Studienanfang So ticken die Profs

Fehlende Fußnoten, E-Mails ohne Anrede und Zuspätkommer in der Vorlesung: Drei Professoren sagen, was sie an Studenten nervt - und worüber sie sich freuen.

Florian von Wangenheim, 37, BWL-Professor an der TU München

Mich freut, dass wir es mittlerweile mit einer Studierendengeneration zu tun haben, der es leichtfällt, frei zu sprechen. Die Studierenden haben keine Scheu, sich vor eine größere Gruppe zu stellen und ein Thema zu präsentieren. Das ist wirklich beeindruckend.

Sehr gut finde ich es auch, wenn sich jemand genau mit den Anforderungen unseres Fachbereichs auseinandersetzt – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Hier gibt es große Unterschiede. Viele Studierende sind sehr interessiert, motiviert und gut informiert. Andere dagegen rufen uns an und fragen uns Dinge, die auf unserer Homepage ausführlich beschrieben sind. Das finde ich ärgerlich.

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Mich verwundert es auch, dass manche Studierende nicht darauf achten, in E-Mails einen angemessenen Ton zu wählen. Damit meine ich nicht, dass ich mit »Professor« oder »Dr.« angesprochen werden möchte. Aber E-Mails ohne Anrede oder in flapsigem oder Befehlston – das ist unhöflich und unpassend.

Ich beobachte auch, dass es einem immer größeren Teil der Studierenden schwerfällt, das Studium eigenständig und ordentlich zu planen. Vielleicht liegt es daran, dass sie immer jünger werden? Demnächst werden wir junge Erwachsene mit gerade einmal 17 Jahren an den Universitäten haben. Bereits jetzt wird der Anteil der Eltern, die ihre Kinder in die Studienberatung begleiten, immer größer. Zudem schalten sich Eltern auch vermehrt ein, wenn ihre Kinder schlechte Zensuren haben.

Ich wünsche mir Studierende, die mitdenken, die Interesse am Fach haben, die Dinge kritisch hinterfragen und die auch öfter mal einen konstruktiven Widerspruch anbringen. Davon gibt es zum Glück viele – aber es könnte ruhig noch viel mehr von diesem Schlag geben!


 Claudia Bruns, 41, Professorin für Kulturwissenschaft, Gender Studies und Geschichte an der HU Berlin

Am wichtigsten ist mir, dass die Studierenden mit Begeisterung dabei sind. Sie sollten für sich herausbekommen, was sie interessiert, und das dann weiterverfolgen. Ich freue mich über alle, die sich in ihr Studium stürzen, die sich durchbeißen, auch wenn das manchmal hart ist, und dann den nächsten Entwicklungsschritt machen, sich fachlich verbessern. Natürlich freue ich mich über gute Noten in Prüfungen. Wenn jemand es schafft, sich viel Wissen anzueignen, mit diesem Wissen weiterdenkt und am Ende eine eigene, kritische Position bezieht, ist das auch für mich als Professorin sehr schön.

Was ich dagegen überhaupt nicht leiden kann, sind Halbherzigkeiten. Ich finde es schade, wenn sich Studierende in Vorlesungen und Seminaren einfach nur berieseln lassen. Ein solch passives Verhalten ist auch für die Kommilitoninnen und Kommilitonen frustrierend.

Streitbarkeit und Engagement bei Studierenden finde ich toll. Aber es macht mich ratlos, wenn ich erlebe, wie Auseinandersetzungen in Seminaren manchmal ablaufen. Gerade beim Thema Rassismus sind die Debatten oft hitzig und dann eben auch verletzend. Deshalb wünsche ich mir eine bessere Streitkultur und vor allem Respekt vor dem Menschen, der einem gegenübersitzt, selbst dann, wenn er eine aus eigener Sicht unhaltbare Position vertritt. Mal ehrlich: Wie können wir gemeinsam eine bessere Gesellschaft entwickeln, wenn wir einander nicht respektvoll begegnen?

