StudentenfragenLohnt sich das Studium an einer Privathochschule?

Private Hochschulen sind eine teure Alternative zu staatlichen Unis. ZEIT ONLINE stellt einige von ihnen vor und informiert über Lehrkonzepte und mögliche Finanzierung. von Julian Kirchherr

"Lohnt sich das Studium an einer Privathochschule?", fragt die Jura-Studentin Elisabeth Oehler.

Liebe Elisabeth Oehler,

wer Wert auf die erfolgreiche berufliche Laufbahn legt, kann an einer privaten Hochschule das passende Umfeld finden. Für Juristen ist beispielsweise die von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegründete Bucerius Law School interessant. Sie ist die erste private Hochschule für Rechtswissenschaften in Deutschland mit Promotions- und Habilitationsrecht. "Mit einem Betreuungsverhältnis von 20 Studenten pro Professor bieten wir optimale Lernbedingungen", sagt Pressesprecher Klaus Weber. "Deshalb sind die Examensergebnisse bei uns wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt."

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Ein Studium an der Bucerius schlägt allerdings mit rund 48.000 Euro zu Buche. Wer nicht aus reichem Elternaus stammt, kann diese Gebühren über Stipendien oder Kredite finanzieren. Außerdem bietet die Hochschule an, die Studienbeiträge erst nach erfolgreichem Abschluss abzubezahlen. Ähnliche Finanzierungsmodelle bietet auch die EBS Law School.

Hochschulen wie die Bucerius sind laut Stifterverband "Spezialisten", die in einer bestimmten Fachgruppe eine exzellente Ausbildung bieten wollen. Manche der deutschen Privathochschulen vermitteln aber auch eine breitere universitäre Bildung.

An der Zeppelin University in Friedrichshafen etwa müssen angehende Betriebswirte auch kulturwissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten – und angehende Kulturwissenschaftler Rechnungswesen pauken. Ähnliche Bildungsansätze wie die Zeppelin University verfolgen die Jacobs University Bremen und die Universität Witten/Herdecke.  Genau wie die Bucerius wollen diese Hochschulen "verantwortungsbewusste Entscheider und kreative Gestalter" ausbilden.

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Private Hochschulen richten aber sich aber nicht nur an Studenten, die später Unternehmen leiten oder NGOs gründen wollen. Manche Abiturienten wollen zügig und praxisnah studieren. Genau das bieten etwa die Business and Information Technology School (BiTS) in Iserlohn oder die accadis Hochschule Bad Homburg. Rund 35 Prozent aller Privatstudenten sind laut Stifterverband an solchen berufsorientierten Fachhochschulen eingeschrieben, die eng mit der lokalen Wirtschaft verzahnt sind.

Hochschulen wie die SHR Fachhochschule für Gesundheit Gera hingegen bieten akademische Abschlüsse für Logopäden oder Pfleger, die sich über ihre Ausbildung hinaus qualifizieren wollen. Laut Stifterverband tragen diese "Aufwerter-Hochschulen" rund 25 Prozent aller Privatstudenten und wachsen besonders schnell.

Auch bei den Fernstudienanbietern, die Fortbildungen parallel zum Beruf ermöglichen, spielen die Privaten eine wichtige Rolle. Der größte und älteste Fernhochschulverbund in Deutschland ist AKAD. "96 Prozent unserer Studierenden bestehen die Abschlussprüfung im ersten Anlauf", sagt Pressesprecher Jörg Schweigard. Rund 30 Prozent aller Privatstudenten sind an solchen Fernfachhochschulen eingeschrieben.

Insgesamt studieren rund fünf Prozent der deutschen Studierenden an privaten Hochschulen. Weil durch die doppelten Abiturjahrgänge Studienplätze an öffentlichen Universitäten knapper werden, erwarten die Privaten einen Studentenansturm und bauen momentan ihre Angebote aus.

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Leserkommentare
  1. "Liebe Elisabeth Oehler,

    wer Wert auf die erfolgreiche berufliche Laufbahn legt, kann an einer privaten Hochschule das passende Umfeld finden."

    Aso. Wenn ich an einer staatlichen Hochschule studiere, dann lege ich also keinen besonderen Wert auf meine berufliche Laufbahn. Interessant.

