Pro und ContraHelfen Hochschulrankings bei der Studienwahl?

Solange Hochschulrankings existieren, gibt es Kritik. Ein Ranking-Gegner und ein Ranking-Befürworter diskutieren über Sinn und Unsinn der Uni-Vergleiche. von  und

Reden wir nicht drum herum: Hochschulrankings sind umstritten. Solange die Uni-Vergleiche existieren, gibt es Kritik. Auch am Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das auf ZEIT ONLINE veröffentlicht wird. Hochschulen fühlen sich unfair behandelt, Fachvereinigungen wie die Deutsche Gesellschaft für Soziologie oder die Gesellschaft Deutscher Chemiker monieren methodische Mängel. Einige Fachbereiche und manchmal auch ganze Hochschulen wie die Universität Hamburg lehnen das Ranking ab. Und mancher Studentenvertreter behauptet, Rankings würden einen Wettbewerb schüren, der in der Bildung nichts zu suchen hat.

Was also sagt das Ranking aus? Kann man die Qualität eines Studiengangs überhaupt messen? Kurz: Ist das Ranking eine zuverlässige Hilfe bei der Studienwahl? Darüber diskutieren der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Stephan Lessenich und Holger Burckhart, der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz.

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Leserkommentare
  1. ... für mich klingen Ihre Argumente nach schlechter Kritik. Herr Burckhart erwähnte immer wieder, dass das CHE-Ranking nur zur Orientierung dienen soll. Selbstredend, kann man die Bewertungspunkte wie z.b. die vorhandenen Forschungsgelder oder die Subjektivität der Befragung kritisieren.

    Wie sie selbst sagen ist es jedoch alles andere als trivial die sinnvolle Bewertung eines Hochschulstandortes vorzunehmen. Das CHE-Ranking bietet an diese Komplexität durch Vereinfachungen zu bewältigen.

    Theoretisch müsste man jeden Lehrstuhl separat bewerten und des Weiteren ließe sich die Frage stellen ob denn die Qualität von Lehre überhaupt messbar ist. Meines Erachtens ist die einzige Möglichkeit ein Urteil über die Lehre einer Hochschule zu treffen jene, alle Veranstaltungen zu besuchen bzw. das Studium abzuschließen und selbst dann kann man maximal für ein persönliches Resume ziehen.

    Ich denke es ist sehr wohl eine gute Lösung die Stundenten nach Ihrer Einschätzung der Lehrqualität zu befragen, auch wenn diese natürlich subjektiv ist.

    Herr Lessenich, es wäre hilfreich wenn Sie konstuktive Kritik üben würden und nicht einfach nur postulieren, dass hier ein komplexes Gebiet durch gezielte Vereinfachungen greifbar gemacht wurde.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist schlechte Kritik, gleich als ersten einer der beiden Personen schlechte Kritik vorzuwerfen.

    Das CHE-Ranking ist eben nicht schlicht eine (richtige) einfache Darstellung komplexer Zusammenhänge, sondern kann einen völlig falschen Eindruck hinterlassen. Die simple Rankingstruktur mit klaren Ampel-Farben suggeriert schnell Zusammenhänge die so nicht gegeben sind. Ich behaupte einfach mal, dass nicht jeder Studienanfänger sofort erkennt, dass die Menge der Forschungsgelder fast nichts mit seinem Studium zu tun hat. Was bringt es mir als Studierenden, wenn ich zwar an einem Institut studiere, welches mit Unmengen an Drittmitteln ausgestattet ist, aber Schwerpunkte hat, für die ich mich nicht interessiere oder einen Professor, der so mit Forschung beschäftigt ist, dass ihn Lehre in keiner Weise interessiert. Wenn ich Glück habe vielleicht eine Stelle als HiWi.

    Ich konnte auch nicht erkennen, dass eine der beiden Personen besonders unkonstruktiv gewesen wäre. Die Argumente waren sachlich und dem Umfang des kurzen Interviews angemessen.
    Die DGS wird sich ihre Entscheidung auch nicht leicht gemacht haben. Als Vertretung der gesamten Zunft wäre es auch schwer ihr Befangenheit vorzuwerfen. Vielmehr ist es so, dass Umfragen aller Art das tägliche Brot vieler Soziologen sind und man aus professioneller Perspektive Bauchschmerzen mit dem CHE-Ranking hatte.

  2. Die Gegenueberstellung der unterschiedlichen Positionen koennte man zum Anlass nehmen, etwas genauer zu hinterfragen, wie die Debatten ums Ranking durch seine mittlerweile allgegenwärtige Praxis im Hochschulwesen gestaltet werden. Dazu hier mal nur folgender Gedanke:
    Wie ja auch im ersten Kommentar vorgetragen, wenden die Verfechter der Rankings gegen ihre Kritiker immer wieder ein, es handle sich ja nur darum, Aspekte des Entscheidungsfindungsprozesses fuer Studierende in spe mit Informationen auf der Basis allgemeiner Vergleichbarkeit zu unterstützen. Damit Reihen sich die Ranker ein in einen sehr viel weiter begriffenen Prozess, in dem, ceteris paribus eben auch andere Informationen, Urteile, und Entscheidungskriterien ausschlaggebend zum Zuge kommen werden (und wohl sogar müssen). Was zunaechst wie gute, ehrliche Selbstbeschraenkung klingt, rueckt aber sofort in ein anderes Licht, wenn klar wird, dass mit dem Ranking eine bestimmte -- und zugestandermassen eingeschränkte -- Form der Informationsvermittlung als objektiv, wettbewerbsrelevant, und unbedingt zutraeglich vermittelt wird, waehrend ueber alle anderen womöglich relevanten Kriterien, Erwägungen, Verfahren, und Urteilsfindungsprozesse, die dem selbstinteressierten zukuenftigen Studenten zugemutet werden (müssen!!!), nichts zu erfahren ist.
    Das Vergleichsinformationen nur als Rangliste hilfreich sein soll, kann ja nicht ernsthaft verfochten werden; die ändert sich sofort, wenn nur ein neues Kriterium dazukommt...