Der ZEIT Studienführer 2011

Der ZEIT Studienführer 2011

Bei der Korrektur von Hausarbeiten stoße ich mitunter auf die immer gleichen formalen Fehler. Manche halten es einfach nicht für nötig, sich mit den Regeln für Fußnoten und Literaturangaben auseinanderzusetzen. Für die Lehrenden ist das bisweilen eine Zumutung. Auch wenn es sicher Spannenderes gibt, muss man sich nun einmal mit dem Handwerkszeug herumschlagen und es beherrschen lernen.

Wenn in Vorlesungen ein Kommen und Gehen herrscht, wie es mitunter vorkommt, empfinde ich das als anstrengend. Ich würde aber nicht Einzelne vor versammelter Mannschaft darauf ansprechen. Ich setze eher auf die Eigenverantwortung der Studierenden und die Rücksichtnahme auf andere.

Überrascht bin ich über die Schüchternheit, die mir bei den Studienanfängern, vor allem aber bei den Studienanfängerinnen begegnet. Sie trauen es sich häufig nicht richtig zu, sich selbstbewusst vor anderen zu äußern. In Gruppen übernehmen oft die jungen Männer die Wortführung. Das mag daran liegen, dass viele Studentinnen sehr jung sind, wenn sie starten (das gilt im Übrigen auch für einen großen Teil der Studenten). Vielleicht aber auch daran, dass Frauen seltener ermutigt werden, sich und die eigene Position wichtig zu nehmen. Möglicherweise wirken am Anfang auch der Prüfungsdruck und die Stofffülle im Bachelor verunsichernd.

Ich finde es wichtig, von den Studierenden zu erfahren, wo sie stehen. Neulich hat mich mal jemand gefragt: Was bedeutet eigentlich »heroisch«? Da war ich schon recht überrascht. Ich gebe zu, dass ich manchmal ein bisschen erschrocken bin und mich wundere, was alles nicht gewusst wird. Aber das holt mich wieder zurück auf eine Basis, von der aus man erst gemeinsam starten kann. Und darum geht es ja schließlich: Um das Beschreiten eines gemeinsamen Weges, denn der Prozess des gemeinsamen Forschens und Lernens ist im Grunde das Großartige an der Universität! Deswegen sollten die Studierenden mir unbedingt sagen, wenn sie etwas langweilt oder sie etwas nicht begriffen haben. Was nützt es, wenn ich meine Lehre über ihre Köpfe hinweg mache? Damit ich mich aber auf meine Zuhörerinnen und Zuhörer einstellen kann, ist es hilfreich, wenn ehrlich kommuniziert wird und keiner aus Angst, sich zu blamieren, schweigt. Ich achte das sehr, denn ich weiß: Zu so einer Ehrlichkeit gehört Mut.

Manfred Hampe, 59, ist Professor für Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt

Mir fällt auf, dass die Studierenden mit großem Engagement dabei sind. Vom ersten Semester an verwenden sie all ihre Energie auf das Studium. Bei den Aufgaben sind sie mit vollem Einsatz bei der Sache. Es ist eine Freude, ihnen dabei zu zusehen! Dagegen nerven mich die Unruhe und die Nebenkommunikation während der Vorlesung. Telefonieren ist nicht das Problem, aber viele reden miteinander, und das stört mich ungemein. Zum Glück ist das eher bei den unteren Semestern so, bei den Älteren legt sich das dann ganz von selbst. In den höheren Semestern sind auch die Vorlesungen kleiner, da fällt jeder, der redet, sofort auf. Das Kommen und Gehen in meinen Veranstaltungen stört mich dagegen gar nicht, das ist mir wurscht.

Ich merke nichts davon, dass die Studierenden heute sehr jung sein sollen, wenn sie mit dem Studium anfangen. Es kann sein, dass das so ist, aber ich beobachte nicht, dass die Erstsemester unreifer wären als früher.

