Der Beginn des Studiums ist eine gute Möglichkeit, eine neue Stadt für sich zu entdecken

Wo gibt es das Wunschfach?

Nur wenige Hochschulen bieten das vollständige Fächerprogramm. Umgekehrt gibt es bestimmte Fächer nur an einzelnen Universitäten, Kunst- oder Fachhochschulen. Deswegen schränkt oft schon das Wunschfach die Zahl der Studienorte ein oder legt sie sogar fest. Laut Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS) gab für fast jeden dritten Studienanfänger im Wintersemester 2007/08 den Ausschlag, dass es seinen Studiengang nur an einem einzigen Ort gab.

Aber selbst wenn mehrere Hochschulen einen Studiengang anbieten, kann es große Unterschiede geben. Denn oft haben Fächer zwar ähnliche Namen, aber unterschiedliche Ausrichtungen. Daher ist es wichtig, zu erfahren, was sich hinter den Etiketten verbirgt. Während zum Beispiel die Kulturwissenschaft in Lüneburg eher praxisbezogen ist, legt man in Tübingen besonderen Wert auf Theorie und Analyse; in Bayreuth ist der Studiengang religionswissenschaftlich ausgerichtet, in Hildesheim künstlerisch.

Die Namen der einzelnen Angebote können aber auch unterschiedlich lauten, obwohl sich die Inhalte und Berufsbilder stark ähneln. Zum Beispiel überschneiden sich die Studiengänge »Medieninformatik« und »Digitale Medien«.

Teilweise haben die Hochschulen die Umstellung auf das gestufte Bachelor-Master-System genutzt, um Studienpläne zu entschlacken und ihre Studiengänge neu zuzuschneiden. Die sind dann oft weniger umfassend und stärker spezialisiert – das muss kein Nachteil sein, schränkt aber die beruflichen Möglichkeiten mitunter ein. Maschinenbau- oder Verfahrenstechnikstudiengänge etwa werden um naturwissenschaftliche Inhalte erweitert und heißen dann Renewable Energies oder Life Science Engineering. Die Jobchancen für Absolventen sind relativ gut, sie sind aber von Anfang an stärker auf ein bestimmtes Feld festgelegt.

Was genau der Inhalt des Studiums ist, steht in Studiengangsbeschreibungen, Studienordnungen und Modulhandbüchern, die die Hochschulen in der Regel auf ihren Websites veröffentlichen. Dort können Interessenten auch klären, ob der Studiengang alle ihre Erwartungen erfüllt: Wer zum Beispiel nach dem Abschluss als Psychologe in einer Klinik arbeiten möchte, muss aufpassen, weil nicht alle Psychologie-Bachelors auf dieses Berufsfeld vorbereiten.

Darüber hinaus heben sich einige Hochschulen trotz vergleichbarer Studieninhalte von den Angeboten anderer ab, indem sie etwa von vornherein Auslandssemester in den Studienplan einbauen oder Projekte anbieten, in denen sich die Studenten selbst erproben können: Filmwissenschaftler etwa produzieren Dokumentarfilme, Ingenieure basteln Roboter oder hören – wie an der TU Darmstadt – Philosophievorlesungen.

Einzelne Studiengänge unterscheiden sich auch darin, wie sehr sie ihre Studenten kontrollieren (zum Beispiel durch Anwesenheitspflicht) und wie viel Wahlfreiheit sie lassen. Über diese Punkte erfährt man am meisten, indem man mit Studenten vor Ort spricht. Auch die Zulassungsvoraussetzungen der Wunschhochschule können ein Kriterium sein. Wer schon weiß, dass er nach dem Bachelor auf jedem Fall weiterstudieren möchte, sollte außerdem vorher klären, ob zu seinem Studium ein passender Master angeboten wird.

Zu guter Letzt gibt es Unterschiede in der Qualität des Studiums: Auskunft über die Studentenzufriedenheit, die Studiensituation und die Forschungsleistung bietet das Ranking im hinteren Teil dieses ZEIT Studienführers.