Kochen ist teuer, Kochen ist zeitaufwendig, Kochen ist schwierig – von diesen drei Vorurteilen sind zwei falsch, und eines ist zumindest halb falsch. Fangen wir hinten an: Klar, es gibt viele Gerichte, die schrecklich kompliziert und aufwendig sind. Aber es ist so wie im Studium: Keiner beginnt das wissenschaftliche Arbeiten mit der Habilitation. Erst mal übt man mit Referaten und steigert sich dann langsam.

Es ist wirklich schwierig, ein Rührei zu versauen. Es möchte auf milder Hitze gegart werden, sonst schrumpelt es zu gelblich-weißen Krümeln zusammen, statt zu einem saftigen Omelett zu stocken – das ist das ganze Geheimnis. Ansonsten ist es äußerst tolerant anderen Zutaten gegenüber, wie Speck, Paprika, Kartoffeln, Petersilie oder Schnittlauch. Tomaten mit ihrem vielen Wasser sollte man allerdings ein wenig trocken dünsten, bevor man Ei hinzufügt.

Drei Zutaten können reichen

Kochen kann sehr schnell gehen, in einer Viertelstunde lässt sich ein leckeres, heißes, sättigendes Mahl zusammenkloppen: auf dem Nachhauseweg Spaghetti und ein Stück Gorgonzola einkaufen, zu Hause einen großen Topf mit Wasser aufsetzen, dann die Jacke ausziehen. Die garen Nudeln abgießen (nicht abschrecken!) und mit einem Stück Butter oder einem Schuss Olivenöl zurück in den Topf geben, Käse drüberbröckeln, reichlich Pfeffer frisch drübermahlen – zerstoßen oder zerhämmern geht auch, Hauptsache, frisch–, gründlich umrühren, fertig.

Der ZEIT Studienführer 2011 © ZEIT Studienführer

Womit wir bei der Planung wären: Je komplizierter und aufwendiger ein Gericht ist, desto wichtiger ist die richtige Reihenfolge der Arbeitsschritte. Gemüse dauert meistens am längsten, darum fängt man damit an. Fleisch oder Fisch werden am Ende in wenigen Minuten gar.

Bleiben die Kosten: Wer mal genau hinschaut, wie viel man für Fertiggerichte ungewisser Herkunft und voller Hilfsstoffe bezahlen muss, wird schnell erkennen, dass man dafür eine Menge frischer Zutaten einkaufen kann. Beispiele für günstige Rezepte finden sich hier. Zugegeben, auch die Mensa ist billig und meistens in Ordnung. Aber sie ist an den wenigsten Unis abends oder gar am Wochenende geöffnet. Und wer will schon seine Angebetete in die Mensa ausführen?