StudienortwahlAn der richtigen Stelle

Mit ihrer Hochschule wählen Studenten eine Heimat für die nächsten Jahre – was man bei der Entscheidung beachten sollte. von Sabrina Ebitsch

Der Beginn des Studiums ist eine gute Möglichkeit, eine neue Stadt für sich zu entdecken

Der Beginn des Studiums ist eine gute Möglichkeit, eine neue Stadt für sich zu entdecken  |  © photocase/Pinkerton

Wo gibt es das Wunschfach?

Nur wenige Hochschulen bieten das vollständige Fächerprogramm. Umgekehrt gibt es bestimmte Fächer nur an einzelnen Universitäten, Kunst- oder Fachhochschulen. Deswegen schränkt oft schon das Wunschfach die Zahl der Studienorte ein oder legt sie sogar fest. Laut Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS) gab für fast jeden dritten Studienanfänger im Wintersemester 2007/08 den Ausschlag, dass es seinen Studiengang nur an einem einzigen Ort gab.

Aber selbst wenn mehrere Hochschulen einen Studiengang anbieten, kann es große Unterschiede geben. Denn oft haben Fächer zwar ähnliche Namen, aber unterschiedliche Ausrichtungen. Daher ist es wichtig, zu erfahren, was sich hinter den Etiketten verbirgt. Während zum Beispiel die Kulturwissenschaft in Lüneburg eher praxisbezogen ist, legt man in Tübingen besonderen Wert auf Theorie und Analyse; in Bayreuth ist der Studiengang religionswissenschaftlich ausgerichtet, in Hildesheim künstlerisch.

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Die Namen der einzelnen Angebote können aber auch unterschiedlich lauten, obwohl sich die Inhalte und Berufsbilder stark ähneln. Zum Beispiel überschneiden sich die Studiengänge »Medieninformatik« und »Digitale Medien«.

Teilweise haben die Hochschulen die Umstellung auf das gestufte Bachelor-Master-System genutzt, um Studienpläne zu entschlacken und ihre Studiengänge neu zuzuschneiden. Die sind dann oft weniger umfassend und stärker spezialisiert – das muss kein Nachteil sein, schränkt aber die beruflichen Möglichkeiten mitunter ein. Maschinenbau- oder Verfahrenstechnikstudiengänge etwa werden um naturwissenschaftliche Inhalte erweitert und heißen dann Renewable Energies oder Life Science Engineering. Die Jobchancen für Absolventen sind relativ gut, sie sind aber von Anfang an stärker auf ein bestimmtes Feld festgelegt.

Was genau der Inhalt des Studiums ist, steht in Studiengangsbeschreibungen, Studienordnungen und Modulhandbüchern, die die Hochschulen in der Regel auf ihren Websites veröffentlichen. Dort können Interessenten auch klären, ob der Studiengang alle ihre Erwartungen erfüllt: Wer zum Beispiel nach dem Abschluss als Psychologe in einer Klinik arbeiten möchte, muss aufpassen, weil nicht alle Psychologie-Bachelors auf dieses Berufsfeld vorbereiten.

Darüber hinaus heben sich einige Hochschulen trotz vergleichbarer Studieninhalte von den Angeboten anderer ab, indem sie etwa von vornherein Auslandssemester in den Studienplan einbauen oder Projekte anbieten, in denen sich die Studenten selbst erproben können: Filmwissenschaftler etwa produzieren Dokumentarfilme, Ingenieure basteln Roboter oder hören – wie an der TU Darmstadt – Philosophievorlesungen.

Einzelne Studiengänge unterscheiden sich auch darin, wie sehr sie ihre Studenten kontrollieren (zum Beispiel durch Anwesenheitspflicht) und wie viel Wahlfreiheit sie lassen. Über diese Punkte erfährt man am meisten, indem man mit Studenten vor Ort spricht. Auch die Zulassungsvoraussetzungen der Wunschhochschule können ein Kriterium sein. Wer schon weiß, dass er nach dem Bachelor auf jedem Fall weiterstudieren möchte, sollte außerdem vorher klären, ob zu seinem Studium ein passender Master angeboten wird.

Zu guter Letzt gibt es Unterschiede in der Qualität des Studiums: Auskunft über die Studentenzufriedenheit, die Studiensituation und die Forschungsleistung bietet das Ranking im hinteren Teil dieses ZEIT Studienführers.

