Florian von Wangenheim, 37, BWL-Professor an der TU München

Mich freut, dass wir es mittlerweile mit einer Studierendengeneration zu tun haben, der es leichtfällt, frei zu sprechen. Die Studierenden haben keine Scheu, sich vor eine größere Gruppe zu stellen und ein Thema zu präsentieren. Das ist wirklich beeindruckend.

Sehr gut finde ich es auch, wenn sich jemand genau mit den Anforderungen unseres Fachbereichs auseinandersetzt – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Hier gibt es große Unterschiede. Viele Studierende sind sehr interessiert, motiviert und gut informiert. Andere dagegen rufen uns an und fragen uns Dinge, die auf unserer Homepage ausführlich beschrieben sind. Das finde ich ärgerlich.

Mich verwundert es auch, dass manche Studierende nicht darauf achten, in E-Mails einen angemessenen Ton zu wählen. Damit meine ich nicht, dass ich mit »Professor« oder »Dr.« angesprochen werden möchte. Aber E-Mails ohne Anrede oder in flapsigem oder Befehlston – das ist unhöflich und unpassend.

Ich beobachte auch, dass es einem immer größeren Teil der Studierenden schwerfällt, das Studium eigenständig und ordentlich zu planen. Vielleicht liegt es daran, dass sie immer jünger werden? Demnächst werden wir junge Erwachsene mit gerade einmal 17 Jahren an den Universitäten haben. Bereits jetzt wird der Anteil der Eltern, die ihre Kinder in die Studienberatung begleiten, immer größer. Zudem schalten sich Eltern auch vermehrt ein, wenn ihre Kinder schlechte Zensuren haben.

Ich wünsche mir Studierende, die mitdenken, die Interesse am Fach haben, die Dinge kritisch hinterfragen und die auch öfter mal einen konstruktiven Widerspruch anbringen. Davon gibt es zum Glück viele – aber es könnte ruhig noch viel mehr von diesem Schlag geben!