Studenten an der Berliner Humboldt-Universität © Adam Berry/Getty Images

Der Anteil der Hochschulabsolventen ist in Deutschland noch immer geringer als in anderen Industriestaaten. Nur 28 Prozent der 25- bis 34-Jährigen haben einen Hochschulabschluss, während es im Durchschnitt der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in dieser Altersgruppe 39 Prozent sind. Das geht aus dem OECD-Bericht Bildung auf einen Blick hervor. Die Quoten der Studienanfänger steigen aber.

Deutschland zeichnet sich auf der anderen Seite durch eine hohe Bedeutung der beruflichen Ausbildung aus. Am deutschen Arbeitsmarkt hätten berufliche Qualifikationen einen ebenso hohen Stellenwert wie andere Bildungsabschlüsse, heißt es in dem Bericht. OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher wertete dies als "großen Standortvorteil". 

Dies sei insbesondere ein Vorteil in der Finanzkrise der vergangenen Jahre gewesen, sagte Schleicher. Deutschland gehöre zu den wenigen Ländern, deren Arbeitslosenquote in der Wirtschaftskrise nicht gestiegen ist.

Qualifizierte kaum ohne Job

Akademiker und Meister sind nahezu in Vollbeschäftigung. Nur 2,4 Prozent von ihnen waren im Jahr 2011 in Deutschland erwerbslos, während es im Schnitt der 30 wichtigsten OECD-Industrienationen 4,8 Prozent waren. Auch die Erwerbslosenquote der Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung liegt in Deutschland mit 5,8 Prozent deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 7,3 Prozent.

Im Jahr 2011 waren in Deutschland zudem etwa elf Prozent der jungen Menschen weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung, während es im OECD-Durchschnitt 16 Prozent waren.