Studienbeginn Die Tücken der ersten eigenen Wohnung
Mama und Papa sind nicht mehr da, um aufzupassen – was Studenten in der ersten eigenen Wohnung lieber bleiben lassen sollten und wie sie sich selbst helfen.

Dreckiges Geschirr türmt sich in der Spüle. Doch festgeklebte Essensreste sind nur schwer zu entfernen
Das kostet Zeit
Klebende Essensreste: Ob Reisreste oder am Topfboden pappende Spaghetti – Stärke, Wasser und Wärme ergeben einen Superkleber. »Die langen Moleküle der Stärke verhaken sich und haften fest am Untergrund – wie Krakenarme mit vielen Saugnäpfen«, erklärt Petra Mischnick, Professorin am I nstitut für Lebensmittelchemie der TU Braunschweig . Besser: gleich spülen.
Eingetrocknete Pinsel: Um zu verhindern, dass die Farbe während einer langen Kaffeepause eintrocknet und Pinsel und Walzen unbrauchbar macht: das Malerwerkzeug in Alu- oder Frischhaltefolie einwickeln. Sonst je nach Art der Farbe in Wasser oder Terpentinersatz einweichen.
Spritzende Espressokannen: Macht man sich einen Kaffee mit den beliebten kleinen, silberfarbenen Espressokochern auf der Herdplatte und vergisst, den Metallfilter ins Oberteil einzulegen, schießt der kochend heiße Inhalt wie eine Fontäne in die Luft: Herd versaut, fiese Flecken auf der Wand – also lieber gegenchecken.
Das kostet Geld
Verschlossene Türen: Schlüsseldienste verlangen fürs Türöffnen bis zu 400 Euro. »Versuchen Sie erst mal, mit einer Kundenkarte den Schnapper aus dem Schließblech zu drücken«, rät Evelyn Kessler von der Verbraucherzentrale . »Das ist eine Fummelei, kann aber funktionieren.« Für Vorsorger: Ersatzschlüssel bei Freunden deponieren.
Verfärbte Wäsche: Es ist zwar praktisch, gleich die ganze Schmutzwäsche in die Maschine zu stopfen, aber schwarze, dunkelblaue und rote Klamotten färben immer etwas ab. »Es hilft nur, dunkle und helle Wäsche konsequent zu trennen«, sagt Elke Wieczorek vom Netzwerk Haushalt . Das Kleingedruckte auf den Etiketten wie etwa die Waschtemperatur ist durchaus lesenswert – sonst stimmt auch die Größe nicht mehr.
Eklige Duschvorhänge: Vielen Duschvorhängen geht es dreckig, wenn der Benutzer sie nach dem Duschen feucht und faltig hängen lässt. Statt einen neuen zu kaufen, kann man sie aber oft auch bei 30 Grad in die Waschmaschine stecken.
Das kostet das Leben
Explosives Öl: Mit Wasser zu löschen ist bei brennendem oder auch nur stark erhitztem Öl das Schlimmste, was man tun kann: Das Wasser verdampft schlagartig und reißt das Öl aus der Pfanne, das explosionsartig und mit verheerender Wirkung verbrennt. Stattdessen Deckel auf die Pfanne setzen und das Feuer ersticken.
Überlastete Mehrfachsteckdosen: Zwei oder drei Mehrfachsteckdosen hintereinander sind gefährlich, etwa wenn viele Geräte mit hohen Leistungen zugleich laufen. »Es entsteht Wärme, und der Kunststoff kann Feuer fangen«, sagt Karsten Callondann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft . Daher nur eine Mehrfachsteckdose pro Wandsteckdose verwenden.
Schwelender Grill: Schade, wenn Regen die Grillfeier unterbricht – trotzdem nie einen gerade erloschenen Grill in die Wohnung stellen. Schwelt die Kohle doch noch, kann Kohlenmonoxid die Bewohner im Schlaf ersticken. Den Grill draußen lassen oder die Kohle komplett entsorgen.
- Datum 03.09.2010 - 13:15 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT Studienführer 2010
- Kommentare 32
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








danke für diesen aufschlussreichen artikel, denn ich musste eine zeitlang mein geschirr wegschmeisen, nachdem ich es benutzt habe. bin jetzt auf pappteller und plastikbesteck umgestiegen.
paul, 24, mathematikstudent
Haha, diese Liste könnte man wohl ewig weiterführen. Meiner Meinung nach fehlt "Wer den Biomüll nicht rausbringt sollte einen Wassergraben drumrum legen damit die Maden nicht rauskriechen...
Das sind aber all die Kleinigkeiten die das Studentenleben interessant machen, da löscht der Jurist brennendes Fett mit Wasser und erzeugt eine Stichflamme, die SozPäd-Studenten klebt das verschmorte Kabel der Kaffeemaschine mit Krepp-Klebeband ab, während der WG-Araber seine Schischakohle direkt auf dem Ceranfeld erhitzt, was spätestens beim Auszug dem Vermieter erklärt werden muss.
