Das Studium startet, bis auf ein paar Ausnahmen, mit dem Bachelor. Aber wie geht es weiter, wenn man den ersten Abschluss in der Tasche hat? Das ist nicht von vornherein festgelegt. Aus den Bausteinen Bachelor, Master und Berufserfahrung kann sich jeder seine eigene Bildungs- und Berufsbiografie zusammenbauen. Sie lassen sich in zahlreichen Varianten kombinieren.

Manche Absolventen starten nach dem Bachelor sofort in den Beruf und kehren nicht wieder an die Hochschule zurück. Andere machen nach ein paar Jahren im Job ihren Masterabschluss– als Vollzeitstudenten oder parallel zur Arbeit. Und wieder andere schließen an den Bachelor direkt ein Masterstudium an.

Derzeit sind das rund 70 Prozent der Uni-Absolventen und etwa die Hälfte der Fachhochschulabsolventen. Auch sie haben die Wahl: zwischen einem Master, der inhaltlich auf ihrem Bachelorstudiengang aufbaut, und einem, der ihnen ein ganz neues Thema erschließt. Im Folgenden stellen wir die einzelnen Bildungsbausteine vor und zeigen mögliche Kombinationen.

Der Bachelor

Das Bachelorstudium vermittelt die wichtigsten Grundlagen und Arbeitsweisen im gewählten Studiengebiet. Die Auswahl ist groß: Die staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland bieten rund 16.000 verschiedene Studiengänge an, darunter knapp 7.300 Bachelorprogramme.

Beim sogenannten Ein-Fach-Bachelor konzentriert man sich schwerpunktmäßig auf ein Studiengebiet. Beim Zwei-Fach-Bachelor kombiniert man zwei gleichberechtigte Fächer oder ein Haupt- und ein Nebenfach.

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Der Bachelor läuft meist über sechs, manchmal auch über sieben oder acht Semester. Immer mehr Studienprogramme enthalten ein "Mobilitätsfenster", das heißt, sie sehen Zeit für Auslandsaufenthalte oder Praktika vor. In manchen Studiengängen sind diese sogar fester Bestandteil. Bei den sogenannten Bachelor-Plus-Programmen (bit.ly/zs13bachelorplus) verbringen Studenten ein ganzes Jahr im Ausland. Ihre Leistungen werden an der Heimathochschule anerkannt.

Zukünftige Ärzte und diejenigen, die später einen klassischen juristischen Beruf als Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter ergreifen wollen, machen keinen Bachelorabschluss, sondern ein Staatsexamen. Lehramt studiert man – je nach Bundesland – entweder auf Staatsexamen oder im Bachelor-Master-Modell (zur Lehrerausbildung siehe Seite 117).

Master oder Stelle?

Nach dem Bachelorabschluss stellt sich die Frage: Weiterstudieren oder erst mal arbeiten? Für manche Positionen erwarten die Arbeitgeber einen Masterabschluss. Das gilt zum Beispiel für wissenschaftliche Mitarbeiterstellen an Universitäten und häufig, aber nicht immer, für Arbeitsplätze in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen. Viele Stellen stehen aber auch Bachelors prinzipiell offen. Laut einer Studie des Staufenbiel-Instituts steigt die Akzeptanz des Bachelorabschlusses bei Unternehmen seit Jahren und liegt zurzeit bei 85 Prozent. Nur selten werden in Stellenausschreibungen explizit Bewerber mit einem der beiden Abschlüsse verlangt.

Tendenziell gilt: Je größer das Unternehmen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dort Bachelorabsolventen eingestellt werden. In größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind inzwischen bis zu zwei Drittel aller Neueinstellungen Bachelors. Bereits 2004 schlossen sich 36 Arbeitgeber, darunter viele Dax-Unternehmen, zu einer "Bachelor Welcome"-Initiative zusammen, und im Oktober 2012 haben 62 Unternehmen die Folgeerklärung "Bologna@Germany2012" unterzeichnet. Viele Unternehmen zahlen Masterabsolventen ein etwas höheres Einstiegsgehalt und honorieren so den zusätzlichen Wissenserwerb. Doch da Bachelors früher in den Beruf starten, steht bei ihnen auch früher die erste Gehaltserhöhung an.