Studentisches Wohnen Keiner muss unter die Brücke
In vielen Hochschulstädten wird es eng auf dem Wohnungsmarkt. So finden Studenten trotzdem die Bleibe ihrer Wahl
Wo wird es schwierig?
Wohncontainer oder die nur drei Meter lange Wohnrolle »Rollit«, die Studenten in Karlsruhe entwickelt haben, werden nur wenige Studenten beziehen müssen. Trotzdem wird es in diesem Jahr nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks in einigen Hochschulstädten noch enger werden – Grund dafür sind vor allem die durch das achtjährige Gymnasium entstehenden Doppeljahrgänge, in deren Folge dieses Jahr und auch in den nächsten Jahren mehr Studienanfänger auf den Wohnungsmarkt drängen als in der Vergangenheit.
Schwierig wird es laut Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Studentenwerks, insbesondere in den großen Städten wie München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf oder an Traditionsstandorten wie Freiburg, Marburg, Tübingen oder Heidelberg. Weil mehr und mehr Studiengänge nur zum Wintersemester beginnen, wird es dann bei Wohnungsbesichtigungen auch voller sein als zum Sommersemester. Gerade in einigen Regionen Ostdeutschlands sei die Situation deutlich entspannter, so Meyer auf der Heyde. Wer flexibel ist, kann sich also gezielt dort bewerben. Während der Wohnungsmarkt etwa in Greifswald schon relativ angespannt ist, sieht es in Dresden, Leipzig, Jena oder Erfurt nach wie vor sehr gut aus.
Wie überzeuge ich Vermieter?
Wohnungssuchende klicken sich im Internet am Tag durch Dutzende Angebote. »Wer sich nur Nummern auf einen Schmierzettel schreibt, bei einem Vermieter anruft und dann vergessen hat, für welche Wohnung er sich interessiert, macht gleich einen schlechten Eindruck«, sagt Babett Schindlbeck vom Wohnungsunternehmen Akelius GmbH. Auch wer beim Besichtigungstermin zu spät kommt oder die Unterlagen nicht vollständig abgibt, vertut Chancen. Wichtig sind Einkommensnachweise. Wer selbst keinen Verdienst hat, kann eine Bürgschaft der Eltern mitbringen. Außerdem werden oft Angaben über den Beruf oder über bestehende Mietschulden verlangt. Wer all diese Unterlagen schon beim Besichtigungstermin bei sich hat, macht einen zuverlässigen Eindruck. »Manchmal geben auch einfach gute Umgangsformen den Ausschlag«, sagt Thomas Tewes vom Kölner Haus- und Grundbesitzerverein. »Bei uns kam ein Student mal in völlig zerrissenen Jeans zum Besichtigungstermin. Der hatte zwar seine Eltern dabei. Trotzdem hat er die Wohnung nicht bekommen – da entscheidet auch beim Vermieter das Bauchgefühl.«
Mietvertrag – worauf achten?
Die erste eigene Wohnung bringt auch den ersten eigenen Mietvertrag mit sich. Bevor man ein solches Dokument unterschreibt, sollte man sich genau mit dem Kleingedruckten auseinanderzusetzen, rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund: »Keiner würde sich einen Fotoapparat für 200 Euro kaufen, ohne sich genau zu informieren, was das beste Modell auf dem Markt ist. Bei einer Wohnung nehmen sich die Leute oft weniger Zeit, dabei kostet sie ein Vielfaches!« Ein häufiges Problem für Studenten sind Mietverträge mit Kündigungsausschluss oder -verzicht –das führt dazu, dass man teils für zwei Jahre nicht kündigen kann. Wer mit den juristischen Formulierungen nicht klarkommt oder Paragrafen nicht versteht, sollte sich sachkundigen Rat einholen. Die örtlichen Mietervereine sind auch für Nichtmitglieder gute Anlaufstellen.
Will man mit Freunden zusammenziehen, ist die wichtigste Frage, wie der Mietvertrag gestrickt sein soll. Soll nur einer als Hauptmieter unterschreiben? Oder mietet man die Wohnung gemeinsam – mit gleichen Rechten und Pflichten gegenüber dem Vermieter? In diesem Fall kann es zu Problemen kommen, wenn einer ausziehen will und die anderen bleiben möchten. Denn ein gemeinsamer Vertrag muss auch gemeinsam wieder gekündigt werden. »Wenn im Mietvertrag festgelegt ist, dass der Vermieter an eine Wohngemeinschaft mit wechselnden Mietern vermietet, kann man sich diesen Ärger ersparen. Dann können die Mieter später verlangen, dass der Vermieter dem Austausch einzelner WG-Mitglieder zustimmt«, sagt Ropertz.
Ebenfalls empfehlenswert ist ein Übergabeprotokoll: Kurz vor dem Einzug sollte man noch mal durch die leere Wohnung gehen und genau hinsehen: Hat die Tapete Macken? Gibt es Dellen im Parkett? Haben die Fliesen Trauerränder? Solche Mängel am besten fotografieren und sich vom Vermieter bestätigen lassen. »Machen Sie das direkt beim Einzug und nicht Monate später – sonst kann es sein, dass Sie den Schaden selbst beheben müssen«, sagt Ropertz.
- Datum 23.08.2010 - 11:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT Studienführer 2010
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»Bei uns kam ein Student mal in völlig zerrissenen Jeans zum Besichtigungstermin. Der hatte zwar seine Eltern dabei. Trotzdem hat er die Wohnung nicht bekommen – da entscheidet auch beim Vermieter das Bauchgefühl.«
Spießbürgerlichkeit par excellence...