Und man sitzt daneben, nimmt die Beine vom Tisch damit der brennende Jurist die Dusche erreicht, löscht den Kabelbrand der Kaffeemaschine, raucht mit dem Araber Schischa und liest Zeitung. Was wär Studentenleben ohne sowas?
Haha, diese Liste könnte man wohl ewig weiterführen. Meiner Meinung nach fehlt "Wer den Biomüll nicht rausbringt sollte einen Wassergraben drumrum legen damit die Maden nicht rauskriechen...
Das sind aber all die Kleinigkeiten die das Studentenleben interessant machen, da löscht der Jurist brennendes Fett mit Wasser und erzeugt eine Stichflamme, die SozPäd-Studenten klebt das verschmorte Kabel der Kaffeemaschine mit Krepp-Klebeband ab, während der WG-Araber seine Schischakohle direkt auf dem Ceranfeld erhitzt, was spätestens beim Auszug dem Vermieter erklärt werden muss.
Und man sitzt daneben, nimmt die Beine vom Tisch damit der brennende Jurist die Dusche erreicht, löscht den Kabelbrand der Kaffeemaschine, raucht mit dem Araber Schischa und liest Zeitung. Was wär Studentenleben ohne sowas?
bestärken das Bild der Gesellschaft, des unfähigen und weltfremden Studenten.
Vielen Dank dafür
Sebastian, 25, Bauingenieurstudent
Gab es doch vor kurzem hier einen Artikel darüber, welcher Studententypus am längsten bei Mama lebt. Es war die Ingenieursstudentenschaft...; jeder fängt mal an mit den kleinen Dingen des banalen Lebens. Wer darüber lacht, dass dies Studenten später tun als andere..., hat wenig Ahnung, dass es daneben auch noch andere Dinge gibt, die wichtig sind.
Gab es doch vor kurzem hier einen Artikel darüber, welcher Studententypus am längsten bei Mama lebt. Es war die Ingenieursstudentenschaft...; jeder fängt mal an mit den kleinen Dingen des banalen Lebens. Wer darüber lacht, dass dies Studenten später tun als andere..., hat wenig Ahnung, dass es daneben auch noch andere Dinge gibt, die wichtig sind.
Das sind ja echte Weisheiten die hier preisgegeben werden.
OMG,24, Informatikstudent
Haha, diese Liste könnte man wohl ewig weiterführen. Meiner Meinung nach fehlt "Wer den Biomüll nicht rausbringt sollte einen Wassergraben drumrum legen damit die Maden nicht rauskriechen...
Das sind aber all die Kleinigkeiten die das Studentenleben interessant machen, da löscht der Jurist brennendes Fett mit Wasser und erzeugt eine Stichflamme, die SozPäd-Studenten klebt das verschmorte Kabel der Kaffeemaschine mit Krepp-Klebeband ab, während der WG-Araber seine Schischakohle direkt auf dem Ceranfeld erhitzt, was spätestens beim Auszug dem Vermieter erklärt werden muss.
Und man sitzt daneben, nimmt die Beine vom Tisch damit der brennende Jurist die Dusche erreicht, löscht den Kabelbrand der Kaffeemaschine, raucht mit dem Araber Schischa und liest Zeitung. Was wär Studentenleben ohne sowas?
Vielen Dank für diese großartigen Weisheiten! Ich hätte sonst definitiv demnächst ein Öl-Brand mit Wasser gelöscht!
Wie wärs mit ein paar Tipps zum Geld verdienen - was zum Beispiel viele Studienanfänger nicht wissen: Wenn Sie vor dem Studium Zivildienst geleistet haben und das Kindergeld ausgesetzt war, besteht der Anspruch auf Kindergeld nicht erst ab Studienbeginn, sondern ab dem Zeitpunkt der Bewerbung. Oder Tipps zum Geld sichern? Tipps zur Rechtsberatung für Studenten und zum Urheberrecht für Kunststudenten?
Da wird mir endlich klar was bei der letzten Grillfeier falsch lief ...
Peter Logistikstudent
Seit Jahren wasche ich meine weißen Hemden mit den roten T-Shirts... erst jetzt ist mir aufgefallen, dass sie alle rosa sind. Ist das der Grund, weshalb mich die Leute immer fragen, ob ich gerade aus dem Country-Club komme?
Stattdessen werde ich demnächst konsequent sein und nur noch den Duschvorhang mit den Hemden waschen. Das ist ja echt eine super Idee. Ich bin sonst einmal im Monat zu Ikea gefahren um mich mit Duschvorhängen einzudecken.
Ich bitte inständig um mehr solcher Survival-Tipps für diese harte Welt da draußen
Liebe Zeit,
Ich finde dieser Artikel beleidigt so ziemlich jeden Studenten den ich kenne. Dass ein Grill auch nach dem grillen nicht in die Wohnung gehört weiß so ziemlich jedes Kind genauso wie das man Ölbrände nicht mit Wasser löscht.
Man mag jetzt nach meinen Vorkomentatoren denken dass nur Ingenieure gute Haushälter sind deshalb
Ricardo 20
Sozialwissenschaften ;)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren