Die Studienanfänger von heute müssen um ihre Anliegen kämpfen
Dennoch: Wer jetzt Abitur macht, wird als Student für seine Anliegen kämpfen müssen. Dafür sollte er sich die Interessen der anderen Parteien bewusst machen: die der Politiker, die in der Bologna-Reform allzu oft ein Sparmodell sehen; die der Verwaltung, die häufig wenig an individuellen Lösungen interessiert ist; und die der Professoren, deren Karriere von Forschungserfolgen und dem Ansehen unter Kollegen abhängt, nicht aber davon, wie gut sie sich um ihre Studenten kümmern.
- Was bedeutet "Bologna-Prozess"?
Im Juni 1999 vereinbarten die Minister von 29 europäischen Staaten in der italienischen Stadt Bologna, die nationalen Hochschulsysteme bis 2010 einander anzugleichen.
- Zielsetzung
Die Studenten sollten leichter zwischen den Hochschulen verschiedener Länder wechseln können, die Abschlüsse sollten generell zweistufig sein und es sollte überall Leistungspunkte geben, die dem Studenten wie ein Fortschrittsbalken am Computer anzeigen, wo er im Studium gerade steht.
- Deutschland
In Deutschland ist "Bologna" vor allem zum Schlagwort für die Umstellung der alten Magister- und Diplomstudiengänge auf die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master geworden. Ein wichtiges, aber in der Öffentlichkeit oft unbekanntes Ziel der Bologna-Reform in Deutschland ist, die Skalierbarkeit zu verbessern. Damit ist gemeint, dass die Veranstaltungen in einem Studiengang sinnvoll aufeinander aufbauen und der Stoff gut zu bewältigen ist. Zudem muss für Studieninteressierte klar sein, welche Kompetenzen man in einem bestimmten Studiengag erwirbt. Bereits der Bachelor soll vollständig dazu qualifizieren, in den Beruf einzusteigen.
Man kann aber auch bei sich selbst anfangen – mit einem kleinen Entspannungsprogramm. Heute wollen viele auf keinen Fall die Regelstudienzeit »überziehen«. Bafög-Empfänger haben dafür einen guten Grund, denn danach ist Schluss mit den Überweisungen. Aber auch viele, die sich ein Extrajahr durchaus gönnen könnten, schrecken davor zurück – oft aus Sorge, sich damit den Berufseinstieg zu erschweren. Diese Angst ist übertrieben. Wenn man rechtzeitig mit der eigenen Uni klärt, wie sich die benötigten Veranstaltungen in einen entspannteren Zeitplan einbauen lassen und ob darüber hinaus noch etwas zu beachten ist, spricht nichts gegen ein Jahr mehr an der Hochschule.
Anderen Druck machen und selbst entspannt bleiben – mit dieser Mischung können Studenten viel erreichen. Sicher ist es angenehmer, in ein fertiges Haus einzuziehen, als auf einer Baustelle zu leben. Das Gute aber ist: Kein Student muss sich mit der Rolle des gegängelten Mieters abfinden. Wer kämpft, kann im Hochschulhaus sogar selbst zum Architekten werden.
- Datum 26.05.2010 - 19:36 Uhr
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- Quelle ZEIT Studienführer 2010
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9. Juni Bundesweiter Bildungsstreik - Wir werden nicht aufhören. Seit Jahrzehnten wird an der Bildung gespart. Ausser Lippenbekenntnissen bekommen wir noch Lernen nach kapitalistischen Verwertungskriterien.
Wir sind keine Maschienen!!
12. Juni. undeadsystem.blogsport.de "Show a Undead System how to Die!" Bundesweite Krisendemo am 12. Juni 2010...Bildung, Arbeit, Rente - unite!!
Keine Demokratie ohne Uns!!
... und schrieb Maschinen falsch!
Ich durfte noch keine eigenen Erfahrungen mit dem neuen System sammeln. Ich halte es aber für bedenklich, dass der eigentliche Sinn eines Studiums durch die Bolognareform verloren zu gehen scheint:
nämlich freies und innovatives Lernen!