    Als ich für meinen USA-Aufenthalt den Toefl-Test bestehen musste habe ich mich an der EBS für ebendiesen angemeldet, weil ich mir bei der Gelegenheit auch gleich mal die Schule anschauen wollte. Bei dem Test haben dann die dozenten den Studenten geholfen, damit die den Test auch ja bestehen. Das war natürlich Betreuung .. vom feinsten :)

    7 Leserempfehlungen
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    "Aso. Wenn ich an einer staatlichen Hochschule studiere, dann lege ich also keinen besonderen Wert auf meine berufliche Laufbahn. Interessant."

    - Kann an einer privaten Hochschule das passende Umfeld finden. Das heißt nicht, dass er es finden muss, noch, dass er es woanders nicht finden kann.
    #####

    "Als ich für meinen USA-Aufenthalt den Toefl-Test bestehen musste habe ich mich an der EBS für ebendiesen angemeldet, weil ich mir bei der Gelegenheit auch gleich mal die Schule anschauen wollte. Bei dem Test haben dann die dozenten den Studenten geholfen, damit die den Test auch ja bestehen. Das war natürlich Betreuung .. vom feinsten :)"

    - Ich bin mir recht sicher, dass die Studenten dafür zahlen müssen. Außerdem klingt der Beitrag so, als wäre während dem Test geholfen worden? Das ist witzig. Ich habe zufällig auch im ibt-Center in Oestrich Winkel geschrieben und da war von HIlfe nichts zu sehen. Ich halte das einfach mal für eine unberechtigte Unterstellung.

    #####

    Was mich wirklich ärgert. Die Frage, ob sich das Studium lohnt oder nicht, wurde kein bisschen beantwortet. Ebensowenig hat ZEIT ONLINE nicht mit "Vorurteilen aufgedeckt". Großes Geplapper und dann kommt wirklich gar nichts. Am besten wäre es, vor dem Veröffentlichen die Artikel nochmal zu lesen und hier 2/3 wegzustreichen und dann etwas zur Überschrift und Einleitung passendes zu verfassen. Oder genau diese Teile ändern und den Lesern so ein leeres Gebrabbel vorzusetzen.

    KANN!

    Nicht "muss", "sollte" oder "wird". Sondern "kann"!

    Das bedeutet, dass es eine Möglichkeit dafür gibt. Verstehen Sie?

    Die Sache ist ja die, dass der Besuch einer Privathochschule fast immer von den finanziellen Mitteln abhängt und Sprösslinge von reichen Eltern in der Regel auf Privatschulen gehen. Das machen die dann aber ganz unabhänig von Leistungen.

    Auf Privatschulen gibt es weit weniger starke Studenten, als an staatlichen Universitäten.

    • _bla_
    • 04. Juli 2013 13:54 Uhr

    Sollte nicht erwähnt werden, das die Bucerius Law School von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegründet wurde?

    3 Leserempfehlungen
  2. "Aso. Wenn ich an einer staatlichen Hochschule studiere, dann lege ich also keinen besonderen Wert auf meine berufliche Laufbahn. Interessant."

    - Kann an einer privaten Hochschule das passende Umfeld finden. Das heißt nicht, dass er es finden muss, noch, dass er es woanders nicht finden kann.
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    "Als ich für meinen USA-Aufenthalt den Toefl-Test bestehen musste habe ich mich an der EBS für ebendiesen angemeldet, weil ich mir bei der Gelegenheit auch gleich mal die Schule anschauen wollte. Bei dem Test haben dann die dozenten den Studenten geholfen, damit die den Test auch ja bestehen. Das war natürlich Betreuung .. vom feinsten :)"

    - Ich bin mir recht sicher, dass die Studenten dafür zahlen müssen. Außerdem klingt der Beitrag so, als wäre während dem Test geholfen worden? Das ist witzig. Ich habe zufällig auch im ibt-Center in Oestrich Winkel geschrieben und da war von HIlfe nichts zu sehen. Ich halte das einfach mal für eine unberechtigte Unterstellung.

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    Was mich wirklich ärgert. Die Frage, ob sich das Studium lohnt oder nicht, wurde kein bisschen beantwortet. Ebensowenig hat ZEIT ONLINE nicht mit "Vorurteilen aufgedeckt". Großes Geplapper und dann kommt wirklich gar nichts. Am besten wäre es, vor dem Veröffentlichen die Artikel nochmal zu lesen und hier 2/3 wegzustreichen und dann etwas zur Überschrift und Einleitung passendes zu verfassen. Oder genau diese Teile ändern und den Lesern so ein leeres Gebrabbel vorzusetzen.

