Der Dr. med. ist ein Titel fürs Klingelschild
Den "Dr. med." mag man ohnehin kaum mit denen anderer Disziplinen vergleichen. Die Mehrheit der knapp 8.000 medizinischen Dissertationen pro Jahr entsteht innerhalb von höchstens zwei Semestern im Rahmen des regulären Studiums. Ein Historiker, der drei Jahre lang die Archive durchforstete und sich dann 300 bis 500 Seiten abringt, wird sein Werk mit den vielleicht 80 Seiten einer durchschnittlichen medizinischen Dissertation nicht gleichsetzen wollen. Es ist auch kein Geheimnis, dass die große Mehrheit der medizinischen Dissertationen keine große Forschungsleistung bedeuten. Der Dr. med. ist noch mehr als die anderen ein Titel fürs Klingelschild, da er im Volksmund noch immer auch als Berufsbezeichnung des Arztes verwendet wird.
Die Wahrheit ist, dass die große Masse der Promotionen vor allem in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften aber auch viele in anderen Disziplinen einen Erkenntnisfortschritt für die Wissenschaft allenfalls simulieren – selbst wenn sie keine direkten Plagiate sind. Sie dienen vor allem dem Zweck der Eitelkeit des Doktoranden und seinem Wunsch, durch das Prestige des Titels seine Karriereaussichten zu steigern.
Aus der Perspektive des Einzelnen ist das verständlich. Aber dem wissenschaftlichen Fortschritt, von dem in den Promotionsordnungen der Universitäten stets die Rede ist, ist damit nicht gedient. Im Gegenteil. Das Heer der Doktoranden hält nicht nur sich selbst von ökonomisch produktiver Arbeit ab, sondern auch die Doktorväter und -mütter von sinnvollerer Forschung und Lehre.
Der Grund, warum man sich dennoch in den Rektoraten der Universitäten über jeden Doktoranden freut, ist ein banaler: Schließlich wird die Promotionsquote, also die durchschnittliche Zahl der Doktoranden pro Professor, in den meisten Rankings und leistungsorientierten Mittelverteilungssysteme des Universitätsbetriebs, nach denen heute die "Exzellenz" einer Hochschule berechnet wird, als Indikator für die Leistungsfähigkeit betrachtet – unabhängig von ihrer Qualität. Und auch für den einzelnen Doktorvater bedeutet die Zahl der Promotionen eine Auszeichnung. Zumindest solange dies so bleibt, haben Professoren keinen Anreiz, Kandidaten abzulehnen.
Die Doktorandenzahl darf nicht mit Exzellenz gleichgesetzt werden
Dass die Promotionsquote tatsächlich entscheidend für die wissenschaftliche Exzellenz einer Universität oder des Wissenschaftsstandortes Deutschland ist, darf man jedoch bezweifeln. Schaut man sich die Rangliste der Netto-Abschlussquote für Promotionen in den OECD-Ländern an ("OECD Bildung auf einen Blick" 2010), so ist kein Zusammenhang zwischen Promotionsquote und wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit ersichtlich. Portugal steht da noch vor Deutschland, während wissenschaftliche Großmächte wie die USA und Japan weit abgeschlagen sind.
Dass die Universitäten selbst die inflationäre Entwicklung der nicht wissenschaftlich motivierten Promotionen alleine umkehren wollen und können, ist zweifelhaft, solange die von der Wissenschaftspolitik beförderte Statistikgläubigkeit anhält und damit die Gleichsetzung von Doktorandenzahl mit Exzellenz. Eine Bewegung wie die von Theodor Mommsen 1876 mit seiner Schrift gegen die "Pseudodoktoren" ausgelöste, ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht. Schon damals hatten falsche, finanzielle Anreize für Doktorväter dazu geführt, dass Doktoranden allzu großzügig und mit immer besseren Noten durchgewunken wurden. Ein beliebter Spottvers lautete: "Sumimus pecuniam et mittimus asinum in patriam" (Wir nehmen das Geld und schicken den Esel nach Hause).
Ein von außen angesetzter Hebel dürfte eher Wirkung zeigen. Vielleicht verlieren die Eitelkeits- und Karrieredoktoranden von sich aus das Interesse. Die öffentliche Degradierung Guttenbergs und der anderen Ex-Doktoren des politischen Betriebes dürfte dazu beigetragen haben, die Wirkung eines Doktor-Titels als "Talentsignal" zu mindern. Dazu kommt, dass möglicherweise gerade die zunehmende Akademisierung der Gesellschaft die Hochachtung vor Karriere-Doktoren und damit die Attraktivität des Promovierens zu nichtwissenschaftlichen Zwecken dämpft. Wer studiert hat, weiß, was ein Doktortitel eigentlich sein sollte – nämlich der Qualifikationsnachweis für eine wissenschaftliche Karriere, nichts anderes. Außerhalb des wissenschaftlichen Betriebes werden nämlich die allermeisten Doktoren, da hatte die Bundeskanzlerin durchaus recht, "nicht als wissenschaftliche Assistenten eingestellt".
