorarbeit wie "Grüßen im Russischen und im Deutschen" käme dort wohl nicht durch. Auf jeden Fall sorgt die scharfe Selektion für das gebotene Profil. Der Ph.D.-Aspirant will in die Wissenschaft und selektiert sich so selber. Seine Abteilung siebt weiter, hängt doch der Ruf eines Departments von der Zahl der Promovierten ab, die es an den besten Unis platzieren kann. Die Zahl der Promovenden bleibt überschaubar; entsprechend wächst die Betreuungsintensität und sinkt das Risiko eines unentdeckten Plagiats.
Die Habilitation abschaffen, dafür die Dissertation durch strenge Zugangs- und Qualitätsanforderungen adeln, wäre die gebotene Therapie für den deutschen Morbus plagiatis. Aber das geht nicht. Der Doktor im Namen macht zu viel her; das Professoriat wird sich mit Zähnen und Klauen gegen das Ende der Habilitation wehren, obwohl der amerikanische Weg zur Lebensanstellung (zwei Bücher in sieben Jahren Assistenz-Professur) sinnvoller und beweiskräftiger wäre.
Deshalb wird Schavan nicht der letzte Fall sein. Schon lädt der Gründer von VroniPlag zur Plagiatsjagd ein. Noch besser: Er will daraus ein Geschäft machen, indem er anbietet, auf Bestellung und gegen Bares zu arbeiten.









Das VroniPlag Wiki ist ein Gemeinschaftsprojekt und hatte mehrere in der Anfangszeit aktive, aber keinen "Gründer". Man kann in der Anfangszeit eines solchen Projekts beitragen, es aber nicht "gründen". Die eigentliche Webseite war dem Prinzip des Vorbilds GuttenPlag Wiki nachgebildet. Der, auf den Sie am Ende des Artikel verlinken, hat KEINEN der im VroniPlag Wiki dargestellten Fälle gefunden und ist ein Trittbrettfahrer und Wichtigtuer. Zu Guttenplag Wiki kam er im Februar 2011 erst dazu, als die Sache von der Dokumentation her größtenteils gelaufen war.
Vielleicht sollten auch Journalisten nicht so viel voneinander abschreiben und auch einmal wieder mehr den etwas mühevolleren Weg gehen, zu recherchieren. Es würden vielleicht nicht so reißerische Artikel dabei entstehen, aber vielleicht solche, anhand derer sich der interessierte Leser ein Bild machen kann.
Man kann Anzahl der Doktoranden vor allem auch deswegen nicht einschränken, weil sie als billige Arbeitskräfte im Durchlauferhitzer die Hauptarbeit in der Deutsche R&D leisten sollen und den akademischen Mittelbau ersetzen.
Warum wird denn sonst gefordert, die Anzahl der Doktoranden sogar noch zu steigern?
Der Artikel enthält neben einigen vernünftigerweise aufgeworfenen Aspekten eine Reihe von oberflächlichen, wenn nicht gar unrichtigen, Statements.
Richtig ist es, die Frage nach der Verantwortung der Doktorväter/-mütter zu stellen.
Der Artikel erweckt den Eindruck, als sei der Ph.D. höherwertig als der Dr. Das kann kaum in dieser Allgemeinheit behauptet werden. In deutschen Promotionsordnungen findet sich die Anforderung, dass die Diss ein Fortschritt gegenüber dem Stand der Wissenschaft darstellen muss. Also vergleichbar mit dem, was Herr Joffe sagt zum Ph.D. erwähnt ("die Dissertation muss einen originellen Beitrag zum Wissensstand liefern"). Dass das je nach Fachrichtung unterschiedlich gehandhabt wird, sei dahingestellt, gibt aber keinen Anlass hieraus eine nationale Höher- (oder Minder-)wertigkeit abzuleiten.
"das Professoriat wird sich mit Zähnen und Klauen gegen das Ende der Habilitation": das ist sicherlich allgemein nicht richtig. Es gibt genügend Beispiele nicht-habilitierter angesehener deutscher Professoren.
