Studierende in der Bibliothek der Humboldt-Universität Berlin © Adam Berry/GettyImages

In Deutschland hat sich die Zahl der Hochschulabschlüsse innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt. Im Prüfungsjahr 2012 erwarben an deutschen Hochschulen 413.300 Menschen einen Abschluss, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Jahr 2002 beendeten 208.606 Absolventen ihr Studium erfolgreich.

Neben der steigenden Zahl an Studienanfängern wurde diese Entwicklung laut der Behörde vor allem durch die Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge verursacht. Seit der Bologna-Reform von 1999 können Studierende ihr Studium mit dem Bachelor schneller abschließen. Wer nachher einen Master macht, wird in der Statistik doppelt gezählt. Nimmt man allein die Erstabsolventen, stieg die Zahl im gleichen Zeitraum von 172.600 auf 309.600.

Der Bachelor ist inzwischen der mit Abstand häufigste Hochschulabschluss: 44,3 Prozent der Absolventen erwarben 2012 diesen Titel. Mit großem Abstand folgen die traditionellen Uni-Abschlüsse: 19,4 Prozent der Absolventen schließen ihr Studium mit einem Titel wie etwa Magister ab. 14,2 Prozent machten 2012 einen Master, 9,4 Prozent legten eine Lehramtsprüfung ab, 6,5 Prozent promovierten, 6,2 Prozent erwarben einen herkömmlichen Fachhochschulabschluss.

Weitere Folge der Bologna-Reform: Die Absolventen werden immer jünger. Wegen der kürzeren Bachelor-Studiengänge ging die durchschnittliche Studiendauer zwischen 2002 und 2012 von 10,6 auf 8,8 Fachsemester zurück. Dadurch sank das Durchschnittsalter der Erstabsolventen von 28,1 auf 26,6 Jahre.