Wenn mein Fach zulassungsfrei ist, kann ich dann einfach losstudieren?

Nein. Bei zulassungsfreien Fächern reicht zwar das Abi, um studieren zu dürfen. Das heißt aber nicht, dass man am ersten Semestertag einfach an die Uni gehen und starten kann. Bevor das Studium beginnt, muss man sich einschreiben. Entweder geht das online oder im Studentensekretariat – und zwar nicht irgendwann, sondern im sogenannten Immatrikulationszeitraum. Der kann sich von Hochschule zu Hochschule unterscheiden. Neben einer beglaubigten Kopie des Abiturzeugnisses muss man meist den Personalausweis und einen Krankenversicherungsnachweis vorlegen, außerdem einen Beleg, dass die Semestergebühr bezahlt ist. Details stehen auf den Internetseiten der Hochschulen.

Wer bestimmt eigentlich den NC?

Der NC wird nicht bestimmt, sondern ergibt sich jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage. Je mehr Interessenten sich für einen Studiengang an einer Hochschule bewerben und je besser ihre Noten sind, desto höher der NC: Erst bekommen die 1,0er-Abiturienten einen Platz, dann die mit 1,1 und so weiter, bis es zum Beispiel bei 1,8 keine Plätze mehr gibt. Auch wenn man den NC der vergangenen Jahre kennt, kann man nicht sicher sagen, ob die eigene Abi-Note ausreicht. Es ist damit zu rechnen, dass die NCs durch den großen Bewerberandrang in diesem Wintersemester eher höher ausfallen als bisher.

Mit einem 1,0-Abi kann ich frei auswählen, oder?

Theoretisch schon, praktisch nicht immer – wie ein Fall aus dem vergangenen Wintersemester zeigt. Der beste Abiturient Baden-Württembergs hatte seinen Wunschplatz für Medizin in Heidelberg nicht erhalten, weil es zu viele Bewerber mit 1,0 gab. So entschied das Los, wer es auf einen derjenigen Plätze schafft, die zentral über die Note vergeben werden und die 20 Prozent aller Plätze ausmachen (»Abiturbestenquote«). Auch sehr gute Abiturienten sollten sich deshalb in jedem Fall zusätzlich für die 60 Prozent der Plätze bewerben, die nach den Kriterien der Hochschulen verteilt werden (»Hochschulquote«, zum Quotenverfahren siehe Seite 74/75). Wer ein Spitzenabitur und Mut zum Zocken hat, kann bei der Abiturbestenquote ausschließlich seine absolute Wunschuniversität angeben. Geht er dann leer aus, hat er die Chance, dass es mit diesem Wunsch in der Hochschulquote doch noch klappt. Gibt er dagegen bei der Abiturbestenquote weitere Universitäten an und bekommt einen Platz, ist er auch an diesen gebunden.

Stimmt es, dass Studienplätze in Berlin knapp sind?

Nach Berlin wollen viele, und das hat Folgen: Drei Viertel der Studiengänge sind zulassungsbeschränkt. An der Humboldt-Universität und der Freien Universität gilt das für fast alle Bachelorstudiengänge im ersten Semester. Trotzdem gab es dort im vergangenen Wintersemester für einige Fächer mehr Plätze als Bewerber, zum Beispiel in Chemie, Informatik, Gartenbauwissenschaften und Italienisch an der HU – auch das kommt vor. Tipp: an die Uni Potsdam ausweichen, wo mehr Studiengänge zulassungsfrei sind – und die 40 Kilometer nach Berlin pendeln.