Wieder einmal mussten sich Hochschulen in aller Welt untereinander messen lassen. Das Magazin Times Higher Education hat in seinem jährlichen Ranking die 200 besten Unis 2011/2012 gekürt. Wider Erwarten steht diesmal das California Institute of Technology (Caltech) an der Spitze. Seit Einführung des Rankings vor acht Jahren hatte stets die US-Eliteuniversität Harvard die Liste angeführt. Sie liegt jetzt gemeinsam mit Stanford auf Platz 2.

Großbritanniens Traditionsuniversitäten Oxford und Cambrige belegen die Plätze 4 und 6. Die beste Universität außerhalb der USA und Großbritanniens ist die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich auf Rang 15. Beste deutsche Hochschule ist die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), die auf Platz 45 der Liste rangiert.

Damit ist die LMU die einzige deutsche Universität, die es unter die Top 50 geschafft hat. Die bestplatzierte deutsche Hochschule des Vorjahres, die Georg-August-Universität Göttingen, landete auf Platz 69. Die Uni Heidelberg und die TU München zählen mit Platz 73 und Platz 88 ebenfalls zu den besten 100 Universitäten. Es folgen die Humboldt Universität Berlin (Platz 109), die Freie Universität Berlin (Platz 151), die Rheinisch-Westfälisch Technische Hochschule Aachen (Platz 168), die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Eberhard Karls Universität Tübingen (Platz 187), die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Platz 189), die Universität Konstanz (Platz 194) und das Karlsruher Institut für Technologie (196).

Damit landet Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 4, hinter den USA, Großbritannien und den Niederlanden. "Die restliche Welt hat Deutschlands erstklassige Initiativen im Hochschulwesen aufmerksam verfolgt", sagt Phil Baty, Herausgeber dieses internationalen Hochschulrankings . "Es scheint, als ob sich die starken und ehrgeizigen Investitionen in Deutschlands Universitäten bezahlt machten."

Um die Hochschulen zu vergleichen, hat das Magazin ein Punktesystem basierend auf 13 Indikatoren entwickelt , die etwa Umfragen zum Ruf der Institutionen berücksichtigen, das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrpersonal und Studenten, das Einkommen der Hochschule in Relation zum akademischen Personal und die Zitierungen der Einrichtungen in Fachzeitschriften.

Das Ranking erfasst allerdings nicht die Ausstattung der Universitäten mit Gerätschaften oder Büchern. Weil keine weltweit geltenden Maßstäbe etabliert sind, fließt auch die Qualität der Lehre nicht ein. Die Daten erhebt das Informationsunternehmen Thompson Reuters, das etwa Professoren nach dem Ruf anderer Universitäten befragt, nicht jedoch Studenten.

Ein Grund dafür ist wohl die Auswahl der Zielgruppe: Das Ranking richte sich vor allem an akademisches Personal, sagte Herausgeber Phil Baty sueddeutsche.de . Es gehe vor allem um die Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten an einzelnen Einrichtungen.

In der Vergangenheit stand das Ranking in erster Linie in der Kritik , weil an den Universitäten nicht genügend Experten befragt wurden, um wirklich brauchbare Ergebnisse zu erhalten. Dies änderte das Times-Higher-Education -Magazin zu diesem Jahr.