Als Professor macht man leicht den Fehler, den Studierenden nichts zuzutrauen. Doch das sind junge Erwachsene, und die müssen und möchten auch als solche behandelt werden. Darauf lege ich Wert. Ich will ihnen vermitteln, dass sie vom ersten Tag an dazugehören.

Eine tolle Geschichte ist es, wenn ich einen persönlichen Fortschritt miterlebe. Meistens begleite ich Leute in mehreren Prüfungen, und bei einigen merkt man richtig, wie die von Prüfung zu Prüfung sicherer werden.

Vollends ratlos macht mich dagegen, wenn jemand in eine Prüfung kommt und überhaupt nichts weiß. Nicht weil er einen Blackout hat, sondern weil er zu keiner Frage eine Antwort hat. Da bin ich baff. Das passiert aber nur ganz selten. Ich habe es in 16 Jahren erst zweimal erlebt.

Protokolle: Katharina Wagner

 
Leser-Kommentare
  1. habe ich schon für so manche Kritik der Professoren.

    Ich bin Student. An unserer Hochschule gibt es keine Anwesenheitspflicht. Und dennoch stören viele Studenten die Vorlesungen mit Privatgesprächen. Da frage ich mich des öfteren, was da in der Erziehung falsch gelaufen ist. Und vor allem warum man sich morgens um acht Uhr zur Vorlesung quält, wenn man diese weder besuchen noch mitverfolgen will.

    Auf der anderen Seite haben die Professoren selbst auch so ihre Macken. Regelmäßige Verspätungen von 30 Minuten finde ich auch den Studenten gegenüber respektlos.

    Verbesserungsbedarf herrscht also auf beiden Seiten.

    15 Leser-Empfehlungen
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    "Und vor allem warum man sich morgens um acht Uhr zur Vorlesung quält, wenn man diese weder besuchen noch mitverfolgen will."

    DAS hab ich mich allerdings auch immer gefragt... morgens um acht und überhaupt. Es gibt Vorlesungen, die überflüssig sind - aber dann muß man da nicht hin!

    • ttx
    • 17.10.2011 um 11:13 Uhr

    Das mit dem Gerede in der Uni hat mich auch immer genervt - bei uns gab es auch keine Anwesenheitspflicht. Wenn ich dann schon eine Vorlesung besuche (was bei mir relativ selten vorkam), will ich mich auch auf genau diese konzentrieren können und nicht Lieschen Müllers langweiliges Wochenende wiedergekäut bekommen.

    Die Professoren haben es aber komischerweise nur selten für nötig befunden, mal auf den Tisch zu hauen und für Ruhe zu sorgen. Das mussten dann Kommilitonen machen.

    • tecnyc
    • 17.10.2011 um 19:41 Uhr

    Mich ko*** es an, wenn Studenten zu spät kommen, die Tür dabei auch noch richtig schön laut zu knallen lassen und dann noch in den Vorlesungen so laut quatschen, dass es jeder hört und sich keiner konzentrieren kann. Genau die selben Studenten beschweren sich dann auch darüber, dass man im Unterricht nichts lernen würde. Hier könnten die Professoren von mir aus auch ein wenig strenger sein.
    Am dümmsten finde ich aber solche Studenten, die während der ganzen ersten Einheit erstmal ihr Laptop rausholen und Nachrichten und E-Mails lesen und auf Facebook umherdallern. Dazu brauch man nicht zur Hochschule fahren.

    "Und vor allem warum man sich morgens um acht Uhr zur Vorlesung quält, wenn man diese weder besuchen noch mitverfolgen will."

    DAS hab ich mich allerdings auch immer gefragt... morgens um acht und überhaupt. Es gibt Vorlesungen, die überflüssig sind - aber dann muß man da nicht hin!