"der amerikanische Weg zur Lebensanstellung (zwei Bücher in sieben Jahren Assistenz-Professur)": diese Regel gibt es nicht, woher soll die stammen? Und dann "zwei"? Und "Bücher"? Es zählen ganz andere Dinge, Veröffentlichungen in angesehenen Zeitschriften und Drittmitteleinwerbungen, um die wichtigsten zu nennen.
in Nordamerika ist imltho anders als der Doktor in D.
Zuerst hat man hier (meine Erfahrung) meist zwei Jahre um sein Forschungsthema selbst zu definieren, dabei die Literatur zu sichten und dann seinen Forschungsantrag zu formulieren und diesen dann vor einem Gremium zu verteidigen (2h Schnitt). Dazu gab es dann als Zugabe vorweg zwei 24h Stunden Prüfungen innerhalb von 3 Tagen, bei der jeder Prüfer (5 an der Zahl) 8 Fragen stellen konnte. Diese reichten dann z.B. bei mir von reinen Ing. fragen bis zu philosophischen Diskursen.
Das war die erste Hürde und da wurde dann gesiebt, tlw. mussten auch noch Kurse belegt werden.
Erst danach beginnt die Forschung, für die dann 3-5 Jahre eingeplant werden, wobei fast monatlich Treffen mit dem Comittee anstehen 4 Profs. denen über den Forschungsfortschritte berichtet werden muss.
Nach dem Abschluss der Forschung wird dann die Arbeit an die Uni gegeben und diese wählen 5 unabhängige Prüfer aus (alles Externe und ohne Beziehungen zur Uni, Doktorvater und PhD cand.), wenn das dann positiv zurückkommt werden nochmals 4 Prüfer gewählt die dann die mündliche Verteidigung abnehmen.
Bei jedem Schritt müssen die Prüfer andere sein.
Ganz zum Schluss gibt es dann noch die dreimonatige Wartefrist in der ein externes Unternehmen die Arbeit auf Plagiate untersucht. Erst danach entscheidet dann der Senat über die Vergabe.
@Thema
Herr Joffe man wird nicht mit Mr. Dr. angeredet, sondern man legt den Mr. ab, und man unterschreibt schon mit PhD.
Stimme Ihnen vollkommen zu. Mich hat es als promovierten Naturwissenschaftler doch sehr verwundert, dass Herr Joffe dem Ph.D. generell einen höheren Stellenwert als einem Dr. in Deutschland gibt. Da sollte doch etwas mehr Differenzierung und Feingefühl angesetzt werden (Dr. med. vs. Dr. rer.nat. z.B.). Habe auf Konferenzen während meiner Promotionszeit auch amerikanische Kollegen kennengelernt, die im selben Fach promovierten und ein DEUTLICH weniger anspruchsvolles Promotionsstudium (denn das ist es wirklich in den USA) in kürzerer Zeit durchlaufen mussten. Ich stimme Herrn Joffe allerdings zu, dass das Fixieren auf die Anrede Dr. oder das Führen des Titels am Klingelschild etc. ein deutsches Phänomen ist. In Amerika wird kein Mitarbeiter der Uni mit Dr. angeredet, es ist einfach selbstverständlich, dass die Angehörigen promoviert haben oder promoviert werden. Ich kann mich immer wieder nur amüsieren, wenn ein Akademiker mir gegenüber auf seinem Doktortitel besteht, da ich mich nie damit vorstellen würde. Meine Regel lautet: Diejenigen, die wirklich eine beeindruckende Leistung für den Titel erbracht haben und an der Uni viele Jahre (bei mir waren es 5) aufgrund wissenschaftlicher Neugier unter schwierigen Bedingungen verbracht haben, bestehen später auch nicht mehr auf die eitle Anrede und vice versa.
in Nordamerika ist imltho anders als der Doktor in D.
Zuerst hat man hier (meine Erfahrung) meist zwei Jahre um sein Forschungsthema selbst zu definieren, dabei die Literatur zu sichten und dann seinen Forschungsantrag zu formulieren und diesen dann vor einem Gremium zu verteidigen (2h Schnitt). Dazu gab es dann als Zugabe vorweg zwei 24h Stunden Prüfungen innerhalb von 3 Tagen, bei der jeder Prüfer (5 an der Zahl) 8 Fragen stellen konnte. Diese reichten dann z.B. bei mir von reinen Ing. fragen bis zu philosophischen Diskursen.
