ZulassungsverfahrenZehn Tipps für Bewerber

Die Konkurrenz ist groß. So erhöhen Abiturienten die Chance auf den Wunschstudienplatz von Kathrin Fromm

Für knapp die Hälfte aller Bachelorstudiengänge genügt das Abitur als Eintrittskarte. Für die andere Hälfte muss man sich bewerben – und die Hochschulen wählen aus. Diese Studiengänge nennt man zulassungsbeschränkt. Die Kriterien, nach denen in zulassungsbeschränkten Fächern ausgewählt wird, legen die einzelnen Hochschulen für den jeweiligen Studiengang fest ("örtlich zulassungsbeschränkt").Das wichtigste Kriterium bleibt aber stets der Abi-Schnitt, so ist es im Gesetz vorgeschrieben.

Eine Ausnahme bilden zurzeit Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. In diesen Fächern werden 40 Prozent der Plätze deutschlandweit nach einheitlichen Kriterien vergeben, deshalb werden sie als bundesweit zulassungsbeschränkt bezeichnet. Über die restlichen 60 Prozent der Plätze entscheiden aber genauso wie bei den anderen zulassungsbeschränkten Studiengängen die Hochschulen (zum Verfahren in diesen vier Fächern siehe diese Seite rechts unten "Zentrale Vergabe").

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Die Hochschulen wählen aus

Die Zulassung an deutschen Hochschulen ist kompliziert – schlicht deshalb, weil sie sich von Studiengang zu Studiengang unterscheidet. Das bedeutet: Für Anglistik an der Hochschule A gelten andere Regeln als für Anglistik an der Hochschule B, aber eben auch als für Physik an der Hochschule A.

Der ZEIT Studienführer 2011

Der ZEIT Studienführer 2011  |  © ZEIT Studienführer

Wer seine Chancen erhöhen will, muss sich deshalb für jeden Studiengang speziell informieren: Wann ist die Anmeldefrist? Was muss ich einreichen? Wo liegt der NC ungefähr? Eine genaue Angabe lässt sich nicht machen, weil sich der landläufig als Numerus Clausus (NC) bezeichnete Notendurchschnitt, den man braucht, um auf Anhieb einen Studienplatz zu bekommen, jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage bildet. Bei allen zulassungsbeschränkten Studiengängen müssen auch Plätze nach Wartezeit vergeben werden. Wie viele das sind, legen die Bundesländer fest.

Tipp 1: Häufig bewerben

Je mehr Bewerbungen, desto größer die Chance, dass es irgendwo klappt. Deshalb lautet der Rat an Abiturienten: Häufig bewerben! Das kann, wenn es viele machen, zwar zu einem Zulassungswirrwarr führen, weil die Hochschulen Zu- und Absagen nicht untereinander koordinieren. So wird oft eine Vielzahl von Nachrückerrunden notwendig. Für den einzelnen Bewerber erhöht es trotzdem die Chancen. In der Vergangenheit wurden wegen der Nachrückverfahren manche Zusagen erst weit nach Semesterstart verschickt. Diese Jahr sollte eigentlich eine zentrale Software für mehr Effizienz sorgen, ihr Start wurde jedoch kurzfristig verschoben. Bewerber können aber selbst zur Entlastung beitragen, indem sie sofort allen anderen Hochschulen absagen, wenn sie ihren Wunschstudienplatz haben.

Tipp 2: Unbekanntere Orte wählen

Wer sich nicht nur in Großstädten und an den beliebtenTraditions-Unis, sondern auch an unbekannteren Hochschulstandorten bewirbt, ist im Vorteil. In Ostdeutschland sind die Bewerberzahlen generell niedriger. Weil viele Erstsemester gerne in der Nähe des Heimatorts bleiben, wird es in Niedersachsen und Bayern, wo es in diesem Jahr die doppelten Abiturjahrgänge gibt, wahrscheinlich besonders voll werden.

Leserkommentare
    • Dirac
    • 05. Mai 2011 10:23 Uhr

    Erstmal sollte man sich informieren, ob überhaupt der eigene Studienplatz an JEDER Universität zulassungsbeschränkt ist.
    Oftmals kann es nämlich sein, dass ein bestimmter Studiengang nicht zulassungsbeschränkt, dafür aber härter ist und mehr Studenten durchfallen lässt.
    So findet eine studienfachspezifische Selektion statt, von der jeder profitieren kann, der wegen einzelnen - für den Studiengang unwichtigen - Fächern eine schlechte Durchschnittsnote hat. Deswegen sträuben sich einige, zumeist auch in ihrem speziellen Studienfach gute, Universitäten gegen Zulassungsbeschränkungen in einigen Fächern.
    Physik ist zum Beispiel an der TU München nicht zulassungsbeschränkt, dafür betragen halt die Durchfallquoten ca. 50% in den Grundstudiumsklausuren.