... und schrieb Maschinen falsch!
Ich durfte noch keine eigenen Erfahrungen mit dem neuen System sammeln. Ich halte es aber für bedenklich, dass der eigentliche Sinn eines Studiums durch die Bolognareform verloren zu gehen scheint:
nämlich freies und innovatives Lernen!
Das sind ja toller Ausbildungsbedingungen: ca 40 Wochenstunden Arbeit, sechs Wochen Ferien, permanenter Leistungsstress, häufig völlig überzogene Leistungsanforderungen, hohes Risiko, dass das Studium abgebrochen wird und die Studenten "im Regen" stehen.
Und das alles für null Bezahlung. Im Gegenteil, den Eltern wird für die Finanzierung des Studiums das letzte Hemd ausgezogen. Dieselben Eltern müssen erleben, dass ihr finanzieller Einsatz nicht honoriert wird, weil ihr Kind nach Abschluss des Studiums keinen anständig bezahlten Job findet oder als Dauerpraktikant strandet.
In meinem Bekanntenkreis bevorzugen die meisten Abiturienten mittlerweile eine betriebliche Ausbildung, darin ist Deutschland weltweit Spitze.
... und schrieb Maschinen falsch!
Ich durfte noch keine eigenen Erfahrungen mit dem neuen System sammeln. Ich halte es aber für bedenklich, dass der eigentliche Sinn eines Studiums durch die Bolognareform verloren zu gehen scheint:
nämlich freies und innovatives Lernen!
Die Baustellen um den Bachelor herum wurden im Artikel allesamt gut erfasst und beschrieben.
In seinen Formalitäten macht, denke ich, der Bachelor in den Naturwissenschaften die meisten Schwierigkeiten. Wenn sich hier der Prüfungsstoff verdichtet, ist das ein enormer Aufwand für den Studenten. Auch hier dürften die Komplikationen bei den Auslandsaufenthalte erheblich größer sein. Da die Anforderung an den zu absolvierenden Lehrstoff viel konkreter sind als in den Geisteswissenschaften. Eine Auswahl von notwendigen Grundlagen dort zu treffen, wo alles notwendig ist, ist sehr schwierig. Und der Bachelor ist nunmal ein Grundlagenstudium.
In den Geisteswissenschaften sieht es m.E. allerdings anders aus. Hier spielt weniger der Bachelor als viel mehr die finanziellen Mittel eine Rolle.
Der Prüfungsstoff ist ohne große Schwierigkeiten zu bewältigen. Es sei denn, man muss nebenbei noch arbeiten. Hier liegt eine Lösung in höherem BAföG.
Die Auswahlmöglichkeiten sind hier auch viel größer. Der Bachelor verringert diese nicht. Es ist schlicht das Angebot der Universitäten. Um ein größeres Lehrangebot zu schaffen, braucht es einfach mehr Lehrpersonal und Räumlichkeiten.
Auch der beschränkte Zugang zum Master kann durch mehr Geld gelöst werden. Gibt es mehr finanzierte Master-Plätze, sinken auch die Hürden.
Der Bachelor ist nicht per se schlecht. Durch ihn werden nur die eigentlichen Schwachpunkte in unserem chronisch unterfinanzierten Bildungssystem deutlicher.
Mag sein, dass in den Naturwissenschaften der Lehrstoff "konkreter" ist als in den Geisteswissenschaften. Inwiefern das den Studierenden der Geisteswissenschaften das Leben leichter macht, verstehe ich allerdings nicht. Hier wurden die neuen B.A.-Studiengänge genauso sinnlos überfrachtet wie in naturwissenschaftlichen Fächern. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Studenten eines geisteswissenschaftlichen Fachs vier-fünf Hausarbeiten PLUS genauso viele Klausuren pro Semester schreiben müssen. Wobei der Zeitaufwand für eine Hausarbeit, soll sie denn vernünftig geschrieben werden, sicherlich höher liegt als für eine Klausur. Und Hausarbeiten schreiben Naturwissenschaftler meines Wissens im ganzen Studium nicht.
