Für knapp die Hälfte aller Bachelorstudiengänge genügt das Abitur als Eintrittskarte. Für die andere Hälfte muss man sich bewerben – und die Hochschulen wählen aus. Diese Studiengänge nennt man zulassungsbeschränkt. Die Kriterien, nach denen in zulassungsbeschränkten Fächern ausgewählt wird, legen die einzelnen Hochschulen für den jeweiligen Studiengang fest ("örtlich zulassungsbeschränkt").Das wichtigste Kriterium bleibt aber stets der Abi-Schnitt, so ist es im Gesetz vorgeschrieben.

Eine Ausnahme bilden zurzeit Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. In diesen Fächern werden 40 Prozent der Plätze deutschlandweit nach einheitlichen Kriterien vergeben, deshalb werden sie als bundesweit zulassungsbeschränkt bezeichnet. Über die restlichen 60 Prozent der Plätze entscheiden aber genauso wie bei den anderen zulassungsbeschränkten Studiengängen die Hochschulen (zum Verfahren in diesen vier Fächern siehe diese Seite rechts unten "Zentrale Vergabe").

Die Hochschulen wählen aus

Die Zulassung an deutschen Hochschulen ist kompliziert – schlicht deshalb, weil sie sich von Studiengang zu Studiengang unterscheidet. Das bedeutet: Für Anglistik an der Hochschule A gelten andere Regeln als für Anglistik an der Hochschule B, aber eben auch als für Physik an der Hochschule A.

Der ZEIT Studienführer 2011 © ZEIT Studienführer

Wer seine Chancen erhöhen will, muss sich deshalb für jeden Studiengang speziell informieren: Wann ist die Anmeldefrist? Was muss ich einreichen? Wo liegt der NC ungefähr? Eine genaue Angabe lässt sich nicht machen, weil sich der landläufig als Numerus Clausus (NC) bezeichnete Notendurchschnitt, den man braucht, um auf Anhieb einen Studienplatz zu bekommen, jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage bildet. Bei allen zulassungsbeschränkten Studiengängen müssen auch Plätze nach Wartezeit vergeben werden. Wie viele das sind, legen die Bundesländer fest.

Tipp 1: Häufig bewerben

Je mehr Bewerbungen, desto größer die Chance, dass es irgendwo klappt. Deshalb lautet der Rat an Abiturienten: Häufig bewerben! Das kann, wenn es viele machen, zwar zu einem Zulassungswirrwarr führen, weil die Hochschulen Zu- und Absagen nicht untereinander koordinieren. So wird oft eine Vielzahl von Nachrückerrunden notwendig. Für den einzelnen Bewerber erhöht es trotzdem die Chancen. In der Vergangenheit wurden wegen der Nachrückverfahren manche Zusagen erst weit nach Semesterstart verschickt. Diese Jahr sollte eigentlich eine zentrale Software für mehr Effizienz sorgen, ihr Start wurde jedoch kurzfristig verschoben. Bewerber können aber selbst zur Entlastung beitragen, indem sie sofort allen anderen Hochschulen absagen, wenn sie ihren Wunschstudienplatz haben.

Tipp 2: Unbekanntere Orte wählen

Wer sich nicht nur in Großstädten und an den beliebtenTraditions-Unis, sondern auch an unbekannteren Hochschulstandorten bewirbt, ist im Vorteil. In Ostdeutschland sind die Bewerberzahlen generell niedriger. Weil viele Erstsemester gerne in der Nähe des Heimatorts bleiben, wird es in Niedersachsen und Bayern, wo es in diesem Jahr die doppelten Abiturjahrgänge gibt, wahrscheinlich besonders voll werden.