Alternativen zum Staatsexamen"Es ist nicht alles verloren"

Philipp Mollenhauer ist mehrfach durch das Staatsexamen gerasselt. Trotzdem ist er heute Jurist. Im Interview sagt er, welche Alternativen es für Jura-Studenten gibt. von 

ZEIT ONLINE: Herr Mollenhauer, Sie beraten Studenten, die das juristische Staatsexamen nicht geschafft haben. Warum brauchen solche Studenten eine spezielle Beratung?  

Philipp Mollenhauer: Wer das Jura-Examen zwei Mal nicht besteht, darf in Deutschland nie wieder ein Examen schreiben. Etwa 40 Prozent fallen beim ersten Versuch durch, ungefähr jeder Zweite schafft auch den zweiten Versuch nicht. Diese Studenten haben dann gar keinen Abschluss außer dem Abitur. Sie wissen oft nicht, wie es weitergehen soll. Ich möchte ihnen zeigen, wie man doch Jurist wird.

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ZEIT ONLINE: Welche Alternativen sind das?

Mollenhauer: Es gibt zum Beispiel FH-Studiengänge, die infrage kommen. Wer sich weiterhin mit Jura beschäftigen möchte, kann Gesundheitsökonomie oder Wirtschaftsjura studieren oder ins Ausland wechseln. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber die meisten Studenten wissen nichts davon. Wer durchfällt, wird damit alleine gelassen. 

ZEIT ONLINE: Hilft die Uni, an der man durchgefallen ist, nicht dabei, sich neu zu orientieren?

Mollenhauer: Nein, überhaupt nicht. Die Universitäten tun nichts dafür, die Studenten woanders unterzubringen oder überhaupt zu unterstützen. Wer raus ist, für den interessiert man sich nicht mehr. Und Onlineforen sind auch keine Hilfe. Dort tummeln sich Juristen, die die Prüfung bestanden haben. Der Tenor ist: Wenn du durchgefallen bist, warst du eben zu blöd. Das kann einen total runterziehen.

ZEIT ONLINE: Sie sind selbst mehrfach durch das Jura-Examen gerasselt.

Philipp Mollenhauer
Philipp Mollenhauer

Als Philipp Mollenhauer, 30, durch das juristische Staatsexamen flog, brach für ihn eine Welt zusammen: Wer zwei Mal nicht besteht, darf nicht mehr weiterstudieren. Doch Mollenhauer hat eine Alternative gefunden und ist heute  – knapp drei Jahre später –  trotzdem Jurist. Bei "Staatsexamen Plan B" gibt er nun seine Erfahrungen weiter.

Mollenhauer: Als ich mich 2003 für Jura an der Uni Konstanz eingeschrieben habe, wusste ich, dass es nicht leicht wird. Ich dachte, mit Jura kann man viel machen, weil der Beruf vielseitig ist. Deshalb habe ich viel gelernt und mich nach dem 8. Semester für den Freischuss angemeldet. Eigentlich kann man das juristische Staatsexamen nur zwei Mal schreiben, aber der Freischuss ist ein zusätzlicher Versuch, der nicht gezählt wird, falls man ihn nicht besteht. Ich bin durchgefallen, weil mir 0,05 Punkte gefehlt haben. 

ZEIT ONLINE: Wie haben Sie das Ergebnis aufgenommen?

Mollenhauer: Beim ersten Mal dachte ich noch: Ist ja nicht so schlimm. Dann lernst du für das nächste Mal eben noch mehr. Ich war motiviert, ich wollte es schaffen. Ein Jahr später bin ich aber wieder durchgefallen. Als es beim dritten Mal auch nicht geklappt hat, ist für mich wirklich eine Welt zusammengebrochen. Weil man wusste, dass es das nun endgültig war und man an einer deutschen Universität keinen Prüfungsanspruch mehr hat.

ZEIT ONLINE: Wie sind Sie damit umgegangen?

Mollenhauer: Ich war traurig, aber ich wollte mich nicht hängen lassen und habe mich schnell wieder aufgerafft. Ich war mir sicher, dass es irgendeine Lösung gibt. Ein Bekannter meines Vaters hat mir dann geraten, in Österreich weiter zu studieren. Das habe ich gemacht und einen gleichwertigen Abschluss bekommen. Aber wenn ich den Tipp damals nicht bekommen hätte, wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, es im Ausland zu versuchen. Die Infos zur Einschreibung sind oft total versteckt und sich Kurse anerkennen zu lassen, ist schwierig. Deshalb habe ich Staatsexamen Plan B gegründet und will Studenten, denen es wie mir ging, zeigen: Es ist nicht alles verloren.

