Was bringen die Rankings den Hochschulen? Warum wird erhoben, wer mehr Drittmittel hat? Oder wer bei einem anderen beliebigen Indikator weiter vorne steht? Was sagt dies wirklich über die Qualität von Forschung und Lehre aus?
 
Das Problem an den Rankings: Bei solchen Vergleichen geht es nur darum, wer an der Spitze der Tabelle steht. Die Hochschulen brüsten sich mit dem Erfolg und erhoffen sich mehr Renommee bei Studieninteressierten, Top-Wissenschaftlern und potenziellen Drittmittelgebern.

Um in den Rankings gut abzuschneiden, begeben sich Hochschulen in einen wahnwitzigen Wettstreit, der nie eine dauerhaft erfolgreiche Einrichtung hervorbringen wird. Rankings bilden bisher beispielsweise nur die absolute Höhe von Drittmitteln oder deren Höhe in Relation zur Anzahl der Professorenstellen ab. Dieser Erhebung fehlt aber ein klares Ziel. Wenn zum Beispiel die Lehre eines Fachbereichs sehr gut ist, landet er im Ranking trotzdem im unteren Bereich, wenn andere Institutionen dank höherer Drittmittel-Zahlen besser eingestuft werden. 

 
Zunächst sollte festgelegt werden, welche Höhe an Drittmitteln überhaupt erforderlich ist, um qualitativ hochwertige Forschung zu betreiben; und wie viel Personal notwendig ist für eine anspruchsvolle Lehre. Eine nach oben hin offene Erhebung verführt die Hochschulen dazu, Ressourcen in den Wettstreit zu investieren, die an anderer Stelle dringender benötigt werden. Statt immer neue und ziellosere Vergleiche anzustellen, sollten Wissenschaftsorganisationen, Denkfabriken und Hochschulen – aber auch die Politik! – sich ernsthaft fragen, wohin das Ganze führen soll.
 
Erste Hochschulen haben sich dem sinnfreien Wettstreit bereits verweigert, weitere werden ihnen hoffentlich folgen. Aber statt nur das bestehende System zu bemängeln, ist es auch notwendig, Alternativen aufzuzeigen. Wir brauchen klare Ziele für unsere Hochschulen. Eines davon sollte beispielsweise lauten: Hochschulstellen müssen zu je fünfzig Prozent von Frauen und Männern besetzt sein.