  3. Meiner Meinung nach geben Rankings einen guten Überblick welche Unis von Studenten gut bewertet werden oder nicht, doch wirklich aussagekräftig sind sie dennoch nicht. Was für den einen gut ist, ist für den anderen grotten schlecht, sprich Bewertungen sind immer subjektiv. Man sollte sich daher wirklich überlegen worauf man als Student wert legt und bedenken welche immense Auswirkung auch die Wahl des Standorts hat.

    Eine Uni mit top Lehre kann z.B auch in einer abgelegenen grauen Kleinstadt tief im Osten liegen, in dem freizeitmäßig tote Hose herrscht. Genauso gut kann der Hörsaal in einer beliebten Großstadt Uni vollkommen überfüllt und zu laut sein, weil zu viele Studenten im Jahrgang sind. Allein der Standort , ob Groß oder Kleinstadt,macht also sehr viel aus was die Lebensqualität und die Lehre angeht. Die Entfernung und Erreichbarkeit der Heimat spielt bei der Uniwahl sicherlich auch oft eine tragende Rolle.

  4. Es ist schlechte Kritik, gleich als ersten einer der beiden Personen schlechte Kritik vorzuwerfen.

    Das CHE-Ranking ist eben nicht schlicht eine (richtige) einfache Darstellung komplexer Zusammenhänge, sondern kann einen völlig falschen Eindruck hinterlassen. Die simple Rankingstruktur mit klaren Ampel-Farben suggeriert schnell Zusammenhänge die so nicht gegeben sind. Ich behaupte einfach mal, dass nicht jeder Studienanfänger sofort erkennt, dass die Menge der Forschungsgelder fast nichts mit seinem Studium zu tun hat. Was bringt es mir als Studierenden, wenn ich zwar an einem Institut studiere, welches mit Unmengen an Drittmitteln ausgestattet ist, aber Schwerpunkte hat, für die ich mich nicht interessiere oder einen Professor, der so mit Forschung beschäftigt ist, dass ihn Lehre in keiner Weise interessiert. Wenn ich Glück habe vielleicht eine Stelle als HiWi.

    Ich konnte auch nicht erkennen, dass eine der beiden Personen besonders unkonstruktiv gewesen wäre. Die Argumente waren sachlich und dem Umfang des kurzen Interviews angemessen.
    Die DGS wird sich ihre Entscheidung auch nicht leicht gemacht haben. Als Vertretung der gesamten Zunft wäre es auch schwer ihr Befangenheit vorzuwerfen. Vielmehr ist es so, dass Umfragen aller Art das tägliche Brot vieler Soziologen sind und man aus professioneller Perspektive Bauchschmerzen mit dem CHE-Ranking hatte.

    Eine Leserempfehlung
  5. Ich bin im übrigen garnicht so vollkommen entschlossen einer der beiden Seiten zu 100% zuzustimmen, ich fand nur ihre Kritik etwas einseitig und teilweise unverständlich, weshalb ich hier mal Partei ergriffen habe. Ich sehe den Sinn in einem Ranking durchaus, aber wenn dann muss es schon richtig gemacht werden. Vielleicht setzen sich die Damen und Herren ja noch zusammen und arbeiten eine bessere Lösung aus.

    Grüße,
    Tom Kossow

  6. An meiner Hochschule war zu dem CHE Ranking sogar eine Informationsveranstaltung - dabei wurde regelrecht gebettelt, dass man alles gut bewertet, damit der Rang wieder besser wird, weil er in den letzten Jahren wohl gefallen sein muss... Das war schon sehr dreist, man sagte, dass es doch auch für uns wichtig sei, dass das Ranking positiv ausgeht - zukünftige Arbeitgeber orientieren sich doch auch daran!
    Meine Reaktion: ich habe wohl das ein oder andere schlechter bewertet als es eigentlich ist, weil mich anbetteln bei solchen (eigentlich realistischen) Umfragen nervt, nur damit die Hochschule besser da steht.

    Des weiteren finde ich, dass es für einen Studenten, der bis jetzt nur an einer Hochschule studiert hat und keinerlei Vergleiche zu anderen Institutionen ziehen kann, sehr kompliziert ist einen Maßstab zu setzen. Woher soll ich wissen, ob meine Profs gut sind oder nicht, wenn ich nur die der einen Hochschule kenne?

    Alles in allem stehe ich solchen Rankings eher negativ gegenüber...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hochschule | Bildung | Qualität | Studiengang | Universität Hamburg
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