Und eine Erhöhung des Bafögs ist sicherlich eine wunderbare Sache. Was mich allerdings immer bei dem Ruf nach höherem Bafög interessieren würde: Gibt es Untersuchungen, wieviele Studenten, die aufgrund des angeblich ausreichenden Einkommens der Eltern kein Bafög kriegen, zum Leben deutlich weniger haben als Baföghöchstsatz? Weil ihre Eltern, die angeblich so gut verdienen, nicht die Möglichkeit (oder den Willen) haben, ihr Kind in solchem Maße zu unterstützen. Ich kenne davon eine ganze Menge. Und wer verklagt schon die eigenen Eltern auf Unterhalt? Die finanzielle Not solcher Studenten wird nirgendwo angesprochen. Und ihnen bleibt nichts anderes, als zu den "39 Stunden für die Uni" oft bis zu 20 Stunden anderweitig zu arbeiten.
Studienkredite sind da ein guter Ansatz, wären da nicht diese abstrusen Zinssätze.
Ich wäre für elternunabhängige, zinsfreie Studiendarlehen, wie es sie bspw. in Norwegen gibt. Im Gegensatz zu Bafög werden sie komplett zurückgezahlt. Können aber eben von jedem in Anspruch genommen werden und ermöglichen somit jedem, ungeachtet seiner sozialen Herkunft, ein Studium.
Mag sein, dass in den Naturwissenschaften der Lehrstoff "konkreter" ist als in den Geisteswissenschaften. Inwiefern das den Studierenden der Geisteswissenschaften das Leben leichter macht, verstehe ich allerdings nicht. Hier wurden die neuen B.A.-Studiengänge genauso sinnlos überfrachtet wie in naturwissenschaftlichen Fächern. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Studenten eines geisteswissenschaftlichen Fachs vier-fünf Hausarbeiten PLUS genauso viele Klausuren pro Semester schreiben müssen. Wobei der Zeitaufwand für eine Hausarbeit, soll sie denn vernünftig geschrieben werden, sicherlich höher liegt als für eine Klausur. Und Hausarbeiten schreiben Naturwissenschaftler meines Wissens im ganzen Studium nicht.
Und eine Erhöhung des Bafögs ist sicherlich eine wunderbare Sache. Was mich allerdings immer bei dem Ruf nach höherem Bafög interessieren würde: Gibt es Untersuchungen, wieviele Studenten, die aufgrund des angeblich ausreichenden Einkommens der Eltern kein Bafög kriegen, zum Leben deutlich weniger haben als Baföghöchstsatz? Weil ihre Eltern, die angeblich so gut verdienen, nicht die Möglichkeit (oder den Willen) haben, ihr Kind in solchem Maße zu unterstützen. Ich kenne davon eine ganze Menge. Und wer verklagt schon die eigenen Eltern auf Unterhalt? Die finanzielle Not solcher Studenten wird nirgendwo angesprochen. Und ihnen bleibt nichts anderes, als zu den "39 Stunden für die Uni" oft bis zu 20 Stunden anderweitig zu arbeiten.
Studienkredite sind da ein guter Ansatz, wären da nicht diese abstrusen Zinssätze.
Ich wäre für elternunabhängige, zinsfreie Studiendarlehen, wie es sie bspw. in Norwegen gibt. Im Gegensatz zu Bafög werden sie komplett zurückgezahlt. Können aber eben von jedem in Anspruch genommen werden und ermöglichen somit jedem, ungeachtet seiner sozialen Herkunft, ein Studium.