...vielleicht lags eher an den Eltern...vielleicht hatten die auch zerrissene Hosen an.
...vielleicht lags eher an den Eltern...vielleicht hatten die auch zerrissene Hosen an.
...vielleicht lags eher an den Eltern...vielleicht hatten die auch zerrissene Hosen an.
Da werden die Mieten mancherorts wohl anziehen. Schön für Vermieter, schlecht für die Suchenden.
Vor allem, weil man als Student gerne maßlos überteuerte Bruchbuden angeboten kriegt. Gerade wenn man noch nie gemietet hat, eine ordentliche Stolperfalle.
Andererseits: So lernt man ordentlich was fürs weitere Mieter-Leben!
In Düsseldorf kostet eine Wohnung im Studentenheim, bestehend aus einem Raum ,mit Duschbad insgesamt 26 Qm, Warmmiete 430,00 €. Grund mal nach zudenken woher und wie soll man das bezahlen in einem Sozialstaat, wo auch Hartz VI Kinder studieren sollen können.
Wir arbeiten beide damit wir mithelfen können bei der Miete.
ist ja beinahe Luxus - 10qm mit Bad-Küchen-Mehrbenutzung gibt's in Tübingen schon für 169€ =)
ist ja beinahe Luxus - 10qm mit Bad-Küchen-Mehrbenutzung gibt's in Tübingen schon für 169€ =)
zunaechst einmal muss ich sagen, dass mir der artikel zu blumig erscheint. folgendes beispiel: "Wichtig sind Einkommensnachweise. Wer selbst keinen Verdienst hat, kann eine Bürgschaft der Eltern mitbringen." - hoert sich einfach an, ist es auch, aber was bedeutet das in der konsequenz fuer denjenigen, der sie braucht und fur seine eltern? geraet man an den falschen vermieter, kann das boese enden. man sollte sich erstmal generell klar machen, was bspw. eine buergschaft heisst...
nicht nur mietpreise werden hoeher, auch die ansprueche der vermieter und/oder wg's steigen in die hoehe - wg-castings sind an der tagesordnung in vielen staedten...
Hartz 4 Kinder werden sicher nicht nach Düsseldorf oder München gehen, sondern in Gelsenkirchen oder Frankfurt an der Oder bleiben, wo wohnungstechnisch die Preise rapide fallen.
In dem Artikel steht sonst auch nicht viel Neues, denn teuer war es vor allem im Süden schon immer. Und da der Bachelor an den FHs den Uni-BA sowieso entwertet (bei weniger Leistung gleiche Noten), kann man beruhigt sein, dass viele der Doppelgänger-Jahre auch an die reinen FH-Städte gehen, wo es am unproblematischsten ist, eine Wgh. zu finden - sofern sie sich nicht für Sinologie oder Medizin entscheiden. Ansonsten empfiehlt sich ein Blick ins Ausland oder ein FernUni-Studiengang.
Wow ich habe mich in den letzten Wochen um ein WG-Zimmer in Dresden bemüht und bin überrascht, das hier von einer entspannten Lage die Rede ist. 6 Bewerber auf ein Zimmer waren da die Regel, einige hatten sogar über 10 Besucher. Wie sieht denn eine angespannte Lage aus?
6 Bewerber pro WG IST entspannt...
6 Bewerber auf ein Zimmer? Das ist nichst. Bei 20-30 Bewerbern (Köln, jetzt) auf ein Zimmer wird es entschieden schwieriger. Da muss man schon entwrder eine Mordsstimme oder ein totalitäres Charisma vorweisen, um sich durchzusetzen :)
dieses semester in würzburg bei uns auf ein zimmer in einer dreier-wg 220 bewerber... (ok, in der ersten woche nur 120, die 100 weiteren haben sich beworben als wir danach weitersuchen mussten, da die neue mitbewohnerin doch abgesprungen ist)
aber das preis-leistungs-verhältnis ist in unserer wg eigentlich nicht mal durchschnittlich, fast schon teuer.
6 Bewerber pro WG IST entspannt...
6 Bewerber auf ein Zimmer? Das ist nichst. Bei 20-30 Bewerbern (Köln, jetzt) auf ein Zimmer wird es entschieden schwieriger. Da muss man schon entwrder eine Mordsstimme oder ein totalitäres Charisma vorweisen, um sich durchzusetzen :)
dieses semester in würzburg bei uns auf ein zimmer in einer dreier-wg 220 bewerber... (ok, in der ersten woche nur 120, die 100 weiteren haben sich beworben als wir danach weitersuchen mussten, da die neue mitbewohnerin doch abgesprungen ist)
aber das preis-leistungs-verhältnis ist in unserer wg eigentlich nicht mal durchschnittlich, fast schon teuer.
Mir ist nach dem Lesen des Artikels nicht so ganz klar geworden, weshalb nun jeder Student eine Wohnung bekommen sollte. Schließlich ist nur davon die Rede, wie man seine Chancen auf eine Bleibe verbessern kann. Allerdings sind dies völlige Binsenweisheiten. Es versteht sich wohl von selbst, dass man gepflegt und vorbereitet bei einem Besichtigungstermin erscheint.
die Überschrift ist irreführend. Sonst hätte ich den Artikel gar nicht gelesen.
die Überschrift ist irreführend. Sonst hätte ich den Artikel gar nicht gelesen.
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