    4 Leserempfehlungen
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    Lieber Stefan1337,
    herzlichen Dank für Ihre Anmerkung. Ich stimme Ihnen zu, dass die Überschrift nicht das auffängt, was das Stück dann zusammenfasst. Wichtig war uns bei dem Stück ein Überblick über mögliche Alternativen zu staatlichen Hochschulen. Hier ist der Artikel zum Thema von einem externen Autor geliefert worden, der Redaktion ist in diesem Fall die inhaltliche Diskrepanz zwischen Zeile und Inhalt nicht aufgefallen. Wir haben den Teaser nun geändert und hoffen, dadurch etwas klarer zu werden.

    Beste Grüße,
    Nicole Sagener

    • MattyB
    • 04. Juli 2013 14:21 Uhr

    Ich bin vor kurzem zum Professor an einer staatlichen Hochschule berufen worden. Beworben hatte ich mich auch an privaten Hochschulen, habe allerdings schnell festgestellt, dass das für mich keine Alternative ist: die Lehrverpflichtungen sind vage (ich hätte auch Fächer geben sollen, die nicht in meinem Kernkompentenzbereich fallen), das Lehrdeputat liegt 25-35% höher, (also kaum noch Zeit für eigene Forschung), ich wurde stets pauschal gewarnt, nicht allzu hohe Erwartungen an die Studenten zu haben, und letztlich liegt das Nettoeinkommen merklich unter dem im staatlichen Sektor.

    Für jeden, der ähnliche Erfahrungen macht, ist eine private Hochschule wohl eher zweite (oder wie für mich: gar keine) Wahl, was auch den Schluss nahelegt, dass tendenziell im staatlichen Sektor das bessere Lehrpersonal zu finden sein wird. Lediglich Marketing und „Networking“ der Privaten scheinen mir ausgereifter. Ein ausreichender Vorteil für den Absolventen? Es wäre schön, wenn der Artikel auf die Frage aus der Überschrift eingegangen wäre. Stattdessen: Suggestivaussagen ein paar Beispiele zum Thema welches Fach man wo studieren kann. Vielleicht kann ja die Zeit nochmal einen besseren Beitrag zum Thema schreiben lassen, denn interessant finde ich die Frage schon – und viele potentielle Studenten sicherlich noch mehr.

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    Die Stärke der großen und teuren internationalen Privat-Universitäten sind die Old-Boys-Networks. In diesen Netzwerken wird früher bekannt, wann und wo welche Stelle frei wird. Und da man sich untereinander kennt - bzw. der Papa des einen Absolventen den anderen Absolventen kennt - wird die Stelle dann intern besetzt. Das sichert Loyalität: man weiß im Vornherein, auf wen man sich einlässt. Ob derjenige dann auch wirklich etwas kann, steht auf einem anderen Blatt Papier.
    Außerhalb dieser Netzwerke haben es die Absolventen von Privatuniversitäten mit Eliteanspruch in der Regel sehr schwer, weil ihnen unterstellt wird, Papi hätte ihnen ihren Abschluß gekauft. Ob das Neid ist, wie immer vorgeworfen wird, lasse ich einmal dahingestellt. Ich persönlich habe es in meiner beruflichen Laufbahn leider immer und immer wieder erleben müssen, dass just Absolventen von "Elite"-Hochschulen in richtig schwierigen Krisensituation kläglich versagt haben.

    Ich will das, was ich bisher gehört und erfahren habe, mal zusammenfassen. Teilweise kann ich Ihnen zustimmen, teilweise muss ich widersprechen und teilweise haben sie falsche Vorstellungen.

    Es mag von Hochschule zu Hochschule variieren. Mein Vater kam als Gastdozent an bekannten privaten Hochschulen in Kontakt mit Dozenten und diese haben ein Vielfaches von ihrem Universitätsgehalt verdient.

    Private Hochschulen verteilen selten einen Bachelor of Science, sondern verschreiben sich der Praxis. Daher fordern viele Hochschulen von ihren Dozenten, dass sie in der freien Wirtschaft tätig sind.

    Des Weiteren werben private Hochschulen mit kleinen Gruppengrößen und direktem Kontakt zum Dozenten. Dieser ist zum einen Kontakt zur Wirtschaft, zum anderen eine Art besserer Nachhilfelehrer. Das ist unter anderem nötig, da wenig Studenten durchfallen sollen. Das deckt sich mit der Warnung, nicht zu viel zu erwarten.