Das war die erste Hürde und da wurde dann gesiebt, tlw. mussten auch noch Kurse belegt werden.
Erst danach beginnt die Forschung, für die dann 3-5 Jahre eingeplant werden, wobei fast monatlich Treffen mit dem Comittee anstehen 4 Profs. denen über den Forschungsfortschritte berichtet werden muss.
Nach dem Abschluss der Forschung wird dann die Arbeit an die Uni gegeben und diese wählen 5 unabhängige Prüfer aus (alles Externe und ohne Beziehungen zur Uni, Doktorvater und PhD cand.), wenn das dann positiv zurückkommt werden nochmals 4 Prüfer gewählt die dann die mündliche Verteidigung abnehmen.
Bei jedem Schritt müssen die Prüfer andere sein.
Ganz zum Schluss gibt es dann noch die dreimonatige Wartefrist in der ein externes Unternehmen die Arbeit auf Plagiate untersucht. Erst danach entscheidet dann der Senat über die Vergabe.
@Thema
Herr Joffe man wird nicht mit Mr. Dr. angeredet, sondern man legt den Mr. ab, und man unterschreibt schon mit PhD.
Stimme Ihnen vollkommen zu. Mich hat es als promovierten Naturwissenschaftler doch sehr verwundert, dass Herr Joffe dem Ph.D. generell einen höheren Stellenwert als einem Dr. in Deutschland gibt. Da sollte doch etwas mehr Differenzierung und Feingefühl angesetzt werden (Dr. med. vs. Dr. rer.nat. z.B.). Habe auf Konferenzen während meiner Promotionszeit auch amerikanische Kollegen kennengelernt, die im selben Fach promovierten und ein DEUTLICH weniger anspruchsvolles Promotionsstudium (denn das ist es wirklich in den USA) in kürzerer Zeit durchlaufen mussten. Ich stimme Herrn Joffe allerdings zu, dass das Fixieren auf die Anrede Dr. oder das Führen des Titels am Klingelschild etc. ein deutsches Phänomen ist. In Amerika wird kein Mitarbeiter der Uni mit Dr. angeredet, es ist einfach selbstverständlich, dass die Angehörigen promoviert haben oder promoviert werden. Ich kann mich immer wieder nur amüsieren, wenn ein Akademiker mir gegenüber auf seinem Doktortitel besteht, da ich mich nie damit vorstellen würde. Meine Regel lautet: Diejenigen, die wirklich eine beeindruckende Leistung für den Titel erbracht haben und an der Uni viele Jahre (bei mir waren es 5) aufgrund wissenschaftlicher Neugier unter schwierigen Bedingungen verbracht haben, bestehen später auch nicht mehr auf die eitle Anrede und vice versa.
Auch mit den damaligen Mitteln wäre es selbstverständlich möglich gewesen, jedenfalls einen Großteil der Plagiate herauszufinden. Man hätte schlicht nur die Quellen nachprüfen müssen. Das hätte auch nicht Herr Professor persönlich machen müssen, sondern dafür gibt's HiWis. Und der Grund für die Aberkennung des Doktortitels war ja, dass Schavan "systematisch", also in weiten Teilen abgekupfert und fremdes Gedankgut zu eigenem erhoben haben soll. Man darf schon fragen, welche fachliche Qualifikation ein Professor hat, der einen Großteil der Literatur in seinem Fachgebiet nicht kennt. Gehen Sie doch auf die Seite Schavanplag und schauen Sie nach, welche (als solche nicht gekennzeichnete) Zitate aus welchen Werken stammen.
Und die höchste Form des Versagens der Professorenschaft war doch zu Guttenberg. Nicht nur, dass man trotz der zu dem Zeitpunkt bestehenden technischen Möglichkeiten nicht nur eine fehlerhafte Zitierweisen übersehen hat, man hat noch nicht Mal gemerkt, dass fast das ganze Werk eine Aneinanderreihung von Fremdtexten war. Und wer das Opus Mal angelesen hat, und damit zeigt sich, dass der Zu-Guttenberg-Skandal in Wirklichkeit ein Uni-Bayreuth-Skandal war, weiß darüber hinaus, dass das Werk völlig inhaltsleer ist. Man hätte also noch die Verleihung des Doktortitels hinnehmen können, aber zu Guttenberg hat ein "summa cum laude" bekommen!!! Grund: Man wollte jemand Prominenten für die Uni-Homepage!