Leserkommentare
    • cinor
    • 17. Juni 2010 11:44 Uhr

    Das Karlsruher Institut für Technologie (Fusion von _Universität_ Karlsruhe und Forschungszentrum Karlsruhe) und die RWTH Aachen wurden von Ihnen als "Technische Hochschulen" bezeichnet. Das ist falsch. Beide Hochschulen besitzen Universitätsstatus. Ich bitte dringlichst darum, beide auch als Universität zu kennzeichnen, da hier der Eindruck entsteht, dass das KIT und die RWTH Fachhochschulen seien. Und das wollen wir nun wohl nicht so stehen lassen, zumal die beiden Unis mit die wichtigsten Unis mit technischer Ausrichtung in Deutschland sind (sorry TUM).

    Ein Fehler, der schon vielen unterlaufen ist, die nicht richtig recherchiert haben. Ein Blick in die jeweiligen Landeshochschulgesetze hätte genügt.

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    Da sollten SIE wohl noch mal genauer recherchieren. Einmal Google zu bemühen, hätte genügt ;)
    Eine Universität ist genau so eine Hochschule wie es eine Fachhochschule ist. Denn Hochschule ist nur ein Überbegriff, deshalb hat alles in dem Artikel schon seine Richtigkeit.

    Wikipedia hilft da weiter:
    http://de.wikipedia.org/w...

    • alkyl
    • 17. Juni 2010 12:46 Uhr

    steht´s doch bei der RWTH schon mit im Namen, und darauf war gerade die RWTH jahrzehntelang besonders stolz: Rheinisch-Westfälische TECHNISCHE HOCHSCHULE. Das wurde von den Absolventen fast schon als Adelstitel gehandelt. In den Zeiten ante Bologna war übrigens allen klar, daß eine Technische Hochschule eine Universität ist. Da mußte nichts erklärt werden.

    Über dem Haupteingang der Karlsruher Uni hing bis zur Fusion ein Riesenschild mit der Aufschrift TECHNISCHE HOCHSCHULE. Und das TH in RWTH steht auch nicht für "Totaler Humbug".
    Das ist wohl jemand mächtig stolz, es bis zur Uni gebracht zu haben:-)

  1. Da sollten SIE wohl noch mal genauer recherchieren. Einmal Google zu bemühen, hätte genügt ;)
    Eine Universität ist genau so eine Hochschule wie es eine Fachhochschule ist. Denn Hochschule ist nur ein Überbegriff, deshalb hat alles in dem Artikel schon seine Richtigkeit.

    Wikipedia hilft da weiter:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Antwort auf "Bitte um Korrektur"
    • alkyl
    • 17. Juni 2010 12:46 Uhr

    steht´s doch bei der RWTH schon mit im Namen, und darauf war gerade die RWTH jahrzehntelang besonders stolz: Rheinisch-Westfälische TECHNISCHE HOCHSCHULE. Das wurde von den Absolventen fast schon als Adelstitel gehandelt. In den Zeiten ante Bologna war übrigens allen klar, daß eine Technische Hochschule eine Universität ist. Da mußte nichts erklärt werden.

    Antwort auf "Bitte um Korrektur"
    • cinor
    • 17. Juni 2010 14:35 Uhr

    Und wie da Dinge erklärt werden müssen.

    Zitat:
    "die LMU und die TU München, die Technischen Hochschulen in Karlsruhe und Aachen, die FU Berlin sowie die Universitäten Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz"

    LMU, TU, FU = U im Namen = Universität
    Universitäten FR, GÖ, HD, KN = Universität
    Technische Hochschulen Karlsruhe und Aachen = Hochschule

    neuerdings:
    Fachhochschule Musterstadt = Hochschule Musterstadt

    ergo:
    Technische Hochschule = Technische Fachhochschule.

    Das íst die Schilderung des Gedankengangs, den jemand haben kann, der dezidiert auf einer Universität studieren möchte und immer nur sieht/hört/liest: Uni = Uni und Hochschule = Fachhochschule.