    • ttx
    • 17.10.2011 um 11:13 Uhr

    Das mit dem Gerede in der Uni hat mich auch immer genervt - bei uns gab es auch keine Anwesenheitspflicht. Wenn ich dann schon eine Vorlesung besuche (was bei mir relativ selten vorkam), will ich mich auch auf genau diese konzentrieren können und nicht Lieschen Müllers langweiliges Wochenende wiedergekäut bekommen.

    Die Professoren haben es aber komischerweise nur selten für nötig befunden, mal auf den Tisch zu hauen und für Ruhe zu sorgen. Das mussten dann Kommilitonen machen.

    • tecnyc
    • 17.10.2011 um 19:41 Uhr

    Mich ko*** es an, wenn Studenten zu spät kommen, die Tür dabei auch noch richtig schön laut zu knallen lassen und dann noch in den Vorlesungen so laut quatschen, dass es jeder hört und sich keiner konzentrieren kann. Genau die selben Studenten beschweren sich dann auch darüber, dass man im Unterricht nichts lernen würde. Hier könnten die Professoren von mir aus auch ein wenig strenger sein.
    Am dümmsten finde ich aber solche Studenten, die während der ganzen ersten Einheit erstmal ihr Laptop rausholen und Nachrichten und E-Mails lesen und auf Facebook umherdallern. Dazu brauch man nicht zur Hochschule fahren.

  2. Das korrekte Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten will nicht nur gelernt und geübt, sondern auch verinnerlicht sein. Leider ist es angesichts der mit dem Bologna-Prozess einhergehenden bürokratischen Zwänge nur noch sehr schwer möglich, einen wesentlichen Schwerpunkt auf das Erlernen des wissenschaftlichen Handwerkszeugs zu legen. Früher geschah das nämlich im Grundstudium - und das gibt es heute nicht mehr. Zu bedanken haben wir uns da bei der Politik, die willfährig und kritiklos irgendwelchen Forderungen aus der "Wirtschaft" nachkam.

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    Als ich noch Schüler war -was übrigens erst wenige Jahre her ist - fuhren unsere Lehrer total auf Referate ab. Wie mich das als Schüler genervt hat! Und eigentlich halte ich heute noch sehr ungern Referate. Aber durch diesen ganzen Trimm habe ich einen großen Vorteil: Ich kann problemlos völlig frei vor einer unbestimmten Menschenmenge sprechen. Das ist der Verdienst meiner Schule. Außerdem liebte mein Geschichtslehrer Protokolle. Die kann ich nun auch aus dem Effeff verfassen.

    Schade, dass wir keine Hausarbeiten in größeren Stil angeboten bzw. aufgezwungen bekommen haben. Fußnoten und Literaturangaben funktionieren auch bei sehr kleinen Texten ganz gut. Aber man kann von den Schulen ja nicht alles erwarten.

    Ich wäre dafür, dass man in der Schule regelmäßig kleinere Hausarbeiten verfassen muss. Es würde den angehenden Studenten extrem helfen. Ich selbst habe mich erst kürzlich durch eine Strafrechts-Hausarbeit gequält... angenehm war es nicht.

    Das ist doch totaler Quatsch. Man kann doch nicht alles auf die Bolognareform schieben. Natürlich gibt es auch in vielen Bachelorstudiengängen ein Seminar zur Einführung in wissenschaftliches Arbeiten. Wenn es diesen Kurs nicht gibt, hat das aber mit Sicherheit nichts damit zu tun, dass der Studienabschluss am Ende Bachelor heißt. Jede Universität schreibt schließlich ihre eigenen Studien und Prüfungsordnungen.

    Als ich noch Schüler war -was übrigens erst wenige Jahre her ist - fuhren unsere Lehrer total auf Referate ab. Wie mich das als Schüler genervt hat! Und eigentlich halte ich heute noch sehr ungern Referate. Aber durch diesen ganzen Trimm habe ich einen großen Vorteil: Ich kann problemlos völlig frei vor einer unbestimmten Menschenmenge sprechen. Das ist der Verdienst meiner Schule. Außerdem liebte mein Geschichtslehrer Protokolle. Die kann ich nun auch aus dem Effeff verfassen.