ZEIT ONLINE: Was sagen Sie den Studenten, die zu Ihnen kommen?

Mollenhauer: Das Wichtigste ist, sie aufzubauen. Viele sind verzweifelt und glauben nicht mehr an sich und ihre Fähigkeiten. Die Uni vermittelt ihnen ja: Alles was du im Studium gemacht hast, war umsonst. Aber das stimmt einfach nicht! Ich erzähle ihnen von meinen Erfahrungen und meistens hilft das. Weil ich das beste Beispiel dafür bin, dass man es auch ohne Staatsexamen schaffen kann. Gemeinsam überlegen wir dann, wie es weitergehen soll.

Leserkommentare
  1. Zitat: Etwa 30 Prozent der Examenskandidaten sind so überfordert, dass sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

    An meiner Uni haben sich dann viele Studenten der Fachrichtung auch noch mit Ritalin etc. vollgepumpt... (gab es umfassende anonyme Untersuchungen).
    Das gibt es sicher bei allen Studiengängen, aber Jura ist hier eben, durch das schwierige Examen (durchs Studium und die Scheine kommt man ja..) dafür prädestiniert.

    Viele verschätzen sich eiskalt, aber eine Orientierung ist nach dem Studium, der Lernphase (dem Freischuss) etc. schwer bis unmöglich...

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    "Etwa 30 Prozent der Examenskandidaten sind so überfordert, dass sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen."

    Ich halte auch nichts davon, erst so spät auszusieben. Ungeeignete Studenten sollten bereits nach einem, maximal zwei Jahren ausgesiebt werden (so wie etwa in Medizin, wo das 1. Staatsexamen nach zwei Jahren die große Hürde darstellt).

    Ein wesentlicher Grund für mich für das Fach Ius wäre gewesen, Anwalt oder Richter zu werden.

    Mit einem ausländischen Abschluss ist man zwar Jurist (so kann sich jeder nennen, da es kein geschützter Begriff ist leider), aber wird niemals Anwalt oder Richter werden dürfen.

    Wer es bei derartigen Nichtbestehensprozentsätzen für angemessen hält, "früher auszusortieren", dem sollte mal über die Bedeutung des Wortes "Bildung" nachdenken.

    Wenn 40% der Probanden die Prüfung nicht bestehen, dann müssen nicht die Studenten ausgesiebt werden, sondern ihre Universität hat offensichtlich als Bildungsanstalt auf ganzer Linie versagt und dem Lehrpersonal ist es bei über einem Drittel der bis dahin ÜBRIGGEBLIEBENEN Teilnehmern das zum Bestehen nötige Wissen zu verankern. Das ist eine didaktische Bankrotterklärung, die nur dadurch toleriert wird, weil der Lehrbetrieb im Gegensatz zu anderen Ländern bei uns für die Reputation eines Professors nahezu irrelevant ist. Tatsache ist aber, dass zu einer Professur auch die Lehre dazugehört und es sind die Professoren, nicht die Studenten, die ganz offensichtlich für diese Aufgabe ungeeignet sind. Nur dass man ihnen als Beamten selbst bei kompletter Inkompetenz nicht ans Leder kann.

  2. Studiert wird in Englisch, geprüft auch. Dürfte reichen für die erste Millionen.

  3. [ZEIT ONLINE: Haben Sie eine Erklärung dafür, dass so viele Studenten das Examen nicht bestehen?

    Mollenhauer: Die Antwort ist einfach: Es ist absurd schwer. ]

    Das ist wahrlich Unsinn. Die Wahrheit ist, dass ein Großteil der Kandidaten schlichtweg absolut ungeeignet ist. Wer drei (!!!) mal durchs Examen fällt, der kann es einfach nicht oder hat eine extreme Form von Prüfungsangst, die wahrlich lähmend ist. Ich kenne niemanden, der das geschafft hat und in meinem Umfeld waren Leute, die sich zum Teil nur wenige Monate auf diese Prüfung vorbereitet haben.
    Das Staatsexamen ist vor allem auch eine Qualitätsprüfung, man sollte doch so viel Selbstreflexion haben sich zu überlegen, dass das Studium vielleicht nichts für einen ist. Soll am Ende jeder ein Stex in die Hand bekommen, nur weil er es sich so sehr wünscht? Würden Sie sich gerne von einem Arzt behandeln lassen, der drei mal durchs Physikum gefallen ist und sich dann über irgendwelche Auslandsabschlüsse doch noch in die Ärzteschaft gemogelt hat?