Wie bitte soll man Quellen nachprüfen, die gar nicht im Quellenverzeichnis angegeben sind?
Und im Übrigen ist es blanker Unfug, zu glauben, man könne jeden Satz gegen jede Quelle abgleichen. Die Dauer der Prüfung wäre unverhältnismäßig lang. Und da helfen auch keine HiWis.
Die Definition von "systematisch" ist auch nicht "in großem Umfang". Der Umfang war bei Guttenberg wesentlich größer. Schavan aber hat eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben, denn sie hat sehr wohl andere als die angegebenen Hilfsmittel verwendet. Und das hat durchaus Methode. Denn dass jemand fahrlässig nicht mehr weiß, was für Bücher auf dem Schreibtisch liegen ist Blödsinn. Im Zweifelsfall nimmt man lieber zuviel als zu wenig Bücher in die Literaturliste auf.
Was Guttenberg angeht - ich habe selbst an einer bayerischen Universität studiert. Da geht es keineswegs darum, mit wem sich die Uni-Homepage schmücken kann, sondern darum, dass man es sich mit der CSU-Parteizentrale, dem Ministerium und der Staatskanzlei nicht verdirbt. Wer dort gute Beziehungen hat ist unangreifbar. Wem die Staatskanzlei aber nicht wohlgesonnen ist, der muss sich über Stellen- und Mittelstreichungen nicht wundern. Wer hier gegen die Uni wettert richtet sich gegen den falschen Adressaten. Den Filz in Bayern auszuheben wäre das lohnendere Ziel.
Wie bitte soll man Quellen nachprüfen, die gar nicht im Quellenverzeichnis angegeben sind?
Und im Übrigen ist es blanker Unfug, zu glauben, man könne jeden Satz gegen jede Quelle abgleichen. Die Dauer der Prüfung wäre unverhältnismäßig lang. Und da helfen auch keine HiWis.
Die Definition von "systematisch" ist auch nicht "in großem Umfang". Der Umfang war bei Guttenberg wesentlich größer. Schavan aber hat eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben, denn sie hat sehr wohl andere als die angegebenen Hilfsmittel verwendet. Und das hat durchaus Methode. Denn dass jemand fahrlässig nicht mehr weiß, was für Bücher auf dem Schreibtisch liegen ist Blödsinn. Im Zweifelsfall nimmt man lieber zuviel als zu wenig Bücher in die Literaturliste auf.
Was Guttenberg angeht - ich habe selbst an einer bayerischen Universität studiert. Da geht es keineswegs darum, mit wem sich die Uni-Homepage schmücken kann, sondern darum, dass man es sich mit der CSU-Parteizentrale, dem Ministerium und der Staatskanzlei nicht verdirbt. Wer dort gute Beziehungen hat ist unangreifbar. Wem die Staatskanzlei aber nicht wohlgesonnen ist, der muss sich über Stellen- und Mittelstreichungen nicht wundern. Wer hier gegen die Uni wettert richtet sich gegen den falschen Adressaten. Den Filz in Bayern auszuheben wäre das lohnendere Ziel.
schuld ist immer noch der Betrüger.
Und nur weil er/sie in den Plagiatsfällen bei Dr.-Arbeiten zu den "besseren (gebildeten) Kreisen" gehört, muss man ihm noch längst kein Verständnis entgegenbringen oder Entschuldigungszettel schreiben.
Denn mit den damaligen Mitteln wäre es dem Doktorvater kaum möglich gewesen, die Plagiate zu erkennen.
Genauso ist das Gewäsch darüber, dass der PhD in den USA die Lehr- und Forschungsreife belegen würde, bei uns aber nicht, Unfug.
Die Forschungsreife soll der Doktor eben bei uns auch belegen - und tut das in den meisten Fächern auch. Die Lehrreife belegt der Doktor auch in den USA nicht. Ein paar Seminare und eine Disputatio machen weder hier noch dort eine ganze Vorlesungsreihe.