    Schade, dass wir keine Hausarbeiten in größeren Stil angeboten bzw. aufgezwungen bekommen haben. Fußnoten und Literaturangaben funktionieren auch bei sehr kleinen Texten ganz gut. Aber man kann von den Schulen ja nicht alles erwarten.

    Ich wäre dafür, dass man in der Schule regelmäßig kleinere Hausarbeiten verfassen muss. Es würde den angehenden Studenten extrem helfen. Ich selbst habe mich erst kürzlich durch eine Strafrechts-Hausarbeit gequält... angenehm war es nicht.

    Das ist doch totaler Quatsch. Man kann doch nicht alles auf die Bolognareform schieben. Natürlich gibt es auch in vielen Bachelorstudiengängen ein Seminar zur Einführung in wissenschaftliches Arbeiten. Wenn es diesen Kurs nicht gibt, hat das aber mit Sicherheit nichts damit zu tun, dass der Studienabschluss am Ende Bachelor heißt. Jede Universität schreibt schließlich ihre eigenen Studien und Prüfungsordnungen.

  3. können wir uns eher bei den Professoren, die den Diplomstoff in den Bachelor gepresst, haben, da sie ja sonst ihre Vorlesungen hätten neu konzipieren müssen. Hätte ja Arbeit und - oh Gott - geistige Anstrengung gekostet.
    Und natürlich können wir uns bei den "Akkreditierungs-Instituten" bedanken , die diesen Mist dann abgewinkt haben.
    das BA/MA system ist nicht schlecht, die allgemeine Umsetzung an deutschen Universitäten schon...

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    "Professoren, die den Diplomstoff in den Bachelor gepresst, haben, da sie ja sonst ihre Vorlesungen hätten neu konzipieren müssen"

    Ziel des Bachelor ist eine fachlich hochwertige Ausbildung (jedenfalls theoretisches Ziel der Politik...). Wenn Vorlesungsstungen wegfallen, werden in der Regel auch die Inhalte gekürzt. Der Stoff des alten Uni-Diploms ist sicher nicht in den Bachelor gepresst worden, der Stoff des alten FH-Diploms natürlich schon, weil zumindest in den Ingenieurwissenschaften hier der Umfang meist gleich ist.

    • riessm
    • 17.10.2011 um 13:38 Uhr

    Es wurden die ersten 6 Semester eines Diplomstudiengangs in den Bachelor gepackt. Vielleicht sogar weniger. Zumindest in den Studiengängen (ja, die Mehrzahl ist hier angebracht), deren Umstellung ich aus Konzipierungssicht mitbekommen habe. Ist natürlich in der Pauschalität nicht haltbar, aber Ihre Aussage halt auch nicht. Ich kann dieses "Bachelor ist sooooooo stressig!"-Gejammer nicht mehr hören.

    Es stimmt doch gar nicht, dass der Bachelor dem Diplom, entspricht und die gleiche Stoffmenge beherrscht werden muss. Er entspricht dem Vordiplom bzw. der Zwischenprüfung bei vergleichbarer Anforderung, und als Ersatz hierfür ist er sehr zu begrüßen, denn man kann ihn immerhin besser auf dem Arbeitsmarkt verwenden. Dass der Standardleistungsnachweis in schriftlichen Prüfungen besteht, ist ein anderes Thema und ich denke, da gibt es großen Verbesserungsbedarf. Was man unter Zeitdruck produziert oder besser nach Auswendiglernen reproduziert hat weniger Wert als eine Hausarbeit oder ein ausgeführtes Projekt. Ebenso ist bei den Plätzen für die Masterstudiengänge nachzubessern, die definitiv zu knapp bemessen sind, oder bei der Zulassung zum Masterstudium, bei der ausgesiebt wird, wer nicht zum Funktionsschema der Planungstechnokraten passt.