    Viel besser wäre es bereits früher im Studium härter auszusortieren, damit die ungeeigneten eben bereits nach 2-3 Semester ausscheiden und nicht erst nach Jahren.

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    • Supi
    • 30. April 2013 16:28 Uhr

    Es ist keine Ausrede.

    In keinem anderem Studium wird in beiden (!) Examen völlig unnötigerweise der gesamte Stoff von A-Z geprüft. In 14 Tagen.
    Zudem ist der Stil der Klausuren Gutachtenstil oder Urteilsstil gewöhnungsbedürftig und eben kein Ankreuzexamen.

    Und genau so kann es passieren, dass man mehrfach durchfällt.

    Wenn ich mir so einige Urteile junger Amtsrichter_innen anschaue, bezweifele ich das.

    Bei uns sind bereits in der Zwischenprüfung rund 30% durchgefallen. Aber wenn ich mir die Mehrzahl meiner Kommilitonen anschaue, wundert mich das auch nicht. Entweder lernt man zu Hause oder man geht in die Vorlesung. Aber man geht nicht in die Vorlesung und surft auf Bild.de oder Facebook.

    Im bayerischen Lehramt läufts genauso.

    • Gast1
    • 21. Januar 2014 8:56 Uhr

    Einige meiner Kollegen sind durchs Examen gefallen und sie sind dennoch gute Juristen. Das bescheinigen Ihnen Praktiker, bei denen sie während des Referendariats oder in Nebentätigkeit gearbeitet haben.

    Es ist eben so, dass das Examen die Realität des Arbeitsalltags nicht widerspiegelt. Es geht in den Klausuren darum, die Musterlösung zu treffen. Der Korrektor hat nicht die Zeit, sich mit individuellen Gedankengängen zu beschäftigen, die vielleicht nicht zu 100% zutreffend sind oder ihm nicht sofort einleuchten. Hinzu kommt, dass innerhalb von 5 Stunden eine irrsinnige Stoffmenge (mit zig prozessualen und materiell-rechtlichen Problemen, die in dieser Häufigkeit in der Praxis nicht vorkommen) bewältigt werden muss und auswendig zu lernende Formalitäten einzuhalten sind, die in der Praxis in juristischen Suchmaschinen und Formularbüchern nachgeschlagen werden können.

    Das Examen ist auf die "Auswendiglerner" mit Stärken im logischen Denken, zugeschnitten. Die kreativen, komplex Denkenden scheitern hingegen oft, werden jedoch in der Praxis ebenso gebraucht, weil z.B. im anwaltlichen Bereich vielfältige Interessen berücksichtigt werden müssen und eine kreative Argumentation deshalb oft wichtiger ist, als die korrekte Rechtsanwendung.

    Ich finde es bezeichnend, dass Studenten, die in Deutschland am Examen scheitern, es schaffen, im europäischen Ausland ohne größere Schwierigkeiten einen vergleichbaren Abschluss zu erwerben.

  4. Hier zeigt sich mal wieder die düstere Seite der "bolognaverschonten" Wissenschaftsbereiche in Deutschland.

    Viele Länder haben ein ähnlich absurdes "alles oder nichts" System im Zuge der Reformen abgeschafft und dienen scheinbar auch laut diesem Artikel als Rettungsanker für die zahlreichen Nichtbesteher aus Deutschland.
    Darauf hätte vielleicht noch eingegangen werden können.

    In der Schweiz werden Rechtswissenschaften wie jede Studienrichtung auch behandelt, mit der Ausnahme, dass man mit Abschluss eines Masters in Rechtswissenschaften das Recht bekommt das Staatsexamen durchzuführen (Dies ist etwas vereinfacht, es gibt noch einige kantonale Unterschiede, je nach dem wo man die Approbation hinter sich bringen will.)

    Scheitert also das Staatsexamen, dann steht man immer noch mit einem guten akademischen Abschluss da und ist auf dem Arbeitsmarkt in beratenden Positionen trotzdem gern gesehen. Es darf lediglich nicht als Anwalt praktiziert werden.

    Ich verstehe nicht, weshalb in Deutschland an diesem uralten, lobgehudelten Selektions(Nicht Bildungs)system festgehalten wird.

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    für dich:

    der herr möchte einen lukrativen service für durchgefallene anbieten und dieser artikel ist die werbung dafür.