Auch mit den damaligen Mitteln wäre es selbstverständlich möglich gewesen, jedenfalls einen Großteil der Plagiate herauszufinden. Man hätte schlicht nur die Quellen nachprüfen müssen. Das hätte auch nicht Herr Professor persönlich machen müssen, sondern dafür gibt's HiWis. Und der Grund für die Aberkennung des Doktortitels war ja, dass Schavan "systematisch", also in weiten Teilen abgekupfert und fremdes Gedankgut zu eigenem erhoben haben soll. Man darf schon fragen, welche fachliche Qualifikation ein Professor hat, der einen Großteil der Literatur in seinem Fachgebiet nicht kennt. Gehen Sie doch auf die Seite Schavanplag und schauen Sie nach, welche (als solche nicht gekennzeichnete) Zitate aus welchen Werken stammen.
Und die höchste Form des Versagens der Professorenschaft war doch zu Guttenberg. Nicht nur, dass man trotz der zu dem Zeitpunkt bestehenden technischen Möglichkeiten nicht nur eine fehlerhafte Zitierweisen übersehen hat, man hat noch nicht Mal gemerkt, dass fast das ganze Werk eine Aneinanderreihung von Fremdtexten war. Und wer das Opus Mal angelesen hat, und damit zeigt sich, dass der Zu-Guttenberg-Skandal in Wirklichkeit ein Uni-Bayreuth-Skandal war, weiß darüber hinaus, dass das Werk völlig inhaltsleer ist. Man hätte also noch die Verleihung des Doktortitels hinnehmen können, aber zu Guttenberg hat ein "summa cum laude" bekommen!!! Grund: Man wollte jemand Prominenten für die Uni-Homepage!
Zur Ausbildung der Doktoranden in den USA gehören nicht nur "ein paar Seminare" sondern eine umfassende Erarbeitung von mehreren Fachgebieten. Der Kandidat muss sich hier intensiv mit den wichtigsten Forschungsfragen seines Gebietes befassen, die entsprechende Literatur lesen, verstehen und einordnen können. In den Comprehensive Exams wird das Wissen abschließend überprüft.
Auch mit den damaligen Mitteln wäre es selbstverständlich möglich gewesen, jedenfalls einen Großteil der Plagiate herauszufinden. Man hätte schlicht nur die Quellen nachprüfen müssen. Das hätte auch nicht Herr Professor persönlich machen müssen, sondern dafür gibt's HiWis. Und der Grund für die Aberkennung des Doktortitels war ja, dass Schavan "systematisch", also in weiten Teilen abgekupfert und fremdes Gedankgut zu eigenem erhoben haben soll. Man darf schon fragen, welche fachliche Qualifikation ein Professor hat, der einen Großteil der Literatur in seinem Fachgebiet nicht kennt. Gehen Sie doch auf die Seite Schavanplag und schauen Sie nach, welche (als solche nicht gekennzeichnete) Zitate aus welchen Werken stammen.
Und die höchste Form des Versagens der Professorenschaft war doch zu Guttenberg. Nicht nur, dass man trotz der zu dem Zeitpunkt bestehenden technischen Möglichkeiten nicht nur eine fehlerhafte Zitierweisen übersehen hat, man hat noch nicht Mal gemerkt, dass fast das ganze Werk eine Aneinanderreihung von Fremdtexten war. Und wer das Opus Mal angelesen hat, und damit zeigt sich, dass der Zu-Guttenberg-Skandal in Wirklichkeit ein Uni-Bayreuth-Skandal war, weiß darüber hinaus, dass das Werk völlig inhaltsleer ist. Man hätte also noch die Verleihung des Doktortitels hinnehmen können, aber zu Guttenberg hat ein "summa cum laude" bekommen!!! Grund: Man wollte jemand Prominenten für die Uni-Homepage!
Zur Ausbildung der Doktoranden in den USA gehören nicht nur "ein paar Seminare" sondern eine umfassende Erarbeitung von mehreren Fachgebieten. Der Kandidat muss sich hier intensiv mit den wichtigsten Forschungsfragen seines Gebietes befassen, die entsprechende Literatur lesen, verstehen und einordnen können. In den Comprehensive Exams wird das Wissen abschließend überprüft.
