Für Schüler ist die Lage übersichtlich: Wenn das Portemonnaie leer ist, ist der Kühlschrank im Hotel Mama trotzdem voll, das Zimmer warm, und das Telefon funktioniert. Pleite – na und? Studenten dagegen müssen sich eigenständig um ihre Finanzen kümmern. Dabei geht es nicht nur um Brötchen und Jeans, sondern auch um Fahrkarten, Versicherungen, zum Teil auch Studiengebühren und einiges mehr.

An manchen Ausgaben lässt sich nicht rütteln: Jeden Monat zur selben Zeit verschwinden feste Beträge vom Konto – das gilt für Miete, Telefon- und Internetkosten, Rundfunkgebühren, den Krankenkassenbeitrag und eventuell auch für ein Zeitungsabo. Den Überblick zu behalten ist im Prinzip nicht schwer, wenn man vorher Ausgaben und mögliche Einnahmen gegenüberstellt und ausrechnet, was übrig bleibt. Mit den folgenden Kostenpunkten sollten Studenten rechnen:

Wohnen

Die Miete inklusive der Nebenkosten wie Wasser, Heizung, Gas und Strom belasten den Geldbeutel der Studenten am stärksten: Rund ein Drittel ihres Budgets geht dafür drauf. Im bundesweiten Durchschnitt sind das der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zufolge im Schnitt 281 Euro pro Monat.

Der ZEIT Studienführer 2011 © ZEIT Studienführer

Je nach Wohnort und Wohnform unterscheiden sich die Ausgaben allerdings stark: Wer in ein Studentenwohnheim oder eine WG zieht, zahlt in der Regel weniger Miete als jemand, der in einem Einzimmerapartment wohnt. Im Hamburger Studentenwohnheim lässt sich zum Beispiel ein möbliertes Einzelzimmer mit Bad schon für 250 Euro mieten. Eine Einzimmerwohnung mit rund 40 Quadratmetern kostet in Hamburg dagegen 400 Euro und mehr. Die Zimmer im Studentenwohnheim sind wegen der preiswerten Miete und der oft günstigen Lage meistens sehr begehrt. Deshalb ist es wichtig, sich möglichst lange vor Semesterbeginn auf die Warteliste setzen zu lassen.

Maßgeblichen Einfluss auf die Wohnkosten hat der Studienort. Einem Ranking des Deutschen Studentenwerks zufolge zahlen die Studenten in westdeutschen Großstädten die höchste Miete. Die teuerste Studentenstadt ist München, durchschnittlich 348 Euro für die Miete sind hier fällig; es folgen Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt am Main mit 345 bis 328 Euro im Schnitt. Deutlich günstiger lebt und lernt es sich in Ostdeutschland. In Chemnitz, Dresden, Jena, Magdeburg und Leipzig zahlen Studenten durchschnittlich nur 210 bis 236 Euro.

Wer in einer Stadt mit einem hohen Quadratmeterpreis wohnt, kann durch sparsamen Gas- und Stromverbrauch die Kosten im Zaum halten. Hier sind es oft Kleinigkeiten, die sich läppern: Allein der Stand-by-Betrieb von Fernseher, DVD-Player und Computer summiert sich im Jahr auf bis zu 100 Euro.

Telefon, Internet, Fernsehen

Die Ausgaben für Festnetztelefon und Internet schlagen je nach Vertrag mit 10 bis 35 Euro zu Buche. Flatrates sind gerade bei Wohngemeinschaften empfehlenswert, weil sich dann die Kosten durch die Mitbewohnerzahl teilen. Aber auch wer alleine wohnt und viel Zeit im Netz verbringt, dort beispielsweise auch Filme schaut, ist mit einer Flatrate bestens bedient. Über das Internet lässt sich kostengünstig oder sogar kostenlos telefonieren, zum Beispiel via Skype. So kann man sich, wenn man möchte, den Festnetzanschluss sparen. Wer viel mobil telefoniert, sollte sich eine Handy-Flatrate zulegen; Wenigtelefonierer wählen ein Prepaid-Handy.