Michael Hartmann, Soziologe und Elitenforscher aus Darmstadt, weiß, was nötig wäre, um den Deutschen die Promotionslust vergehen zu lassen: "Man müsste nur die Titel von den Visitenkarten und Türschildern verschwinden lassen. Dann würden nur noch diejenigen eine Promotion anstreben, für die sie tatsächlich einen wissenschaftlichen Wert hat."










Aus meinen Erfahrungen kann ich der Behauptung, die Fülle an Promotionen bringe die Wissenschaft nicht voran zumindest für einige Fächer keinesfalls zustimmen. Da zum Beispiel in den Naturwissenschaften die Professoren und der (im übrigen kaum mehr vorhandene) Mittelbau stark damit beschäftigt sind, Drittmittel einzuwerben und für Vernetzung und Außenwirkung zu sorgen, betreiben dort größtenteils die Doktoranden die Forschung. Auch wüsste ich gerne, wie sich solche Institute finanzieren sollen, wenn die recht "preisgünstigen" Doktoranden und Post-Docs wegbrechen würden. Vielleicht wäre ein Model mit weniger Doktoranden konstruktiv, aber dafür müssten erst viele Strukturen vor allem im Bereich der Finanzierung aufgebrochen und geändert werden.
Zitat:...Auch wüsste ich gerne, wie sich solche Institute finanzieren sollen, wenn die recht "preisgünstigen" Doktoranden und Post-Docs wegbrechen würden
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Wissenschaft als verdecket oder gar offene Ausbeutung des Nachwuchses??
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Lehrbeauftragte unter HatzIV, Promovierende und Post Docs als "billige Arbeitskräfte"...... ein HOCH auf den Wissenschaftstandort BRD.
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Wir haben "Leuchtturmuniversitäten" ohne Mittelbau, ohne Stellen,..... alles Häuptlinge mit Leerstuhl und keine Indianer mehr!
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Was mich immer wieder wundert ist, dass es noch nicht gelungen ist Studs, dei die wirklich sie Arbeit machen und wenigstens einen Teil der Professorenschaft in EIN Boot zu kriegen zu gemeinsamen Aktionen.
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So lange unsere beamtete "Elite" nur der Wahrheit und der Wissenschaft verpflichte sind, wird sich wohl nicht viel änden.
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Zitat:...Auch wüsste ich gerne, wie sich solche Institute finanzieren sollen, wenn die recht "preisgünstigen" Doktoranden und Post-Docs wegbrechen würden
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Wissenschaft als verdecket oder gar offene Ausbeutung des Nachwuchses??
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Lehrbeauftragte unter HatzIV, Promovierende und Post Docs als "billige Arbeitskräfte"...... ein HOCH auf den Wissenschaftstandort BRD.
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Wir haben "Leuchtturmuniversitäten" ohne Mittelbau, ohne Stellen,..... alles Häuptlinge mit Leerstuhl und keine Indianer mehr!
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Was mich immer wieder wundert ist, dass es noch nicht gelungen ist Studs, dei die wirklich sie Arbeit machen und wenigstens einen Teil der Professorenschaft in EIN Boot zu kriegen zu gemeinsamen Aktionen.
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So lange unsere beamtete "Elite" nur der Wahrheit und der Wissenschaft verpflichte sind, wird sich wohl nicht viel änden.
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Bei dem Artikel musste ich ungewollt schmunzeln. Wer sich tatsächlich die besten Jahre seines Lebens mit Forschung herumschlägt, also mit überlangen, unterbezahlten Arbeitszeiten, Frust, teilweise persönlicher Isolation und dem Wissen, dass man über das, was den momentanen Lebensmittelpunkt darstellt, vielleicht mit nur 100 Leuten auf der Welt fundiert sprechen kann, um dann letztendlich eine Visitenkarte, ein Klingelschild oder statistische 500 € / Monat zu gewinnen, der tut mir einfach nur leid. Oder anders, noch plakativer ausgedrückt: ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand tatsächlich blöd genug ist, sich deswegen auf sowas einzulassen.