    Demnach ist es schwer möglich, als Dozent (oder gerne auch Professor) an einer privaten Hochschule noch viel zu forschen. Da haben Sie eine falsche Vorstellung.

    TEIL 2 FOLGT

    TEIL 2

    Der Schluss, dass daher die Lehre an einer Universität besser sein muss, ist sehr subjektiv und voreilig. Hochschulen bilden praxisorientiert aus. Universitäten wissenschaftlich und theoretisch. An Hochschulen mag der Dozent nicht forschen, dafür lehrt er bestenfalls ein Thema, in dem große Erfahrung hat und mit dem er immer noch beruflich zu tun hat. An Universitäten begegnen einem dafür öfter Professoren, die in der ersten Vorlesung klarstellen, dass sie nicht zur Lehre sondern zur Forschung an die Universität gegangen sind.

    Welche Lehre ist für Sie besser? Wie wollen Sie das bewerten? Ist die Lehre besser, weil ein Professor viel forscht, aber einen Scheiß auf seine Studenten gibt, in Klausuren gerne aussortiert und keinerlei Betreuung anbietet? Oder ist sie besser, wenn jemand in Kleingruppen ein Thema lehrt, in dem er viel berufliche Erfahrung hat und sich, selbstverständlich wie der Professor, auf Forschungsergebnisse beruft?

    Ich will weder für die eine noch die andere Form werben, sondern nur Ihrer voreiligen Schlussfolgerung widersprechen (und zeige daher gewollt etwas mehr Negatives von der Uni auf).

    ... fast den Eindruck bekommen, private Hochschulen sind darauf spezialisiert, schlechten Studenten gute Abschlüsse zu geben und diese dann über Verbindungen auf gut bezahlte Jobs zu setzen. Das würde jedenfalls erklären, warum es soviele tiefflieger im mittleren management gibt :)

  3. Mit welchen Vorurteilen hat ZEIT-Online jetzt augeräumt?

    Ein paar hingeworfen Beispiele, ein paar Selbstbeschreibungen aus den Werbetexten der privaten Hochschulen, fertig ist das Artikelchen.

    Besser nicht vollmundig beginnen, wenn nachher keine Substanz kommt.

    3 Leserempfehlungen
  4. "Deshalb sind die Examensergebnisse bei uns wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt."

    Die Examensnoten in Hamburg sind generell die besten im Bundesdurchschnitt. Was aber sicherlich nicht an der Qualität der Lehre oder an der Intelligenz der Studenten liegt, sondern an den Anforderungen, die das Land stellt bzw. an der Strenge der Korrektoren. Über Hamburger Bewerber mit Prädikat wird in Süddeutschland herzlich gelacht.

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    • Maxico
    • 04. Juli 2013 15:37 Uhr

    Ich hab noch nicht ganz verstanden:

    1) Anforderungen des Landes: Das sollte doch gerade bei einer privaten Uni egal sein..? Die werden ja nicht vom Land akkreditiert.

    2) Strenge der Korrektoren: Purer Populismus oder gibt es dafür stichhaltige Zahlen, die das belegen? Mich würde interessieren wie so etwas gemessen werden kann.

    Kann es sein, dass Sie das ganze mit Abinoten verwechseln? Aber selbst da gilt das eben auch nicht zwingend für Privatschulen (da die Lehrpläne von den offiziellen abweichen können - was gut oder schlecht sein kann für die Notengebung).

  5. KANN!

    Nicht "muss", "sollte" oder "wird". Sondern "kann"!

    Das bedeutet, dass es eine Möglichkeit dafür gibt. Verstehen Sie?

    Eine Leserempfehlung
    • fox333
    • 04. Juli 2013 15:29 Uhr

    Aber es gibt doch viele unterschaetzte Vorteile des klassischen Studium. Obwohl die Vorlessungen ausbesucht werden, kann man es gueltig machen, indem es ein multikulturelles Studiumsumfeld geben wird. Hierin koennen sie Studenten besser miteinander umgehen, ihre Ideen zum angegriffenen Thema miteinander auswechseln und auch schneller Freundschaften verbinden.

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  • Serie Studentenfragen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Gerd Bucerius | Fachhochschulen | Privathochschulen
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