  1. Es werden auch Plätze für chronisch kranke Studenten - so wie ich einer bin - freigehalten. Glücklicherweise kann ich trotz meiner Behinderung (Grad 100) völlig normal leben. Behinderte erhalten einen deutlichen Bonus gegenüber gesunden Studenten.

  2. 3. Danke

    Recht hilfreicher Artikel.

  3. Bei mehreren 100 Hochschulen in Deutschland stößt die Strategie der Mehrfachbewerbungen irgendwann an ihre Grenzen, da wird es wichtig, sich vorher zu überlegen, wo man hinwill und wo "Marktlücken" bzw. "günstige Angebote" zu finden sind.
    Wichtig ist, sich einen Überblick über das vielfältige Angebot zu verschaffen und nicht einfach aus Ideenlosigkeit heraus BWL oder Jura zu studieren. Es gibt viele ähnliche oder auch exotische Studiengänge, von denen man noch nie gehört hat. Wie soll man z.B. Kunsttherapie oder Tanzpädagogik ausschließen, wenn man nicht weiß, dass es diese Studiengänge gibt?
    Zudem sollte man sich über den NC vergangener Semester informieren, da es den Wunschstudiengang häufig an einer unbekannten Hochschule mit deutlich geringeren Zulassungsbeschränkungen gibt.
    Studiengänge lassen sich mit dem Studienwahltest, NCs mit der NC-Suche von http://www.abitur-und-studium.de finden.

    • maj7
    • 05. Mai 2011 13:56 Uhr

    Werte Mitarbeiter der Zeit Online Ausgabe,

    Ich bin regelmäßiger Leser Ihrer Online-Ausgabe, kann mich aber bei aller Ernsthaftigkeit nicht daran erinnern, jemals meine Einwilligung gegeben zu haben, mich selber als fotografische Abbildung darin wiederzuerkennen.

    Ich bitte Sie daher, dass in diesem Artikel verwendete Foto auf dem ich ohne Schwierigkeiten zu erkennen abgebildet bin, umgehend zu entfernen oder gegen ein anderes zu ersetzen. Ansonsten sehe ich mich gezwungen weitere juristische Schritte gegen Sie und die in den Copyright aufgeführte Person in Erwägung zu ziehen.

    Vielen Dank!

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    Redaktion

    Hallo maj7,

    wir haben das Bild ausgetauscht.

    Herzliche Grüße
    Sebastian Horn

  4. Redaktion

    Hallo maj7,

    wir haben das Bild ausgetauscht.

    Herzliche Grüße
    Sebastian Horn

    Antwort auf "Bitte Foto entfernen"
    • Bastie
    • 05. Mai 2011 20:25 Uhr

    Geschickt die Schule für die Oberstufe wechseln. Und da liegt auch genau das Problem, dass dieser NC mit sich bringt. Er ist überhaupt nicht repräsentativ. Wenn man in Schule A sein Abi mit einem 10Pkte Schnitt macht, kann man durchaus an Schule B einen mit 13 machen (oder 7 wenn man schon auf der schlechten Schule war:). Das Gleiche gilt für die Leistungskurse. Wenn man weiß, dass einer in der Schule hart werden wird, der andere aber einfach, sollte man, wenn es einem um den Studienplatz geht, den einfacheren wählen.

    Und genau das ist der Grund, warum NC Sch.. ist. Leute, mit teilweise bemerkenswerter Unkenntnis bekommen irgendwie, irgendwo, irgendwann (siehe Nena:) ihr Abi mit gutem Schnitt und werden dann immatrikuliert, während Leute, die vllt eher Inselbegabungen haben (was aber in vielen Studienfächern nicht weiter schlimm ist) nicht oder nur schwer zugelassen werden.

    Es wäre auf jeden Fall nötig, einmal über das Weglassens des NC und statt dessen fachliche Eingangsprüfungen nachzudenken. Das müßte zwar gegenfinanziert werden, aber auf Dauer dürfte es sich auch für den Staat lohnen, weil das Kursniveau, und somit auch das Niveau der Ausbildung, steigt. Außerdem wäre das Korrigieren ein guter Job für Studenten um das spärliche Haushaltsgeld etwas aufzubessern.

    win-win, wie der BWL Bachelor es nennen würde :)

  5. hat im Studium doch erst gar nichts verloren oder?

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