Aber vielleicht hat ja jemand Spaß an der Wissenschaft. Vielleicht nicht unbedingt sein ganzes Leben lang, aber durchaus für einen begrenzten Zeitabschnitt. Vielleicht WILL er promovieren, weil diese Phase die reinste Form der wissenschaftlichen Arbeit, ohne den Overhead an Papierkram und sonstigem Zeug, der in einer fortgeschrittenen Wissenschaftlerlaufbahn dazukommt, darstellt.
Ich halte letzteres für die realistischere Erklärung, warum jemand "trotz allem" promoviert.
mfg,
Ein Promovierender
(aber vielleicht bin ich auch nur blöd, oder geil auf ein Klingelschild)
halten Sie durch!
Auch wenn es später für Sie nötig wird Texte wieder "allgemeinverständlicher" zu formulieren.
Der Artikel von Herrn Knaß legt leider nahe das der Autor den Kern naturwissenschaftlicher Arbeit, inklusive des zugegeben genialen Gefühles beim Erkenntnisgewinn, weit neben seinem Erfahrungsbereich liegt!
Lassen Sie sich die Freude nicht verderben und viel Erfolg!
Peter
zu forschen, Erkenntnisse zu sammeln, Theorien zu entwickeln..... zu lehren und zu lernen..... und vielleicht noch dabei zu zu sehen, wie sich die Welt, oder wenigstens der eigene Fachbereich, das eigene Fachgebiet ein klein wenig verbessert, verändert, weiterkommt!
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Aber danach nichts wie weg aus dem Zoo:-) ins wirkliche Leben, OHNE die akad. Meriten auf die Visitenkarte, das Klingelschild.... zu pappen.
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Der Umstieg ist schwer, dauert, aber ist genau so ein Lernfortschritt und spannende Erfahrung wie die Diss. selbst:-))
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Bleib dran, versuch es zu geniessen und dann seh dich nach einem "lebendigen" Arbeitsfeld um. Die heutigen BA/MA Unis scheinen mir das nicht mehr zu sein.
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Viel Glück (und beim Zitieren aufpassen :))
Sikasuu
halten Sie durch!
Auch wenn es später für Sie nötig wird Texte wieder "allgemeinverständlicher" zu formulieren.
Der Artikel von Herrn Knaß legt leider nahe das der Autor den Kern naturwissenschaftlicher Arbeit, inklusive des zugegeben genialen Gefühles beim Erkenntnisgewinn, weit neben seinem Erfahrungsbereich liegt!
Lassen Sie sich die Freude nicht verderben und viel Erfolg!
Peter
zu forschen, Erkenntnisse zu sammeln, Theorien zu entwickeln..... zu lehren und zu lernen..... und vielleicht noch dabei zu zu sehen, wie sich die Welt, oder wenigstens der eigene Fachbereich, das eigene Fachgebiet ein klein wenig verbessert, verändert, weiterkommt!
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Aber danach nichts wie weg aus dem Zoo:-) ins wirkliche Leben, OHNE die akad. Meriten auf die Visitenkarte, das Klingelschild.... zu pappen.
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Der Umstieg ist schwer, dauert, aber ist genau so ein Lernfortschritt und spannende Erfahrung wie die Diss. selbst:-))
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Bleib dran, versuch es zu geniessen und dann seh dich nach einem "lebendigen" Arbeitsfeld um. Die heutigen BA/MA Unis scheinen mir das nicht mehr zu sein.
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Viel Glück (und beim Zitieren aufpassen :))
Sikasuu
Der Artikel ignoriert vollständig die Leistung der Doktoranden in der Lehre. Um die Betreuung der studierenden auf dem Niveau zu halten, wie es jetzt ist. Ansonsten hat Kommentar #1 alles gesagt.
was eine Zeitung sich in die Lebensplanung anderer Menschen einmischen muss.
"Ich verstehe nicht, was eine Zeitung sich in die Lebensplanung anderer Menschen einmischen muss."
Weil es sich nicht um eine liberale Zeitung handelt, die die Freiheit der Bürger respektiert. Sondern für die Bevormundung der Bürger für "höhere Zwecke" Partei ergreift (hier ist es mal der wissenschaftliche Fortschritt, sonst gerne die Gleichstellung, die Energiewende etc.). Interessant der wohlwollend zitierte Hinweis, den Doktortitel auf Türschildern, Visitenkarten "verschwinden zu lassen", was ja wohl auch ein Verbot bedeutet.
Wieso soll das Einmischung sein? Kann ja jeder machen was er will!