    Außerdem war 1967 das letzte Jahr, in dem die Universität Karlsruhe "Technische Hochschule" hieß - in jenem Jahr bekam sie den Universitätsstatus und nannte sich fortan "Universität Karlsruhe (TH)", wobei das Klammer-TH lediglich beibehalten wurde, um die Ausrichtung der Uni deutlich zu machen.

    Ob die Aachener nun erpicht drauf sind, Technische Hochschule statt Universität genannt zu werden, müsste man sie fragen. Uns Karlsruhern kommt bei "Technische Hochschule Karlsruhe" die Galle hoch. Das sind wir nicht. Nicht einmal dem Namen nach. Wir heißen Karlsruher Institut für Technologie und allenfalls noch bei Leuten, die nicht up-to-date sind, Uni Karlsruhe. Nothing else.

    Also, werte Autorin, bitte ändern Sie dies.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also ich kenne sehr viele Leute, die in Karlsruhe studieren oder studiert haben und denen ist es komplett "wurscht" ob das Uni KA oder TH oder KIT heißt.

    • tasat
    • 17. Juni 2010 18:01 Uhr

    an der Bezeichnung Hochschule ist nichts auszusetzen.
    In meinem Abiturzeugnis steht auch Allgemeine Hochschulreife, heisst das ich darf jetzt allgemein nur an FH's studieren?

    Dass Fachhochschulen sich neuerdings auch Hochschulen nennen duerfen ist nur ein Privileg, das ihnen zugestanden wurde und mehr nicht.

    Ich denke der Grund, warum LMU und TU dasteht ist, weil das eben die Kuerzel fuer die beiden Unis ist und beide in Muenchen stehen. Klingt doch auch doof, wenn man schreibt:
    Die LMU in Muenchen, die Technischen Hochschulen in Muenchen, Aachen und Karlsruhe...

  2. Über dem Haupteingang der Karlsruher Uni hing bis zur Fusion ein Riesenschild mit der Aufschrift TECHNISCHE HOCHSCHULE. Und das TH in RWTH steht auch nicht für "Totaler Humbug".
    Das ist wohl jemand mächtig stolz, es bis zur Uni gebracht zu haben:-)

    Antwort auf "Bitte um Korrektur"
  3. Also ich kenne sehr viele Leute, die in Karlsruhe studieren oder studiert haben und denen ist es komplett "wurscht" ob das Uni KA oder TH oder KIT heißt.

    Antwort auf "Oh doch..."
  4. Zwischen Hochschule und Fachhochschule gibt es eigentlich keinen Unterschied, weil Hochschule der Oberbegriff von Uni, PH, Kunsthochschule als auch Fachhochschule ist. FH als auch Uni sind somit Teilmengen von Hochschule. Siehe dazu Hochschulrahmengesetz §1. Eine Fachhochschule muß schon deshalb eine Hochschule sein, weil sie sonst keine akad. Grade verteilen dürfte. Zweifelsfrei handelt es sich beim Bachelor, Dipl.-xxx (FH) und Master von der FH um akademische Grade. Die Absolventen sind demnach (Casmin) Akademiker. Und zwar mit der Wertigkeit Bachelor (180 bzw. 210 ECTS), Dipl.-xxx (FH) (240 ECTS) und Master (300 ECTS). Der Bachelor einer FH ist dem Bachelor einer Uni gleichgestellt. Der Master ebenso. Weiterhin entspricht der Master (auch von der FH)von der Wertigkeit einem Unidiplom. Das FH-Diplom war ein Abschluß, der eine hochschulrechtliche Wertigkeit zwischen Bachelor und Master hatte. Als Studienvoraussetzung ist an der Uni die allgemeine Hochschulreife (Abi), die fachgebundene Hochschulreife oder seit neuestem der Meister notwendig. And der FH benötigt man eine allgemeine Hochschulreife (Abi), eine fachgebundene Hochschulreife, den Meister oder die Fachhochschulreife.

    Achtung: Vielfach wird die FH noch mit den früheren Ingenieurschulen verwechselt. Das waren Fachschulen und keine FHen! Dort konnte man mit Abschluß Klasse 10 hin und erwarb nach 3 Jahren den staatl. Titel Ing. (grad.) und keinen akademischen Grad.

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  • Quelle ZEIT Studienführer 2010
  • Schlagworte Fachhochschulen | Bachelor | Euro | Master | Studiengang | Aachen
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