Gibt es denn auch Studien, die beweisen, dass in den USA so viel weniger Plagiatsfälle vorliegen?
Hier wird viel auf den Titel gehalten, entsprechend wird derzeit so viel Rummel darum gemacht, dass Politiker plagiiert haben.
Gibt es in den USA nun tatsächlich nur so wenig Plagiate oder interessiert sich niemand dafür, weil in den USA auch niemand den Ph.D. hyped, wie es in Deutschlang der Fall ist?
Wenn es keine Information über die Situation in den USA gibt, dann wäre der Bericht nämlich hinfällig.
Die für mich aus dem Artikel gelesene Begründung "Das System ist in den USA anders, also plagiiert da auch niemand" wäre für mich nämlich hinfällig, wenn in den USA niemand nach Plagiaten fragt.
Während meines Studiums habe ich jedenfalls regelmäßig von Seiten des Professors oder der Doktoranden Hinweise bekommen, man solle gewisse Autoren aus dem Ausland (auch der USA) nicht als Referenz nehmen, weil da plagiiert oder gefälscht wird.
Entsprechend frage ich mich, ob das wirklich ein deutsches Problem, wie hier dargestellt, oder ein globales Problem ist.
http://en.wikipedia.org/w...
Keine "Studie" in dem Sinne, aber eine interessante Zusammenstellung.
Der jetzige US "Vize" hatte Probleme mit Plagiatsbeschuldigungen...
Ich habe ein Ph.D. in USA gemacht. Als ich 1982 auf einige Jahre nach Deutschland kam, war mein damaliger Arbeitgeber sehr bedacht darauf, dass ich den "Dr." benutze, nicht weil mein "Fach" relevant war, aber weil es meinem Chef nützlich schien in einem Firmen-internen Machtkampf.
http://en.wikipedia.org/w...
Keine "Studie" in dem Sinne, aber eine interessante Zusammenstellung.
Der jetzige US "Vize" hatte Probleme mit Plagiatsbeschuldigungen...
Ich habe ein Ph.D. in USA gemacht. Als ich 1982 auf einige Jahre nach Deutschland kam, war mein damaliger Arbeitgeber sehr bedacht darauf, dass ich den "Dr." benutze, nicht weil mein "Fach" relevant war, aber weil es meinem Chef nützlich schien in einem Firmen-internen Machtkampf.
Uiuiui, Herr Joffe, wo soll man hier beginnen?
"In künftigen Fällen wird die betroffene Universität hoffentlich verantwortungsbewusster vorgehen, als es die Düsseldorfer getan hat."
Sie erregen sich ob der Nichtbefragung der "Delinquentin" – welche allerdings IN DER TAT UND UNTER FREIWILLIGER MITARBEIT DER "DELINQUENTIN" ERFOLGT IST – und begründen Ihren Einwurf nicht nüchtern-strukturell, sondern mit einem assoziativen Vergleich: "Die Polizei, die untätig vor der Tür steht, macht sich mitschuldig am Einbruch." Wer ist denn bitte, Ihrem Bild folgend, der Gewaltenmonopolist im Bildungswesen? Und sind Sie wirklich gewillt, via Vergleich die Frage nach akademischen Meriten auf die Ebene eines Straftatbestandes zu verschieben? Es geht nicht um archaische Schuldzuweisungen oder die Übernahme von Verantwortung – letztlich wird nur die Frage geklärt, ob, eingedenk aller Standards und Vorschriften, die Delinquentin Frau S. eine Leistung erbracht hat, die Ihr das Führen des entsprechenden Titels gestattet. Schuld an einer Minderleistung kann ein Prüfungsgremium nicht übernehmen, kann ein Doktorvater nicht übernehmen!
Desweiteren schreiben Sie über die kulturell bedingten Umstände in den USA: "Niemand wird dort mit "Mr. Doctor" angesprochen und kein Professor käme auf die Idee, seine Briefe mit "Dr." zu unterschreiben." Tja, täte hier auch kein Professor. Man pflegt – zumal in Korrespndenz – bestenfalls den höchsten akademischen Titel anzugeben. Wenn schon, muss "Prof." reichen.
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