Es muss aber erlaubt sein, das System an sich zu hinterfragen.
Der Autor hat ja z.B. zu Recht kritisiert, dass viele Doktorarbeiten schlicht die Zeit aller Beteiligten verplempern, z.B. weil sie wissenschaftlich nutzlos sind. Das betrifft nicht nur den (eitlen?) Doktoranden, sondern auch viele andere, z.B. (1) diejenigen, die diese Arbeiten finanzieren (z.B. Steuerzahler), (2) Gutachter, (3) Kollegen, die nutzlose Publikationen lesen, weil sie etwas nützliches erwarten, oder gar (4) andere Doktoranden, die oft erfolglos versuchen, auf halbgaren oder schlicht schlechten Doktorarbeiten aufzubauen um sie weiter zu entwickeln, obwohl es oft sinnvoller wäre, einfach von vorne anzufangen und dann etwas richtig zu machen (was immer das heisst).
"Ich verstehe nicht, was eine Zeitung sich in die Lebensplanung anderer Menschen einmischen muss."
Weil es sich nicht um eine liberale Zeitung handelt, die die Freiheit der Bürger respektiert. Sondern für die Bevormundung der Bürger für "höhere Zwecke" Partei ergreift (hier ist es mal der wissenschaftliche Fortschritt, sonst gerne die Gleichstellung, die Energiewende etc.). Interessant der wohlwollend zitierte Hinweis, den Doktortitel auf Türschildern, Visitenkarten "verschwinden zu lassen", was ja wohl auch ein Verbot bedeutet.
Wieso soll das Einmischung sein? Kann ja jeder machen was er will!
Es muss aber erlaubt sein, das System an sich zu hinterfragen.
Der Autor hat ja z.B. zu Recht kritisiert, dass viele Doktorarbeiten schlicht die Zeit aller Beteiligten verplempern, z.B. weil sie wissenschaftlich nutzlos sind. Das betrifft nicht nur den (eitlen?) Doktoranden, sondern auch viele andere, z.B. (1) diejenigen, die diese Arbeiten finanzieren (z.B. Steuerzahler), (2) Gutachter, (3) Kollegen, die nutzlose Publikationen lesen, weil sie etwas nützliches erwarten, oder gar (4) andere Doktoranden, die oft erfolglos versuchen, auf halbgaren oder schlicht schlechten Doktorarbeiten aufzubauen um sie weiter zu entwickeln, obwohl es oft sinnvoller wäre, einfach von vorne anzufangen und dann etwas richtig zu machen (was immer das heisst).
Dem klugen Kommentar stimme ich völlig zu. Insbesondere in den Rechts-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften fehlt es viel zu oft an der nötigen Relevanz der Dissertationen für Wissenschaft und Allgemeinheit, die den ganzen Spaß finanziert. Ich habe das in zwei Blogposts mit eigenen Erfahrungen angereichert und zugespitzt:
https://hottelet.wordpres...
https://hottelet.wordpres...
denn das eigentlich gemeine ist, dass irgendwann Bereiche ausgeforscht erscheinen. Als kleines Beispiel sei auf die Geschichtswissenschaft verwiesen. Wie leicht hätte man vor 50 Jahren noch Doktorantenthemen finden können, die heute als Standardwerke gehandelt werden. Aber und das ist das schöne: Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sind an sich clever und verbinden sich untereinenander und vor allem mit Naturwissenschaften. Wir erleben eine Renaissance der Geisteswissenschaften, weil die Psychologie z.B. nicht mehr nur mittels vergangenen fachspezifischen Thesen und Theorien operiert, sondern mit biologischen Erkenntnissen. Weil die Soziologie, als weiteres Beispiel, sich verbindet mit Informatik und Wirtschaft. Es gibt viele weitere Beispiele. Forschung heute ist heute interdisziplinär und ob daraus relevante Resultate entstehen, wer mag das beurteilen. Viele heute relevante Forschungsarbeiten fanden zu ihrer Zeit wenig Anklang.
Es mag viele Arbeiten geben, bei denen man sich fragt, ob diese wirklich einen gesellschaftlichen Nutzen haben (das frag ich mich im übrigen auch bei vielen Berufen und doch haben diese ihre Daseinsberechtigung) nur sollte man nicht so sehr pauschalisieren.