    ;-)

    Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum es bei Juristen und Lehrern nicht das normale Bologna-Verfahren, sondern das "althergebrachte" Staatsexamen gibt:

    Einfach einmal die Studienfächer unserer Politiker anschauen. Hier bilden nunmal die Juristen und Lehrer die größte Gruppe.

    Dabei wären ja gerade diese Fächer für das Bachelor/Master-System gesonders geeignet.

    • nistal
    • 30. April 2013 16:24 Uhr

    ich bin vor 30 Jahren durch das Staatsexamen gefallen, weil ich in Rechtsgeschichte nicht wusste das Brandenburg 1832 eben nicht dem preussischen Landrecht unterlag. Wer hätte das gedacht? Brandenburg-Preussen ?? na ja liegt ja nicht wirklich nahe, dieser Schluss!
    Wer das nicht weiß, der hat sicherlich verdient, exkommuniziert zu werden.
    Aber, siehe da, ich habe mit voller Punktzahl in Verwaltungswissenschaften abgeschlossen und verhandele heute Verträge in mehreren Sprachen und mehreren Hundert Seiten.
    Ich bin heute noch jeden Tag dankbar, dass ich nicht Anwalt, Richter oder Staatsanwalt geworden bin. Und außerdem habe ich mich vom "normativen Denken" zum ganz gewöhnlichen Denker "zurück" entwickelt.
    Meinem Sohn habe ich dringend davon abgeraten, Jurist zu werden.. er ist viel zu beweglich im Kopf.

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    Diese albernen Märchen, jemand fällt durch das Staatsexamen, weil er EINE Frage nicht richtig beantwortet hat, zeugt von grotesker Selbstwahrnehmung. Hat man ihre sonstigen Prüfungs"leistungen" - Klausuren und mündliche Prüfung in den anderen Fächern - aufgrund dieser Frage aberkannt oder wie kam es zu der "Exkommunikation"? Vor 30 Jahren bestanden die Examina zwar nicht wie heute aus sechs bis acht Klausuren, aber doch aus mehr als einer Frage.

    Man fällt durch das Examen, weil man in einer Prüfung, die zudem auch noch in Rechtsgeschichte stattgefunden haben soll, eine einzige Frage nicht beantworten kann?

    Wer soll Ihnen das glauben?

    Die Beweggründe für Ihre Bitterkeit sind nicht klar zu erkennen und interessieren hier nicht, genauso wenig wie das wozu Sie Ihrem Sohn raten.

    "Meinem Sohn habe ich dringend davon abgeraten, Jurist zu werden.. er ist viel zu beweglich im Kopf."

    Jaja, wir kennen alle die hier unterschwellig gemachte Behauptung, alle Juristen wären dumm. Nur wäre ich in Ihrem Fall damit vorsichtig, da Sie offensichtlich nicht hinbekommen haben, was ein Haufen Dummköpfe regelmäßig schafft.

    • Supi
    • 30. April 2013 16:28 Uhr

    Es ist keine Ausrede.

    In keinem anderem Studium wird in beiden (!) Examen völlig unnötigerweise der gesamte Stoff von A-Z geprüft. In 14 Tagen.
    Zudem ist der Stil der Klausuren Gutachtenstil oder Urteilsstil gewöhnungsbedürftig und eben kein Ankreuzexamen.

    Und genau so kann es passieren, dass man mehrfach durchfällt.

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    Natürlich kann es passieren, aber dann ist man eben ungeeignet = man erfüllt nicht die Anforderungen für den Studienabschluss. Wenn man sich in 4 Jahren Studium nicht an den Gutachtenstil gewöhnen kann, dann ist man halt ziemlich unbegabt, was gibt es da zu beschönigen? Das bedeutet ja nicht, dass man nicht ein ganz toller Volkswirt, Arzt oder Ingenieur sein könnte. Nur ist halt die Juristerei nichts für einen. Den Gegenbeweis treten jedes Jahr hunderte begabter Juristen an, die ohne sich ein Bein auszureissen ordentliche, teils außerordentliche Examina hinlegen.

    @nistal

    Auch das ist eine Ausrede. Niemand fällt wegen EINER Frage durch das Examen. Sie hatten eben so wenige Punkte in allen übrigen Fächern, dass es auf so eine kleine Frage ankam.
    Niemand außer einem selbst ist Schuld, wenn man durchfällt. Juristen im Nachhinein abzuwerten spricht auch nicht gerade von Größe. Nur weil es nicht ihr Fach war, bedeutet es nicht, dass Juristen per se nicht "beweglich im Kopf sind".