Mag sein, dass in den Naturwissenschaften der Lehrstoff "konkreter" ist als in den Geisteswissenschaften. Inwiefern das den Studierenden der Geisteswissenschaften das Leben leichter macht, verstehe ich allerdings nicht. Hier wurden die neuen B.A.-Studiengänge genauso sinnlos überfrachtet wie in naturwissenschaftlichen Fächern. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Studenten eines geisteswissenschaftlichen Fachs vier-fünf Hausarbeiten PLUS genauso viele Klausuren pro Semester schreiben müssen. Wobei der Zeitaufwand für eine Hausarbeit, soll sie denn vernünftig geschrieben werden, sicherlich höher liegt als für eine Klausur. Und Hausarbeiten schreiben Naturwissenschaftler meines Wissens im ganzen Studium nicht.
Und eine Erhöhung des Bafögs ist sicherlich eine wunderbare Sache. Was mich allerdings immer bei dem Ruf nach höherem Bafög interessieren würde: Gibt es Untersuchungen, wieviele Studenten, die aufgrund des angeblich ausreichenden Einkommens der Eltern kein Bafög kriegen, zum Leben deutlich weniger haben als Baföghöchstsatz? Weil ihre Eltern, die angeblich so gut verdienen, nicht die Möglichkeit (oder den Willen) haben, ihr Kind in solchem Maße zu unterstützen. Ich kenne davon eine ganze Menge. Und wer verklagt schon die eigenen Eltern auf Unterhalt? Die finanzielle Not solcher Studenten wird nirgendwo angesprochen. Und ihnen bleibt nichts anderes, als zu den "39 Stunden für die Uni" oft bis zu 20 Stunden anderweitig zu arbeiten.
Studienkredite sind da ein guter Ansatz, wären da nicht diese abstrusen Zinssätze.
Ich wäre für elternunabhängige, zinsfreie Studiendarlehen, wie es sie bspw. in Norwegen gibt. Im Gegensatz zu Bafög werden sie komplett zurückgezahlt. Können aber eben von jedem in Anspruch genommen werden und ermöglichen somit jedem, ungeachtet seiner sozialen Herkunft, ein Studium.
firvaldur, ich gebe Ihnen Recht. Man solle mein Kommentar durch Ihre beiden korrigiert sehen.
mfg
firvaldur, ich gebe Ihnen Recht. Man solle mein Kommentar durch Ihre beiden korrigiert sehen.
mfg
firvaldur, ich gebe Ihnen Recht. Man solle mein Kommentar durch Ihre beiden korrigiert sehen.
mfg
firvaldur hat den Nagel au den Kopf getroffen. Das Studiensystem ist straff, und ja, es ist mitunter anstrengend. Die Finanzierung ist in vielen Fällen das größere Problem. Diese ganzen BaföG-Diskussionen und Regelungen sind lächerlich. Es wird ständig nur darüber debattiert, inwiefern die Höhe der Sätze angemessen ist. Das der Kreis der BaföG-Berechtigten aber erweitert wird, daran denkt niemand. Hier muss dringend etwas passieren. Und noch was: BaföG muss mehr abhängig von den Studienleistungen sein. Wie kann es sein, dass Studenten im Studium kaum Motivation, Eigeninitiative etc. zeigen und mit dem Studium absolut nicht klarkommen und trotzdem den Höchstsatz kassieren?
Das BaföG ist sehr wohl an die Studienleistungen geknüpft! Soll heißen, nach dem 3. Fachsemester muss man den geforderten Leistungsstand (also den vom 3. Fachsemester) erreicht haben. Das bedeutet im Gegenzug, sobald man nur ein einziges Modul nicht bestanden hat, werden die BaföG-Zahlungen von heute auf morgen und komplett gestrichen!
Das BaföG ist sehr wohl an die Studienleistungen geknüpft! Soll heißen, nach dem 3. Fachsemester muss man den geforderten Leistungsstand (also den vom 3. Fachsemester) erreicht haben. Das bedeutet im Gegenzug, sobald man nur ein einziges Modul nicht bestanden hat, werden die BaföG-Zahlungen von heute auf morgen und komplett gestrichen!
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