Die Motivation auf einen Doktortitel hinzuarbeiten muss jeder Doktorand sich selbst beantworten und vor sich verantworten. Die Antworten werden sehr unterschiedlich sein, hin von Karrieresprungbrett, über aufrichtiges Interesse bis hin zur Leidenschaft für das ausgewählte Fach und Thema.
denn das eigentlich gemeine ist, dass irgendwann Bereiche ausgeforscht erscheinen. Als kleines Beispiel sei auf die Geschichtswissenschaft verwiesen. Wie leicht hätte man vor 50 Jahren noch Doktorantenthemen finden können, die heute als Standardwerke gehandelt werden. Aber und das ist das schöne: Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sind an sich clever und verbinden sich untereinenander und vor allem mit Naturwissenschaften. Wir erleben eine Renaissance der Geisteswissenschaften, weil die Psychologie z.B. nicht mehr nur mittels vergangenen fachspezifischen Thesen und Theorien operiert, sondern mit biologischen Erkenntnissen. Weil die Soziologie, als weiteres Beispiel, sich verbindet mit Informatik und Wirtschaft. Es gibt viele weitere Beispiele. Forschung heute ist heute interdisziplinär und ob daraus relevante Resultate entstehen, wer mag das beurteilen. Viele heute relevante Forschungsarbeiten fanden zu ihrer Zeit wenig Anklang.
Es mag viele Arbeiten geben, bei denen man sich fragt, ob diese wirklich einen gesellschaftlichen Nutzen haben (das frag ich mich im übrigen auch bei vielen Berufen und doch haben diese ihre Daseinsberechtigung) nur sollte man nicht so sehr pauschalisieren.
Die Motivation auf einen Doktortitel hinzuarbeiten muss jeder Doktorand sich selbst beantworten und vor sich verantworten. Die Antworten werden sehr unterschiedlich sein, hin von Karrieresprungbrett, über aufrichtiges Interesse bis hin zur Leidenschaft für das ausgewählte Fach und Thema.
Vieles an dem Artikel glaube ich einfach nicht: z.B. halte ich den Doktortitel in vielen Berufen eher wichtig fuer Aufstiegschancen als fuer Einstellungschancen.
Vieles ist umstaendlich verklausuliert, z.B.: "Sie dienen vor allem dem Zweck der Eitelkeit des Doktoranden und seinem Wunsch, durch das Prestige des Titels seine Karriereaussichten zu steigern." Auf deutsch: Sie dienen dazu mehr Geld zu verdienen.
Im letzten Absatz wird dann endlich eine einfache Wahrheit wiederholt, die man sich ja auch im Ausland anschauen kann. Aber Gesellschaften sind traege. Der einfachste erste Schritt scheint mir Doktortitel nicht mehr in Paesse und Personalausweise aufzunehmen. Das waere ein diskussionswerter Vorschlag.
halten Sie durch!
Auch wenn es später für Sie nötig wird Texte wieder "allgemeinverständlicher" zu formulieren.
Der Artikel von Herrn Knaß legt leider nahe das der Autor den Kern naturwissenschaftlicher Arbeit, inklusive des zugegeben genialen Gefühles beim Erkenntnisgewinn, weit neben seinem Erfahrungsbereich liegt!
Lassen Sie sich die Freude nicht verderben und viel Erfolg!
Peter
Wir in Deutschland, so ein befreundeter Psychiater, haben eine Kultur des Blicks nach oben oder unten. Die Mittelschicht ist stets kräftig bemüht den Blick der Bewunderung in reichere Milieus zu richten und blickt verachtlich nach unten. Ferner scheinen wir, obgleich Titel des Adels kaum Bedeutung mehr haben, eine gewisse Hörigkeit gegenüber Titeln zu besitzen. Das beschränkt sich nicht nur auf das Akademische, sondern wir statten auch gern Personen, wenn wir z.B. mit Dritten über sie reden, mit Attributen aus: Der X, der die Firma mit X-Leuten oder X-Umsatz hat...
Aufstiegt ist mithin in Deutschland keine leichte Sache, mediale "Traumkarrieren" (in div. Magazinen an der Uni) werden zu Vorbildern und oft ist eben der Dr. eine Eintrittskarte. In Jura gilt er immer noch für 10.000 mehr Brutto, dann hat er einen Sinn, aber oft ist er vielmehr ein Schmuck oder macht sich gut in Bewerbung und Visitenkarte.
Sehr gut ist die Hörigkeit bei Titeln auch bei TV-Diskussionen zu beobachten, man lädt gern einen Prof. Dr. in die Runde des Diskutanten, das Wort des akademischen Weisen ist dann oft Gesetz (dabei plädiere ich persönlich auch gern für mehr wiss. Hintergründe und Experten..)
Man kann also rufen "Lasst es sein" - viel interessanter ist die Struktur der Gesellschaft.
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