  5. Diese albernen Märchen, jemand fällt durch das Staatsexamen, weil er EINE Frage nicht richtig beantwortet hat, zeugt von grotesker Selbstwahrnehmung. Hat man ihre sonstigen Prüfungs"leistungen" - Klausuren und mündliche Prüfung in den anderen Fächern - aufgrund dieser Frage aberkannt oder wie kam es zu der "Exkommunikation"? Vor 30 Jahren bestanden die Examina zwar nicht wie heute aus sechs bis acht Klausuren, aber doch aus mehr als einer Frage.

    4 Leserempfehlungen
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    Warum sollen das denn bitte Märchen sein? Wenn zum Bestehen des Examens genau der eine Punkt in dieser einen Prüfung fehlt, der an so einer Frage verloren ging, dann hat man das Examen letztlich in der Tat wegen dieser Frage nicht bestanden. Hätte man sie richtig gelöst und den Punkt bekommen, hätte man ja bestanden. Über die eklatanten Qualitätsmängel von universitären Leistungsmessungsmethoden können Ihnen übrigens Studenten beliebiger Bildungswissenschaften ein Liedchen singen, die alte Leier von wegen "durchgefallen im Examen = zu dumm für den Beruf" ist nichts anderes als ein Märchen. Das gilt auch nach dreimaligem Nichtbestehen.

  6. Natürlich kann es passieren, aber dann ist man eben ungeeignet = man erfüllt nicht die Anforderungen für den Studienabschluss. Wenn man sich in 4 Jahren Studium nicht an den Gutachtenstil gewöhnen kann, dann ist man halt ziemlich unbegabt, was gibt es da zu beschönigen? Das bedeutet ja nicht, dass man nicht ein ganz toller Volkswirt, Arzt oder Ingenieur sein könnte. Nur ist halt die Juristerei nichts für einen. Den Gegenbeweis treten jedes Jahr hunderte begabter Juristen an, die ohne sich ein Bein auszureissen ordentliche, teils außerordentliche Examina hinlegen.

    @nistal

    Auch das ist eine Ausrede. Niemand fällt wegen EINER Frage durch das Examen. Sie hatten eben so wenige Punkte in allen übrigen Fächern, dass es auf so eine kleine Frage ankam.
    Niemand außer einem selbst ist Schuld, wenn man durchfällt. Juristen im Nachhinein abzuwerten spricht auch nicht gerade von Größe. Nur weil es nicht ihr Fach war, bedeutet es nicht, dass Juristen per se nicht "beweglich im Kopf sind".

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    Antwort auf "Re: Ausreden"
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    • Supi
    • 30. April 2013 22:04 Uhr

    "Nur ist halt die Juristerei nichts für einen. Den Gegenbeweis treten jedes Jahr hunderte begabter Juristen an, die ohne sich ein Bein auszureissen ordentliche, teils außerordentliche Examina hinlegen."

    Es ist natürlich unschädlich im ersten Versuch ein herausragendes Examen hinzulegen, Glückwunsch. Deshalb ist aber das System trotzdem nicht in Ordnung.
    Sonst wäre eine kriegerische Auseinadersetzung auch eine prima Sache. Schließlich sind Hundertausende kerngesund heimgekehrt.

    Obwohl ich selbst die Prüfungen der beiden Staatsexamen bestanden habe, muss ich dem Verfasser absolut Recht geben. Ich bin heut durchaus im juristischen Bereich tätig...aber nicht eine meiner Tätigkeiten hatte im geringsten mit den in den Prüfungen gestellten Problemen, geschweige denn der Arbeitsweise zu tun, wie sie in den Examen verlangt wird.

    Lieber Arminius111, lieber leguleius, was auch immer Sie heut machen, ich denke nicht, dass sie Mandanten beraten oder gar Urteile
    in dem Sie sich mit einem Gesetztestext und einem entsprechenden Kommentar hinsetzen und in 5 Std. handschriftlich ein Gutachten verfassen, oder? Heut arbeitet man mit entsprechenden juritischen Datenbanken sowie Software.

    Außerdem gibt es zumindest bei der Bewertung der Prüfung nur auf dem Papier Gerechtigkeit. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass alle Prüfer gleich bewerten? Das Staatsexamen ist eine reine Glückssache. Wer in 5 Std. völlig weltfremde Sachverhalte lösen kann, ist noch kein (guter) Jurist...

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  • Schlagworte Jura | Student | Abitur | Richter | Schweiz | Universität
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