    • paul12
    • 17.10.2011 um 21:51 Uhr

    Bachelor ist kein Diplom Ersatz. Der Bachelor Studiengang hat auch nicht den Umfang eines Diplomstudienganges.

    In den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sollte Mathe, das Grundlagenfach Nr.1, keine 90 min. dauern. 45 min. reichen vollkommen aus. Und auch andere Fächer könnten kürzer sein. Dann finden Sie halt öfters in der Woche statt, man kommt aber viel besser mit, da bin ich mir sicher. Da man Zeit hat, vieles besser zu verstehen.

    MFG

    • Kelhim
    • 17.10.2011 um 23:19 Uhr

    Darüber sollten sich viele Universitäten und ihre Institute einmal Gedanken machen, bevor immer bloß die höhere Instanz für Missstände verantwortlich gemacht wird.

    "Professoren, die den Diplomstoff in den Bachelor gepresst, haben, da sie ja sonst ihre Vorlesungen hätten neu konzipieren müssen"

    Ziel des Bachelor ist eine fachlich hochwertige Ausbildung (jedenfalls theoretisches Ziel der Politik...). Wenn Vorlesungsstungen wegfallen, werden in der Regel auch die Inhalte gekürzt. Der Stoff des alten Uni-Diploms ist sicher nicht in den Bachelor gepresst worden, der Stoff des alten FH-Diploms natürlich schon, weil zumindest in den Ingenieurwissenschaften hier der Umfang meist gleich ist.

    • riessm
    • 17.10.2011 um 13:38 Uhr

    Es wurden die ersten 6 Semester eines Diplomstudiengangs in den Bachelor gepackt. Vielleicht sogar weniger. Zumindest in den Studiengängen (ja, die Mehrzahl ist hier angebracht), deren Umstellung ich aus Konzipierungssicht mitbekommen habe. Ist natürlich in der Pauschalität nicht haltbar, aber Ihre Aussage halt auch nicht. Ich kann dieses "Bachelor ist sooooooo stressig!"-Gejammer nicht mehr hören.

    Es stimmt doch gar nicht, dass der Bachelor dem Diplom, entspricht und die gleiche Stoffmenge beherrscht werden muss. Er entspricht dem Vordiplom bzw. der Zwischenprüfung bei vergleichbarer Anforderung, und als Ersatz hierfür ist er sehr zu begrüßen, denn man kann ihn immerhin besser auf dem Arbeitsmarkt verwenden. Dass der Standardleistungsnachweis in schriftlichen Prüfungen besteht, ist ein anderes Thema und ich denke, da gibt es großen Verbesserungsbedarf. Was man unter Zeitdruck produziert oder besser nach Auswendiglernen reproduziert hat weniger Wert als eine Hausarbeit oder ein ausgeführtes Projekt. Ebenso ist bei den Plätzen für die Masterstudiengänge nachzubessern, die definitiv zu knapp bemessen sind, oder bei der Zulassung zum Masterstudium, bei der ausgesiebt wird, wer nicht zum Funktionsschema der Planungstechnokraten passt.

    • paul12
    • 17.10.2011 um 21:51 Uhr

    Bachelor ist kein Diplom Ersatz. Der Bachelor Studiengang hat auch nicht den Umfang eines Diplomstudienganges.

    In den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sollte Mathe, das Grundlagenfach Nr.1, keine 90 min. dauern. 45 min. reichen vollkommen aus. Und auch andere Fächer könnten kürzer sein. Dann finden Sie halt öfters in der Woche statt, man kommt aber viel besser mit, da bin ich mir sicher. Da man Zeit hat, vieles besser zu verstehen.

    MFG

    • Kelhim
    • 17.10.2011 um 23:19 Uhr

    Darüber sollten sich viele Universitäten und ihre Institute einmal Gedanken machen, bevor immer bloß die höhere Instanz für Missstände verantwortlich gemacht wird.

