Studenten auf ExpeditionAbenteuer im Namen der Wissenschaft

Alten Kulturen nachspüren, in die Tiefsee tauchen, die Antarktis bereisen: Im Studium lassen sich wahre Abenteuer erleben. Fünf Studenten erzählen von ihren Expeditionen. von 

Im Studium erlebt man abenteuerliche Dinge. Die Prüfungsordnung etwa. Oder Multiple-Choice-Klausuren. Aber richtige Abenteuer? Die aufregendsten Erfahrungen bestehen wohl darin, in eine andere Stadt zu ziehen oder für ein Semester ins Ausland zu gehen.

Tolle Erfahrungen, sicher. Aber wie wäre es, Ruinen zu erkunden, in die Tiefen des Meeres zu reisen oder einen Ausflug in die Schwerelosigkeit zu machen? All das lässt sich im Studium erleben. Im Namen der Wissenschaft. Wir haben fünf Studenten gebeten, uns von ihren Expeditionen zu erzählen.

Anzeige

Auf den Spuren der Affen

Der Biologe Jan-Niklas Runge

Der Biologe Jan-Niklas Runge  |  © Privat

Mit mäßigem Interesse beobachten die Rotstirnmakis Jan Runge. Ein Forscher, der sich fleißig Notizen macht und ein Mikrophon in ihre Richtung hält, ist für sie nichts Ungewöhnliches. Wissenschaftler des Göttinger Primatenzentrums studieren schon seit Jahren im Dschungel von Madagaskar das Verhalten der kleinen Affen. "Manchmal kamen sie bis auf einen Meter ran, betrachteten mich und verschwanden wieder", sagt Jan. 

Für seine Masterarbeit untersucht der Biologe die Interaktionen zwischen den verschiedenen Gruppe: Welche Konflikte gibt es um die beste Nahrung und die hübschesten Damen? Und wie reagieren die Tiere, wenn sie aufeinandertreffen? "Die Rotstirnmakis sind meistens friedlich. Nur selten habe ich einen echten Streit erlebt", sagt Jan.  

Um die Affen orten zu können, haben die Forscher den Alphatieren einen Sender um den Hals gehängt. Jan muss nur dem Signal in den Dschungel folgen. Bis zu acht Stunden hat er bei den Affen verbracht. "Eine gewisse Zeit braucht man schon, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Der Kontrast zum Studentenleben in Göttingen ist groß", sagt er. 

Als Schlafplatz dient eine Schaumstoffmatratze auf einer Plattform aus Steinen und Holz. Die Temperaturen schwanken zwischen 30 Grad in der Mittagshitze und sieben Grad in der Nacht. Zum Frühstück gibt es eine dünne Reissuppe, ein wenig Baguette und Marmelade. "Die Ansprüche verändern sich schon wenig nach einigen Monaten im Dschungel. Aber die Zeit war schön und wichtig für meine Abschlussarbeit", sagt er. Weitere Expeditionen in den Dschungel sind nicht ausgeschlossen.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Artikel Auf einer Seite lesen
    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Wissenschaft | Abenteuer | Affe | Dschungel | Klimawandel | Expedition
    Service