    • kiki3
    • 17.10.2011 um 10:58 Uhr

    wo studieren sie denn? in rheinland-pfalz wird das auch den neuen studiengängen vermittelt. genauso wie den alten studiengängen, da wurde das auch nur im einführungskurs erwähnt ;) kann man alles nachlesen, studium heißt auch eigenverantwortlich arbeiten.

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    Er/Sie schreibt ja extra "nicht nur gelernt und geübt". Auch bei der 5. Hausarbeit macht man noch einfache Formfehler, die man vermeiden könnte. Und bei der 1. sowieso.

    Man kann erst dann wirklich sicher wissenschaftlich arbeiten, wenn man den Stil so sehr verinnerlicht hat, wie das Alphabet.

    Er/Sie schreibt ja extra "nicht nur gelernt und geübt". Auch bei der 5. Hausarbeit macht man noch einfache Formfehler, die man vermeiden könnte. Und bei der 1. sowieso.

    Man kann erst dann wirklich sicher wissenschaftlich arbeiten, wenn man den Stil so sehr verinnerlicht hat, wie das Alphabet.

  4. Als ich noch Schüler war -was übrigens erst wenige Jahre her ist - fuhren unsere Lehrer total auf Referate ab. Wie mich das als Schüler genervt hat! Und eigentlich halte ich heute noch sehr ungern Referate. Aber durch diesen ganzen Trimm habe ich einen großen Vorteil: Ich kann problemlos völlig frei vor einer unbestimmten Menschenmenge sprechen. Das ist der Verdienst meiner Schule. Außerdem liebte mein Geschichtslehrer Protokolle. Die kann ich nun auch aus dem Effeff verfassen.

    Schade, dass wir keine Hausarbeiten in größeren Stil angeboten bzw. aufgezwungen bekommen haben. Fußnoten und Literaturangaben funktionieren auch bei sehr kleinen Texten ganz gut. Aber man kann von den Schulen ja nicht alles erwarten.

    Ich wäre dafür, dass man in der Schule regelmäßig kleinere Hausarbeiten verfassen muss. Es würde den angehenden Studenten extrem helfen. Ich selbst habe mich erst kürzlich durch eine Strafrechts-Hausarbeit gequält... angenehm war es nicht.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Er/Sie schreibt ja extra "nicht nur gelernt und geübt". Auch bei der 5. Hausarbeit macht man noch einfache Formfehler, die man vermeiden könnte. Und bei der 1. sowieso.

    Man kann erst dann wirklich sicher wissenschaftlich arbeiten, wenn man den Stil so sehr verinnerlicht hat, wie das Alphabet.

    Antwort auf "@suennerklaas"
  6. Ich habe für vieles Verständnis, was hier von Professorenseite geäußert wird. Speziell zum Beitrag von Frau Bruns habe ich aber doch ein paar Rückfragen. Wie sieht es mit der Verantwortung der Professoren aus?

    "Manche halten es einfach nicht für nötig, sich mit den Regeln für Fußnoten und Literaturangaben auseinanderzusetzen...Auch wenn es sicher Spannenderes gibt, muss man sich nun einmal mit dem Handwerkszeug herumschlagen und es beherrschen lernen."

    Das gilt auch für den Lehrenden. Bei diesen Zeilen hat man aber den Eindruck, dass die Lehrende selbst sich lieber mit Spannenderem rumschlagen würde und das möglicherweise auch tut. Die Verantwortung, Studenten den Sinn solchen Handwerkszeugs beizubringen - liegt bei Lehrenden!

    Auf der einen Seite beklagt Frau Bruns die Hau-Drauf-Mentalität in Diskussionen. Auf der anderen Seite:
    "Überrascht bin ich über die Schüchternheit, die mir bei den Studienanfängern ... begegnet. Sie trauen es sich häufig nicht richtig zu, sich selbstbewusst vor anderen zu äußern.... Das mag daran liegen, dass ... Frauen seltener ermutigt werden, sich und die eigene Position wichtig zu nehmen."
    Was unternimmt der Lehrende zum Ausgleich dieser Situation? Oft sind es doch die Boxer, die zwar ungeliebt sind, aber sich auch bei Lehrenden gegenüber den Schüchternen durchsetzen. Auch hier gibt es eine Mitverantwortung und sei es zunächst dadurch, sich über die Konsequenzen des eigenen Wunschbildes und den eigenen Anteil Gedanken zu machen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • DrNI
    • 17.10.2011 um 11:37 Uhr

    »"[...] Das mag daran liegen, dass ... Frauen seltener ermutigt werden, sich und die eigene Position wichtig zu nehmen." Was unternimmt der Lehrende zum Ausgleich dieser Situation?«

    Nichts? Warum sollte sie auch. Professoren sollten gute Didaktiker sein. Aber sie sind eben keine Pädagogen. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Studenten zu erziehen, sondern Wissen so zu präsentieren, dass Studenten es gut verdauen können. Das unterscheidet sie von Lehrern, die eigentlich fast mehr Pädagogen als Didaktiker sein sollten.

    Was den Artikel angeht, so ist es sehr interessant, wie unterschiedlich verschiedene Profs aus verschiedenen Fachrichtungen die Dinge wahrnehmen. Da vermutet man doch schnell, dass es "die Studenten" gar nicht gibt. Das scheint je nach Fachrichtung sehr individuell zu sein.

    Übrigens: Ein guter Bachelor-Studiengang bietet selbstverständlich ein Seminar an, in dem akademisches Schreiben gelehrt wird. Dass dennoch einigen Studenten das einfallslose Abschreiben in Hausaufgaben, Hausarbeiten und Projektarbeiten erst abgewöhnt werden muss, verwirrt Dozenten und Tutoren immer wieder. Glauben die wirklich, man wäre so blöd und würde das nicht merken?

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

    • DrNI
    • 17.10.2011 um 11:37 Uhr

    »"[...] Das mag daran liegen, dass ... Frauen seltener ermutigt werden, sich und die eigene Position wichtig zu nehmen." Was unternimmt der Lehrende zum Ausgleich dieser Situation?«

    Nichts? Warum sollte sie auch. Professoren sollten gute Didaktiker sein. Aber sie sind eben keine Pädagogen. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Studenten zu erziehen, sondern Wissen so zu präsentieren, dass Studenten es gut verdauen können. Das unterscheidet sie von Lehrern, die eigentlich fast mehr Pädagogen als Didaktiker sein sollten.

    Was den Artikel angeht, so ist es sehr interessant, wie unterschiedlich verschiedene Profs aus verschiedenen Fachrichtungen die Dinge wahrnehmen. Da vermutet man doch schnell, dass es "die Studenten" gar nicht gibt. Das scheint je nach Fachrichtung sehr individuell zu sein.

    Übrigens: Ein guter Bachelor-Studiengang bietet selbstverständlich ein Seminar an, in dem akademisches Schreiben gelehrt wird. Dass dennoch einigen Studenten das einfallslose Abschreiben in Hausaufgaben, Hausarbeiten und Projektarbeiten erst abgewöhnt werden muss, verwirrt Dozenten und Tutoren immer wieder. Glauben die wirklich, man wäre so blöd und würde das nicht merken?

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

  7. "Professoren, die den Diplomstoff in den Bachelor gepresst, haben, da sie ja sonst ihre Vorlesungen hätten neu konzipieren müssen"

    Ziel des Bachelor ist eine fachlich hochwertige Ausbildung (jedenfalls theoretisches Ziel der Politik...). Wenn Vorlesungsstungen wegfallen, werden in der Regel auch die Inhalte gekürzt. Der Stoff des alten Uni-Diploms ist sicher nicht in den Bachelor gepresst worden, der Stoff des alten FH-Diploms natürlich schon, weil zumindest in den Ingenieurwissenschaften hier der Umfang meist gleich ist.

    Antwort auf "Bedanken"

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